Ein paar Anfängerfragen und Entscheidungshilfe

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MadmanNero

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Hallo liebes Forum!

Ich möchte mir nun bald ein Teleskop zulegen, hätte da aber noch einige Fragen, die ich mir trotz Recherche nicht beantworten kann. Ich bin ein Anfänger was Teleskope angeht und habe keine praktische Erfahrung.

Mit meinem Teleskop möchte ich eigentlich am liebsten DeepSky beobachten. Planeten interessieren mich nicht sooo brennend, natürlich wär's nett da mal einen Blick drauf zu werfen, ist mir aber nicht so wichtig. Lediglich den Mond würd ich mir gern ab und an etwas näher ansehen und nach Möglichkeit auch mal mit meiner Spiegelreflex ablichten.

Seit längerem spiele ich in Gedanken mit einem GSO 250/1250 Dobson. Der Preis liegt so um die 500,- €. Ich würd mir dazu evtl. noch zwei dieser HR Planetary Okulare zulegen, da ich über die eigentlich nur gutes gehört hab und die an f/5 auch gut funktionieren sollen. Mit Zubehör würd ich da auf etwa 700,- € kommen. Ich weiss leider nicht wie groß der Unterschied zwischen dem 250/1250 und dem 200/1200 ist. Wenn beide in etwa gleichwertig sind könnte man mit dem 200er etwa 200,-€ sparen und in ein weiteres Okular investieren. Wäre für Informationen diesbezüglich dankbar.

Wie vorher erwähnt würde ich gern mal das ein oder andere Foto vom Mond machen und mir auch noch ein Fenster für richtige Astrofotografie offenhalten wollen. Ich weiss, dass ein Dobson für Langzeitbelichtung nicht sonderlich gut geeignet ist, aber man könnte ja im Fall der Fälle darüber nachdenken sich irgenwann eine Paralaktische Montierung zu besorgen. Was mich jetzt aber sehr erschreckt hat war ein Foto, das ich im Netz gefunden hab (ich weiss leider nicht mehr wo) auf dem der Mond durch ein 150/750 (glaub ich zumindest) Newton fotografiert worden war. Auf dem Foto war ein recht großer unscharfer schwarzer Fleck mitten auf der Mondoberfläche zu sehen, der wohl durch den Fangspiegel entstanden ist :o . Ich dachte eigentlich bei einer Brennweite von 1250mm mit einer Kamera am Crop würde ich den Mond Fokal fotografieren können und beinahe Formatfüllend aufs Bild bekommen. Wenn da aber solche dunklen Flecken mitten auf dem Mond auftauchen sollen würd ich vom Newton/Dobson eher abstand nehmen wollen.

Ich hab mich auch ein bisschen bzgl. Astrofotografie umgesehen und gesehen, dass da viele Leute mit Refraktoren arbeiten. Sogar mit geringer Öffnung und Brennweite. Da gibt es zum Beispiel den Orion ED 80 von dem ich sehr gute Rezensionen gelesen habe. Der kostet nun etwa auch knapp 500,- € , aber ohne Montierung/Stativ oder jedwelches Okular. Da das Gerät recht leicht ist könnte ich es wohl vorerst auf meinem Kamerastativ befestigen, aber Nachführung hätte sich damit auch wieder erledigt. Ausserdem frag ich mich ob es denn so einen riesigen Unterschied zu meinem 200mm f/2.8 Objektiv macht, da es ja nur 600mm Brennweite hat. Ausserdem kann ich mir nicht vorstellen, dass man mit einem solchen Teleskop (kleine Öffnung, geringe Brennweite) wirklich tief schauen kann, außer man macht Fotos mit langer Belichtungszeit.

Ein weiterer Refraktor den ich im Netz gefunden habe ist der Bresser Messier R 127 L, der sich so von den Eckdaten recht gut anhört. Der kostet zwar ca. 650,- € aber dafür mit einer scheinbar recht brauchbaren Montierung und drei Plössl Okularen. Evtl. könnte man mit dem Händler ein bisschen schnacken und die Drei Plössls für einen kleinen Aufpreis gegen zwei bessere Okulare tauschen. Leider kann ich gar keine Erfahrungsberichte, Rezensionen oder sonst etwas anderes als Werbung von Onlineshops zu diesem Teleskop finden. Wenn einer von Euch etwas zu diesem Instrument sagen kann würd ich mich sehr freuen. Nach dem was ich so rausfinden konnte ist es wohl ein Refraktor nach Frauenhofer, was wohl heißt, dass es da Farbsäume etc. geben wird, andererseits steht da auch was von Multivergütung. Was ist davon zu halten? Vielleicht kann ja jemand einen Link zu einem Foto posten auf dem die Farbsäume, die bei einem Gerät ähnlicher Bauart entstehen zu sehen sind.
Der Refraktor von Bresser ist im Vergleich mit dem GSO 250 wohl weniger DeepSky geeignet, dafür siehts da mit der Astrofotografie schon mal besser aus, alleine schon wegen der Monti.

Was haltet Ihr von den drei(bzw. vier) Teleskopen?
Wovon würdet Ihr abraten und was könntet Ihr Empfehlen?
Habt Ihr Vorschläge welche Teleskope sonst meinen Erwartungen in etwa entsprechen würden? Als Preislimit waren so 500 Tacken angedacht, aber wie man oben sieht gehts eher so Richtung 700.

Das Gewicht spielt für mich bei den oben genannten Optiken nur eine Untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist mir was für Abbildungseigenschaften diese haben und wie es da mit der Mondfotografie und der Möglichkeit sich später in die Astrofotografie zu vertiefen aussieht. Ich möchte mir nun sozusagen ein Teleskop zulegen, welches mir auch in einigen Jahren noch Spass machen wird und mit dem ich mir keine Möglichkeiten verbaue.

Im Moment, nachdem ich diese Schwarze Loch gesehen habe, welches die Mitte des Mondes verschlungen hat tendiere ich eigentlich etwas mehr in Richtung Refraktor.

Um die immer wiederkehrenden Antworten zu vermeiden noch folgendes:
- Ich weiss, dass ich mich zu Teleskoptreffen begeben sollte um Erfahrungen zu sammeln
- Ich weiss, dass diese Teleskope keine Hubble Weltraumteleskope sind
- Ich weiss, dass man als Anfänger kaum erwarten kann gleich super Astrofotos zu machen

Liebe Grüße, David.
 
Hallo David,

-dieses schwarze Loch war ganz sicher nicht der Fangspiegel, nicht bei einer gekonnten Astrofotografie des Mondes mit einem Newton. Da passte irgendetwas nicht oder es war ein gewollter Effekt.
-mit einem Dobson kann man zu guten Mond und Planetenfotos kommen, das dürfte der günstigste und gleichzeitig erfolgversprechendste Einstieg in die Astrofotografie sein.
-Deepsky Fotografie ist mit wesentlich höherem Aufwand verbunden und da steigt man besser parallaktisch und massiv montiert mit geringer Brennweite ein, was für kleine geeignete Refraktoren spricht.
-ein 10" F/5 zeigt über Öffnung und Auflösungsvermögen mehr als ein 8" F/6. Der Unterschied in der Praxis ist nach meiner Erfahrung aber so gering, dass es sehr gut überlegt werden sollte dafür von F/6 auf F/5 zu springen. Die von Dir genannten Hyperions sind für F/5 z.B. erst ab dem 13 mm Okular und darunter gut tauglich, während an F/6 sogar das 21er noch zu akzeptieren ist. Längerbrennweitige Okulare, insbesondere 2" Übersichtsokulare für F/5 sind ein Dauerthema und derzeit steht es so, dass erhebliche Kompromisse bezüglich der Randschärfe hingenommen werden müssen wenn man nicht in die Panoptik/Nagler Klasse will oder kann.
Wenn schon F/5, dann gleich 12" mit allen Konsequenzen.

CS
*entfernt*
 
Hi,

wenn Du Astrofotografie mit Langzeitbelichtungen anstrebst, dann vergiß den 10 Zöller. Montierungen die den fotografisch tragen sind ziemlich unbezahlbar.
Dann lieber einen 8 Zoll f/6. Den betreiben manche Leute mit Erfolg auf einer (optimierten) EQ-6 auch fotografisch. Ein 8er f/5 wäre fotografisch noch besser, hat aber auch wieder das "Kostenproblem" bei den Okularen.

Ciao, Udo
 
Hallo David,

der schwarze Fleck in der Mitte entsteht, wenn der Fotograf folgendes (fehlerhaftes) tut:

