Doppelsterne für Fernglasbeobachter

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Hallo Ralf,

Nachdem der 4. Trapezstern nur 8,8" Abstand aufweist, ist unter 16x oder gar 15x Vegrößerung wohl selbst mit sehr guten Augen nichts mehr zu trennen.
Ob der Beobachter mit dem TS 15x70 den 4. Stern (und nur um den geht es ja!) wirklich g e t r e n n t sah ist sehr fraglich, denn er antwortete mir auf die Frage nicht, wann das war und ob er vielleicht nur eine "8" sah!
Auf deinen Pentax 75 - Test bin ich schon gespannt!

Gruss und cs, Helmut
 
Hallo Helmut,

"Mit sehr guten Augen sollte theoretisch ein Glas mit 10-facher Vergrößerung ausreichen, um eine längliche Verformung von Mizar als Andeutung der Doppelstruktur zu erkennen. Man kann damit auch direkt testen, ob ein Auflösungsvermögen von 140"/V = 14" (für V = 10), wie es hier von einigen vermutet wurde, realistisch ist."

Naja weiß ja nicht, aber länglich heißt ja nicht aufgelöst. Meine Erfahrungen mit 10x Ferngläser an Doppelsternen sind eher die. Wenn die Komponeneten gleich hell sind (weniger als 0,5m Unterschied) und nicht schächer wie 6-7m dann sollte der "Normalseher" wenn das Fernglas ruhig ist (Stativ, etc) etwas Komponeneten bis 18" noch gerade trennen können.

Gruß
Lots
 
Hallo Lots,

es freut mich, auch hier auf dich zu stoßen!

Das obige Zitat stammte von Peter!

"Naja weiß ja nicht, aber länglich heißt ja nicht aufgelöst."

Darum schrieb ich ja als Antwort auf dieses Zitat an Peter:

"Klar, Mizar ist ein gutes 10x50 Testobjekt und man sollte auf alle Fälle schreiben, ob man nur eine Verformung oder die Sterne getrennt gesehen hat!"

und bezweifelte auch die Trennung im 15x70:

"Ob der Beobachter mit dem TS 15x70 den 4. Stern (und nur um den geht es ja!) wirklich g e t r e n n t sah ist sehr fraglich, denn er antwortete mir auf die Frage nicht, wann das war und ob er vielleicht nur eine "8" (Anmerkung: "= einen Strich") sah!

Du schreibst einen interessanten Erfahrungswert:
"Meine Erfahrungen mit 10x Ferngläser an Doppelsternen sind eher die. Wenn die Komponeneten gleich hell sind (weniger als 0,5m Unterschied) und nicht schächer wie 6-7m dann sollte der "Normalseher" wenn das Fernglas ruhig ist (Stativ, etc) etwas Komponeneten bis 18" noch gerade trennen können."

Demnach könnte man die Formel des Aufl.-vermögens=140/V eher in die Formel 180/V korrigieren. Ich werde jedenfalls versuchen meine individuelle Formelzahl heraus zu finden!

Dank Ralf und Peter haben wir ja zwei sehr schöne Listen an DS. Ich werde demnächst einmal mit dem 7x50, 8x30 und 10x50 Mizar betrachten und auf exakte Trennung achten!

Viele Grüsse, Sternfreund Helmut
 
Sehr interessanter Faden!

Ich kann dazu nur beitragen, dass mir mit meinem Zeiss Mono 10x25 auf ein Fotostativ montiert die Trennung von Mizar regelmäßig gelingt. Nicht nur länglich, sondern mit einer echten fadenförmigen Dunkellinie zwischen den beiden Komponenten.
Im Trapez ist die Sache aber nicht so eindeutig. 3 Komponenten gehen locker, klar. Die vierte konnte ich aber nicht echt auflösen, die beiden bleiben länglich.
Recht informativ mag für manche ein kleiner Vergleich sein, den ich zwischen dem Mono und einem übertragen gekauften Zeiss Dekarem gemacht habe. Der Mono ist schärfer, der Dekarem konnte Mizar erst nach langer Auskühlzeit trennen und blieb dennoch unterlegen. Das war auch an cor caroli schön zu sehen. Im Deep Skybereich schlägt der Dekarem aber zurück, da schwächelt der Mono gewaltig.

