EBV zu Jupiter Ausarbeitung. | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

EBV zu Jupiter Ausarbeitung.

Oreoluna

Mitglied
Hallo Zusammen.
Ich bin nicht sehr versiert, was die EBV betrifft, schon mal vorweg genommen! Die erreichten Resultate mit diesem Weg zeigen trotzdem, dass ich da gar nicht verkehrt liege.

Verwendetes Equipment: 6" f8 Apo, 2x TV Powermate, Pierro ASTRO ADC MKII, ASI290mc + TS IR-Blockfilter.
Aufnahmesoftware: Firecapture
Stakprogramm: Autostakkert3
Angewendete Software bei der EBV: ImPPG, Fitzwork, CS PS5 + Topaz Sharpen AI Tool

Verarbeitet wurde ein 10`000Frames AVI aus dem 2`000 Stak gewonnen wurde für das Summenbild.

Summenbild: Jupiter Europatransit. Der Mond ist auf dem Summenbild, im NEB etwas rechts gegenüber dem GRF gelegen, gut sichtbar.
Aufnahmedatum 04.09.2020 um 21.29h MESZ, Planethöhe 19° 21`, Pickerings Seeing Scale 6 - 7 (8), Durchsicht 4/5. Also sehr gute Bedingungen!
01.png


Erzeugtes SW Bild im ImPPG.
02.png


Farbbild und SW zusammengefügt im Fitzwork
03.png


Weissabgleich im Fitzwork, siehe Markierung.
04.png


Farb-Sättigung im Fitzwork etwas angehoben.
05.png


Farbenzusammenrücken im Fitzwork. So korrigierte ich noch den Farb-Restfehler an den Rändern links und rechts.
06.png


Anschliessend übernahm Photoshop die Schärfung mit dem Topaz Tool.
07.png


Das war grob die Vorgehensweise bei diesem Beispiel.

CS Jozef
 
Zuletzt bearbeitet:

komposer

Mitglied
Hallo Jozef,

danke für die genauen Infos. Das Topaz Tool bringt hier ja eine Menge, wäre aber vielleicht auch mit fitswork möglich, oder ?
Dein Summenbild ist meilenweit besser als mein letztes, und da waren die Bedingungen schon etwas besser, wirklich unglaublich.

Gruß,
Holger
 

Oreoluna

Mitglied
Hallo Jozef,

danke für die genauen Infos. Das Topaz Tool bringt hier ja eine Menge, wäre aber vielleicht auch mit fitswork möglich, oder ?
Dein Summenbild ist meilenweit besser als mein letztes, und da waren die Bedingungen schon etwas besser, wirklich unglaublich.

Gruß,
Holger
Also mit dem Fitzwork geht das nur beding gut. Es tendiert, wie andre Schärfung Tool zu Fragmentieren. Topaz scheint da zum interpolieren, was sehr angenehmen Eindruck hinterlässt, ohne das die Pixel dabei aufgeblasen werden. Ich wende das Topaz schon länger bei der Sonne an, und es überzeugt jedes Mal.
Ein Trost an Dich zu dem Ausgansmaterial: mit dem C11 erreiche ich so ein Summenbild auch nicht.... :(
CS Jozef
 

Christian_P

Mitglied
Hallo Josef

interessant sich mal wieder mit EBV zu beschäftigen. Danke für die Tipps zu den Tools. Besonders ImPPG scheint interessant zu sein.

Ich verwende gerne folgende Software:

Giotto
Zum Schärfen mit Mexican-Hat-Filter

Registax
Zum Schärfen mit (linked) Wavelets

Paint.NET
Zur Nachbearbeitung, Aufhübschung :)



Grüße
 

joetaiga

Mitglied
Hallo Jozef,

super, dass du solche Infos teilst.

D.h. dass du zuerst in ImPPG mit Deconvolution konservativ vorschärfst und dann ganz am Ende des Post-Processing-Workflows das praktisch fertige Bild durch Sharpen AI jagst, was nochmal diesen massiven Qualitätsboost bewirkt?

