Ein paar Fragen zu meinem Equipment

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J.P. Allgäuer

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Hallo in die Runde!
Ich habe ein paar Fragen zu meinem bestehenden Equipment.
Ich habe eine Pentax K10d (ich hoffe die kennt noch jemand). Objektiv habe ich ein ziemlich lichtschwaches Tamron 18-250mm.
Ich war vor ein paar Wochen auf einem Workshop von Katja Seidel (Autorin des Buchs: Astrofotografie, Spektakuläre Bilder ohne Spezialausrüstung)!
Ich war sehr beeindruckt was sie für geile Bilder macht und das ohne Teleskop.
Ich bin absoluter Anfänger und möchte erstmal ganz gemütlich anfangen. Als ich mich in meine Kamera eingearbeitet habe (ich habe früher immer nur im Auto-Modus fotografiert) habe ich festgestellt das sie eine maximale ISO von 1600 hat. Nun die Frage: Reicht meine Kamera aus, um damit überhaupt die Chance zu haben, ein Deep-Sky Objekt zu Fotografieren?
Ich bin gerade an einer Alternativen Kamera dran. Es wäre eine gebrauchte Canon EOS 600D Astromodifiziert. Dazu meine nächste Frage: Gibt es unterschiedliche Modifikationen? Muss ich beim Kauf erfragen was an der Kamera modifiziert wurde?
Ich brauch natürlich noch eine (Reise)Nachführung. Da bin ich noch ziemlich unentschlossen! Im Auge habe ich den

Skywatcher Star Adventurer 2i Wi-Fi Photo-Set.​

Kennt jemand diese Nachführung und kann vielleicht ein paar Sätze oder alternativen dazu schreiben?
Ich bin sehr auf eure antworten gespannt!
(Ich habe aktuell keinen PC und kann nur über mein Smartphone ins Internet. Deshalb bin ich etwas mit der Suche hier im Forum eingeschränkt, aber ich habe zu meinen Fragen nicht wirklich was gefunden)
Schöne Grüße
Jean-Pierre
 
Hallo Jean-Pierre!
Ich kenne zwar deine Kamera nicht aber eine ISO von 1600 ist meiner Meinug nach keine Limitation. Viele hier im Forum, die mit einer DSLR unterwegs sind (ich inklusive) fotografieren meistens sowieso nur mit ISO800.
Bei einer Astromodifizierten Kamera musst du eins beachten: Entweder hat die Kamera eine "full spectrum" Modifikation (lässt IR Licht durch) oder sie hat bereits einen neuen UV-IR Cut filter. Im falle der full spectrum Modifikation würde ich dir noch einen separaten UV/IR Cut filter empfehlen weil sonst die Sterne "aufgebläht" erscheinen. Bei DSLRs eignen sich dafür Clip-In Filter die in den Kamera Body eingesetzt werden. Wichtig ist aber vorher zu klären, ob dein Objektiv dann noch auf die Kamera passt.
Bei kleinen Reise-Montierungen habe ich leider keine Erfahrungen :/.

Viel Erfolg und CS

Aron
 
Hallo Jean-Pierre,

Willkommen im Forum! Ich gehöre zu den wenigen Pentax dSLR Nutzern hier. Allerdings kenne ich die K10D nicht, ich benutze eine astromodifizierte K-5ii und eine K-1.

Mach Dir mal über die ISO Einstellung keine Sorge, meist liegt bei dSLRs das Optimum eh im Bereich 400-1600 (ich nutze an der K-5ii üblicherweise 800). Bei höheren ISO gewinnst Du nix mehr im Bezug auf Rauschen, verlierst aber Kontrastumfang.

Zooms sind relativ schwach in Bezug auf Astrophotographie, bei der Konstruktion müssen viele Kompromisse für die konventionelle Fotografie gemacht werden, da fallen einige Anforderungen für Astro oft runter. Was oft gut geht, sind (gerne auch ältere!) Festbrennweiten!

Wichtig ist aber tatsächlich eine robuste Basis, sprich Stativ mit Nachführung. Erst wenn Dir die Montierung hinreichend lange Belichtungen erlaubt, kannst Du ernsthaft in die Astrophotographie einsteigen.

