Eigenbau eines Kometenfinders ?

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charliewhiskey

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Hallo Freunde

Nachdem ich schon seit Monaten Eure Beiträge verfolge, wird der Wunsch nach einem eigenen Teleskop immer größer.
Durch das "biete"-Bord hab ich schon einige Teile angeschafft, um mir ein einfaches Teleskop zusammenzubauen.

Jetzt zur eigentlichen Frage:
Macht es Sinn, mit einer Optik aus einer Plandruckmaschine und einem kürzlich erstandenen neuen OAZ einen Kometenfinder zu bauen?
Die Optik hat 160mm Linsendurchmesser mit einer Brennweite von ca 500mm, eine verstellbare Blende und eine Zoomfunktion.
Ich kann mich erinnern, daß in diesem Plankopierer die Optik als eine von Rodenstock gekennzeichnet war. (kann mich irren).
Das Ding hat so an die 7kg und ich habs jahrelang sorgfältig aufgehoben.
Die mechanischen Anpassungen machen für mich kein Problem, geeignete Drehmaschine und Fräsmaschine usw sind vorhanden.

Freue mich auf Tips

lg charliewhiskey
 
Moin!

Vielleicht solltest Du erstmal mit einem Versuchsaufbau ausprobieren, ob diese Optik überhaupt visuell am Nachthimmel geeignet ist?! :gutefrage: Dabei habe ich bei einer derart kurzbrennweitigen Kopierer-Optik so leichte Zweifel.
 
Hi,
das fiel mir auch als erstes ein - ist das Objektiv überhaupt in der Lage, Objekte aus dem Unendlichen sauber in einer Fokalebene abzubilden?

Eine Holzlatte als "optische Bank" sollte da schnell Aufschluß bringen - Objektiv vorne drauf schnallen, Okular hinten auf der optischen Ache ausrichten und an den Himmel damit...
 
Super von Euch, sich gleich mit meinem Thema zu befassen.

Ich denke, ich werde mit 2-3 Pertinax Zuschnitten, in die die Optiken reinpassen und auf 4 Stangen verschiebbar sind, einen Versuch starten.
Ein mitglied aus dem Bieter-Forum meint, ich werde mit f 3,1 am Himmel sowieso nicht viel Freude haben.
Aber das verstehe ich noch nicht.
lg Gert
 
Hi!

ich werde mit f 3,1 am Himmel sowieso nicht viel Freude haben.

Möglich, dass er sich damit auf den Farbfehler bezieht. Aber dazu müsste man vllt. genaueres über die Optik wissen. Ist das eine Einzellinse (da du von einer Zoom-Funktion sprichst, dürfte das wohl nicht zutreffen)?

Einfach mal versuchsweise aufbauen und am Sternhimmel testen ist wohl das sinnvollste.


Grüße

David
 
Hallo Gert,

Zitat von charliewhiskey:
Ein mitglied aus dem Bieter-Forum meint, ich werde mit f 3,1 am Himmel sowieso nicht viel Freude haben.
Aber das verstehe ich noch nicht.

Da gehts um die Refraktion und dabei um die Aufspaltung des Lichts in seine Wellenlängen, wie Du das sicher vom Prisma her kennst. Die Linse bricht das Licht ja zu einem Brennpunkt hin. Je kürzer dabei die Brennweite oder präziser gesagt, je höher das Öffnungsverhältnis, desto steiler wird ja auch der Brechungswinkel. Dabei steigt aber auch die Auffächerung der Wellenlängen des Lichtes. Diese Auffächerung muss dann bei einem astronomischen Fernrohr mit allerlei kostspieligem Aufwand wieder unterdrückt werden.


Link zur Grafik: http://nimax-img.de/images/farbfehler.jpg

Rein praktisch heisst das, Du wirst ordentlich Farbsäume haben und keine definierte Schärfe einstellen können.

Nichts desto trotz kannst und solltest Du Dein Experiment natürlich durchführen. So lernst Du allerhand über genau diese Effekte.

 
Hallo!

Da du in dem Linsensystem aber auch eine Blende drin hast, kannst du (wenn dieser Farbfehler stört) den einfach durch abblenden verringern.

