Dünner Merkur und helle Venus bei Tag

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MartinElsaesser

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Hallo,

In den letzten Tagen habe ich bei Tag noch Merkur und Venus mit dem Fernrohr beobachtet, die sich beide der Sonne nähern.

Die Venus war nur mehr knapp über 4° vom Sonnenrand entfernt, aber als kleines kontrastreiches Scheibchen sehr leicht zu finden. Sie wurde per Goto nach Eichung an der Sonne eingestellt. Vor dem Blick ins Gerät wurde mehrfach geprüft, das das Sonnelicht im Fernrohr kontrolliert an Seitenflächen und Blenden verpufft. (Das geht noch ein paar Tage.) Ein Rotfilter half, das Streulicht zu dämpfen.

Viel schwieriger war es den Merkur zu sichten. Er steht zwar noch mehr als 17° von der Sonne entfernt, zeigt aber nur mehr eine recht dünne (1.5Bogensekunden) Sichel, die auch nur mehr 2mag hell ist. Bei leichten Schleierwolken war es sehr schwer, die kleine Struktur finden.
Das wird in den nächsten Tagen zur echten Herausforderung: am 1. Juni nur noch 8° von der Sonne entfernt, 0.4 Bogensekunden dünne Sichel, mit 4mag (laut Guide)

Beide Beobachtungen mit einem modifizierten 150/1200 Synta-Fraunhofer.

Grüße, Martin
 
Hallo Martin,

Den nur noch +2mag hellen Merkur in 17° Entfernung von der Sonne am Tageshimmel? - Nicht schlecht.
Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas möglich ist. Mit meinem 80/910mm Vixen-Refraktor wird da sicherlich nichts zu machen sein.
 
Hallo Patric,

Warum soll das nicht gehen. Kontrast ist sehr wichtig. Probiere es einfach. Da die Sichel aber schnell dünner wird möglichst bald.

In der Dämmerung wird es natürlich vom Kontrast her einfacher, dafür wird die Luft in Horizontnähe unruhiger. Vormittags ist wohl am besten.

Vorsicht mit der Sonne!

Grüße, Martin
 
Hallo Martin,

Na mal sehen, wie es zeitlich bei mir aussieht...
Zumindest das Wetter soll ja die nächsten Tage mitspielen.
 
Hallo Clemens,
Vorsicht bei den Tagbeobachtungen rund um die Sonne muss man immer walten lassen. Ein paar Grad Abstand sind aber mehr, als sie jetzt hier gemeinhin klingen.
Tagesbeobachtung hat vor allem den Vorteil besserer Luft (meistens jedenfalls), da die Objekte der Begierde dann noch hoch über dem Horizont stehen. Außerdem gibt es Erfahrungswerte, wonach es von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis etwas danach die ruhigste Luft gebe.
Ich kann das aus dem Mai-Hoch bestätigen, binnen 14 Tagen habe ich fast täglich Merkur, danach Mars (+1,5 mag), einmal auch die Venus und später sogar Saturn bereits am Taghimmel beobachtet und mir IR-Passfiltern auch videografiert. Beim Merkur war das die einzige Chance, wirklich hochauflösend zu arbeiten. Abends war es grundsätzlich zu unruhig, und bei dem tiefen Stand schlug erbarmungslos die Refraktion zu.
CS
Rudolf
 
Hallo,

Du findest die Objekte zB, indem du deine Montierung zuerst eichst, also in eine definierte Position bringst. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Sonne als Eichobjekt bietet sich natürlich an. Vorsicht vor der Sonne!

Wenn die Montierung geeicht ist kannst du zB über die Teilkreise der Montierung die Differenz zum Objekt verfahren, oder per Goto einstellen lassen, wenn Montierung/Steuerung das können.

Zur Beobachtung ist ein RotFilter oftmals hilfreich, der den Kontrast zwischen dem blauen Himmel und dem weniger blauen Objekt erhöht. Tuch überm Kopf ist auch gut, um Streulicht fernzuhalten. Bino-Ansatz ist sehr angenehm.

Beobachtung am Taghimmel hat Vor- und Nachteile, ist aber auf jeden Fall interessant. Die meisten Objekte sieht man nachts oder in der Dämmerung natürlich leichter, weil kontrastreicher. Einige Beobachtungen gehen aber nur bei Tag.

Grüße, Martin
 
Venus noch 2° von der Sonne

Hallo,

Ich konnte heute Mittag bei leidlich blauem Himmel noch die Venus neben der Sonne aufsuchen. Sie steht nur noch etwas mehr als 2° vom Sonnenrand entfernt.

Das Sonnenlicht kommt jetzt schon recht weit in den Tubus meines 150/1200 Fraunhofers, aber noch kommt es nicht hinten raus, sondern verliert sich an den Blenden und im OAZ.

Ich nutze einen großen roten Objektivfilter vor der Optik um den Kontrast zu erhöhen und weiter hinten noch ein Wärmeschutzglas. Da bleibt der Fokus recht kühl, was ja nicht schadet.

Dennoch schon ziemlich grenzwertig.

Merkur liess sich absolut nicht erkennen, auch mit dem 10Zoll Refraktor der VSW nicht. Extrem dünne Sichel, sehr lichtschwach, da reicht der Kontrast halt nicht mehr.

Grüße, Martin
 
Re: Venusbild vom 31.5.2008, 2° Sonnenabstand

Hier sind meine letzten Gedanken vor dem morgigen Venusdurchgang hinter der Sonne - und ein Link zu einem Bild von heute, 25' neben dem Sonnenrand.

Daniel
 
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