Dreierlei Antares

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frasax

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Hallo,

neben Videos machen und Capella Bilder bearbeiten, komme ich kaum dazu die eigenen Aufnahmen aus Namibia zu bearbeiten. Jetzt habe ich aber mal eine kleine Serie fertig gemacht.
Die Bilder sind als Nebenprodukt meiner eigentlichen CCD Aufnahmen entstanden. Irgendwie hat das was, einfach mal planlos drauf halten, MGEN anschmeissen und los. Gefühlt kann man so in fünf Minuten anfangen, natürlich nur, wenn man eine eingesüdete Montierung mit 220V und Säule hat hehe:-)
Bei dieser Laissez Faire Astrofotografie geht aber dann doch auch schonmal was schief. Bei der Übersichtsaufnahme zogen immer wieder Zirren durch. Nach Sichtung der Rohbilder dachte ich: Das kannst du alles löschen, jedes zweite Bilder mit aufgeblähten Sternen. Aber der namibische Himmel schlägt trotzdem durch.
Beim APM/APO Bild habe ich mich nicht groß um den perfekten Abstand Flattener/Chip gekümmert. In den Ecken wirds dadurch etwas elongiert bei Vollformat. Ausserdem habe ich die Flats mit 5 Blendenstufen zu gering belichtet:-) Nachlässigkeit. Obs daran liegt, dass das Bild irgendwie etwas flau war, oder ob der APM einfach doch nicht so knackig ist!?
Lange Rede, hier das Trio:

HazyMilkyway_Final_Small.jpg


Milchstraße und Jupiter
Canon 6D unmodifiziert
Sigma 50mm 1.4 Art auf Blende 2.8
30x300s ISO800
GP-DX Montierung MGEN II Autoguider
Bias, Flats, keine Darks

RhoOphiuchi_2019_Final_Small.jpg


Rho Ophiuchi Region
Canon 6D unmodifiziert
Canon 200mm 2.8EF bei Blende 4
26x300s ISO800
GP-DX Motierung und MGEN II Autoguider
Bias, Flats keine Darks

Antares_Final_Small.jpg


Antares Groß
Canon 6D unmod.
APM 107/700 bei ca 525 mm (Riccardi Reducer)
Takahashi EM200 Temma2 mit MGEN II Autoguider
53x300s ISO800
Bias,Flats keine Darks

Ich mag es ja immer sehr gerne in den Archiven nach Informationen zu den fotografierten Objekten zu suchen. Und eine der ersten Arbeiten ist mal wieder von E.E.Barnard, der die Region bereits 1895 ! fotografiert hat. Und zwar ebenfalls kurzbrennweitig mit einem Projektor Objektiv (Magic Lantern hiessen diese Teile, die einem Diaprojektor ähneln). Man hat große Schwierigkeiten überhaupt etwas auf den Aufnahmen zu erkennen, aber die beiden Staubfahnen der RhoOPhiuchi Region sind deutlich sichtbar. Ich mag Barnards Beobachtungseinträge, der Bericht endet mit den Worten: " In Conclusion, I think these six photographs with the small Lens show us in a most striking manner how the most valuable and important Information maybe obtained with the simplest means":
Schöner kann man es doch nicht sagen.

CS Frank
 
Hallo Frank

Alles in allem sehr gelungene Aufnahmen.
CS Mario
 
Hallo Frank,
ich lese hier im Forum schon seit einiger Zeit mit und interessiere mich für Astrofotografie.
Meine Frage warum hast Du keine Darks gemacht?

Deine Bilder sind wie immer top und schonmal danke für Deine Videos, Posts hier im Form und das Du Dein Know How weitergibst.

SG
Uwe
 
Hallo Frank,

Mal wieder wunderschöne Bilder.
Mich wundert dass das mit einen unmodifizierten Kamera so gut gelungen ist.

CS
Marc
 
Hallo Wolfgang,Mario,Antares,Stefan,Uwe und Marc.

