Durch die Karpaten...

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

DieterBrümmer

Aktives Mitglied
Beobachtungsbericht

Beobachtungsort: GMV Meppen
Beobachtungszeit: 28./29.05.2004, 23:45 - 00:10 Uhr MESZ
Beobachtungsgerät: 70/700 Skylux Lidlscope Refraktor "Melusine"
Okulare: K 20mm (35fach), K 4mm (175fach)
Sonstiges Zubehör: Kosmos "Der Mondführer"
Wetter: in Zenitnähe klar, zum Horizont hin dunstiger, um den Mond war ein regelrechter Dunstschein, dazu leichter Wind
Temperatur: Anfang: +11,9° C Ende: +11,6° C
Objekt: Mond
Themengebiet: Die Karpaten

Bericht:
Der gestrige Tag war sehr stressig, den ganzen Tag war ich mit dem Auto unterwegs und kam erst zum Abend wieder nach Hause. Dann hatte ich ein kleines Nickerchen gemacht und bin so gegen 23:30 Uhr MESZ wach geworden. Der Mond war noch gut zu sehen und ich dachte mir, ich könnte ja mal einen Abstecher zum Mond wagen. Die Region heute, die Karpaten, befindet sich südlich des Mare Imbrium und ich ging wieder mit 175facher Vergrösserung an´s Werk. Der Krater, der mir sofort in´s Auge fiel, war Copernicus. Ein beeindruckender Krater, das muss ich schon sagen. Die Innenhügel konnte ich deutlich erkennen, die Kraterwände zeigen sich zerklüftet oder besser gesagt, ineinander verschlungen oder verwindet, so, als wenn man einen Blätterteig aufschneidet und ihn bei der durchgeschnittenen Seite betrachtet. Rings um den Krater sind jede Menge Auswürfe zu sehen, dazu gehen helle Spuren sternartig um den Krater, wobei ein Grossteil davon sogar in´s Mare Imbrium ragt. Der Krater befindet sich am östlichen Bereich in südlicher Richtung der Karpaten. Die Karpaten sind ein schönes Gebirge, allerdings konnte ich nur den Ostbereich sehen, der Westteil lag noch im unbeleuchteten Bereich, wobei erste Bergspitzen schon herausragten, weil sie schon angestrahlt wurden. Oberhalb von Copernicus ist ein kleinerer Krater namens Gay-Lussac zu sehen, der sehr flach aussieht. An diesem Krater klebt unter ihm noch ein weiterer Krater, der aber keine Bezeichnung trägt. Gay-Lussac ist schon im Ostteil der Karpaten eingebettet. Von Gay-Lussac soll eine Rille südwestlich zu einer kleinen Bergskette der Karpaten führen. Diese Gay-Lussac-Rille konnte ich aber nich entdecken, obwohl ich sehr lange am Okular mit der Suche beschäftigt war, aber trotz des Durchmessers von 26 km war sie nicht zu erkennen. Allenfalls der Knick über einen Hügel, worüber die Rille führt, konnte ich erkennen. Nördlich der Karpaten im Mare Imbrium ist ein sehr winziges Kraterpärchen namens Draper zu sehen. Diese beiden waren so eben sichtbar für mich, aber ich konnte sie getrennt sehen. Hmm, diese Krater sah ich, die Rille nicht. Nun ja, Krater sind einfacher zu sehen als Rillen auf dem Mond. Und wenn das Seeing nicht so gut ist, dann wird es noch schwerer, überhaupt sowas wie Rillen zu sehen. Copernicus grenzt auch an dem Inselmeer nordöstlich davon. Südlich von Copernicus, aber noch in seiner Nähe, konnte ich einen sehr merkwürdigen, ebenfalls sehr winzigen Krater namens Fauth sehen. Dieser Krater sieht für mich aus, als wenn ich ein Blatt Papier gelocht habe und an dieses Loch zur Hälfte nochmal angesetzt habe und nochmal gelocht habe, also so ein Doppelloch. Ganz eigenartig. Danach beendete ich die gestrige Mondbeobachtung.

Fazit:
Heute zeigte das Seeing Tücken, immer wieder ein wabberndes Bild, da war es einfach unmöglich, diese Rille zu erkennen. Rillen sind neben Gräben die schwierigsten Objekte mit dem Lidlscope, wie ich mittlerweile erkannt habe. Dagegen kann man, was Krater und Berge angeht, diese wiederum sehr gut sehen. Liegt wohl an der Markantheit dieser Objekte. Um Rillen erkennen zu können oder besser gesagt, ansatzweise sichtbar zu machen, braucht man ein fast perfektes Seeing. Das war gestern Nacht nicht so. Nun ja, mal schauen, welche Region heute dran ist.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben