Wellmann
Aktives Mitglied
Hallo!
Das gezeigte Bild wurde als Test für die Filter von Fitswork von uns bearbeitet. Normalerweise hätten wir von dieser hässlichen Region auf dem Mond kein Foto gemacht, wegen der sehr hellen Kraterränder war zudem der Rest des Bildes extrem flau und kontrastarm belichtet, aber so ergab sich wegen der erschwerten Bedingungen wenigstens ein handfester Test für die Gauss-Filter von Fitswork.
Nebenbei ist es trotz des hässlichen Aussehens geologisch interessant. Es zeigt viele (vermutlich vulkanische) Dome, eingebrochene Lavatunnel, die rechts in der Bildmitte streifig parallelen Bergstrukturen sind mir ein Rätsel, Info über die Geologie wäre sehr interessant und erwünscht.....
Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/Pallas.jpg
Volle Auflösung
Vorgehen: Zum Schärfen unserer Mondbilder sind primär die Gauss-Filter von Fitswork interessant, deren Funktion wir durch Anwendung auf bekannte Bilder und den Vergleich des Resultats mit früheren Ergebnissen anderer Filter untersucht haben. Sinnvoll war eine iterative Gauss-Schärfung mit den Parametern Radius 1,5 bis 2 mit 10 bis 12 Iterationen bei ca. 100% Stärke kombiniert mit einer normalen Gauss-Schärfung mit Radius 2 bei Schwelle 0 und Stärke 500%. Nach dieser Vorarbeit haben wir mit Photoshop eine Unscharfe Maske angewendet mit Stärke 100%, Radius 1,4 und Schwelle 2, um den Schärfeeindruck zu verbessern.
In schwierigeren Fällen wie dem oben gezeigten Bild sind weitere Schritte wie Tonwertkorrekturen zur Verbesserung der Strukturen speziell auch in sehr dunklen Gebieten erforderlich, die möglichst sogar linear abnehmend (mit Hilfe einer Maske) über das Bild gelegt werden sollten. Ob man grobe Artefakte der Schärfung aus dem Bild entfernt ist Geschmackssache. Der Einsatz der Filter von Fitswork ist nicht immer so schnell erledigt wie bei Giotto, das Ergebnis zeigt aber eine bessere Schärfung bei sehr kleinen Strukturen. Demgegenüber ist der Bildeindruck in der Fläche (speziell in dunklen Bereichen) bei kritischem Bildmaterial nur schwer auf einen ähnlich guten Stand wie bei Giotto zu bringen. Was bei verschiedenen Filtern (bei Fitswork mit erheblicher Nacharbeit) in Etwa herauskommt, zeigen die Ausschnitte aus dem Musterbild. Die Ausschnitte sind unbedingt in voller Größe zu betrachten, da im 720-Pixel Format von A.de wertlos!
Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/Fotografie/Schaerfe.jpg
Fazit: Die Schärfung ist wohl der wichtigste Schritt bei der Erstellung von hoch auflösenden Mondbildern. Das Experimentieren mit Schärfungsfiltern ist daher von großer Bedeutung. Ohne uns genau festlegen zu wollen (dazu ist die Materie zu komplex) und ohne eine Empfehlung aussprechen zu wollen, listen wir hier die für unsere Mondbilder gültige Meinung noch ohne Einbeziehung der endgültigen Filter von AviStack und Registax5 auf:
Wavelet-Schärfung wie bei Registax4: Relativ schnell und unkompliziert, liefert aber nicht für alle Arten von Ausgangsmaterial die beste Schärfe. Die Darstellung von großflächigen Kontrasten ist sehr ausgewogen und gut gelungen. Artefakte treten bei konservativer Anwendung nur in geringem Umfang auf.
Gauss-Schärfung mit Fitswork 3.99: Nicht ganz unkompliziert speziell auch wegen der eventuell zusätzlich erforderlichen Nachbehandlung bei kritischem Bildmaterial. Die Schärfung feinster Details gelingt mit Fitswork am Besten, bei der kontrastreichen Schärfung großflächiger Strukturen ist das Ergebnis nicht immer optimal. Wir verwenden diese Filter nur, wenn es um maximale Schärfe geht. Artefakte treten verstärkt auf, wenn die Schärfe voll ausgereizt wird.
Mexican Hat von Giotto: Dieses Schärfungsfilter arbeitet nicht mit der absolut maximalen Schärfung feinster Details, die Schärfe ist dennoch als sehr gut zu bewerten, und der Bildeindruck ist durch die problemlose Verarbeitung auch schlechteren Bildmaterials eigentlich immer der jeweils machbare optimale Kompromiss. Wir verwenden Giotto für alle unsere "normalen" Mondbilder. Artefakte treten je nach Qualität des Ausgangsmaterials im normalen Umfang auf.
Gruß, Peter
P.S.: Genaueres demnächst im Tutorial....
