Ein finnischer Sonnensegler

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blue_scape

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Hallo,

nach NASA und Planetary Society, die bereits zwei missglückte Startversuche ihres Projekts Cosmos 1 hinter sich hat, tüfteln jetzt auch die Finnen an der Entwicklung eines durch Sonnenwind angetriebenen Raumschiffs. Das Team wird von Pekka Janhunen am Kumpula Space Center, Finnland, geleitet.

Da der Druck des Sonnenwindes nur 0,2 g/km² beträgt, braucht man ein entsprechend großes Segel. Das soll nach ihren Vorstellungen nicht 20 oder 30 Meter durchmessen, sondern gleich 50 Kilometer! Das Segel besteht dabei nicht aus einer festen Oberfläche, sondern aus 100 Spannseilen, jedes dünner als ein menschliches Haar und 25 Kilometer lang. Die Konstruktion kann man sich in diesem Video anschauen.

Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit des Teilchenwindes unseres Sterns könnte ein 200 Kilogramm schweres Raumfahrzeug eine Endgeschwindigkeit von 100 km/s erreichen. Damit wäre man in 5 Jahren bei Pluto, New Horizons benötigt 9 Jahre.

Nach Janhunen könnte ein Prototyp in zwei Jahren fertig sein.

- Riding the Solar Wind on a 30-Mile Sail

Gruß - Nico
 
Hallo Nico,

ich verstehe nicht, warum man nicht die Lichtdruck der Sonne ausnützen will (der tatsächlich stärker ist als der verursachte Druck durch Sonnenwind). Schießlich ist die Stärke des Sonnenwinds auch umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstands, genauso wie beim Licht.

Ein weiterer Nachteil ist die Schwankung der Sonnenwindgeschwindigkeiten, während die Lichtgeschwindigkeit konstant ist.
Zudem wird der auf das Raumschiff übertragene Impuls wohl höher sein (weil fast vollst. Reflexion)...

MfG Patrick
 
Hallo!

ich verstehe nicht, warum man nicht die Lichtdruck der Sonne ausnützen will...

Das würde man schon gerne wollen, aber man bräuchte dafür ein lichtundurchlässiges Segel von entsprechender Größe, welches selbst als hauchdünne Folie noch gigantische Packmaße und eine große Masse hätte. Dazu bräuchte man noch ein Gestell, vergleichbar einem Regenschirm, um das Segel zu entfalten und in stabiler Form zu halten. Pläne für so etwas gibt es seit mindestens 50 Jahren, konkrete Lösungsvorschläge noch nicht.

Demgegenüber hat dieses elektromagnetische Sonnenwind-Segel große Vorteile, die den geringeren Impuls pro Fläche bei weitem aufwiegen, denn mit so einem Drahtgeflecht ist es relativ einfach, die Fläche auf das notwendige Maß zu vergrößern.

Aber auch diese Antriebsart hat ihre Tücken und deswegen heisst es in dem verlinkten Artikel auch ganz nebenbei: But technical issues have yet to be overcome... was ich für die Untertreibung des Jahres halte und als Realist mit "ist Science Fiction und wird Science Fiction bleiben" übersetzen würde.

Grüße, Maximilian
 
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