Doppelsterne für Juniabende

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Hallo Wolfgang, hallo Leute,

habe heute morgen neben der Nova das super Seeing genutzt um noch mal auf PEG 72 zu halten . Lt.Karkoschka beträgt die Distanz 0,5". Im 10"er STAND bei 900x das Bild wie im Lehrbuch !!! Seeing U 1-2 !!!
Ich ging sogar bis max. Power was mit meinem Zubehör ging 1333x...
Ich sah die Komponenten deutlich als acht, wobei es immer den Anschein hatte, aber echt am Limit, das Luft/Schwarz zwischen ihnen erschien. Kann aber ein Effekt sein da die Einschnürung in die "acht" recht ausgeprägt erschien und eine Verbindung vorspielte ähnl. Effekt wie damals bei den Marskanälen...
Hast Du die genaue momentane Distanz verfügbar ?

Leider stand kein Planet am Himmel , wäre ein geniale gelegenheit gewesen...

Ich schätzte den pos. Winkel auf ~100°.

Viele Grüße
Christian
 
Hallo Christian,

eine schöne Beobachtung von Dir!

72 Peg = BU 720 (Burnham 720) am Ort 23h34.0m +31°20' (2000.0) hat nach der aktuellen Ephemeride derzeit eine Distanz von 0,53" und einen Positionswinkel von 100,4° -- passt also ganz genau!

Das Rayleigh-Kriterium für Deinen 250mm Newton beträgt etwa 138"/250 = 0,55". Bei dieser Winkeldistanz sind die beiden Sterne mit dieser Öffnung eben noch getrennt sichtbar. Mit kleinerer Winkeldistanz beginnen die Beugungsscheibchen schon zu verschmelzen. Also auch das passt sehr gut zu Deiner Beobachtung!

Viele Grüsse
Wolfgang

 
Hallo Wolfgang,

nach längerer erzwungener Abstinenz habe ich gestern Abend mal wieder hinter dem Fernrohr gesessen (TEC140). Ich wollte primär die Aussrichtung meiner halbstationären Säule mit der Montierung überprüfen. Da der Mond soo hell schien, war außer Kraterbeobachtungen kaum etwas anderes drin. Habe mich dann an Doppelsterne gemacht, weil die Luft doch recht brauchbar war gegen Mitternacht.
Aber der Himmel war derart aufgehellt, daß ich vorzog, zeta Bootes mit Goto aufzusuchen, weil ich ihn mit bloßem Auge nicht sehen konnte.

Ich habe ihn mit 377x (Pentax XL 52,mm + 2x Barlow) und 520x (Kassei Ortho 6mm + 3,2xFFC) deutlich länglich gesehen, aber ohne irgendwelche Einschnürung. Den 1. Beugungsring konnte ich in ruhigeren Momenten schwach erkennen.
Da ich bisher von einem Komponenten-Abstand von von ca. 0,9" ausgegangen war, habe ich die nichtvollzogene Trennung doch auf das Seeing geschoben. Dank Deines Berichtes sehe ich, daß die Komponenten nun bereits 0,68" nahe stehen. Da ist natürlich mit 140mm Öffnung nicht mehr als ein Strich zu erwarten.
Den Positionswinkel habe ich mit ca. 100°/280° geschätzt, was ja gar nicht so verkehrt ist, wie ich aus Deinem Artikel ersehen konnte.

Gruß
Helmut

Homepage: Helmuts Astro-Seite

 
Hallo Wolfgang,

letzten Samstag habe ich 4 Doppelsterne im Bootes beobachtet. Darunter auch 30 Zeta Bootis. Die Beobachtungsbedingungen waren gut aber für Zeta Bootis bei weitem nicht gut genug. Zur Reduzierung der Sphärischen Aberration (SA) habe ich meinen Newton gleich von 200 mm (f/4) auf 160 mm (f5) abgeblendet. Bei der Beobachtung von Doppelsternen mit einer Helligkeit bis zu 10 mag ist das sinnvoll, da sich die SA weitaus schlimmer auf das Auflösungsvermögen auswirkt, als der Verlust an Öffnung. Nach dem Rayleigh Kriterium sinkt das Auflösungsvermögen in meinem Fall von 0,69“ auf 0,86“. Ich habe erst hinterher gesehen, daß der Abstand von Zeta Bootis kleiner als 0,8“ ist. Statt ein sauberes Beugungsscheibchen bei 214-facher Vergrößerung zu sehen, gab es aber nur Speckles. Von einer Duplizität also keine Spur.
Meine Beobachtungen, Webcam-Aufnahmen und Bahndiagramme habe ich auf der Seite Doppelsterne im Bootes
dargestellt.