Bedenke, dass die Photos, die Du hier oder so anderer Stelle siehst, oft Ergebnis gewaltiger Materialschlachten, auf jeden Fall aber intensivster Beschäftigung mit dem Thema inklusive stundenlanger Bearbeitung am PC sind. Das kriegt man irgendwann auch als Anfänger hin, ich will nur Erwartungsmanagement betreiben und Enttäuschungen und Frust vorbauen!

Suche mal nach dem Thema "EAA" hier im Forum, das ist eine Art Zwischenschritt zwischen visueller Beobachtung und klassischer Astrophotographie. Vielleicht ist das was für den Einstieg?

CS, Oliver
 
Jep, habe mit einer Canon 1000dA und 750D angefangen und immer nur mit ISO800 fotografiert, um das Bildrauschen möglichst gering zu halten.

Astro-modofiziert MUß sich NICHT sein. Hier aber mal eine Angebots- und Infoseite mit diversen Möglichkeiten und Preisen: DSLR AstroTEC

Wenn Du Astrofotografie machst, kommst Du um einen PC nicht rum. Die Bilder müssen mindestens gestackt werden (SIRIL, DSS (Deep Sky Stacker) oder Programme speziell für das Stacking von Planetenaufnahmen. Danach folgt noch eine Nachbearbeitung mit Programmen wie Photoshop, GIMP, Fitswork, usw.

Grüße
Hartmut
 
Schon mal vielen Dank euch! Das ging ja schnell!
PC kommt natürlich wieder. Ich wollte damit nur andeuten das die Suche zu Infos aktuell einfach etwas mühsam ist.
Das mit der ISO ist natürlich schon mal beruhigend und gut zu wissen!
Danke Hartmut für den Link. Werde ich mir nach der Arbeit gleich mal näher anschauen.
@Oliver
Ich versuche ohne großer Erwartungshaltung an die Sache ranzugehen. Umso kleiner ist der Frust!:cool:
@Aron. Die Info mit der Modifikation ist Top!
Danke nochmal für die Infos. Vielleicht kommt ja noch was zur Nachführung.
Gruß Jean-Pierre
 
Hallo,

@Chemikoer hat es ja schon angesprochen, den Aufwand, vor allem auch den finanziellen, für Astrofotografie sollte man nicht unterschätzen.
Der Zwischenschritt zur EAA, den ich auch gehe ist mMn ziemlich logisch.
im amerikanischen Forum 'Cloudy NIghts' dem wohl größten Astroforum weltweit gibt es eine Rubrik dafür.
Zu der von dir genannten Montierung, die wird von einigen verwendet. Zu der kann ich aber nichts schreiben.
Andere, auch ich, verwenden aber die Skywatcher AZ-GTI, für die eine max. Traglast von 5kg angegeben wird.
Für die Montierung gibt es einen (Monster)Thread bei 'Cloudy Nights'
DasDas AZ-GTI trägt meine leichte Ausrüstung, schwerstes Teleskop ist ein C5, visuell ohne Probleme und für EAA ausreichend. Größere (längere) Refraktoren als mein 80/400 bzw. das Lacerta 72/432, sind dann aber schon an der Grenze. Nicht unbedingt vom Gewicht her, sondern eher vom Hebel.
 
Hallo Barfly. Danke für die Infos.
Das Skywatcher AZ-GTI schaut gut aus! Ich muss mich mal in das Thema EAA einlesen.
Das Skywatcher AZ-GTI ist aber eigentlich für ein Teleskop gedacht, oder könnte ich direkt die Kamera da dran machen?
Ich habe es vergessen zu erwähnen das es „erstmal“ ohne Teleskop sein sollte!
 
Ich nutze das Skywatcher AllView (aber max. 4kg Traglast), welches sowohl im Landschaft-Foto-Modus als auch im Astro-Modus betrieben werden kann. Für eine Kamera sind zahlreiche Befestigungsteile dabei.
Generell sollte Dir aber klar sein, dass Alt-Azi-Montierungen ohne Polhöhenwiege während der Aufnahmen eine Bildfelddrehung haben. Da mußt Du nach dem Stacking den Rand wegschneiden und das Ergebnisbild wird kleiner.