Also Blende schließen => Farbfehler verringern. :)

Auf diese Weise kannst du dann dynamisch das Teleskop in der Lichtstärke einstellen ;)


Viele Grüße

David
 
Voll verständlich, z.B.:
Öffnungsverhältnis 1:2 hohes f, steiler Winkel (unscharf)
Öffnungsverhältnis 1:8 niedriges f, flacher Winkel,(schärfer)

Ihr gestaltet da grad einen Fernkurs mit mir.

Werde nun diese Anordnung am Wochenende bauen und mit verschiedenen Linsen experimentieren, um mehr Verständnis für Optik zu erlangen.
Danke an Euch, ich werde über Ergebnisse berichten, die Ihr schon lange hinter euch habts.

lg Gert
 
Hallo,

das klingt wirklich interessant. Wenn man das mit System macht, kann es ein anschauliches Lehrbeispiel werden.

CS und VG Christian
 
Ich möchte mal meinen Senf dazugeben.

An Fernrohroptiken stellt man ganz normal die Forderung, dass sie beugungsbegrenzt abbilden, bei Linsensystemen wenigstens im monochromatischen. Das ist für alle anderen Linsen keinesfalls selbstverständlich. Selbst gute Foto-Objektive sind weit von der Beugungsgrenze entfernt - ein Zugeständnis an die Lichtstärke.

Generelles Fazit: Irgendwelche Basteloptiken ergeben keine sinnvollen Teleskope.

Aaaaber: Wenn man eine Spezialanwendung im Sinn hat, könnte es doch etwas werden. Nun kann man einen Kometensucher zu allem möglichen verwenden. Wenn du wirklich nur Kometen damit sehen willst, dann kann es sein, dass du ein brauchbares Teleskop zusammenbringst. (Ich würde mich dann über deine Beobachtungsergebnisse freuen, die Fachgruppe Kometen sammelt so was.)

Nämlich: Kometen sind meist diffus und unscharf begrenzt. Hohe Schärfe braucht man nicht, wenn man das ästhetische Manko verkraftet, dass die Sterne nicht sauber punktförmig sind. Auch der Farbfehler ist bei schwachen Nebelobjekten nicht wahrnehmbar, da sieht man ohnehin keine Farben. Der Komet selbst könnte also brauchbar abgebildet werden.

Beachten solltes du folgendes:
- Ein so kurzbrennweitiges Instrument lässt sich sehr schlecht fokussieren. Das Ganze wird schlimmer dadurch, das die Sterne keine Punkte, sondern Scheiben mit wechselnden Farben sind. Und Hin- und Herfokussieren muss man bei Kometen oft, zumindest um die Helligkeit zu bestimmen, mit Vergleichsstern.
- Ich habe festgestellt, dass die für mich beste Austrittspupille an Kometen zwischen 4 mm (Alpenhimmel) und 3,3 mm (normaler Landhimmel) liegt. Diese Erfahrung teilt auch Winnie. Wenn das für dich auch gilt, dann hat das normale Beobachtungsokular weniger als 10 mm Brennweite. Die einfach aufgebauten, damit transparenten und streulichtarmen Plössl-Typen kommen dann nur noch für Hardcoreastronomen in Frage, wie bereit sind, in das Okular hineinzukriechen. Alles Kompliziertere kostet Helligkeit und Kontrast. Aber darauf wird es hinauslaufen.

Du solltest auch bedenken, was die sinnvolle Alternative ist: Der 15-cm-Refraktor von Wolfi. Für etwas über 500 Euro erhältst du einen richtigen Tubus, innen ordentlich schwarz, mit einem funktionierenden Blendensystem, Taukappe, Rohrschellen und einem sagen wir mal für den Anfang verwendbaren Okularauszug. Gegen diesen - gemessen an der Größe - günstigen Preis kommt man mit einem Selbstbau nur an, wenn einem das Basteln viel Freude bereitet.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke Uwe
für diesen für mich aufschlussreichen Beitrag.
Du läßt mich zweifeln, ob ich die geplante Bastelei weiterspinnen soll. Jetzt habe ich aber bereits die Halterungen aus Pertinax anzufertigen begonnen und deswegen extra die Drehmaschine mit großer Planscheibe umgerüstet.
Daher werde ichs doch versuchen, denke ich.
Und halt dann berichten.

Die vorgeschlagene Alternative stimmt natürlich, außerdem besitze ich mittlerweile einen 10" Dobson und einen Newton 130/1000 mit allerlei Okularen.

lg Gert
 
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