lg, michl fasan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo michl fasan,

es ist eine interessante Feststellung, dass bei zwei FG der gleichen Marke das nur halb so große bei der Abbildung dem größeren überlegen ist!
Auskühlzeiten habe ich bei meinen FG noch nie feststellen können!
Was meinst du mit: "ü b e r t r a g e n gekauften Zeiss Dekarem" ?
Ich habe seit einem Monat ein Dekarem, bin damit aber leider noch nicht zum Sterngucken gekommen! Ich bin aber schon gespannt, wie sich mir Mizar präsentiert!

Hallo Lots,

ich kann übrigens deine Erfahrung (mit 10x geht ein 18" gerade noch) bisher bestätigen. Zu d(ies)em Thread bzw. zu der Frage "wer knackt das Trapezium" kam es, als ich die 4 Trapezsterne bei 20x sah, also 8,8" gerade noch eindeutig auflösen konnte. Da stellte sich mir unweigerlich die Frage, ob die 8,8" auch noch bei kleinerer V eindeutig aufzulösen seien, was ich aber schon etwas bezweifelte, beim Anblick der Komponenten AB im 20x100mm-Bino. Aber der Test mit 18x steht für mich noch aus, ebenso wie die definitive Aussage eines Beobachters, er hätte die 4 Trapezsterne mit 16x eindeutig getrennt gesehen!
Wir werden sehen!

Viele Grüsse, Sterngucker Helmut
 
Hallo!

Habe mich vor zwei Wochen ebenfalls an Mizar angepirscht, mit einem 20x80 TS Triplet; meine eingebauten Objektive (= Augen) haben zwar eine leichte Hornhautverkrümmung von 0,25 bzw. 0,5 , Mizar und Alkor und Delta Tauri kann ich aber sehr gut erkennen.

Ich konnte unter für hiesige Verhältnisse genialen Bedingungen von 5,0m Grenzgröße beobachten.
Die Trennung von Mizar (14,4'') war nicht möglich. Er erschien länglich, aber auch unregelmäßig verzerrt und veränderte dabei im Abstand von einigen Minuten seine Form. Die anderen Sterne blieben bei gleichen Sichtverhältnissen dagegen gleich. Das hat mich etwas verwirrt. ?) Schlechtes Seeing? Sorry, bin halt noch neu...

Sehr sauber trennen ließ sich Cor Caroli (19,2''/2,9 bzw. 5,0 Mag), nicht aber 14 Aurigae (14.3''/5,0 bzw. 7,9 Mag), der völlig punktförmig blieb.

Das Trapez im Orion habe ich unter nicht ganz so guten Bedingungen, nämlich zur Zeit der astronomischen Dämmerung beobachtet. C und D waren immer zu trennen, die Komponenten A und B stellten einen kuzen Strich dar.

Bin etwas erschüttert, dass Ihr mit kleineren Vergrößerungen und Objektiven viel mehr seht. Bin ich jetzt schlecht oder ist bei meinem gar nicht ganz so billigen FG nach 19'' schon Schluß? :gutefrage:

Liebe Grüße,
Sabine
 
Hallo Helmut!

Übertragen heißt "second hand". Ich habe das Gerät bei einem Second hand Fotohändler gekauft, der ihn mir, da Bekannter, für einen wohlfeilen Preis verklopft hat.;)))
Die Auskühlzeit hat mich selbst auch überrascht. Das Bild war nach einer Stunde draußen aber wesentlich besser als vorher, während es im Monokular (wirklich ein Sahneteil) völlig gleich blieb.

lg, michl fasan
 
Hallo Sabine,

"Habe mich vor zwei Wochen ebenfalls an Mizar angepirscht, mit einem 20x80 TS Triplet;...Die Trennung von Mizar (14,4'') war nicht möglich.Er erschien länglich, aber auch unregelmäßig verzerrt und veränderte dabei im Abstand von einigen Minuten seine Form."

Prinzipiell müßte die Trennung von DS Mizar mit deinem TS gut möglich sein! Du hattest schlechtes Seeing! Probiere es irgendwann noch einmal! Du wirst sehen es gelingt!