Viel Spaß
JS
 
Hallo,

ich konnte vorgestern bei extrem gutem seeing gamma CRB im C8 bei 400x (Kasai Ortho 5mm) trennen. Meines Wissens ist die Distanz 0.7" und somit ein guter Test für einen 8-Zöller, denn nach Rayleigh gilt:

p = 13.8"/D [cm]
 
Hallo Chris,

na dann herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Beobachtung! Gamma CrB hat derzeit 0,74" Distanz und da bist Du mit D(urchmesser) = 203mm tatsächlich schon praktisch am Rayleigh-Kriterium von 138"/D = 0,68" -- bis dahin sollte Dein Fernrohr Doppelsterne trennen können. Bei Gamma CrB machts der Helligkeitsunterschied von 1 1/2 Grössenklassen schon etwas schwerer.

Gutes Seeing wünscht
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang, hallo Leute,

konnte bei gutem Seeing am 23.6. folgende Doppelsterne trennen:

10" Newton

zeta Boo
V 417x "weit getrennt" mit Luft , Posw. ~115°/195°

eta CrB
V 834x ganz, ganz knapp mit Luft getrennt, Posw. ~95°

gamma CrB
V 417x fiel der mangelnden Justierung der Optik zum Opfer
schwächere Komponente lag im Restkoma Streulicht ...

wird aber nachgeholt !

Gruß
Christian
 
Hallo,

es ist zwar schon etwas länger her, aber am 25.6.2005 habe ich bei gutem Seeing und nahe am Kulminationspunkt eta CrB und gamma Crb im meinem neuen (gebrauchten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ) 12" TS Dobson beobachtet.

eta CRB war bei 625x (4.8 Nagler + 2x Meade Barlow) auf den ersten Blick klar getrennt, mit schwarzem Spalt, ein einfaches Objekt.

Gamma CrB: Deutlich schwieriger, der Begleiter war aber erkennbar als Ausbeulung im Lichtkranz des Hauptsterns.

Für mich war das die erste Nacht, in der ich mit dem 12" TS Beugungsscheibchen erkennen konnte, wie ich sie von meinem MN66 kenne (epsilon Lyr ist im MN 66 ein fantastischer Anblick, man hat wirklich den Eindruck, auf ferne Sonnen zu blicken). Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich immer, die Optik des 12" wäre mäßig, aber es erforderte leider Top-Seeing, das hier in München rar ist, um die Leistungsfähigkeit des Spiegels zu erkennen.

Eine Frage: wie messt ihr am Okular PW und Abstand bei DS ? Benutzt ihr Hilfsmittel (Strichplatte, Fadenkreuzokulare) oder sind es Schätzungen ?

Danke und Gruß

Max
 
Hallo Max,
ich schätze den Winkel dahingehend das ich die Nachführung abstelle bzw. mit der Steuerung das Päärchen langsam durchs Gesichtsfeld führe und dann die Lage schätze, reicht wohl für ca~5° Genauigkeit aus.
Bastel aber an einem Mikrometer mit Positionskreis(es fehlen noch Anschlußadapter), mit dem werde ich wohl aber nicht Komponenenten unter 1" auflösen /messen können !? Mal schaun...

Gruß
Christian
 
Hallo Max,

Distanz und Positionswinkel kannst Du schätzen oder messen.

Zum Schätzen ist der Positionswinkel am einfachsten: ich stelle mir immer den helleren Stern als Mitte des Zifferblatts einer Uhr vor. Bei ausgeschalteter (oder nicht vorhandener ;-) Nachführung: wandert der Begleiter genau nach "3 Uhr" hat er einen Positionswinkel von genau 270 Grad (Westen=270 Grad, Norden=0, Osten=90, Süden=180 Grad). Wandert er genau nach "4 Uhr" hat er (im umkehrenden Fernrohr) 240 Grad usw. Mit etwas Übung geht das bei hoher Vergrösserung auf so 15 Grad genau, manchmal auch besser.

Das Schätzen der Distanz geht nur bei engen Doppelsternen gut: hier beurteile ich einfach das Beugungsbild. Beim Rayleigh-Kriterium von 138"/D[mm] sind die beiden Sterne getrennte Scheibchen, etwas enger (ca. 0,85x Rayleigh-Kriterium = Dawes-Limit) berühren sich die Scheibchen und bilden eine "8er-Figur" usw.

Zum Messen gibt es mehrere Mikrometer-Bauarten -- ein relativ billiges und leicht verfügbares ist das Baader Microguide Okular. Die Anwendung ist z.B.
im Buch von Bob Argyle (ed) "Observing and Measuring Visual Double Stars" beschrieben, das viele weitere Mikrometer-Typen erklärt. Ich habe einige Messungen mit dem Microguide Okular versucht -- es ist nicht schwer, aber Du brauchst eine elektrische Nachführung dazu.

Am einfachsten finde ich zum Messen die Webcam am Fernrohr: es geht genauer als mit dem Microguide und Du brauchst nicht einmal eine Nachführung! Siehe z.B.
http://members.eunet.at/vollmann/ds/dsawc1.htm

Ruhige Luft wünscht
Wolfgang
 
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