Vielen herzlichen Dank für eure Kommentare! Es freut mich dass die Bilder ankommen.
Wunderschön finde ich das Glühen der Nebel-Farben und die Konstanz , mit der Du diese in jedem der drei Bilder präsentierst.

Hallo Stefan,
einem erfahrenen alten Hasen wie dir entgeht sowas nicht, und das freut mich. In der Tat habe ich drauf geachtet in der Serie eine gewisse Konstanz zu halten, von der Farbgebung aber auch Intensität her. Schön dass du es bemerkt hast.

Meine Frage warum hast Du keine Darks gemacht?

Hallo Uwe,
da es mit einer DSLR schwer ist die Temperatur in den Darks zu reproduzieren hat sich diese Technik verbreitet. Da du meine Videos ja kennst, schau dir dazu doch das Video Darks vs Dithern an, aus dem März glaube ich.

Mich wundert dass das mit einen unmodifizierten Kamera so gut gelungen ist.

Hallo Marc,
die Kamera sieht ja außer im roten genau so wie eine modifizierte. Ich habe das Objekt bewusst gewählt, da hier die unmodifizierte der modifizierten in nichts nachsteht. Gut die schwachen Ha-Gebiete um Antares herum sind so natürlich nur sehr scher sichtbar. Interessant ist aber, dass verschiedene Gebiete, z.Bsp. der Katzenpfotennebel durchaus sichtbar sind. M.E. liegt das daran, dass diese Nebel durch vorgelagerte Staubwolken in ihrer Farbe verfälscht werden. Das kann ein Astronom aber besser beurteilen.

CS Frank
 
Guten Tag Frank,

wunderbare Bilder. Alles rausgeholt, was man mit unterschiedlichen Brennweiten so um das fotogene Antaresgebiet einfangen kann. Die Bildbearbeitung ist erstklassig, wie von dir gewoht. Vielleicht für meinen Geschmach etwas zu farbig, aber da bin ich eher zurückhaltend und das liegt ja im Auge des Betrachters, bzw. Fotografen.
Ob die flauen Sterne am APM liegen kann man nicht sagen. Meiner bildet weit weg von flau ab, aber ich kenne die Serienstreuung nicht und wie genau die Abstände eingestellt sind.

Gruß
Thomas
 
Hallo Uwe,
da es mit einer DSLR schwer ist die Temperatur in den Darks zu reproduzieren hat sich diese Technik verbreitet. Da du meine Videos ja kennst, schau dir dazu doch das Video Darks vs Dithern an, aus dem März glaube ich.


Hallo Frank,
dank für Deine Antwort und der Hinweis auf Dein Video! Auf der AME war ich in einem Workshop wo mit einer DSLR Darks erstellt und verarbeitet wurden. Die Technik ändert sich halt.

SG Uwe
 
wunderbare Bilder. Alles rausgeholt, was man mit unterschiedlichen Brennweiten so um das fotogene Antaresgebiet einfangen kann. Die Bildbearbeitung ist erstklassig, wie von dir gewoht. Vielleicht für meinen Geschmach etwas zu farbig, aber da bin ich eher zurückhaltend und das liegt ja im Auge des Betrachters, bzw. Fotografen.
Ob die flauen Sterne am APM liegen kann man nicht sagen. Meiner bildet weit weg von flau ab, aber ich kenne die Serienstreuung nicht und wie genau die Abstände eingestellt sind.

Gruß
Thomas

Hallo Thomas,

danke dir sehr, freut mich wenn es gefällt.
Die Farben habe ich früher auch nicht so aufgedreht, finde es aber mittlerweile gut so. Die Sättigung ist ein Stück weit Geschmacksache.
Was den APM angeht ist dieser hier glaube ich eher kein gutes Modell. Man sah schon einen Fehler in den Rohbildern. Habe den Tommy mal kontaktiert, aber ohne das Ding in den Händen zu haben kann der natürlich auch wenig sagen. Er hat mir aber einen Link auf seiner Seite zugeschickt wo ein anderer APM vermessen wurde. Da scheint es u.U. wirklich eine starke Streuung zu geben.