"Sehr sauber trennen ließ sich Cor Caroli (19,2''/2,9 bzw. 5,0 Mag), nicht aber 14 Aurigae (14.3''/5,0 bzw. 7,9 Mag), der völlig punktförmig blieb."

Wohl in derselben (schlechten) Nacht!

"Das Trapez im Orion habe ich unter nicht ganz so guten Bedingungen, nämlich zur Zeit der astronomischen Dämmerung beobachtet. C und D waren immer zu trennen, die Komponenten A und B stellten einen kuzen Strich dar.

Die 4. Komponente im Trapez (8.8") in einem 20x80mm Bino eindeutig getrennt zu sehen ist schon nicht mehr so einfach für einen Anfänger! Saubere Optiken (Augen und FG) und ein einigermassen gutes Seeing, sowie etwas Beob.-erfahrung sind schon Voraussetzung!

"Bin etwas erschüttert, dass Ihr mit kleineren Vergrößerungen und Objektiven viel mehr seht."

Denk´dir nichts, ein Uwe Pilz sieht im FG mehr als du und ich und die meisten anderen Amateurastronomen!

"Bin ich jetzt schlecht....

Mit Übung im Beobachten kannst du dich, wie jeder von uns mit Sicherheit verbessern!

"...oder ist bei meinem gar nicht ganz so billigen FG nach 19'' schon Schluß?"

Sicher nicht!Es sei denn, das Bino ist nicht richtig kollimiert (hast du jemanden, der sich damit auskennt oder ein anderes FG/Teleskop zum Vergleichen?)
Picke dir Beo.-objekte aus den Listen hier und teste sie (dich)(das FG)!
Achte vor allem beim Scharfstellen auf den optimalen Fokus bei beiden Augen (verdecke das Auge mit dem du nicht fokusierst - nicht zukneifen!)!
Laß dir Zeit und habe Geduld!

Hallo michl fasan,

ach, second hand!
Na, dann heißt es, das FG vorher (vor der Beobachtung) immer schon draußen zu lagern!

Viele Grüsse, Helmut
 
Hi Sabine,

OK, die Hornhautvegrümmung solltest du mit Brille wegbekommen und damit bessere Ergebnisse erzielen. Steht den das FG auf festem Stativ oder guckst du frei händig? Seeing (wenn nicht gerade grottenschlecht) und Himmelsqualität spielen bei dieser Vergrößerung kaum eine Rolle.

Gruß
Lots
 
Hallo Lots,

das Fernglas stand auf einem Stativ. Habe sogar ein für ein Fernglas etwa überdimensioniertes Stativ mit bis zu 11kg Tragkraft und einen ebenfalls stabilen Kugelkopf gekauft, weil ich das Gewackel beim Einstellen nicht wollte. Und außerdem nicht dauernd Angst haben möchte, das eine unvorsichtige Bewegung im Dunkeln mein neues Schätzchen auf den Boden befördert. (außerdem kommt ja vielleicht auch noch mal ein Teleskop ins Haus, da kann ein gutes Stativ ja auch nicht schaden...).

Für die geringe Hornhautverkrümmung habe ich einem Augenarzt mal eine Brille aus den Rippen geleiert, die ich dann doch so gut wie nie benutze, aber hinter dem Fernglas ausprobiert habe. Damit kam ich aber gar nicht zurecht: es fiel mir sehr schwer, auch mir zurückgeklappten Augenmuscheln einen brauchbaren Einblickwinkel zu bekommen und auch das Scharfstellen wollte nicht gelingen; im Endeffekt habe ich weniger gesehen als ohne Brille. Und bevor jetzt jemand fragt: ja doch, sonst "funktioniert" die Brille nach wie vor!
Meine Augen habe ich vor einem halben Jahr testen lassen. Man sagte mir, dass alles in Ordnung sei und eine Brille mein Sehen nicht merklich verbessern würde. Aber vielleicht ist es ja doch das kleine Bißchen, das fehlt...

Vielleicht kann man "mit Brille Beobachten" ja üben... Gibt es da beim Einstellen irgendetwas zu beachten?

Liebe Grüße,
Sabine

 
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