Grüße
Hartmut
 
Hi Jean Pierre, laß dich nicht verrückt machen von hunderttausend Vorschlägen.
Du wirst hier schnell in die Rüstungsspirale reingeschubst, hast ja selber schon recherchiert was Du dir alles kaufen kannst und willst und sollst.
Aber Du kannst auch einfach mit Deiner Kamera anfangen wenn Du ein Stativ hast. Wenn Du das Buch hast, arbeite das doch erstmal durch, ich kenne es zwar nicht, aber ich vermute anhand des Titels, das da doch schon genug Vorschläge drin sind, was Du auch mit Deinem Equipment machen kannst. Da stehen dann sicher so Tipps wie : Ohne Nachführung 200/f als Belichtungszeit (oder so in der Art)
Und ja 1600 ISO ist ausreichend. wenn deine Kamera noch bis zu 30s automatisch belichten kann, dann nimm doch mal Orion aufs Korn mit deinem Zoom und schau was raus kommt. Scharfstellen ist am Anfang schon eine Schwierigkeit für sich die Du erstmal meistern musst, die Bildbearbeitung die zweite Hürde.
Das größte Problem ist aber das Wetter, da nützt dir alles an Ausrüstung nichts was in den tollen Astroshops so angeboten wird..
 
Und ja 1600 ISO ist ausreichend. wenn deine Kamera noch bis zu 30s automatisch belichten kann, dann nimm doch mal Orion aufs Korn mit deinem Zoom und schau was raus kommt. Scharfstellen ist am Anfang schon eine Schwierigkeit für sich die Du erstmal meistern musst, die Bildbearbeitung die zweite Hürde.
Hallo Takeshi, danke dir. 30 Sekunden kann meine Kamera! Wow…Orion dachte ich ist schon ganz großes Kino! Das macht auf jeden Fall Mut zum ausprobieren!
Ich habe schon gemerkt das man bei der Astrofotografie eine Materialschlacht haben kann. Da bin ich schon etwas gefährdet, da die Technik an sich ja schon richtig cool ist! Aber es soll erstmal echt im kleiner Rahmen ablaufen!
Vor der Bearbeitung am PC habe ich auch schon ziemlichen Respekt, aber davon bin ich ja noch entfernt.
 
Die "einfachsten" Objekte (da ziemlich hell und groß), sind M31 (Andromedagalaxie), M42 (Orionnebel) und M45 (Plejaden). Bei gutem Himmel sieht man die mit bloßem Auge!

CS, Oliver
 
Hallo,

Hallo Barfly. Danke für die Infos.
Das Skywatcher AZ-GTI schaut gut aus! Ich muss mich mal in das Thema EAA einlesen.
Das Skywatcher AZ-GTI ist aber eigentlich für ein Teleskop gedacht, oder könnte ich direkt die Kamera da dran machen?
Ich habe es vergessen zu erwähnen das es „erstmal“ ohne Teleskop sein sollte!
Aber natürlich, siehe Bild unten.
Natürlich brauchst du eine passende Schiene, die gibt es für kleines Geld mit entsprechender (Foto) Schraube. Evtl. eine L-Schiene
Ist aber finanziell immer noch weit! unter dem Aufwand den 'richtige' Astrofotografie erfordert.
Kamera/Objektiv hast du, evtl. auch einen Laptop? Dann noch, ein USB (FTDI) Kabel auf denST4 Eingang, die Freeware ASCOM, EQMod, N.I.N.A, Sharpcap und du kannst los legen.
Problem - wird deine DSLR erkannt.
Zu Sharpcap und den Betrieb mit der DSLR siehe da:
Zu EQMod, N.I.N.A und AZ-GTI - danach habe ich meine AZ-GTI mit dem Rechner eingerichtet:




AZ_GTI_Kamera.jpg
 
Hallo Jean-Pierre,

der Staradventurer ist absolut klasse, um damit mit einer DSLR und Photoobjektiven zu photographieren. Zu einer
azimutalen Montierung würde ich Dir nicht raten, die verkompliziert die Nachführung unnötig.
Mein Staradventurer kommt auch mit einem 75/500 Pentax SDHF zum Einsatz und schafft das klaglos; er braucht dann allerdings
ein zusätzliches Gegengewicht.
Derzeit teste ich aus, wie es mit einem Primalucelab EAGLE 3 + kleinem Leitrohr auf der einen Seite und dem Pentax auf der anderen klappt
mit Autoguiding (geht aber nur in Rektascension, also muss ich ihn mit dem Polsucherfernrohr möglichst exakt aufstellen).