Hallo Frank,
dank für Deine Antwort und der Hinweis auf Dein Video! Auf der AME war ich in einem Workshop wo mit einer DSLR Darks erstellt und verarbeitet wurden. Die Technik ändert sich halt.

Nicht dass ich da falsch verstanden werde. Darks machen ist natürlich der Königsweg. Nur falls man das nicht hinbekommt (und natürlich vorausgesetzt dass das Dunkelstromsignal sehr gleichmässig über den Chip verteilt ist) sollte man sie besser weg lassen. Nach dem Motto: besser keine Darks als schlechte.
Machen aber viele so.

CS Frank
 
hallo Frank,

die Antares Region kann man beliebig oft und mit allen Brennweiten fotografieren, es ist immer ein Hammer!
Deine Serie gefällt mir auch sehr gut, zeigt die wunderschönen Farben und Details ohne überstrapaziert zu wirken.
Sehr schön gemacht!

Wir hatten im Ösi Forum mal einen Test über sehr schwache H-Alpha Strukturen mit DSLR, und ohne Darks bekamen wir die Struktur des Dunkelstroms nicht raus. Das geht auch mit Dithern nicht wirklich, wenn man die Daten etwas kitzelt. Seither mache ich immer Darks. Glücklicherweise haben die Canon Kameras einen Temperatursensor drin, ich habe dazu das EXIF Tool runtergeladen samt dem EXIF Tool GUI, und die Temperatur steht dann weiter unten in den maker notes drin. So kann man ganz gut die Darks auch später recht zielgenau im Kühlschrank oder sonstwie machen. Hotpixel kann man mit der Cosmetic Correction von PI komplett beseitigen, ist auch DSLR Standard bei mir geworden.

lg Tommy
 
Haloo Tommy,

danke dir sehr, das freut mich zu hören. Und auch danke für deinen interessanten Einwand bezüglich Darks.

Wir hatten im Ösi Forum mal einen Test über sehr schwache H-Alpha Strukturen mit DSLR, und ohne Darks bekamen wir die Struktur des Dunkelstroms nicht raus. Das geht auch mit Dithern nicht wirklich, wenn man die Daten etwas kitzelt.

Das ist ja auch der einzig wahre Weg!:-) Ich glaube der Thomas hat das auch schonmal angemerkt, vermutlich war er auch an dem Beitrag im Ö-Forum beteiligt. Wenn man drüber nachdenkt ja auch logisch.

Obwohl ich da eigentlich immer die Maxime "Das Beste ist gerade gut genug" verfolge, lass ich hier 5 gerade sein. In Namibia gibt es extreme Temperatur Gradienten und die Kamera hat ebensolche. Mir ist es einfach zu lästig diese zu dokumentieren und im Kühlschrank zu reproduzieren. Mit der DSLR mache ich so nebenher Bilder. Damit konnte ich trotzdem extrem schwache Strukturen aufnehmen, was aber vermutlich eher dem fantastischen namibischen Himmel geschuldet ist als den Darks. Hier in Deutschland kam die DSLR schon sehr lange nicht mehr zum Einsatz. Ich vertrete da zusätzlich die Meinung, dass man ab einem gewissen Anspruch über den Kauf einer dezidierten Astro Kamera nachdenken sollte, denn die DSLR hat noch andere Limitierungen.

CS Frank
 
Hallo Frank

die 200er Version von Rho O. ist sehr fein - mein Favorit. Es zeigt sehr schön die große und den Farbreichtum dieser Region - Gratulation zu allen Bildern. Macht echt Freude sich den Himmel in südlichen Gefilden in Erinnerung zu rufen...
 
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