Es wird eine Kamera mit festem Objektiv verwendet, die hinter dem Okular des Teleskopes befestigt ist, oder von Hand hinter das Okular gehalten wird. Dabei liefert das Okular ein austretendes Lichtbündel (AP), welches wesentlich größer ist als die maximale Blendenöffnung des Kameraobjektives. Ein völlig schwarzer Fleck entsteht dann, wenn sogar die Obstruktion des Teleskopes im austretenden Lichtbündel größer ist, als die Objektivöffnung der Kamera. Bedenken muss man dabei, dass die Objektivöffnung der Kamera davon abhängt, welche Blende bei der Kamera eingestellt ist. Wenn nun eine typische Digiknipse verwendet wird, dann wird die Belichtungsautomatik beim hellen Mondbild gleich mal versuchen auf 8 abzublenden. Wenn das Objektiv dann 20mm Brennweite hat, bleiben noch 20/8=2,5mm Öffnung übrig. Steht die Kamera auf 7mm Brennweite, dann ist weniger als 1mm übrig. Wird dann am Teleskop einfach ein 25mm Okular verwendet, dann liefert ein f/5 Teleskop (150/750) ein Strahlenbündel mit 5mm Durchmesser. Hat das Teleskop dann 30% Obstruktion, so sind innerhalb der 5mm des austretenden Lichtbündels 1,7mm dunkel. Und genau da schaut die Kamera in einen schwarzen Fleck. Dumm gelaufen...
Deshalb sollte man erstmal etwas nachrechnen, bevor man sogenannte afokale Projektion macht...

Am besten nutzt man eine Kamera ohne Objektiv, dann können solche Effekte nicht auftreten, selbst dann nicht, wenn man Okularprojektion macht.
Vielleicht sagt Dir dieser Beitrag jetzt nicht viel, aber dann macht Dir das ganze wenigstens klar, dass Astrofotografie einiges an Lernpensum beinhaltet.

Clear Skies
Sven
 
Hi David,
auch wenn Du schon einiges gelesen hast, anhand der Fragen und dem wilden rumrühren in der Produktpalette an Telskopen
meine ich Du solltest weiter lesen und vor allem lernen.
Dir scheinen die Grundzusammenhänge noch nicht klar zu sein
und zusammen mit der fehlenden eigenen Erfahrung /eigenem Erleben hast DU kein Gerüst in dem Du Deine Vorstellungen etc einordnen und sortieren kannst.

Reduziere ich Deinen Beitrag auf einen Satz, so suchst Du in gewisser Weise die eierlegende Wollmichsau die es nicht gibt.
Du wirst Abstriche machen müssen schon des Budgets wegen.
Und darüber letztlich auch die richtige Wahl treffen aus Dobson oder nicht, Refraktor oder Newton oder sonstwas.
CS
 
- Hauptsächlich Deep Sky heißt im Grunde Dobson
- Ein Instrument oberhalb des Fernglases gehört nicht auf ein Fotostativ und wird dort seine Leistung nicht entfalten
- Ernsthafte Fotografie erfordert auf lange Sicht eine genau darauf ausgerichtete und letztlich sehr teure Ausrüstung. Das würde ich als Anfänger nicht in die Überlegungen einbeziehen. Einfache Sonnen/Mond/Planetenfotos gelingen mit jedem Instrument.
 
Danke für die Antworten so weit :-)

Da fällt mir ja ein Stein vom Herzen bzgl. des "Schwarzen Loches".

@ Antares
Das mag sich so anhören als wäre ich völlig unentschieden zwischen den ganzen Teleskoptype, aber ursprünglich wollte ich mir einen der Dobsons von GSO kaufen und bin nur wegen dieses Mondbildes wieder von der Idee abgewichen. Da sich das mit dem Mondbild ja erledigt hat wäre ein Dobson schon das was mir am meissten zusagen würde. Das mit der Astrofotografie ist in meinem obigen Beitrag wohl ein bischen lang geworden, aber die Grundanforderungen an das Teleskop sind eigentlich nur DeepSky und mal ein gutes Mondfoto. ( Hast Du das "DU" eigentlich absichtlich groß geschrieben ?! )

Was mich noch ein wenig wundert ist, dass der GSO 200/1200 Dobson lediglich 300,-€ kostet ein Newton Tubus von GSO mit 200/1000 kostet ohne Gestell, Okular oder sonstwas knapp 500,-€. OK, der Crayford-Auszug ist wohl etwas besser und die Brennweite geringer. Wenn man von den 300,-€ für den Dob den Preis für die Rockerbox und das Okular abzieht kostet dieser knapp die hälfte des Newton-Tubus. Woher kommt dieser Preisunterschied? Ist der Dob einfach so viel schlechter als der Newton?

Den Dobson kennt Ihr ja wahrscheinlich, hier noch ein Link zu dem Newton den ich meine. (Bin noch neu im Forum und krieg das grad mit dem Link nicht hin, also hier nur die Adresse)
http://www.teleskop-service.de/gsseiten/GSVorschau/Komplettgeraete/gsovorschau.htm#2001000

Grüße, David.
 
Hallo David,

da ist nichts schlechter.
Dobson ist Masse und Preiskampf zw. Händlern und Verkaufsmarken (auch wenn sie aus der selben Ecke kommen, ja sogar wenn sie vom selben Band purzeln). Diese Karre wird ja auch hier von Einigen gezogen.
Einzeltuben sind weniger gefragt, bei Komplettangeboten mit parallaktischer Monti geht es dann schon wieder los.

CS
*entfernt*
 
Hi David,

wie Günther schon gesagt hat, ist das zum einen eine Frage der Masse an produzierten Geräten, wenn du genau hinschaust ist der 200/800 auch noch teurer als der 200/1000, denn je schneller das Öffnungsverhältnis (Dobson f/6, die anderen beiden f/5 bzw f/4) desto aufwendiger die Herstellung, das macht sie auch teurer... Rohrschellen gibts dann auch nicht umsonst und müssten teuer nachgekauft werden (macht auch noch mal im Einzelpreis fast einen Hunderter!)

CS Benny
 
Hi David,
ja gut möglich. Deine Ausführungen und die Kandidatenwahl
hat den Eindruck bei mir hinterlassen.
Ich sehe es wie Uwe: Als Einsteiger erst mal ambitionierte Fotografie hinten anstellen und gucken und Himmel kennen lernen sowie das eigene Gerät. Das braucht ne Weile und dann sieht man weiter und merkt auch selbst wo es hin gehen soll. Und danach richte man sich dann aus. Möglichkeiten gibts viele.

NEwton und Dobson ist eins. Für den NEwton hast halt immer shcon Schellen dabei die teuer sind und z.T. andere Ausstattung.
CS
 
Hi,

und was willst Du mit dem Teleskop machen? ?)

Den Himmel beobachten oder bei "Deutschland sucht das schönste Rohr" mitmachen? :cool:

CS
Volker
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo David,

vieles ist schon gesagt worden, aber um zwischen den beiden Dobsons zu entscheiden, würde ich mir die (falls möglich) echt auch mal live anschauen.
Vor allem im Hinblick auf Größe und Transportabilität.

Und dann wäre auch noch wichtig, wieviel sonstige Zubehör (Astroleuchte, Sternkarte, Karkoschka (Sternatlas),...) Du noch benötigst. Da gehen auch leicht nochmal 50-100 Euros drauf.

Aber das sind alles Punkte, die eigentlich nur Du entscheiden kannst.

Wenns denn unbedingt auf Foto ausgelegt sein muss, dann würde ich auch eher zum 8"er raten, denn wie schon gesagt wurde, die passende Montierung zum 10"er geht dann richtig ins Geld. Wobei ich Fotografie auch eher hinten ansiedeln würde.

CS
Volker
 
Ich verstehe die Diskussion um das Aussehen der "Dobsons" nicht. Ein Dobson ist doch eigentlich ein Newton, den man genauso gut auch parallaktisch montieren kann.

Nur leider wird keiner dieser "ich will ein billiges Teleskop" Käufer sich in den nächsten Jahren eine wirklich passende Montierung für diese Teleskopgröße leisten können. Und dafür wurde die Rockerbox erfunden. Weiter nichts, als eine auf das wesentliche reduzierte azimutale Montierung. Und das ist das Verdienst vom Onkel Dobson.

Manchmal glaube ich, die Frischlinge hier denken, das Teleskop wäre ein Dobson. Dabei ist das Teleskop ein Newton. Und man braucht es nur, um in eisiger Kälte mitten in der Nacht winzige graue Schleier wahrnehmen zu können.

Aber das werden die meisten hier anfragenden ohnehin in 6 Monaten nicht mehr wollen (oder können) ... und dann gibts wieder günstige Angebote "wg. Hobbyaufgabe" im Biete-Board.

Ich denke, derzeit führt am 8" F/6 Newton kein Weg vorbei. Erst mal das Teil mit Rockerbox als "Dobson" kaufen und bei einsetzender Geldsch... kann man immer noch eine parallaktische Montierung dazu kaufen. Am besten auch von einem, der gerade sein Hobbby aufgibt ;)

Gruß
Adson
 
Zitat von Starshine:
Und am Ende haben dann alle Dobsons, wo man viel sieht, die aber beschissen aussehen! :biggrin:

Dobson ist kein Ort. ;) Insofern müßte es "mit dem" und nicht wo heißen. :biggrin:
Man kann auch ein Teleskop fotografieren und aus dem Bild ein Poster machen.
Dann kann man es schön einrahmen und hinter Glas betrachten. :biggrin:
 
Hi,

wenn man einen Dobson auseinander nimmt, kann man das Rohr und die Rockerbox ihn in eine Kfz Lackierei tragen. Für einen Betrag der persönlichen Wahl hübschen die das Teil dann nach Belieben auf. Edele Lacke, Farbverläufe, Airbrush-Motive - alles eine Frage des Preises. Dann noch eine hübsche Schleife um den OAZ und der Dobson schlägt optisch jeden Refraktor... *g*

Ciao, Udo
 
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