DS am 9.1. bei 30x

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Hallo Sternfreunde,

ich habe am Abend des 9.1. das 40mm GSO 2" Okular kurz ausprobieren können,im Vergleich mit einem 40mm Pentax XL.

In dieser Nacht war es hier bitterkalt mit einer extrem klaren Luft,das hatte ich am späten Nachmittag beim joggen schon bemerkt und das Teleskop schon mal in den kalten Hausflur(Altbau,Temperatur unter Null,wie die Eisblumen am Fenster bewiesen)gestellt,damit sich der Spiegel an die niedrige Außentemperatur von ca -10° anpassen konnte.

Die Beobachtungen habe ich dann zwischen 19:00 und 20:00 gemacht,nur mit dem 40mm GSO und dem 40mm Pentax.

Das Teleskop,ein 200/1200mm GSO Spiegel in einem von Kurt Schreckling gebauten Isotubus und neuer Rockerbox kann man unter
www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=1656
sehen.
Zusätzlich habe ich eine ca 24cm lange Taukappe aus Isomaterial verwendet,gegen Streulicht und um meinen Atem aus dem Strahlengang fernzuhalten.

Da mein Auto streikte konnte ich nur aus dem Garten beobachten.Schwerte ist eine Kleinstadt mit ca 52000 Einwohnern und einer gewissen Neigung zu Weihnachtsdekorationen,was zusätzlich zu den Straßenlaternen störte.Ich habe mir einen Platz hinter der Vogelvoliere eines Nachbarn gesucht,um vom direkten Licht der nächstgelegenen Straßenlaterne geschützt zu sein.
Das Teleskop war vorgekühlt und ich habe nach einschalten des Lüfters sofort mit der Beobachtung begonnen:

Plejaden:
Beide Okulare zeigten diesen offenen Haufen noch nicht komplett,aber der Eindruck war in beiden Okularen gut.Das GSO bietet 1,9° wahres Feld,das Pentax ist mit ca 2,1° etwas im Vorteil.
Die Sternabbildung im GSO war recht gut,scharf in der Mitte und akzeptabel am Rand.Hier zeigte sich sowohl Coma als auch weit außen Okularastigmatismus.Dieser trat aber so weit außen auf,daß ich mit der Abbildung zufrieden war,von Randscharf bei f/6 sollte man aber auch nicht sprechen.
Das Pentax hatte neben dem größeren Feld den Vorteil,daß Astigmatismus erst viel weiter außen auftrat,frei davon ist es also auch nicht,wenngleich es mich in der Form nicht störte.

M42:
Der Orionnebel stand um 19:15 noch recht niedrig,aber ich war sehr positiv überrascht!Die Streulichtunterdrückung des neuen Tubus mit zusätzlicher Taukappe ist extrem gut.
M42 zeigte hell und deutlich die Schwingen,und einiges vom ausgedehnten lichtschwächeren Bereich.Das hätte ich in der Stadt NIE erwartet.Die Durchsicht war aber auch sehr gut bis zum Horizont(wo davon was zu sehen war,zwischen den Häusern)und die absolute Luftfeuchte sehr gering.
An M42 konnte ich keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Okularen sehen.
Beide ließen das Trapez bei 30x leicht erkennen.

M31:Die Andromedagalaxie hätte ich normalerweise nicht beobachtet,aber bei diesem Himmel wollte ich es doch versuchen.
Das 2"GSO zeigte den Kern deutlich und auch das Staubband am Rande des Kerns war zu erkennen.Die Scheibe der Galaxis konnte ich auch ganz gut sehen,wie auch den Halo(sagt man das so?) um den Kern von M110 herum.In der Stadt bei einer AP von 6,66mm!
Das 40mm Pentax konnte es aber noch etwas besser.Schon beim "trockentest" war mir aufgefallen,daß das XL trotz 5 Linsen eine etwas bessere Transmission zu haben scheint als das GSO,welches aber auch nicht schlecht ist.
Das XL hat im Gegensatz zum GSO auch geschwärzte Linsenkanten.Beim Einblickverhalten liegt das XL deutlich vorne.Die große Augenmuschel läßt sich genau auf den erforderlichen Abstand einstellen und schirmt Licht wirkungsvoll ab.Das Auge wird "zentriert",bleibt immer schön auf der Achse,Blackouts sind absolut kein Thema.
Linien bleiben durch das XL gerader als durch das GSO.
Das GSO ist auch sehr ordentlich gemacht.Die Vergütung ist in Ordnung,die Mechanische Verarbeitung auch,das Okular scheint mir wegen der Machart aus der gleichen Quelle zu kommen wie die "Skywatcher Superplössl Apo Series".
Beim GSO dreilinser(kein Kellner,Wolfi Ransburg schrieb mir,daß das verkittete Linsenpaar zur Feldblende hin liegt und die einzellinse zum Auge)konnte ich das Auge nicht an die Gummiaugenmuschel legen,weil dann das Bild abschattete,erst mit einem kleinen Abstand von einigen Millimetern war das dann in Ordnung,dann darf man aber nicht zu weit seitlich abweichen,sonst gibt es ein leichtes "Kidneybeaning".Wenn die Gummimuschel ca 4mm länger wäre könnte man dieses Problem lösen.

