Drei Kometen und allgemeines Rundumspechteln

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Ehemaliges Mitglied

Moin zusammen!

Letzte Nacht hat es mich für zwei Stunden in den Garten hinter meinen 8"-Dobson getrieben. Ab Mitternacht war der Mond zwar auch schon wieder aufgegangen, aber ein bißchen Zeit war ja nach, die man in der pi..warmen Nacht (+18,5° um 2 Uhr nachts) :schwitz: nutzen konnte.

Erstes Objekt der Begierde, weil am lichtschwächsten, weil der Mond ja nervt und überhaupt, war Komet 6P/d'Arrest nahe bei Stern Eta im Adler. Da ich mittlerweile über fein abgestimmte Okularbrennweiten verfüge (je ein TS-WA 8, 12 und 17 mm kamen Freitag an) hatte ich freie Auswahl in den APs! ;) Um bei diesem Kometen definitiv sagen zu können: Ja, da ist was - mußte ich bis auf 143x bzw. 167x hochgehen, um den Kontrast so zu steigern, daß sich die kleine 6P-Koma überhaupt abhob. Die vielen schwachen Feldsterne machen es einem da nicht einfacher. (Zwei Stunden später mit dem Mond höher am Himmel war da schon nichts mehr zu machen!)

Der zweite Komet sollte J1-Boattini im Cepheus werden. Dieser Kandidat war wesentlich einfacher. Ich schätzte ihn auf gut +11 m, eine diffuse Wolke ohne Einzelheiten. Im 8" gut bei 67x und 83x zu sehen.

Der Rest meines Gartenausflugs war dem Test der neuen Okus gewidmet. M71 (KS Pfeil), M27 (PN Füchschen), M11 (OH Schild), M57 (PN Leier) habe ich mir mit wechselnden Vergrößerungen reingezogen, mal mit, mal ohne UHC. An M15 (KS Pegasus) ging's dann mit maximaler Vergrößerung zur Sache! So ab 300x wird's interessant und selbst M15 erinnert dann mit seinen sehr zahlreich aufgelösten Sternen fast wie M13 im kleineren Teleskop. Die höchste Vergrößerung, die ich momentan fahren kann, ist 428x (3fach Barlow + 7 mm Oku). Selbst da war noch gut was zu erkennen :augenrubbel: und das Nachführen hierbei auch kein Problem.

So, mittlerweile war's 2 Uhr durch und der Mond kroch über die Hausdächer, Zeit also, nach oben zu gehen und von dort aus zu gucken, was Komet W1-Boattini im Widder hergibt.
Es ist grausam: So dicht neben dem Mond war weder mein 10x50-, noch mein 15x70-FG einsatzfähig. Es war im Kometen-Zielgebiet einfach alles zu aufgehellt, selbst bei dieser späten Mondphase noch.
Also habe ich meinen Mini-Richfield-Refri 60/420 mm klargemacht. Der kam mit der Situation besser zurecht: Boatini war jetzt gut zu erkennen bei 42- und 53fach. Helligkeit würde ich um +7 m schätzen, Durchmesser am aufgehellten Himmel: 5-6'. Schönes Teil, lohnt sich! :super:

Diese Nacht war doch schon mal ganz nett: Der Himmel wird dunkler (Ende der "Weißen Nächte" hier am Sa, 2.8.) und der Mond verpieselt sich (part. SoFi am Fr, 1.8.) - hoffentlich hält das Wetter bis dahin! :schwitz: :cool:
 
Hallo Micha,

wie sind denn deine ERfahrungen mit den neuen TS WA - Okularen, insbesondere dem 12mm?
Würde mich freuen, wenn du schon Erfahrungen hättest.

GRüße,
Stefan
 
MoinStefan!

Ich muß mich noch etwas "einsehen", aber der erste Eindruck war sehr gut. Die Okus sind ihren Preis allemal wert, das kann ich jetzt schon sagen. Mehr dazu im Okulare-Board in ein paar Tagen.

Ich hab' morgen frei, also werde ich heute Nacht noch ein bißchen "testen" können.
 
Na, dann hoffe ich mal auf einen guten und klaren Himmel!

Grüße,
Stefan
 
Hallo Micha.

Klasse Beitrag!

Ich wollte auch mal nachfragen, ob die Okulare, die Du für die Kometenbeobachtung verwendest, ausschließlich 2" Okulare sind oder sinds auch 1 1/4"?
Und, merkt man doch einen riesen Unterschied bei der Beobachtung von Deep-sky zwischen 1 1/4" und 2"?

Grüße
m.m.





 
Hi Michael,

war Gestern im Spessart (fst ~6,0) und konnte u.a Den Komet C/2008 J1 Boattini im Cepheus erspähen. Er war besser indirekt als ca. 10m5 helles und 5' Fleckchen zu erkennen. Nicht ganz rund, sah fast aus wie ein entfernter OC.

Vom Kometen 6P/d'Arrest im Adler war an de besagten Stelle nichts zu erkennen ist wohl doch schon recht schwach und mit 8" nicht mehr erreichbar.

Alle Beobachtungen bei 92x.

Gruß

Lothar
 
Moin Maciej!

Du wirst Dich wundern, aber ich besitze nur ein einziges 2"-Okular...! :cool: Welche Baugröße man nun einsetzt, hängt vor allem von Brennweite und scheinbarem Gesichtsfeld des Okus ab. Bei höheren Vergrößerungen braucht's keine 2", und daß sich "Deepsky" mur bei niedrigen Vergrößerungen mit max. AP und x-Grad tatsächlichem Gesichtsfeld abspielt, ist ein Märchen - ebenso, daß man in der Stadt 8 mm AP "braucht". (Ich bin bspw. vom TS-WA 32 runtergegangen auf das SWA-26, weil mir hier in Kiel 6,4 mm AP an f/5 schon zu viel sind.)

Klar, Übersichtsokulare mit 2" sind nett, aber die meisten DSO-Beobachtungen spielen sich bei höheren Vergrößerungen ab, dazu gehören auch die Beobachtungen von Kometen. Die meisten Objekte sind sowieso sehr klein. Um die ins Gesichtsfeld zu bekommen, reicht daher auch das 1,25"-Steckmaß.
Ich persönlich mag keine Okus mit extrem viel scheinbarem Gesichtsfeld, meine haben 65-70°, und ich muß bei der Beobachtung die GF-Blende sehen. Okulare mit "Spacewalk-Effekt", wo man um die Ecke gucken muß, finde ich fürchterlich. Viel wichtiger ist imir für mein Spezialgebiet, daß die Okus hohe Transmission besitzen: Achlinsige Glasbausteine kommen mir deshalb nicht ins Haus.

@Lots:
Fein, daß Du (teilweise) Erfolg hattest. 6P ist wirklich eine harte Nuß. Letzte Nacht ist hier leider Dunst von der See her reingedrückt worden, und als der weg war, war's schon zu spät.
 
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