Danke und Grüße,
Joachim
 

Oreoluna

Mitglied
Hallo Joachim.
Anbei ein Screen des ImPPG zu den verwendeten Einstellungen. Das SW ist "nochmals zu erwähnen", das umgewandelte Frabsummenbild. Früher hatte ich parallel eine ASI290mm verwendet, was sich nun erledigt hat. So entsteht lediglich eine Aufnahme.
ABER... jetzt wo ich das hier schreibe, kommt mir eine Idee für den Mars in Sinn. Ich könnte da zukünftig die SW Cam mit dem IR-Filter bestücken und danach die RGB mit der IR Aufnahme kombinieren! So sollten beim Mars noch mehr Details rauskommen....... Das ich das nicht schon früher in Betracht zog liegt daran, dass ich den IR überhaupt nicht mag, also am Jupiter, denn da kommt der GRF immer nur als blinder Flack zustande.

ImPPG.png


das praktisch fertige Bild durch Sharpen AI jagst, was nochmal diesen massiven Qualitätsboost bewirkt?
Ja.
CS Jozef
 
Zuletzt bearbeitet:

joetaiga

Mitglied
Hallo Jozef,

ich habe mir heute mal das Tool heruntergeladen und am Mars deinen Workflow mit deinen Parametern ausprobiert. Das ist durchaus interessant. Es macht weniger Ringartefakte. Das Nachschärfen in Sharpen AI brachte dann doch wieder starke Ringartefakte zum Vorschein, die ich aber in Gimp einfach mit der Aufnahme ohne Sharpen AI überblendet habe.

Mars1_decon4.jpg

Ok, 4,9" Öffnung sind halt nur 4,9". Aber ansonsten wirkt die Bearbeitung sehr homogen und angenehm. Die Bedingungen waren eher mäßig und ich habe ca. 2-3h vorm Durchgang aufgenommen. Mal sehen was da noch geht, wenn mal gutes Seeing ist. Ich kann sicher auch noch etwas an den Parametern spielen, da ich sehr wahrscheinlich ein anderes Sampling habe.

Jetzt muss ich mal probieren, ob Denoise AI ähnlich gute Ergebnisse hinkriegt. Eine neue Lizenz extra für Sharpen AI ist mir zu teuer, wenn ich schon Denoise habe.

Danke nochmal!

CS Joachim
 

joetaiga

Mitglied
Hallo Jozef,

ich habe mir das Thema nochmal vorgenommen und zwei Bilder komplett getrennt bearbeitet. Eins mit deinem und eins mit meinem Workflow.

Grundlage für beide Bilder ist das Stacken der einzelnen Kanäle in Autostakkert und danach zusammenfügen in Fitswork.

Mein Workflow sieht so aus:
  • Ich mache zwei Versionen, eine schwach und eine stark geschärfte. Geschärft wird mit iterativem Gaußschärfen in Fitswork.
  • Dann überlage ich die schwach geschärfte selektiv mit der schärferen Version, sodass die Ringartefakte aus der schärferen Version verschwinden
Bei deinem Workflow bin ich so vorgegangen:
  • Das Rohbild wird in ImPPG schwach geschärft ähnlich wie bei dir
  • Das SW Bild lade ich in Denoise AI und schärfe dort nach (Sharpen AI habe ich nicht und meine Probelizenz ist leider abgelaufen)
  • Dann lade ich das Rohbild und das schwach geschärfte SW Bild nach Gimp und trenne dort die Luminanz vom Robbild und überlage wieder selektiv das Denoise AI Bild, damit die Ringartefakte verschwinden.
  • Dann füge ich die Luminanz wieder ins Robbild ein
Das ist dabei herausgekommen:
1602849553925.png

Links mein Workflow mit Gimp und Fitswork
Rechts dein Workflow mit ImPPG, Denoise AI und Gimp

Beides hat Vor- und Nachteile. Mein Workflow liefert feinere Kontraste auf der Südhalbkugel (Denoise AI kann mit feinen Kontrastunterschieden nicht so gut umgehen), deiner die schärferen Strukturen am Äquator. Daher habe ich für das Bild in der Mitte die Vorteile aus beiden Workflows kombiniert.