Zu den Objektiveb ist oben alles gesagt.

VieleGrüße Michael
 
@BarFly, danke für die Aufklärung und das Bild deiner Nachführung. Denke ich werde das Teil auf jedenfall im Hinterkopf behalten!
@Chemikoer, Ok, in dem fall werde ich versuchen diese 3 Objekte als erstes zu erwischen. Ich freue mich schon auf mein erstes Bild das ich hier poste!
@Mikoka, das freut mich zu hören das du mit der Staradventure zufrieden bist!
Mit etwas Glück liest das Christkind mit!:)
 
Hi Jean-Pierre,

die AZ-GTi ist die klar bessere Wahl für AF, da sie ja eine GoTo Montierung ist und sie mit einer Polhöhenwiege auch äquatorial benutzt werden kann.
Äquatorial ist mM aber erstmal nicht unbedingt notwendig, wenn kürzere Belichtungszeiten der Sub-Frames benutzt werden. Die entstehende Bildfelddrehung wird ja beim Stacking berücksichtig und sorgt halt nur für einen mehr oder minder grossen Rand.

Falls SharpCap mit deiner Kamera funktioniert kannst du vom PC aus (per USB/Kamera und Wlan/Montierung) mittels Plate-Solving die Position wohin die Kamera zeigt ermitteln, das Objekt (die Koordinaten) automatisch anfahren und in der freien Sternkarten-App Stellarium parallel die Position zeigen lassen und auch andere Objekte zum Anfahren von der Karte auswählen.

Gruß
Peter
 
Hallo Jean-Pierre,

das kann ich absolut bestätigen. Die AZ-GTi kann als äquatoriale Montierung mit der Polhöhenwiege des StarAdventurers eingesetzt werden. Und im Gegensatz dazu hast Du für fast den gleichen Preis noch die steuerbare Dec-Achse und das Goto. Die Tragkraft ist ähnlich.

Gruß

*entfernt*
 
Kannst zum üben mit der Cam auch noch kleiner anfangen, bis du dir bei der Ausrüstung sicher bist.

Nur mit Stativ gehen Milchstraßen Fotos ganz passabel.
Dein Objektiv auf z.B. auf 25mm stellen, ISO auf 1600 und los geht's.
Empfehlenswert währen hierbei:
- Kabelauslösung
- evtl. eine Gegenlichtblende
- und ein Objektivheizband
Alles drei bekommt man für kleines Geld beim großen A.

Als Software würde sich das kostenlose Sequator anbieten.
Für die Weiterbearbeitung eine kostenlose Bildsoftware.

So kannst du bis zu deiner Entscheidung relativ günstig Erfahrung sammeln.

Für deine Ausrüstung evtl. auch eine EQ3 mit einfachen Motoren in Betracht ziehen.
Außer es soll/muss unbedingt ein Reise/Stativ tracker werden.

Gruß Markus
 
Um Dir eine Vorstellung zu geben, was mit einer normalen dSLR möglich ist, hier ein Bild von der Region um M42 aus meiner Anfangszeit.

Pentax K-1, nicht (!) modifiziert, mit normalem Teleobjektiv von der Dachterrasse mit sehr schlechten Himmel (Bortle 7). 20" Einzelbelichtungszeit mangels besserer Nachführung. Ca. 150 Bilder in APP gestackt und in LR aufgehübscht.

Orion_123_neu_APP-mod-lpc-cbg-csc-St-Bearbeitet.jpg



CS, Oliver
 
Hallo Jean-Pierre,

möglicherweise hilft Dir auch das folgende Foto des Nordamerika-Nebels ein wenig, auch wenn es mit einer gewöhnlichen EOS1100D und einem ca. 40 Jahre alten Orestor 135 mm-Objektiv und nicht mit Pentax-Equipment erstellt wurde.

1638302743587.png


Das Foto stammt aus meinem ersten Astrofoto-Jahr mit einer einfachen NEQ3, Polsucher und Stundenachsen-Motor. Es wurde nicht sonderlich nachbearbeitet.

Viele Grüsse und viel Erfolg!

Markus
 
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