Dynamisches Jupiter-System

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Martin_Wylicil

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Hallo Sternenfreunde,

heute nacht war eine schöne Mondpassage am Jupiter zu beobachten. Bei leicht diesigem Wetter stand Jupiter zur bequemen Beobachtung gegen 20:00 Uhr hoch, und Europa schickte sich gerade an, vor Jupiter vorbeizuziehen; das ging recht flott!

Nachdem Europa sich gerade vor die Jupiterscheibe geschoben hatte und sozusagen noch randständig war, konnte ich den Jupitermond als leuchtenden Punkt noch von der Jupiteroberfläche gut unterscheiden, doch dann verlor sich der Kontrast. Im weiteren Verlauf ließ sich dafür aber dann aber der Mondschatten verfolgen!

Gegen 23:30 Uhr erschien dann auch randständig der GRF, und schließlich wurde die lange frierende Beobachtung noch belohnt mit dem Anblick des gerade wieder austretenden Europa, bei noch sichtbarem Mondschatten auf Jupiter und dem GRF.

Toll, diese Dynamik und das Wechselspiel zu verfolgen zwischen Juptierrotation, Mondpassage und Schattenlauf - einfach nur zuschauen und genießen! Den letzten Anblick habe ich noch mit Bleistift festgehalten.

Ich wünsche allen genauso viel Freude und CS,

Martin
 
Hallo Martin,

schöne Beobachtung von Dir !
Würde mich mal interessieren mit welchem Equipment Du beobachtet hast.
Danke für eine kurze Rückinfo !
Schönen Tag noch.

 
Hallo Erwin,

ich habe mit einem 12-Zoll-Newton beobachtet auf Dobson-Montierung. Über Stunden habe ich immer gewechselt zwischen Binokular und monokularem Betrachten. Genauso habe ich ständig die verschiedenen Vergrößerungen durchprobiert, wie immer musste ich den Kompromiss finden zwischen scharfer Abbildung einerseits bei kleinerer Vergrößerung und größerer Abbildung, aber unschärfer.

Um es vorweg zu nehmen: Das ideale Ergebnis habe ich mit monokularem Sehen erzielt, und zwar mit einem William Optics UWAN 7 mm 82 Grad (Vergrößerung 214-fach) und einem Tele Vue Radian 8 mm 60 Grad (Vergrößerung 187-fach). Nur hier konnte ich letztendlich sekundenweise die Details sehen, das Bild war dazwischen immer wieder unruhig.

Auch der Einsatz verschiedener Farbfilter hat keinerlei Detailgewinn gebracht. Das binokulare Sehen hat mir zwar zwischendurch entspannteres Sehen ermöglicht (Baader Hyperion 13 mm plus 2 x Barlow-Lens), so dass ich zB den Mondschatten sah, aber nicht den GRF.

Ich beobachte nicht oft (2 - 5 mal im Jahr), aber die Erfahrung hat sich nun oft bestätigt: Weniger ist mehr, in dem Sinne: Weniger Vergrößerung, schärfere Abbildung. Der Schritt gestern Nacht vom 7-mm- auf ein 5-mm Planetenokular (Skywatcher LET, 50 Grad) wurde wieder mit Unschärfe "belohnt"; allerdings weiß ich nicht, ob ZB ein "teureres, besseres" Okular in diesem Bereich mehr leistet.

Ach so, noch zur Info: Ich benutze auf meinem smartphone verschiedene Apps, u.a. eine, die in Echtzeit den Stand der Jupitermonde anzeigt un die Jupiter-Rotation mit GRF. Diese App ist sehr hilfreich!

Gruß und CS,

Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Vielen Dank für den schönen Bericht!

Da kann ich nur einstimmen: die Bewegungen im Jupitersystem gehören auch für mich zu den schönsten Beobachtungen überhaupt!

Gruß, Michael
 
Hallo Martin,

ein sehr schöner Bericht über die derzeit hochinteressanten Beobachtungsmöglichkeiten an Jupiter.
Es gibt sehr nachvollziehbare und zahlreiche Gründe, dann man die besten Beobachtungn bei der Möglichkeit, einen Binoansatz einzusetzen, monokular hat.
Es geht mir auch nicht um Kritik oder das Pushen des Binoansatzes (Du hast ja einen), ich empfehle Dir lediglich, das nächste Mal nochmal etwas auszuprobieren.

Wenn die 214fache Vergrößerung mit dem 7er UWAN schon grenzwertig war, dann ist der Einsatz des Binoansatzes mit 13 mm + 2fach Barlow mindestens genau so grenzwertig.
Wenn die Barlow vor dem Ansatz saß und den Lichtweg gar nicht brauchte (eine Düring-Barlow braucht 110-120 mm Weg um den Nennfaktor zu erreichen), hast Du sogar deutlich höheren Faktor und bist ganz erheblich über den seeinggegebenen Möglichkeiten.
Dazu kommt dann noch der visusbedingte Faktor + 1,4, wenn man bei gleicher Brennweite/Vergrößerung von monokularer auf Binokulare Beobachtung wechselt.
Dem Seeing kann man mit dem Binoansatz gegebenenfalls ein Schnippchen schlagen, wenn man mit dem Binoansatz die Nennvergrößerung bei der das Seeing sichtbar verschlechternd zuschlägt um den Faktor 1,4 unterschreitet, also mit geringerer Vergrößerung bei scheinbar gleicher Planetengröße beobachtet.

Näheres
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Gruß
*entfernt*
 
Hallo Martin,

ja, du hast recht. Das war gestern sehr schön zu sehen. Allerdings habe ich nicht ausgeharrt bis der GRF erschien, da bei uns das Seeing nach 23:25 Uhr signifikant schlechter wurde.
Davor konnte ich Europa auch noch in der Mitte der Scheibe relativ deutlich von der Umgebung unterscheiden.

Das Seeing war zwischen 22:50 und 23:20 Uhr recht gut. Beobachtet habe ich dabei mit Bino bei ca. 320x.

Viele Grüße
Werner
 
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