Danke nochmal dafür, dass du das hier gezeigt hast.

CS Joachim
 

joetaiga

Mitglied
Jetzt habe ich mal etwas anderes probiert. Nur etwas vorgeschärft in Registax und danach in Denoise AI geschärft. Das ist schon klasse. Dein Workflow und auch meiner von oben haben an dem Stack nur Mist geliefert.
Mars9_2c_crop.jpg

Natürlich habe ich das nun auch an dem Stack von oben probiert. Nix bei rausgekommen. Das ist überraschend, da dieser Stack hier nicht grad der beste der Nacht war. Aber er lässt sich extrem gut schärfen.

Ganz so einfach ist es wohl doch nicht. Aber das Grundprinzip, Vorschärfen und dann in eins der AI Tools, ist wohl schon der richtige Weg. Aber wie ich den AI Tools die optimalen Ergebnisse entlocke, habe ich noch nicht verstanden.

Aber schon erstaunlich, was sich so einer kleinen Optik entlocken lässt. Schade, dass kaum noch jemand mit kleinen Optiken Mond und Planetenaufnahmen zu machen scheint bzw. zumindest niemand was postet.

CS Joachim
 

Oreoluna

Mitglied
Hallo Joachim.
Ich habe mir das Registax etwas zu nutze gemacht...... da Du damit einen weiteren Weg eingeschlagen hast. Hab Dank für diesen Input. Ich hatte dieses Program nie wirklich gemocht, und nun holt es noch das heraus, was ich mit den anderen Anwendungen nicht hinbekam... So lernt man dazu. Dazu nahm ich die bereits fertigen Bilder, die mich von der Klarheit nicht befriedigten.... nun sieht es besser aus.

Vorher:
Vorher.png


Nachher:
Nachher.png


Vorher:
Vorher  .png


Nachher:
Nachher  .png


CS Jozef
 

lacrimosa

Mitglied
Hallo,
auch wenn ich solche Ergebnisse wohl nie hinbekommen werde: Dieses Topaz Sharpen AI Tool würde ich mir ja gerne kaufen, zur Not auch per Vorkasse. Anscheinend ist das nur per Kreditkarte möglich. :(

Gruß
Ronald
 

joetaiga

Mitglied
Hallo Roland,

es gibt Sharpen AI und Denoise AI. Beide können schärfen, wobei ersteres aufs Schärfen spezialisiert ist. Ich denke, das ist der Grund weshalb Jozef konstantere Ergebnisse damit produziert.

Beide haben eine Probelizenz für 30 Tage.

CS Joachim
 

joetaiga

Mitglied
Hallo Jozef,

das legt nochmal eine Schippe drauf. Es sind zwar nicht mehr Details zu sehen, aber das Bild wirkt klarer.

Ich vermute, dass die Schärfungsfunktion von Denoise AI nicht so gut mit den schwachen Planetenkontrasten umgehen kann wie Sharpen AI. Das würde erklären, weshalb ich keinen reproduzierbaren Workflow hinbekomme.

CS Joachim
 

Oreoluna

Mitglied
das legt nochmal eine Schippe drauf. Es sind zwar nicht mehr Details zu sehen, aber das Bild wirkt klarer.
Hallo Joachim.
Das war auch nicht zu erwarten, dass mehr Detail sichtbar werden. 6zoll haben eben ihre Grenzen, und was auf dem Bild nicht vorhanden ist, kann auch mit keinem Programm zu gezaubert werden. Mich freute dieser weitere Schritt bez. der deutlichen Zunahme der Klarheit. Am meisten profitierte der Saturn..... enorm sogar!
CS Jozef
 
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