Hallo Manfred,
erstmal muss ich sagen, dass ich nicht viel Ahnung von Astroiden-Beobachtung habe, was nicht heißt, dass ich nicht schon den Einen oder Anderen fotografiert hätte.
Ich finde es etwas schwierig den Asteroiden in Deinem ersten Bild zu identifizieren, da die Sternabbildung leider nicht so optimal ist. Die Sterne bilden Strichspuren von links unten nach rechts oben, was ja an der stehenden Kamera liegt und ok ist. Am gekennzeichneten Objekt meine ich eine angelagerte kurze Strichspur von rechts unten nach links oben zu erkennen, somit wäre der Asteroid nachgewiesen, herzlichen Glückwunsch dazu.
Es ist immer wieder erstaunlich was man mit einer stehenden Kamera alles machen kann, was Du ja auch hier schön demonstrierst. Trotzdem wundert mich die verbesserungsfähige Sternabbildung ein wenig. Kann es sein, dass Du ohne Kabel- / Fern-Auslöser fotografierst? Es sieht so aus, als ob die Kamera während der Aufnahme gewackelt hätte. Wenn das so wäre, dann würde ich Dir dringend zum Kauf eines einfachen Kabelauslösers raten, oder Du benutzt den Selbstauslöser der Kamera, was ich persönlich aber etwas nervig finde. Einfache Kabelauslöser findet man für wenig Geld z. B. in der Bucht, wobei man da auf die zur Kamera passende Version achten muss. Mit etwas Geschick lässt sich sowas auch selber basteln (Stecker => Kabel => Taster in Kästchen). Sowas habe ich immer für meine EOS450D in Reserve dabei, für den Fall, dass beim automatischen Auslöser die Batterien mal leer werden.
Du schreibst, dass Du 8 Aufnahmen mit 1 Dark und 1 Flat verrechnet hast. Beim Stacken von 8 Rohbildern kann man das thermische Rauschen auf etwa 1/3 reduzieren. Subtrahierst Du nun immer das gleiche Dark, dann erhält Dein Resultat wieder etwa das Rauschen entsprechend nur eines Rohbildes. Das bedeutet, dass Du Dir das Dark in Bezug auf das Rauschen eigentlich hättest sparen können. Ohne Dark wäre ein 8er Stack sogar vom Rauschen her besser.
Verbessern kannst Du das, indem Du genau so viele Darks aufnimmst wie Rohbilder, also 8 Darks in diesem Falle. Bei einer so geringen Anzahl ist das ja auch nicht viel Mehraufwand.
Aus meiner Sicht kann man übrigens bei solchen Asteroiden-Aufnahmen auf Flats verzichten. Das Objekt wird sowieso möglichst in Bildmitte positioniert und dann stört die Vignettierung nicht. Außerdem fällt diese und evtl. Staub-Artefakte beim intensiven Stretchen sowieso unter den Tisch.
Etwas Anderes ist es, will man den Asteroiden in einem weiter ausgedehnten Objekt aufnehmen, bei welchem man auch die Intensitäten in der Fläche abbilden möchte (Nebel, Galaxien, ...).
Weiter so, viel Erfolg und vielleicht probierst Du ja meine Anregungen mal aus.
Viele Grüße & CS,
Reinhard