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blue_scape

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Hallo,

in der Hoffnung, dass noch weitere Beobachtungsnotizen zum monatlichen Mondlauf um den Erdball folgen werden, beginne ich diesen Thread mit der Mondsichel vom 01. März. Vielleicht erhalte ich irgendwann mal so einen vollen Monat. Gerne können natürlich auch andere Forenteilnehmer ihre Beobachtungen der Mondphasen hier posten.

01. März 2006

1,708 Tage - 41 Stunden - nach Neumond / Beleuchtung bei 4,4%


Um 18:00 MEZ sah es nach einer Zweiteilung am Himmel aus, wobei sich die Wolken natürlich auch im Westen aufhielten. Als ich 10 Minuten später nochmal ans Fenster bin, sah es aber (zum Glück) schon ganz anders aus.

Leichter Griesel kam runter, aber der Himmel im Westen war jetzt klar. Nur eine regelrechte Wolkenwand hielt sich am Horizont. Vom Mond fehlte jede Spur. An Merkur hatte ich schon gar nicht mehr gedacht. Diese dunkelgraue Wand hob sich sehr schön gegen den dämmernden Himmel ab und an einigen wenigen Stellen lugten auch mal rote Cirrus-Bänder hervor.

Oder war der neue Mond etwa schon untergegangen? 9 Minuten lang hatte ich Tomaten auf den Augen. Der Rahmen des geöffneten Velux-Fensters versperrte mir die Sicht. Oh man. Schnell holte ich die Kamera und machte noch ein paar Schnappschüsse. Die Dämmerung schritt zügig voran, so dass bald die fehlenden ca. 95 Prozent der Mondscheibe sichtbar wurden. Die vom reflektierten Licht der Erde erhellte Fläche der Mondscheibe natürlich.

Bevor sich der Mond endgültig im Geäst verfangen sollte, führte ich noch schnell den Dobson nach draußen. Weitere Aufnahmen habe ich dann bei 33,33-facher und 50-facher Vergrößerung gemacht. Ist gar nicht so einfach, die richtige Einstellung unter Zeitdruck zu finden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Die vom Erdlicht beschienene Seite wurde immer deutlicher. Und natürlich - wie könnte es anders sein - überflog ein Flugzeug den jungen Mond, als ich mit anderen Dingen beschäftigt war und den blinkenden Transit durch Zufall im Sucher sah.

Tja, so präsentierte sich mir unser Trabant 41 Stunden nach Neumond. Mal schauen, ob bei der Aufnahmeserie was Brauchbares dabei ist.

02. März 2006

2,729 Tage - 65,5 Stunden - nach Neumond / Beleuchtung bei 10,7%


Horizontnah zogen ein paar dunkle Wolken vorbei, ansonsten war das westliche Firmament kurz nach Sonnenuntergang klar. Auf der Liste stand diesmal auch Merkur. 10 Tage noch bis zur unteren Konjunktion und laut Himmelsjahr sollte in den ersten Märztagen noch eine Sichtung möglich sein. Ich setzte mich wieder unter's Dachfenster. Um 18:45 MEZ hatte ich ihn dann! Im 10x50 funkelte ein doch heller roter Punkt. War doch gar nicht so schwer. Immerhin noch 1,1mag hell und nach weiterer Sucherei, habe ich ihn 7 Minuten später auch freisichtig erspäht. 9° über dem Horizont zeigte sich Merkur mit bloßem Auge nur als schwaches Pünktchen im Dämmerlicht. Man muss eben nur wissen, wo er zu finden ist.

Kurz vor der Merkurbeobachtung wurde auch der vom Erdlicht beschienene Mond gut sichtbar. Schon ein tolles Bild, wenn man mal die Mondsichel in der Dämmerung etwas länger beobachtet. Schon innerhalb einer halben Stunde wird das aschgraue Mondlicht heller und heller.

Auffallend waren im 10x50-Glas z.B. zwei helle Perlen jenseits der südlichen Sichelspitze. Perlenschnureffekt für Arme eben. Nachdem ich einige hochauflösende Aufnahmen studiert habe, nehme ich an, dass es sich dabei um die hell erleuchteten westlichen Klippen der Kraterwälle von Demonax und Scott gehandelt hat. Aber ob sie nicht doch mit dem Mondhorn verbunden waren, konnte ich nicht erkennen. Die Tag-Nacht-Grenze zog sich an den westlichen Kraterwällen von Langrenus und Petavius entlang, und ungefähr die Hälfte vom Meer der Gefahren lag noch im Dunkeln. Ebenfalls sehr gut zu sehen, war ein heller Höhenzug des nördlich an das Mare Crisium grenzenden Gebirges, der sich vielleicht bis zu 50 Kilometer in die Finsternis hineinschnitt. Ein ähnliches übergreifendes Lichtspiel soll sogar mit freiem Auge zu beobachten sein. Während sich die Regenbogenbucht noch in Schatten hüllt, können beim zunehmenden Mond unter günstigen Bedingungen die jenseits davon liegenden Juraberge beobachtet werden, wie sie bereits vom Sonnenlicht erhellt werden. Siehe dazu diesen Thread:

- Mond mit freiem Auge: der "Goldene Henkel"

Mit fortschreitender Dämmerung wurden auch einzelne Oberflächenstrukturen auf der aschgrauen Mondhälfte gut mit dem Fernglas sichtbar. Zuerst war es nur eine große dunkle Fläche, dann aber erkannte ich etwa den Bogen der Apenninen, der Richtung Kopernikus führt und auch das Mare Frigoris zeichnete sich gut ab. Etwas mehr wurden jetzt auch einige Unterformen der Maria erahnbar, wo zuvor nur eine dunkle Fläche vor meinen Augen lag. Eine leichte Aufhellung meinte ich mir in der Tycho-Region eingebildet zu haben und mit der Zeit wurde auch eine großflächige Dunkelstruktur auf der östlichen Mondhälfte sichtbar.

Zwischen 19:10 und 19:20 MEZ saß ich nochmals am Fenster. Im Gesichtsfeld des 10x50 waren nun zwei Sterne neben der Mondscheibe zu sehen: epsilon und zeta Piscium. 88 Piscium, eine Sonne 6. Größe, war noch nicht zu erkennen. Während der letzten Minuten tauchte ein schwaches Leuchten auf, welches eine kleine Stelle der Sichel umhüllte - die Vorboten des neuen Tiefs kündigten sich an. Für Freitag sollte es uns wieder Schnee bescheren.

Diese Aufnahme von Stefan gibt meinen visuellen Eindruck, zumindest was die beiden hellen Mondberge im Dunkeln an der südlichen Sichelspitze und die schroffe nördliche Randregion von Mare Crisium angeht, die in die dunkle Seite des Mondes hineinragte, sehr gut wieder.

Gruß - Nico
 
05. März 2006

5,735 Tage nach Neumond / Beleuchtung bei 38,8%


Wolken kreuzten den Mond. Trotzdem habe ich ab 19:00 MEZ für etwa 20 Minuten den Mond kurz vor dem ersten Viertel beobachtet.

Über den heutigen Nachmittag zog Luna über M45 hinweg und verfinsterte dabei einige der Plejaden-Sterne. Um 14:30 MEZ begann das Ereignis mit der Bedeckung von Merope. 45 Minuten später, als sich der Mond vor Alkyone schieben sollte, gab er Merope wieder frei. Und als eine halbe Stunde später Alkyone wieder am nordöstlichen Rand auftauchte, verschwand Atlas und Pleione hinter der aschgrauen Mondhälfte.

Die mittlere Distanz zwischen Mond und dem Plejaden-Kasten betrug zu meiner kurzen Spechtelsession schon wieder ca. 1,88°. Soweit zu meinen Nachforschungen. Mit eigenen Augen fiel mir das Siebengestirn erst im 10x50 von Meade auf. Der Sternhaufen befand sich wirklich nahe dem knapp 6 Tage alten Mond. Auf ihm konnten freisichtig das Mare Crisium und das ausgedehnte Maria-Gebiet auf der von der Sonne beleuchteten Hälfte erkannt werden. Östlich von der hellen Scheibe leuchteten Mars und Aldebaran. Die im Erdschein leuchtende Luna ist noch mit bloßem Auge sichtbar, aber um einiges schwächer. Etwas genauer hingeschaut konnte man auch die 6 hellsten Sterne von M45 erkennen. Die 4, die den Kasten formen, deutlich und Atlas und Taygeta gerade so bzw. indirekt.

Im 10x50 zeigte sich der Mond in seinem gewohnten Antlitz. In der markanten Aneinanderreihung von Kratern, fiel mir auch die bekannte Gruppierung um Ptolemaeus, Alphonsus und Arzachel auf. HD 23985 (5,2mag) war nur beim Ausblenden erkennbar, während der eine Größenklasse schwächere HD 24802 völlig im Verborgenen blieb. So fiel auch die Beobachtung seiner Bedeckung um kurz vor 20:30 MEZ den Wolken zum Opfer.

Gruß - Nico
 
In der markanten Aneinanderreihung von Kratern, fiel mir auch die bekannte Gruppierung um Ptolemaeus, Alphonsus und Arzachel auf.
Da hat sich aber ein Fehlerteufel eingeschlichen. Bin beim Studieren der Karten doch ein wenig nach Westen abgerutscht.

Hier sind Theophilus, Cyrillus und Catharina gemeint.

CS
Gruß - Nico
 
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