Das gezeigte Bild wurde als Test für die Filter von Fitswork von uns bearbeitet. Normalerweise hätten wir von dieser hässlichen Region auf dem Mond kein Foto gemacht, wegen der sehr hellen Kraterränder war zudem der Rest des Bildes extrem flau und kontrastarm belichtet, aber so ergab sich wegen der erschwerten Bedingungen wenigstens ein handfester Test für die Gauss-Filter von Fitswork.
Nebenbei ist es trotz des hässlichen Aussehens geologisch interessant. Es zeigt viele (vermutlich vulkanische) Dome, eingebrochene Lavatunnel, die rechts in der Bildmitte streifig parallelen Bergstrukturen sind mir ein Rätsel, Info über die Geologie wäre sehr interessant und erwünscht.....
Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/Pallas.jpg
Volle Auflösung
Vorgehen: Zum Schärfen unserer Mondbilder sind primär die Gauss-Filter von Fitswork interessant, deren Funktion wir durch Anwendung auf bekannte Bilder und den Vergleich des Resultats mit früheren Ergebnissen anderer Filter untersucht haben. Sinnvoll war eine iterative Gauss-Schärfung mit den Parametern Radius 1,5 bis 2 mit 10 bis 12 Iterationen bei ca. 100% Stärke kombiniert mit einer normalen Gauss-Schärfung mit Radius 2 bei Schwelle 0 und Stärke 500%. Nach dieser Vorarbeit haben wir mit Photoshop eine Unscharfe Maske angewendet mit Stärke 100%, Radius 1,4 und Schwelle 2, um den Schärfeeindruck zu verbessern.
In schwierigeren Fällen wie dem oben gezeigten Bild sind weitere Schritte wie Tonwertkorrekturen zur Verbesserung der Strukturen speziell auch in sehr dunklen Gebieten erforderlich, die möglichst sogar linear abnehmend (mit Hilfe einer Maske) über das Bild gelegt werden sollten. Ob man grobe Artefakte der Schärfung aus dem Bild entfernt ist Geschmackssache. Der Einsatz der Filter von Fitswork ist nicht immer so schnell erledigt wie bei Giotto, das Ergebnis zeigt aber eine bessere Schärfung bei sehr kleinen Strukturen. Demgegenüber ist der Bildeindruck in der Fläche (speziell in dunklen Bereichen) bei kritischem Bildmaterial nur schwer auf einen ähnlich guten Stand wie bei Giotto zu bringen. Was bei verschiedenen Filtern (bei Fitswork mit erheblicher Nacharbeit) in Etwa herauskommt, zeigen die Ausschnitte aus dem Musterbild. Die Ausschnitte sind unbedingt in voller Größe zu betrachten, da im 720-Pixel Format von A.de wertlos!
Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/Fotografie/Schaerfe.jpg
Fazit: Die Schärfung ist wohl der wichtigste Schritt bei der Erstellung von hoch auflösenden Mondbildern. Das Experimentieren mit Schärfungsfiltern ist daher von großer Bedeutung. Ohne uns genau festlegen zu wollen (dazu ist die Materie zu komplex) und ohne eine Empfehlung aussprechen zu wollen, listen wir hier die für unsere Mondbilder gültige Meinung noch ohne Einbeziehung der endgültigen Filter von AviStack und Registax5 auf:
Wavelet-Schärfung wie bei Registax4: Relativ schnell und unkompliziert, liefert aber nicht für alle Arten von Ausgangsmaterial die beste Schärfe. Die Darstellung von großflächigen Kontrasten ist sehr ausgewogen und gut gelungen. Artefakte treten bei konservativer Anwendung nur in geringem Umfang auf.
Gauss-Schärfung mit Fitswork 3.99: Nicht ganz unkompliziert speziell auch wegen der eventuell zusätzlich erforderlichen Nachbehandlung bei kritischem Bildmaterial. Die Schärfung feinster Details gelingt mit Fitswork am Besten, bei der kontrastreichen Schärfung großflächiger Strukturen ist das Ergebnis nicht immer optimal. Wir verwenden diese Filter nur, wenn es um maximale Schärfe geht. Artefakte treten verstärkt auf, wenn die Schärfe voll ausgereizt wird.
Mexican Hat von Giotto: Dieses Schärfungsfilter arbeitet nicht mit der absolut maximalen Schärfung feinster Details, die Schärfe ist dennoch als sehr gut zu bewerten, und der Bildeindruck ist durch die problemlose Verarbeitung auch schlechteren Bildmaterials eigentlich immer der jeweils machbare optimale Kompromiss. Wir verwenden Giotto für alle unsere "normalen" Mondbilder. Artefakte treten je nach Qualität des Ausgangsmaterials im normalen Umfang auf.
Gruß, Peter
P.S.: Genaueres demnächst im Tutorial....