Hallo Claus,
ich denke auch daß der Bau eines solchen Cassegrains nicht viel schwieriger umzusetzen ist als der Bau eines "normalen" Newtons. Ideal wäre es natürlich wenn dem Optikset eine Übersichtszeichnung beiläge, dann müßte man relevante Maße nicht selber ermitteln, was die Sache deutlich vereinfachen würde.
Der eigentliche Bau ist meiner Meinung nach überschaubar. Je nach Handwerklichen Fähigkeiten/Möglichkeiten würde ich nicht auf extrem präzise Fertigung setzen sondern auf genügende Justiermöglichkeiten-die allerdings justierstabil sein sollten. Wenn dann keine allzugroßen Ungenauigkeiten beim Bau auftreten müssen die Optikkomponenten "nur" noch zueinander justiert werden was auch bei übertrieben genauem Bau nicht vermeidbar ist. Das soll jetzt nicht den Eindruck erwecken daß man das Gerät schief und krumm zusammenschustert und es einfach hindreht, aber schon sehr kleine Abstriche bei der Präzision von Einzelteilen an zulässigen Stellen lassen viele Detaillösungen deutlich einfacher werden.
Die Tuben von Gerd Neumann geben schonmal die Möglichkeit einen Tubus mit rechtwinkligen Enden zu haben, außerdem ist das Material leicht zu bearbeiten (lackieren/bohren/sägen), hat ein gutes Gewichts-Festigkeitsverhältnis und reagiert mit recht kleiner Ausdehnung bei Temperaturänderungen.
Die Spiegelzelle halte ich auch nicht für viel komplizierter als die eines Newtons. Einzige Herausforderung ist die präzise Shiftingfreie Führung, da ist aber bei den Originalgeräten schon eine einfach nachzubauende Möglichkeit verwirklicht, die sich mit überschaubarem Aufwand nachbauen läßt.
Die Befestigung der Meniskuslinse ist dann schon die Letzte Hürde, aber im Prinzip nicht komplizierter als eine Justierbare Objektivfassung, nur etwas größer was die Herstellung aber eher vereinfacht, da für z.B. Justierschräubchen mehr Platz zur Verfügung steht.
Eine Belüftung ist wohl das kleinste Problem, aufgrund des geschlossenen Systems sollte eine Filtermatte oder ähnliches am Lufteintritt vorgesehen werden damit sich nicht jeder Fusel im Teleskop einnistet.
Eine Quelle für Teile die angefertigt werden müssen wäre diese Firma:
astronomisches Zubehör
feinmechanische CNC-Werkstatt
http://www.greatstar.de
info@greatstar.de
und einige Preise...
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showflat/Main/79577/Number/517985#Post517985
Macht auf mich einen guten Eindruck was Möglichkeiten und Preise angeht...
Viele größere Schreinereien verfügen heute über CNC Fräsmaschinen mit denen sich z.B. Rohrschellen oder Abschlussdeckel für einen Tubus aus Multiplex fräsen lassen, ist recht günstig und sieht gut aus. wenn man den Leuten etwas Zeit zugesteht geht vieles für Kaffekassenpreise... :/
Wenn man die Preise der fertigen Geräte mit den Preisen für die Optiksets vergleicht kann man schon schwach werden, ich denke daß sich der Aufwand lohnt, mit etwas Planung im Vorfeld ein sicher realisierbares Unterfangen ohne mittendrin die Krise zu kriegen weil es ncht weitergeht. Die Qualität der Optischen Komponenten soll ja sehr gut sein...entsprechend durchdacht mit Tubusverblendung und Belüftung könnte so ein unkritisches High-End-Gerät im Bastelkeller entstehen.Tipps und Hife wirst Du hier denke ich genug bekommen können, gibt hier mehr ATMler als man denkt und immer gesagt wird... :super:
Viel Erfolg und halte uns auf dem Laufenden...
Grüße Felix