h+chi Per:Der Doppelhaufen ist immer ein Genuß.Wunderschön auch bei nur 30x in beiden Okularen.Hier wieder eine Möglichkeit die Randschärfe zu beurteilen,mit den gleichen Ergebnissen wie vor.
Der gebogenen Sternkette bin ich dann zum "Muskelmännchen" gefolgt,dank des großen Gesichtsfeldes war dieses auch endlich mal als solches zu erkennen .

NGC7789:Dieser große mitgliederreiche Haufen schwacher Sterne liegt zwischen zwei Sternpärchen.
Im 40mm GSO lagen diese ganz am Rand,im XL war noch etwas Platz drumherum.
In beiden Okus waren Einzelsterne sichtbar,im XL aber signifikant mehr.Viele Sterne sind scheinbar am Sichtbarkeitslimit(nur 30x ,Straßenlaternen,Auge nicht ganz im dunklen)gewesen,und das XL ließ einige mehr hervortreten.
Hier,beim Einblickverhalten,der Randschärfe und im Außenbereich von M31 war das Pentax im Vorteil.

M45:Noch einmal die Plejaden,diesmal höher am Himmel.Und deutlich konnte ich die Reflexionsnebel in beiden Okularen erkennen.Keine Taubildung,ich habe natürlich einige Sterne ähnlicher Helligkeit in der Umgebung angeschaut.

Dann war ich derart durchgefroren und habe schnell zusammengepackt und bin in die warme Wohnung geflüchtet.

Das 2"GSO Okular ist trotz kleiner Schwächen für mich ein klasse Okular,bei f/6 noch brauchbar und bietet fast schon das maximale Feld bei 2".

Das XL ist in allen Belangen besser.Aber es hat einen 3x höheren Preis.Wen das nicht stört kann ein nahezu perfektes 2" Okular erwerben.
Aber das GSO ist keinesfalls so viel schlechter wie der Preiunterschied vielleicht suggeriert.Ich kann es für f/6 und kleinere Öffnungsverhältnisse empfehlen.

An dieser Stelle einmal herzlichen Dank an Wolfi,dafür daß du mir die beiden Okulare zum Test zur Verfügung gestellt hast.

Klaren Himmel und gutes Seeing wünscht

Karsten
 
Hallo Karsten,

herzlichen Dank für den informativen Bericht. Ich habe ihn mit sehr großem Interesse gelesen und werde Deine Erfahrungen gerne in meine Beratung einfließen lassen.

Viel Freude weiterhin....

Wolfi
 
Hallo Wolfi,

ich sollte vielleicht noch erwähnen,daß mein Vergleich,wie ich ja schon resumierte,nicht ganz fair war,weil hier ein 298,- Okular mit einem 98.- Okular verglichen wird.

Da fallen dann leichte Schwächen auf,die bei einer Einzelbetrachtung kaum auffallen würden.
Außerdem bin ich immer ein wenig pingelig bei den Okus.

So ist das leichte Problem des GSO beim Einblick dann bemerkbar,wenn man gerade vorher das Pentax verwendet hat.
Andernfalls würde ich den Einblick des GSO als gut bezeichnen,besser beispielsweise als ein 40mm oder 32mm Superplössl.
Im Vergleich zum Pentax müssen einige Nagler beim Einblick auch passen.
Auch die Vergütung des GSO ist gut,die Beobachtungen sprechen da eine deutliche Sprache,wenngleich das Pentax auch hier trotz zwei Linsen mehr etwas besser ist.

Das GSO ist ein sehr ordentliches Okular,vermittelt schon einen leichten Weitwinkeleffekt und bietet fast das maximale Feld bei 2" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Viele Grüße ins Bayernland von

Karsten
 
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