Doppelstern Lamda Cyg

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Dahlmann

Aktives Mitglied
Hallo Beobachter,

am 29.10. sowie heute ist es mir mit einem 100/800 mm Apo gelungen lamda Cyg (0,9")zu trennen. Das Beugungsscheibchen hatte eindeutig die Form einer "leichten 8". Die Position stimmte bei Überprüfung im Karkoschka überein. Da Cyg im Moment nahe des Zenit steht war das Seeing relativ gut - heute sehr viel besser als gestern. Bereits bei 200x war ein langezogenes Sternenabbild zu sehen. Bei 300x dann die eindeutige Trennung. Es geht tatsächlich mit einem 4"!! Dies als Bestätigung für eine Diskussion die im Juli bei den "Apologeten" geführt wurde.

Gruß

Holger
 
Hallo Holger,

glaube ich jetzt nach eigener Erfahrung sofort. Für gute Refraktoren scheint das Dawes-Kriterium nicht gültig zu sein. Lambda Cyg im 6" ED überhaupt kein Problem, vor allem bei dem Mega-seeing der letzten Nächte. Im 6" ED kommt auch epsilon Equ als "8", und das bei einer Distanz von 0,6".

Gruß
Cord
 
Hallo Cord,

habe diesen Apo erst seit ein paar Wochen und mußte erst lernen die wirklich feinen Nuancen zu erkennen! Bei diesen "Entfernungen" muß man schon ganz genau hinsehen!!

Gruß

Holger
 
> Für gute Refraktoren scheint das Dawes-Kriterium nicht gültig zu sein.

ja wahrscheinlich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />

Alternativ kann man natürlich auch nachlesen, was das Dawes-Kriterium eigentlich besagt.
Vielleicht muss es dann gar nicht außer Kraft gesetzt werden...

Ciao,
Roland
 
Hallo Roland,

verstehe nicht ganz...

Mein Wissensstand ist, dass das Dawes-Kriterium eine Formel für das maximale Auflösungsvermögen eines Refraktor-Objektivs ist, es gilt: rho = 117"/D[mm]. Demnach "darf" ein 100mm Refraktor nur Doppelsterne bis 1,17" trennen.
Der englische Astronom und Geistliche William Rutter Dawes (1799-1868) hat das an seinem Refraktor ermittelt. Nun wird die optische Qualität eines Refraktors aus dem 19. Jh nicht der eines modernen perfekten Apos entsprechen.
Es gibt auch noch ein Dawes-Kriterium für Reflektoren:
rho = 130"/D[mm].
Über zusätzliche Informationen würde ich mich sehr freuen.

Gruß
Cord
 
Hallo Cord,

das Problem ist das "trennen".
Bei einer Trennung nach Dawes stehen die zentralen Beugungsscheibchen der
Kandidaten noch sauber nebeneinander und berühren sich nur an ihren Rändern.

Dieses Kriterium verbietet aber nicht, dass man natürlich auch noch enger
zusammen stehende Beugungsscheibchen, auch sich gegenseitig deutlich über-
lappende, eindeutig als solche erkennen kann. "Getrennt" laut Dawes sind diese
dann nicht, aber unzweifelhaft zu sehen.

Ciao,
Roland
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben