Ein paar Gedanken zum "Öffnungswahn"

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JochenK

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Hallo,


Immer wieder stoße ich in diesem Board auf Aussagen wie: “Für Deep-Sky braucht man mindestens 8“ , oder: “Unter 8“ macht es keinen Spass“ o.ä. wenn ein Anfänger fragt, welches Teleskop er denn nun kaufen soll.
Sicher, der Anblick vom bis ins Zentrum aufgelösten M13 im 10/12/16“ Newton ist beeindruckend. Das “Wandern“ durch den Cirrusnebel unter dunklem Himmel erst recht, wenn man von Minute zu Minute mehr Details erkennt. Aber, ihr 8/12/16“ und mehr Besitzer: denkt doch mal an eure eigene Anfängerzeit zurück. Mit was habt ihr angefangen? Die meisten wahrscheinlich mit einem 4“ Newton. Hattet ihr damit denn keinen Spaß? Habt ihr damit denn nicht das wichtigste, was der Anfänger überhaupt tun kann, nämlich den Sternenhimmel kennenzulernen, erlebt? Habt ihr euch nicht gefreut, wenn ihr wieder ein Messierobjekt nach langer Suche zum ersten Mal beobachtet habt?
Sicher ist im 4“ Teleskop vieles nur ein verwaschener nebliger Fleck. Aber was beobachtet ihr mit euren Geräten? Doch nicht nur M13, M27, M42, M57 usw. Ich bin sicher, dass ihr genauso wie ich es mit einem 12“ Dobson getan habe, auch Objekte beobachtet, von denen der Anfänger noch nie gehört hat, und die er mit seinem Teleskop auch nie sehen wird. Und was seht IHR dann bei diesen schwachen Objekten ... einen verwaschenen nebligen Fleck, LOL. Aber ihr findet das dann ungemein faszinierend, nicht wahr? Ist es ja auch, genauso faszinierend, wie wenn der Anfänger in seinem 4“ Newton einen nebligen Fleck sieht!

Ich habe vor 20Jahren als 12jähriger Schüler auf meinen Wunsch hin mein erstes Teleskop geschenkt bekommen. Ein 40mm(!) Spektiv mit 12-40 facher Vergrösserung. Dann kam mit 14 der 4“ Newton. Ein paar Jahre später ein C8 und dann, angesteckt vom Öffnungsfieber, der 12“ Newton auf einer Dobsonmontierung. Und jetzt? Jetzt habe ich einen 4“ TMB APO auf einer GP-Montierung. Warum? Weil ich innerhalb von 5 Minuten alles was ich zum Beobachten brauche ohne Schweißausbrüche im Auto verstaut habe, und am Beobachtungsplatz genauso schnell aufgebaut habe. Ich hatte keine Lust mehr einen 20kg schweren, 1,6m langen Tubus von der 2.Etage durchs enge Treppenhaus zu schleppen und vorher noch das Auto umzubauen, dass ich auch einladen kann. Und getreu dem Motto „Das beste Teleskop ist jenes, welches man am öftesten benutzt„ eben jetzt wieder das kleine Teleskop.

Also liebe Anfänger: jedes Fernrohr hat seinen Himmel. Und mit einem Teleskop der 4“ Klasse gibt es viel zu sehen. Es gibt einige großflächige Objekte wie z.B. offene Sternhaufen, die in eurem Teleskop IMHO besser aussehen, als im dicken Newton, weil ihr kleinere Vergrößerungen nutzen könnt. Kauft euch nicht unbedingt das größte Teleskop, dass ihr euch leisten könnt. Denkt daran, dass das Teleskop nur die eine Hälfte dessen ist, mit was ihr beobachtet. Die andere Hälfte ist das Okular. Lieber ein kleineres Teleskop, und vom gesparten Geld ein paar hochwertige Okulare. Dass müssen keine Nagler sein, ein gutes Plössl tuts auch. Die Okulare sind selten eine Fehlinvestition, weil diese an (fast) jedem Teleskop einsetzbar sind.
Und wenn ein 4“ Newton oder Refraktor auf eine vernünftige Montierung wie die GP gesetz wird, ist auch der Weg nach mehr Öffnung wie z.B. ein 8“ SC oder 8“ Newton offen in dem nur eine neue Optik gekauft wird.

Und das alles bitte jetzt nicht falsch verstehen. Ich gönne jedem sein Teleskop in welcher Grösse auch immer. Egal ob Anfänger oder alter Hase. Mir stossen nur jedesmal die Aussagen mit denen ich das hier begonnen habe etwas sauer auf.


Clear Skies,
Jochen
 
hallo jochen,

das nenn ich einen zufall:
Ich habe vor 20Jahren als 12jähriger Schüler auf meinen Wunsch hin mein erstes Teleskop geschenkt bekommen. Ein 40mm(!) Spektiv mit 12-40 facher Vergrösserung. Dann kam mit 14 der 4“ Newton
bei mir war das vor 21jahren und es war ebenfalls genau ein
12-40x40 spektiv! sag mal, hattest du vielleicht sogar das gleiche,
von eschenbach war das? ich hatte es auch bis 14 und bekam dann
einen 5"f5 newton von vixen, den R135S.

die chronologie unserer ersten jahre ist wirklich praktisch
identisch!

zum thema:
du hast meiner meinung nach absolut und vollkommen recht,
denn ich kann mich noch sehr gut an die beigeisterung
meinerseits erinnern, als ich in besagtem spektiv zum
ersten mal M57 als unscharfes sternchen fand und sah,
nach einer monatelangen zeit des suchens!
alleine mit dem 5" newton habe ich dann im lauf von etwa
5 jahren über 500 deepsky-objekte bespechtelt, wo gut
90% davon faint-fuzzies waren und trotzdem hat mit jedes
dieser objekte freude bereitet.

heute ist es halt so, daß auch große geräte für den
einsteiger preislich im sinnvollen rahmen liegen, daher kann dieser,
wenn er will, von anfang an mehr sehen als wir damals, aber die freude
daran muß er heute genauso haben oder finden, wie früher.

im gegenteil: durch die schnelllebigkeit der heutigen zeit
und den anspruch, daß ein erlebnis sofort und intensiv sein
muß, ist es heute für einsteiger eher schwieriger als
damals, als man noch mit mehr bescheidenheit und geduld zu werke ging.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo Jochen,

zu dieser durchaus sinnvollen und berechtigten Darstellung, muß ich mir auch meine Gedanken machen. Schließlich habe ich nun grade heute wieder die von Dir ganz oben genannten 8" propagiert.

Bei mir sieht der Werdegang doch ganz ähnlich aus, was eigene Teleskope angeht. Um 1990 ein Tchibo 60/800, später 75/700 und dann 114/1000 als Einsteigergeräte. Verschärft wurde das aber noch dadurch, daß ich von 1988 an viel mit dem 12" f/5 Newton bzw. f/20 Cassegrain der Sternwarte beobachten konnte. Und trotzdem habe ich mir die Zeit mit meinen eigenen Geräten genommen.

Es war ja damals auch auf jeden Fall eine andere Zeit (von der ich mit Aktivität ab ca 1985 nicht viel mitbekommen habe - als Schüler mit Papis Feldstecher und der YPS Sternscheibe!). Man lacht ja heute darüber, daß damals eine Liste geführt wurde, wo die Handvoll 8-Zöller in Deutschland zu finden war.

Heute sieht es anders aus. Der 8-Zöller ist leicht erschwinglich, und so muß man doch damit rechnen, daß der DeepSky-Interessierte schon nach kurzer Zeit (ich rechne bei "Selbstverdienern" im Stillen mit 2 Jahren) vom Einsteigergerät diesen Sprung macht.
Jedes Teleskop hat seinen Himmel sagst Du, aber dann schau doch mal, was ich heute einem Einsteiger zu seinem 114/500 schreiben musste. Natürlich konnte ich eine Menge Objekte aufzählen, aber im Grunde wissen wir doch, daß in das Gerät ganz andere Erwartungen gesetzt wurden. So ein Gerät taugt irgendwie nur zur "Zweitoptik" mit sehr beschränktem Einsatzgebiet. Dazu die Plastikokulare...

Hinzu kommt ja für den Einsteiger, daß ein knallbuntes DeepSky-Foto von überall her entgegenlacht. Ich erinnere mich, daß der "Kosmos Himmelsführer" mich damals in den 80ern vom Hocker gehauen hat, mit den tollen Bildern vom Anglo-Australian. Heute sind diese Bilder in unserer Medienwelt publik, täglich verfügbar. Da kann der unter Streulicht allenfalls gemottelte M13 nicht lange fesseln.

Im Grunde spielt auch der Erfolg des "kleinen Goto" in genau diese Richtung. Der Einsteiger will was sehen, von erarbeiten ist keine Rede mehr.

Und genau da bin ich an dem Punkt, warum ich es für sinnvoll halte, dem Einsteiger die 8" als den wirklichen DeepSky-Einstieg darzustellen. Da geht es nicht nur um Auflösung von Kugelsternhaufen. Da geht es darum, daß nun endlich Details in den vielen kleinen planetarischen Nebeln auftauchen. Da hat man an M76 bei bestem Himmel die Chance auf die Schmetterlingsflügel. Die "Knoten" in der "Sanduhr" kann man beobachten. Der Eulennebel zeigt bei indirektem sehen seine Augen, usw... Und da ist man auf einmal in der Lage, wenigstens die groben Formen zu sehen, die wir von den Hubble-Fotos vorgesetzt bekommen haben. Und überhaupt sind nun viel mehr Objekte nicht mehr strukturlos, so daß man im Beobachtungsbuch kaum mehr als das Vorhandensein abhaken kann.

Ob der Einsteiger das nun will, ist seine eigene Entscheidung. Schließlich schaut man sich den Einsteiger individuell an, soweit das Medium es zulässt. Und der 114/900 ist immernoch der meist empfohlene. Nur sollte man auch die Ehrlichkeit besitzen, dem Einsteiger klar die Grenzen aufzuzeigen.
Das Thema, welche Illusion die Farbfotos in den Werbeprospekten im Einsteiger wecken, hatten wir zur Genüge.

Tja, wie Du siehst, könnte ich noch einige Zeit so weitermachen. Für mich hat das einfach etwas mit einer ehrlichen Einstellung gegenüber dem der um Rat fragt zu tun. Das nimmt dem 114/900 seinen (köstlich planetenbedeckten) Himmel nicht weg.

Und das spricht ja auch aus den letzten Absätzen Deines Postings.

Clear Skies
Sven
 
Hi Tom,

bei mir war das vor 21jahren und es war ebenfalls genau ein
12-40x40 spektiv! sag mal, hattest du vielleicht sogar das gleiche,
von eschenbach war das?

ja genau! Das Spektiv hatte zwei Ringe hintereinander für die Fokussierung und für den Zoom. Dabei war ein kleines Tischstativ, welches dann zu Weihnachten durch ein Photostativ ersetzt wurde.

zum thema:
du hast meiner meinung nach absolut und vollkommen recht,
denn ich kann mich noch sehr gut an die beigeisterung
meinerseits erinnern, als ich in besagtem spektiv zum
ersten mal M57 als unscharfes sternchen fand und sah,
nach einer monatelangen zeit des suchens!

ich kann mich noch sehr gut an die Faszination von der Phasengestalt der Venus erinnern.

im gegenteil: durch die schnelllebigkeit der heutigen zeit
und den anspruch, daß ein erlebnis sofort und intensiv sein
muß, ist es heute für einsteiger eher schwieriger als
damals, als man noch mit mehr bescheidenheit und geduld zu werke ging.

Und eben die Bescheidenheit und die Geduld sind IMHO die Eigenschaften die man für dieses Hobby haben sollte.


Grüsse,
Jochen
 
Hi Sven,

H
zu dieser durchaus sinnvollen und berechtigten Darstellung, muß ich mir auch meine Gedanken machen. Schließlich habe ich nun grade heute wieder die von Dir ganz oben genannten 8" propagiert.

Ist mir gar nicht aufgefallen, Du warst nicht der Auslöser für dieses Posting <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Der 8-Zöller ist leicht erschwinglich, und so muß man doch damit rechnen, daß der DeepSky-Interessierte schon nach kurzer Zeit (ich rechne bei "Selbstverdienern" im Stillen mit 2 Jahren) vom Einsteigergerät diesen Sprung macht.

Das ist ja auch ok. Deshalb auch meine Sätze den 4 Zöller gleich auf eine "richtige" Montierung zu setzen.

Jedes Teleskop hat seinen Himmel sagst Du, aber dann schau doch mal, was ich heute einem Einsteiger zu seinem 114/500 schreiben musste. Natürlich konnte ich eine Menge Objekte aufzählen, aber im Grunde wissen wir doch, daß in das Gerät ganz andere Erwartungen gesetzt wurden. So ein Gerät taugt irgendwie nur zur "Zweitoptik" mit sehr beschränktem Einsatzgebiet. Dazu die Plastikokulare...

Jep, Du hast da recht. Ich hätte in meinem ersten Posting 114/900 Newton schreiben sollen. Über die Plastikokulare müssen wir auch nicht diskutieren. Der Einsatzbereich des 114/500 ist Deep Sky mit kleiner Vergrösserung, das ist sein Himmel. Dieses Teleskop würde ich auch keinem Anfänger empfehlen.

Im Grunde spielt auch der Erfolg des "kleinen Goto" in genau diese Richtung. Der Einsteiger will was sehen, von erarbeiten ist keine Rede mehr.

Das ist sicher so, und das finde ich schade. Nur durch das erarbeiten lernt man den Himmel kennen.

Und genau da bin ich an dem Punkt, warum ich es für sinnvoll halte, dem Einsteiger die 8" als den wirklichen DeepSky-Einstieg darzustellen.

Es spricht nichts dagegen den 8" als Einstieg zu empfehlen. Es ist ohne Zweifel richtig, das hier viele Objekte erst richtig zur Geltung kommen. Mich hat nur gestört, das in viele Postings einem suggeriert wurde, dass man mit 4" nix machen kann.

Und der 114/900 ist immernoch der meist empfohlene. Nur sollte man auch die Ehrlichkeit besitzen, dem Einsteiger klar die Grenzen aufzuzeigen.

ACK.

Tja, wie Du siehst, könnte ich noch einige Zeit so weitermachen. Für mich hat das einfach etwas mit einer ehrlichen Einstellung gegenüber dem der um Rat fragt zu tun. Das nimmt dem 114/900 seinen (köstlich planetenbedeckten) Himmel nicht weg.

Und dieser Himmel ist IMHO sehr gross. Ich behaupte mal, das viele nach Jahren immer noch nicht alles gesehen haben, was mit einem 4" Teleskop machbar ist.


Grüsse,
Jochen
 
Hi Zusammen,

die Sache geht mir dennoch im Kopf rum. Und zwar durchaus anhand eines konkreten Falles.
Das sieht nämlich so aus, daß ja der aths, also der Arne, wirklich sehr verunsichert, und doch mit dem Willen zur Gründlichkeit sich auf sein immerhin zweites Teleskop vorbereitet hat.
Das ist ja nun gerade der 4" APO.
Nun ist es aber so, daß ich in den letzen zwei Wochen einige Male ohne eigenes zutun per Email oder im Gespräch zu hören bekam: "Ja, wenn das der Arne sehen würde..." Da ging es einmal um die Planetenleistung eines C8, dann um die eines 150mm MC, und schließlich einfach nur um Optik im Allgemeinen.
Jetzt sagt das ja wiederum nicht der Arne selber (nicht daß ich's wüsste). Und die Aussagen wurden ja nicht gemacht unter dem Motto "Arne, sei gefälligst unzufrieden".
Aber die Intention: "Der hat zu wenig Leistung für das viele Geld und seine Beobachtungsinteressen gekauft" war ganz klar.

Ich bringe es jetzt auch nicht, um auf Arne herumzuhacken. Sondern einfach, weil ich denke, daß es genau hier hingehört. Haben die zweifelnden Stimmen recht? Ist da etwas schiefgelaufen? Haben "wir" einen Fehler gemacht, oder hat Arne auf einem Fehler "bestanden"?
Ob man nun die Aussage trifft: "Der Arne hat sich gegen vielerlei Widerstand einen APO gekauft, und damit einen Fehler gemacht."
Oder ob man es umdreht: "Irgendwie haben wir dem Arne eine Obstruktionsphobie implantiert und damit einen Fehler gemacht."
Jedenfalls klingt es leider sehr polemisch, aber das hatte ich letzte Woche live im Ohr: "Wenn das der Arne sehen könnte!" Und das kam eben von erfahrenen Beobachtern, die den 4" APO gut einzuordnen wissen.

Jedenfalls bleibt da das Gefühl, daß die Sache schiefgelaufen ist. Und da die Stimmen nun von völlig unabhängiger Seite, oft scheinbar zusammenhanglos, auftauchten, wird es wohl nicht an der gekränkten Eitelkeit hängen, daß "meinem hochrichtigen Vorschlag" nicht blind gehorsam geleistet wurde.

Und da stelle ich mir nun auch die Frage: Wie weit kann man gehen mit "Jedes Teleskop hat seinen Himmel"? Unterschätzen wir den 4" APO so krass? Oder sind die Beobachtungsinteressen so verschieden? Oder hat Arne womöglich auf jemanden gehört, der ganz andere Beobachtungsziele als er selbst hatte? Der die Prioritäten anders setzt?

Und da bin ich wieder bei der angesprochenen Bescheidenheit, die den Gedankengang in mir weckte:
Ist denn die Bescheidenheit bei einem solchen Gerätepreis angebracht?

Abschließend: Es ist vielleicht schlimm genug, und für Arne unangenehm, daß ich diese Geschichte hier wieder anbringe. Sie ist eben nur ein praktisches Beispiel. Ich könnte ohne das nicht zum Ausdruck bringen, welche Gedanken sich da in mir tummeln.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

finde ich echt sympathisch, daß Du Dir die Sache so nahegehen läßt. Aber ich muß auch sagen daß ich ein ungutes
Gefühl habe, wenn hier Anfänger bereits denken, man braucht einen 8"er um überhaupt was zu sehen.
Ein 8"er ist halt sogar als Dobson nicht mehr so das handlichste und zum Beispiel Transport per Fahrrad oder
Straßenbahn läßt sich für mich kaum noch vorstellen.

Ich denke, was für ein Teleskop man hauptsächlich braucht, muß jeder so mit der Zeit selber herausfinden und
bei nicht wenigen wird es wohl so sein, daß sie es außer am Anfang ein paar Nächte nie mehr benutzen.

Ich habe letzten Herbst einem guten Bekannten das Lidl empfohlen und er hat es nur insgesamt 2mal benutzt.
Aber für die 100€, die er bezahlt hat, bekommt er es auch wieder los und wenn ihm die Monti zu schwer ist
kann er es auch aufs Fotostativ setzen. Alles noch billigere ist dann ja leider wirklich nur Schrott.

Ich habe mit einem 114/900er angefangen und muß sagen, daß das "Röhrchen" mir damals sehr groß und
unhandlich vorkam und ich allein 2 Tage brauchte, bis ich die Monti auf die Gegend einstellen konnte , die
ich beobachten wollte - da liegt der Vorteil der Dobse. Und daß ich bereits nach 6 Monaten mir einen 8"
Newton gekauft habe, weil mir die optische Leistung der 4" einfach zu mickrig war. Also genau der andere Fall.

Also mach Dir nicht zu viel Gedanken - NUR durch Fehler lernt man wirklich! Und die meisten hier im Forum
haben schon einiges angeschafft und wieder verkauft. Es geht bei Astro wohl auch gar nicht anders, da man
das Gerät oft monatelang haben muß, ehe man die entsprechenden Eindrücke zusammen hat (das ist auch so ein
Problem, immer wieder wollen Anfänger nach 2-3mal durchgucken das Gerät ersetzen, nur weil sie nicht
gleich eine supertolle Nacht erwischt haben).

Um Erfahrung zu gewinnen, muß man es einfach MACHEN! Und für den Anfang muß es nach meiner Meinung nicht
gleich ein 1000€ Telekop sein. Viel wichtiger ist ein Fernglas, Sternkarten und Bücher. Und viel viel Zeit für die
Beschäftigung mit der Materie. Und nicht die objektiv beste, teuerste Ausrüstung. Die wird sich der echte Amateur
mit der Zeit dann zwar sicher irgendwann doch anschaffen wollen, aber das gehört meiner Meinung nach nicht
ins Anfängerforum.

Gruß

PS: Öffnung ist natürlich KEIN WAHN, wozu bauen wir sonst die 4 Stück 8m VLT's in Chile
und überlegen an einem 100m "OWL" herum? schau doch mal da rein: http://www.eso.org/projects/owl/Links.html
 
Hallo Astrofreunde!

Ich bin selbst noch ein Anfänger und lese in diesen Foren seit ca. einem ¾ Jahr. Bis jetzt bin ich angenehm überrascht, mit welcher Hingabe und Ausdauer sich manche Profis den Fragen der Anfänger ( die nicht selten ein paar Seiten vorher schon beantwortet wurden) annehmen. Das ist nicht selbstverständlich. Ich habe dadurch schon so manches gelernt und brauchte bisher noch keine Frage stellen. Stand meist alles schon irgendwo <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />.

Aber es stimmt schon, daß einem als Anfänger manchmal das Gefühl überkommen kann: „meine Güte, ohne ordentlich Kohle und unter einem 8“ , brauchst Du Dich gar nicht erst mit dem Himmel beschäftigen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> .Ich habe solche ähnlichen Äußerungen schon bei einem, ansonsten sehr professionellen Anbieter gelesen. Nun ja, man kann sich davon beeindrucken lassen, muß es aber nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> .

Ich spechtel seit einem Jahr mit einem Fernglas. Erst mit einem Revue 7*50 und seit einiger Zeit mit einem TS 10*60 und - ja ich gestehe es - immer noch kein BAK 4 Spiegel irgendwo drin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> . Und trotzdem: ich erlebe bisher regelmäßig die Effekte, die ich hier von einigen Profis in diesem Thread beschrieben sehe. Man ist richtig stolz, daß man überhaupt ein paar Sternbilder erkennt und sich sogar schon durchhoppen kann. Und siehe da: M31, Orionnebel, M36,M37, M38 im Fuhrmann, Plejaden sowieso (aber immer wieder atemberaubend schön, obwohl mir der blaue Nebel natürlich bisher versagt blieb) etc. Natürlich half bei der Entdeckung auch das Wissen: da muß jetzt was sein und mit einer kleinen Essenz an Vorstellungskraft, konnte man dann so manchen nebligen Fleck deuten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> . Jede Entdeckung ist ein Erfolgserlebnis, zumal man sich ja der bescheidenen Mittel bewußt ist.

Die besagten Aussagen von manchen Professionellen (wie ich oben schon erwähnte), daß man doch unter einer bestimmten Summe von xxx Euro, es doch lieber erstmal sein lassen soll, bis man dann „soweit sei“, empfand ich schon immer irgendwie als unverschämt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" /> . Die Astronomie ist nun mal ein sehr teures Hobby und kann schnell manche Planung überspringen (wird es nicht als >schwarzes Loch< bezeichnet? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ). Doch sehe ich beispielsweise nicht ein, warum mir als jemand, der nicht gleich in die vollen gehen kann, die Freude am Himmel gänzlich versagt bleiben soll. Im Gegenteil: ich bin sogar schon soweit, daß ich gar nicht sofort in die Liga der Hyperlichtlegenden aufsteigen möchte. Ich hätte einfach die Sorge, daß ich zu schnell übersättigt sein könnte. Die Schritte wären mir einfach zu groß, zu schnell <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> .

Ich glaube, als Anfänger kann es nicht schaden, wenn man sich vielleicht am Anfang etwas mäßigt. Und ehrlich gesagt: wer so naiv ist und meint, er könnte gleich die Bilder aus Zeitschriften und Fernsehen erreichen, darf sich dann nicht beschweren. Ich muß ja nicht gleich nach einem Jahr, einen neuen Planeten entdecken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> . So mache mir keine Illusionen und weiß, was derzeit für mich am Himmel machbar ist und was nicht (und trotzdem gibt es immer wieder Überraschungen). Von meinem Level aus, ist im Prinzip jedes Teleskop eine Steigerung. Und so weiß ich, daß mein erstes Teleskop ein kurzbrennweitiger Refraktor sein wird. Für mich ein schöner Kompromiß und schon mal ein Supersucher für später.....für einen eventuellen Pentax 250 SD, MS-3600 mit Säule <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />


 
Und mit einem Teleskop der 4“ Klasse gibt es viel zu sehen.
Das möchte ich doch schwer hoffen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />




Jetzt sagt das ja wiederum nicht der Arne selber (nicht daß ich's wüsste).
Abgesehen vom Jupiter durch den 6" Refraktor der Sternwarte Rostock habe ich noch nie mit einer Optik > 4" ins All gesehen.
Haben "wir" einen Fehler gemacht, oder hat Arne auf einem Fehler "bestanden"?
Wenn ihr "Fehler" gemacht habt, dann folgende beiden: Nimm beim 102M bloß auf jeden Fall den 2" OAZ (der erst mal nicht lieferbar war, was die Sache lange verzögerte, bis sich ein neuer Geldsegen andeutete) und das 102M hätte einen Farbfehler. Mit dem Farbfehler habt ihr mich eigentlich mehr verrückt gemacht, als mit Obstruktion. Obwohl ich hierzu sagen muss, über 33% lineare Obstruktion heißt ja, dass die Hautspiegel-Scheibendicke dünner ist, als das Loch in der Mitte. Bei solchen Obstruktionskloppern hatte ich kein gutes Gefühl.

Ich bin ganz froh, jetzt keinen 8"-Spiegel zu haben. Der wäre kürzer, aber dicker, und schwerer. Als Grobmotoriker wäre das Justieren eines Kompakt-Spiegels wohl auch nicht so einfach, zumal ich in greifbarer Nähe keinen Astro-Amateur kenne, der da behilflich sein könnte. Ich hatte Angst, dass sich bei dem dann gekauftem Gerät ein Benutzungs-Widerwillen bilden könnte, aus unterschiedlichen Gründen. Zum Beispiel weil der Tubus übermäßig empfindlich wäre, ewig lange zum Auskühlen bräuchte usw. Die gewisse Lässigkeit, die erfahrene Astro-Amateure an den Tag legen, muss sich bei mir erst noch einstellen. Auch kann ich die Auswirkungen der Seeing-Anfälligkeit bei 8" vs. 4" ja nicht aus eigener Erfahrung beurteilen.

Jedenfalls habe ich bislang keinen Widerwillen vor meinem Gerät. Wenn ich mich nicht täusche, ist im Herbst oder Winter der Mond vom Balkon aus sichtbar, dann muss ich das Teil nicht mal runtertragen.
Ist denn die Bescheidenheit bei einem solchen Gerätepreis angebracht?
Das weiß ich nicht. Manchmal geht mir natürlich durch den Kopf: 'Was hast du getan?? So viel Geld für ein Fernrohr...' Allerdings ist das Rohr nicht alleine schweineteuer, für den Gegenwert des Berlebach-Stativs kaufen sich andere ein Komplettsystem inkl. Okularen, (von den Anschaffungskosten der GP mal ganz zu schweigen.) Andererseits, dank f/9 scheint der ED den Namen "Apochromat" für Himmelsbeobachtungen zurecht zu tragen. Dann die anderen Dinge, wie der gute 60-mm-Auszug, an dem man auch 2"-Okulare bekommen würde, bis zu 3° Gesichtsfeld, ohne Kompressor noch Kleinbildausleuchtung, ein Telekompressor würde auf f/6,5 verkürzen... mit LVs oder Barlows mit gängigem Vergrößerungsfaktor bekommmt man auch planetentaugliche Vergrößerungen hin. Lt. Vehrenberg sei der ED auf grün korrigiert, also visuell optimiert. Mir scheint, soweit ich das überhaupt beurteilen kann, einen besseren 4"-Allrounder würde man zu diesem Preis kaum bekommen. Die Frage bleibt natürlich, ob es nicht sinniger gewesen wäre, hier und da leichte Abstriche zu machen um den Preis deutlich zu drücken.

Ganz ehrlich, das was ich bislang als M13 sah, hat mich nicht befriedigt. Aus bestimmten Gründen ist die nächste Beobachtung frühestens in eingen Tagen möglich, bekäme ich M13 nicht am Rande in Sterne aufgelöst, wäre ich ziemlich enttäuscht. Außerdem habe ich den (wahnsinnigen?) Anspruch, dereinst Uranus als Scheibchen auszumachen, und bei gutem Seeing auf dem Göttervater Wolkenband-"Fransen" zu erkennen. Würden sich solche Erwartungen nicht erfüllen, müsste insofern von einem Fehlkauf gesprochen werden, dass die erhoffte Leistung nicht drin sei.

(Was kann ich eigentlich von M104 erwarten?)

Abschließend: Es ist vielleicht schlimm genug, und für Arne unangenehm, daß ich diese Geschichte hier wieder anbringe.
Passt schon. Mal sehen, was ich in einem Jahr zu meiner Entscheidung sagen werde. Andererseits wäre es natürlich fein, wenn sich dereinst die Gelegenheit ergäbe, erfahrene Gucker durch mein Rohr schauen zu lassen, um zu hören, was sie dann sagen; was sich aufgrund der Tatsache, kein Auto zu haben (nichtmal Fleppen, trotz meiner 26 Jahre) wohl leider noch etwas hinziehen wird.
 
Hallo alle miteinander,
ich, als Anfänger, erlaube mir mich auch zu Wort zu melden. Erst einmal finde ich es toll zu sehen das die Profis im Forum in der Lage sind Ihre Empfehlungen zu hinterfragen und kritisch zu betrachten. Ich halte die von Jochen angestossene Diskussion für sehr wichtig und für den Interessierten bzw. Anfänger hilfreicher als manch eine Öffnungs- oder Montierungsdiskussion nach dem Motto: Nimm bloss nicht Das sondern Dies und Jenes.
Ich habe vor 12 Jahren mit der Astronomie begonnen. Das ganze habe ich mit einem 10x50 Fernglas und Fotostativ getan. Ich habe Nächtelang Sterne, difuse Flecken, Juopitermonde usw. beobachtet. Für ein größeres Gerät reichte damals während des Studiums das Geld einfach nicht, da auch noch andere Hobbies da waren. Zu dieser Zeit gab es keine Diskusionsforen wie dieses hier, Oder? Meine Kenntnisse habe ich aus diversen Büchern dem Himmelsjahr und Karkoschka bezogen.
Es war manchmal schon frustrierend etwas über Dinge zu lesen die weit außerhalb der Reichweite meines Fernglases lagen. Trotz allem war ich vollkommen glücklich mit "meinem" kleinen Himmel. Das ganze ist in der Versenkung verschwunden bis letztes Jahr im Dezember. Ausglöst durch eine Astronomiesoftware kam die Lust all dies wieder zu beleben weider auf. Also Feldstecher rauskramen und mal schauen. War nicht schlecht aber das kannte man ja schon. Nun kommt Ihr ins Spiel <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Als ich dann das Forum entdeckt hatte fing ich an so ziemlich alles zu lesen.
Teilweise bin ich recht verunsichert und fragend ins Bett gegangen. Was soll man bloss machen jeder schreibt was anderes.
Also die alten Bücher weider rausgekramt und gelesen. Zum damaligen Zeitpunkt waren die Geräte die hier teilweise Anfängern empfohlen werden laut den Büchern für den erfahrenen und ernsten Hobbyastronomen gedacht.
So ändern sich die Zeiten. Daher finde ich es auch nicht verwerflich heute nicht mehr mit einem Lidl bzw. Tschibo Gerät zu beginnen. Aufgrund des Forums und der Berichte habe ich mich mit einer Vorauswahl an einen Händler gewendet. Dieser hat sich am Telefon sehr viel Zeit für eine Beratung und verständliche! Erläuterung der Vor und Nachteile der von mir angedachten Gerätschaften genommen (und das im Vor-Weihnachts-Trubel).
So kam ich zu meinem SkyWatcher 150/750 auf SkyView. Eine Anschaffung die ich bis heute nicht bereue. Aber es stellte sich heraus das ich früher mit dem Feldstecher einfach mal schnelle draußen war. Das fehlte mir irgendwie. Also, im Feb. noch einen 80/350 mit EQ1 Tischmonti gekauft. Ich war mittlerweile schon öfters mit dem kleinen Ding, Fotostativ, Rucksack und Fahrrad mal eben 2km im Grünen als ich den Newton in den Garten getragen habe. Damit möchte ich sagen, dass es viel mehr darauf ankommt das Gerät auch zu benutzen. Als "Wiedereinsteiger" merke ich immer noch das ich mich manchmal mehr mit der Technik und grundlegenden Dingen beschäftige als zu beobachten.
Mittlerweile habe ich ncoh ein gebrauchtes C-8 und einen Celestron 70/900 Refraktor erstanden. Die SkyView mußte einer HEQ-5 weichen. Der Okularkoffer platzt auch aus allen Nähten.
Ich finde das Beobachten mit dem Refraktor auf der EQ1 sehr angenehm, während dessen kann sich das andere Gerät aklimatisieren.
Wenn ich allerdings damit angefangen hätte wäre ich frustriert gewesen.
Der Netwon ist was die Details angeht und den Anblick des Himmels einfach "schöner".
Nicht desto Trotz finde ich 400,- bis 600,- Euro für einen Anfänger viel Geld. Aber in der Hauptsache muß ich hier im Forum feststellen das diese Summe bei den meisten wohl ohne Probleme in Betracht kommt.
Als Anfänger verstehe ich, vielleicht naiver Weise, immer noch den Jenigen der nicht weiß ob das eines seiner Hobbies wird oder er nur mal ab und zu nach dem Mann im Mond schaut.
Diese Leute werden in der Tat verunsichert. Man muß sich aber auch fragen, ob nicht viele vollkommen fehlgeleitet durch schöne bunte Bilder (gerade aktuell Mars) viel zu hohe Erwartungen haben.
In all den Diskussionen um die Geräte kommt meiner Meinung nach das "Was und Wie kann ich was erklennen" nicht rüber. Seltsamer Weise wird auch selten danach gefragt.
UUps das ist ja ein Roman geworden, Sorry.

Zum Schluß möchte ich aber noch eine Lobhuddelei an all die "Alten Hasen" loswerden: Danke das Ihr Euch so viel Mühe gebt um das faszinierende Hobby anderen zugänglich zu machen und immer hilfsbereit zur Seite steht auch wenn die Fragen zum 100sten Male gestellt werden.


CS

Frank
 
Hi Sven,

Aber die Intention: "Der hat zu wenig Leistung für das viele Geld und seine Beobachtungsinteressen gekauft" war ganz klar.

Zun wenig Leistung für viel Geld kann man bei einem APO durchaus sagen. Ich würde auch keinem Anfänger zu einem APO raten. Meiner Meinung nach bietet der APO die maximal mögliche Leistung für die Öffnung zu einem wahnsinns Preis. Ob jetzt aber damit jemand zufrieden ist oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn ein Anfänger das Geld dazu hat und unbedingt einen APO will, so ist es ok wenn er in sich kauft. Wobei ich aber der Meinung bin, dass er die Leistung des APO mangels Beobachtungserfahrung (noch) nicht nutzen kann.

Ich bringe es jetzt auch nicht, um auf Arne herumzuhacken. Sondern einfach, weil ich denke, daß es genau hier hingehört. Haben die zweifelnden Stimmen recht? Ist da etwas schiefgelaufen? Haben "wir" einen Fehler gemacht, oder hat Arne auf einem Fehler "bestanden"?

Arne hat viel gefragt und viele Antworten bekommen. Daraus hat er sich seine Meinung gebildet. Ob seine Entscheidung richtig war kann nur er wissen. Im wurde auch gesagt dass er zuerst mal durch die unterschiedlichen Teleskoptypen durchschauen soll, und sich dann für sein Teleskop entscheiden soll. Und genau das halte ich für sehr wichtig für einen Anfänger. Der eine ist mit einem 4" f/10 FH zufrieden, der andere findet den Farbfehler schon als störend. Das ist wie vieles andere bei der Teleskopwahl, z.B. Dobson oder parallaktisch, eine sehr subjektive Sache. Mir persönlich liegt ein Dobson überhaupt nicht.


Und da stelle ich mir nun auch die Frage: Wie weit kann man gehen mit "Jedes Teleskop hat seinen Himmel"?

Für die Empfehlung an einen Ampfänger kann man damit so weit gehen, dass er ein Teleskop bekommt mit dem er alles ein bisschen kann um Erfahrungen zu sammeln. Ein 114/900 Newton ist da genauso geeignet wie ein 102/1000 Refraktor.

Unterschätzen wir den 4" APO so krass? Oder sind die Beobachtungsinteressen so verschieden?

Wohl eher letzteres. Wobei der 4" APO vielleicht auch von einigen unterschätzt wird.
Das der 4" APO nicht DAS Deep Sky Gerät ist, ist klar. Aber beim Planeten macht er eine sehr gute Figur. Ich konnte das erst vor kurzem live sehen. Mein 4" TMB im Vergleich zu einem recht ordentlichen 200/1200 Meade Newton am Mars. Immer für die kurzen Augenblicke wo die Luft ruhig war, konnte man im Newton mehr Details erkennen. Für den Rest der Zeit war das Bild im APO ruhiger, schärfer, einfach ästethischer. Letztendlich ist es Geschmacksache was einem wichtiger ist.
Interessant war noch, dass der APO mit UHC-Filter am Cirrus Nebel mindestens gleich viel zeigte wie der Newton OHNE Filter. Grenzgrösse war im Bereich 5 - 5.5 mag. Natürlich war mit dem Newton und UHC FIlter klar wer das Rennen gewinnt. Damit will ich auch nur sagen, dass der Anfänger nicht nur das grösste für ihn ereichbare Teleskop kaufen sollte, sondern auch noch Geld für sinnvolles Zubehör übrig lassen sollte.



Grüsse,
Jochen
 
Hi,

....und das 102M hätte einen Farbfehler. Mit dem Farbfehler habt ihr mich eigentlich mehr verrückt gemacht, als mit Obstruktion.

Das ist das, was ich bereits geschrieben habe: für einen Anfänger ist es wichti sich das alles live anzusehen. Die Sache mit dem störenden Farbfehler ist eine sehr subjektive Sache.
Ich bin ganz froh, jetzt keinen 8"-Spiegel zu haben. Der wäre kürzer, aber dicker, und schwerer.

Meine Worte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Mir scheint, soweit ich das überhaupt beurteilen kann, einen besseren 4"-Allrounder würde man zu diesem Preis kaum bekommen.

Der 4" ED bietet dir die annähernd maximale Leistung was mit 4" möglich ist. Es bleibt ein kleiner Restfarbfehler, der vollends zu beseitigen wäre, was aber die Sache wieder um einiges teurer macht.

Ganz ehrlich, das was ich bislang als M13 sah, hat mich nicht befriedigt. Aus bestimmten Gründen ist die nächste Beobachtung frühestens in eingen Tagen möglich, bekäme ich M13 nicht am Rande in Sterne aufgelöst, wäre ich ziemlich enttäuscht.

Suche Dir einen Platz mit wirklich dunklem Himmel. Das ist hier das wichtigste. Dann wird der Randbereich in Sterne aufgelöst sein.

Außerdem habe ich den (wahnsinnigen?) Anspruch, dereinst Uranus als Scheibchen auszumachen, und bei gutem Seeing auf dem Göttervater Wolkenband-"Fransen" zu erkennen. Würden sich solche Erwartungen nicht erfüllen, müsste insofern von einem Fehlkauf gesprochen werden, dass die erhoffte Leistung nicht drin sei.

Ersteres ist überhaupt kein Problem, letzteres wie Du schon gesagt hast vom Seeing abhängig. Und auch von Deiner Geduld. Um viele Details zu sehen, bracuht man viel Zeit und auch Erfahrung am Okular um das zu erfassen.


Grüsse,
Jochen
 
Tja

Ich als Anfänger möchte auch noch ein paar Worte los werden.
Ich habe mit nem Kaufhausteleskope Refraktor 70/700 Marke: " unbekannt" angefanngen so mit 10 Jahren. Allerdings war die Freude in den kalten windigen Winternächten schnell weggeblasen. Jetzt, drei Jahre später habe ich mir mit Müh und Not ein Newton 130/900 geleistet. Ich bin sehr begeistert auch wenn ich nicht die einzelnen Sterne von M13 erkennen kann so erkenne ich doch die Ringgestalt von M57 und bin jedes mal ganz happy wenn ich ein ein neues Himmelsobjekt sehen darf und finde. Ich lese sehr viel von Astronomie und durch mein noch ganz neues Teleskop angespornt stehe ich um 4:00 MESZ und beobachte Saturn. Ich bin, auch wenn es kein Sternwartenteleskop ist, sehr begeistert. Allerdings kam mir auch schon der gadanke ien grösseres zu kaufen, ein 200mm Öffnung, der Gedanke hat sich ganz fies eingeschlichen, dieser Öffnungswahn. Doch ich konnte mich wieder zurückreissen in der Überzeugung das mein Teleskop auch sehr gut ist asserdem sehe ich das was ich sehen wollte und ich kann es leicht transportieren. So bin ich mit meinem Skywatcher Newton 130/900 sehr zufrieden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Hallöchen Arne und die anderen,
ja der Öffnungs-, Obstruktions- und F arbfehlerwahn.

Es ist einfach so, dass man sich an die sache herantasten muss, sonst sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Da es niemals das obtimale Teleskop für alle Anwendungen gibt, kann nur jedes Teleskop richtig sein, soweit es keine Gurke ist.

Wichtig denke ich ist neben vielen anderen schon geposteten Aussagen auch die Erkenntnis, das die verschiedenen Teleskop(arten) nicht nur Schwächen, sondern auch stärken haben und nur dafür (und nichts anderes) auch zu gebrauchen sind bzw. eingesetzt werden sollten.

Leider gibt es heute neben der Vielfalt erzwungener Maßen auch viel Schrott bzw. falsch konstruierte Teleskope. Ich bin mir z. B. nicht sicher, ob ein 159/900 Achromat ein Schnäpchen ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> . Sowas kann eigentliche nicht gut gehen, nur mal so als Beispiel ... und vor solchen "Geschenken" sollte man hier im Forum Anfänger warnen.

Hallo Arne, ein ED ist sicher nicht falsch, aber eben nicht die Deep Sky Kanone ... aber das wußtest Du auch durch die vielen Infos hier im Forum. Ich denke, Du wirst Deine Entscheidung schon richtig (nach Deinen Wünschen) getroffen haben.

Gruß Burkhard
 
Hallo Sternfreunde!
Ich bekenne mich dazu, auch erst vor Kurzem in diesem Board behauptet zu haben, daß für deeeep sky 8 Zoll die sínnvoll untere Grenze darstellen! Dazu stehe ich nach wie vor. Natürlich kann man auch eine nahezu unüberschaubare Anzahl an Objekten mit weit geringerer Öffnung sehen und durchaus seine pure Freude haben aber - und diese Aussage richtete sich an den Sternfreund, der bereits weiß was sein bevorzugtes Betätigungsfeld sein wird - soll es deep sky sein, nimm acht Zoll. Ich habe schon zuoft erlebt, daß jemand sich ein Vierzöller gleich welcher Art gekauft hat und dann enttäuscht war, daß lichtschwache Objekte nicht oder nur schwerlich zu erkennen waren. Wenn also ein Sternfreund weiß, wohin die Reise gehen soll - deep sky - dann kann ich nicht mit gutem Gewissen einen Vierzöller empfehlen - genauso wie ich keinem Sternfreund der auf Planeten geht einen kurzbrennweitigen Refraktor empfehlen würde.
Sternklare Nächte
Berthold vom WIDATO
 
Hi Jochen,

was der Öffnungswahn für preisliche Folgen hat, kann man an der kleinen Tabelle sehen:

"Gerät"...Öffnung...Fläche...Gewinn in m

Auge...........7mm.....49mm^2......0
16 x 40.........40........1600........3.8
80/1200........80.......6400.........5.1
150/1200.......150....22.500.......6.5
200/1000.......200....40.000.......7.2
1060/15000...1060....1 Mio........10

Man sieht also: Der Reichweite-Gewinn wird mit größerer Öffnung immer geringer pro EURO.

DAs effektivste ist ein gute Fernglas, bringt für 50 EURO den relativ größte Gewinn an Größenklassen.

Effektive Grüße und
cs
jorgos
 
DEN richtigen Weg gibt es nicht

Hallo Leute,

Öffnungswahn? Ein kompliziertes Thema. Da war es früher wohl wirklich einfacher. Die Rohre waren extrem teuer und so tummelten sich alle im Bereich 2"-5" und sahen trotzdem viel vom Himmel.

Fakt ist, dass man auch mit den kleinsten Röhren gut Astronomie betreiben kann - das Wissen aus den Büchern lässt sich an vielen Objekten nachvollziehen und langweilig würde es auch mit den Geräten nicht werden.

Jemand, der sein Hobby alleine und für sich betreibt, wird auch heute noch damit durchkommen. Schwierig wird es erst dann, wenn man mit anderen beobachtet oder sich im Internet umsieht. Wenn man mit seinem 70er Refraktor neben anderen Kollegen mit Geräten der 8"-Klasse beobachtet - wer hält das lange aus? Irgendwann will man das Dunkelband oder die Andeutung der Spiralarme auch sehen, das wird 95% aller Beobachter so gehen, es ist menschlich.

Nur eines sollte klar sein: Für das Verständnis und die Faszination der Astronomie ist das nicht nötig. Das hängt von ganz anderen Faktoren ab. Aber aus dem Umkehrschluss wird nichts. Man kann niemandem empfehlen, sich erst lange mit einer kleinen Röhre zu beschäftigen, auch wenn es ausreichend wäre - dadurch wird in dem Menschen nicht mehr Verständnis entstehen und durch einen 8"-Zöller wird es nicht weniger sein.

Das hängt nämlich einzig und alleine von dem Menschen selbst ab. Ist er jemand, der sich für eine Sache faszinieren kann oder ist er jemand, der nur auf möglichst einfache und schnelle Weise die Eindrücke der optischen Wahrnehmung erfahren möchte? Für letzteren ist möglicherweise sogar der Einstieg mit einem möglichst großen Teleskop das Richtige. Wenn er genug gesehen hat und sich nicht mit dem "Virus" infiziert hat, kann er es ja wieder verkaufen.

Fazit: Es gibt mehrere Arten, sich mit der Astronomie zu beschäftigen. DEN empfehlenswerten und richtigen Weg gibt es nicht. Ein MUSS zu großen Röhren gibt es nicht, aber sich zwangsweise mit kleinen Röhrchen zufrieden zu geben, ist auch nicht die richtige Empfehlung.

Ich selbst bin innerhalb von einem Jahr von 2,5" (Spektiv) über 4" (FH-Refraktor) auf 8" (Newton) gekommen und habe noch heute, nach bald drei Jahren Astronomie, das Gefühl, dass es zu schnell ging. Mit dem 4"-Zöller hätte ich mich noch lange beschäftigen können und der 8"-Zöller hat mein Verständnis für die Astronomie nicht erweitert. Das passierte in den Stunden, in denen ich mich wirklich mit den Objekten beschäftigt habe und nicht nur verglichen habe, wie ein Objekt in meinem und in den Geräten der Kollegen aussieht. Letzteres macht aber auch Spaß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

 
Re: irgend wann "braucht" man einige Geraete ;-)

Hallo,

Als stadtgeplagter und horizontverdunsteter und nur selten so richtig "Deepskybeobachter" ist man fruher oder spaeter mobil :-) Endlich kurzer Urlaub in den Bergen bei angenehmer Dunkelheit und fast Horizontsicht (Erlaufsee in A). Neben Frau, Sohn , Koffer, Wandergepaeck usw. war auch ein genau in den Kofferraum eingepasster Holzkoffer mit einem 102/1000 sowie einem 102/500 Refraktor - der 250/1250 DOB blieb zu Hause, weil sonst die Frau oder Sohn dieses Schicksal erlitten haetten ;-) Mit noch zwei Taschen mit Zugehoer und Literatur und Karten und noch extra ein 10 bis 25 mal 60mm Feldstecher ..... Geplant war an hoffentlich klaren Abenden bequem und vorbereitet den tiefstehenden Schuetzen zu durchsuchen, was aus der Stadt bisher unmoeglich war...
Endlich Abend - da ist er - Aufbau des 102/500 parallaktisch ... fertig nach so 25 Minuten und der Horizont ist im Dunst ... zzz ... ein wenig in Zenitnaehe in abenteuerlicher Haltung .... dann Mars - im 102/500 nicht so berauschend ... Uberlegung ob der 102/1000 noch aus dem Kofferaum soll .... der Dunst steigt hoher und die Turnuebeung bleibt erspart .... Haette ich den Dobson 250/1250 mitgehabt, dann waeren sich so 15 Minuten ausgegangen ... (eindeutig beginnender "Wahn" ;-))
Am naechsten Tag fast das selbe Spiel, nur dass ich erst gar nicht aufbaute und mit nur kurz die Sternstellungen einpraegte bis der Dunst und Wolken kamen....
Wieder eine Nacht spaeter sass ich mit dem Feldstecher 60 mm Duchmesser auf einer bequemen Bank am See und hatte innerhalb von 30 Minuten so etwa 12 Erstsichtungen von Deepskyobjekten im Schuetzen hinter mir - volle Begeisterung, denn kurze Zeit spaeter zog es wieder zu ....
Andererseits habe ich mit dem DOB z.B. schon (frueher) M33 mit angedeuteten Spiralarmen gesehen und moechte das Erlebnis nicht missen...

Fazit wie mein Vorschreiber: den geeignetsten Weg gibt es nicht, neben dem "Wahn" der Spiegelgroesse ;-) ist vielleicht auch die Abruestung (oder Parallelanschaffung) von kleineren (transportableren) und flott verwendbaren (Feldstecher) sinnvoll... unabhaengig davon ist bei geeigneten Bedingungen der Beobachtungsgenuss mit groosem Durchmesser aeusserst suchtgefaehrdend ... man "braucht" mehrere Geraete ;-) ...

MfG Anton Gabriel
 
Hallo,

der Wechsel zum größeren Teleskop bringt natürlich zunächst das freudige Gefühl, wie toll die bekannten Objekte nun und im Vergleich zum kleineren Gerät aussehen. Nur hat man diese freudige Probierphase schnell durch und so richtig viel zeigt das Teleskop ja doch nicht. Es gibt immer ein größeres, dass die Objekte noch deutlicher zeigt.

Die Beobachtungsstunden, die ich nicht vergessen habe, hatten aber nie diesen Charakter. Es sind vielmehr Erlebnisse wie das erste Auffinden von M57, die Suche und Beobachtung eines schwachen Kometen über einen längeren Zeitraum, die Verfolgung eines sich schnell bewegenden Asteroiden, die Verfolgung der Wanderung der Jupitermonde und deren Schatten, die Entdeckung von Einzelheiten in Galaxien nach längerer Betrachtung...

Diese Erlebnisse kann ich aber keinem Teleskop mehr zuordnen, es gab sie mit beiden Teleskopen (früher 4"-Refraktor und später 8"-Newton). Die Öffnung war hier eher unwichtig.

 
Hallo,

nur als Anmerkung zu M13: Die Sterne in M13 haben Helligkeiten von 12m und abwärts. Die muß
man erstmal erreichen, um sie aufzulösen. Das kann bei hellem Himmel mit 4" schon unmöglich
sein, geht aber bei dunklem Himmel ganz gut. Zumindest mit meinem 4,5" Newton.
 
Re: irgend wann "braucht" man einige Geraete ;-)

Moin zusammen!

Interesanter Thread <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> - hier ein paar Gedanken meinerseits zum Öffnungswahn.

Immer wieder muß ich in mich hineingrinsen oder den Kopf schütteln, mit
was für Vorstellungen absolute Neueinsteiger an unser Hobby herangehen. Da
muß es gleich eine Optik sein, die neben DeepSky- auch Planeten-tauglich ist,
ach ja - und fotografieren muß natürlich auch gehen. Was für Macken die
einzelnden Geräte dann haben (Newton-Justage, Farbfehler, Gewicht), davon
ist nur wenig die Rede. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht und was
nützt die schönste Groß-Optik, wenn man vom Himmel selbst keine Ahnung hat.
Sehr oft fehlen ja selbst die elementarsten Grundkenntnisse bei der Technik.

Die Frust-Gefahr halte ich für sehr hoch bei Anfängern. Da wird nicht gefunden,
was man will, da wird nicht gesehen, was Bilder zeigen, da bockt die Technik.
Achja - und saukalt, feucht und dunkel ist es nachts auch... ;-) Wieviele geben
ihn neues Hobby klammheimlich schnell wieder auf, wenn's nicht gleich im Okular
"knallt"?

Wenn ich mich in meiner nächsten Umgebung umschaue, stelle ich fest, daß die
meisten Leute teilweise jahrelang mit 4-4,5"-Optiken beobachten. "Öffnungswahn"
geht m.M. doch noch an vielen Leuten vorbei, inbesondere bei - wie ich sie
nenne - "Quartalsspechtlern". ;-) Aus diesm Grund empfehle ich den meisten
Interessenten erstmal eine 4,5"-Optik auf solider Basis. Auf größere Geräte
kann man immer noch umsteigen, das tut bei den heutigen Preisen nicht mehr so
weh wie früher.
Erstaunlich ist bei vielen immer der Run auf große Geräte. Ich habe im Verein
viel mit absoluten Laien zu tun, da merkt man das deutlich. Witzig dagegen
eine Episode von neulich: Ein Vereinskollege kam mit seinem 30 Jahre alten
Questar daher - das Gerät war mit der absolute Star an diesem Tag und ent-
sprechend umlagert. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Mich persönlich reizen große Optiken nur mäßig, bei mir regiert weniger der
Öffnungs- als vielmehr der "Gerätewahn"! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Ich hab' auch kein Problem damit,
meinen 76er Newton in stockdunkler Nacht aufzustellen, wenn andere nebenher
mit 8 und 10 Zoll eine Funzel nach der anderen bejubeln. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Das ist eben
Einstellungssache...

Angefangen habe ich 1978 mit einem 4,5"-Newton von Quelle, der bei heutiger
Betrachtung wahrscheinlich ein grauseliges Bild lieferte. Später dann
besaß ich über 15 Jahre lang nur ein 8x56-FG und einen windigen 50 mm-
Refraktor. Kinners - ich kann euch sagen: Das übt! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Seit den Kometen-
Ereinissen 1996/7 ging es hier zwar "etwas" hektischer zu, was die Geräte-
wahl und -anzahl angeht, aber trotz alledem tendiere ich immer noch zu Optiken
z.T. weit unter 8".
 
hallo antonius,

meines wissens nach haben die hellsten sterne in
M13 etwa 10m (lt. herschel) bis 11m (lt. dreyer).

unter 6m0-himmel sehe ich im 70mm refraktor (lidl)
bereits die ersten einzelsterne, der übrige rand von M13 ist
körnig.

im 102mm refraktor sowie im 102mm Mak kann ich M13
schon unter 5m5-himmel im randbereich auflösen,
schätze mal grob so etwa 30-50 sterne. die ersten
sterne auch vor dem zentrum tauchen auf. hier würde ich
beginnen von "auflösung" zu sprechen.

selbst unter meinem stadthimmel mit etwa 4m8 kann ich bei
4" auch schon die ersten randsterne erkennen, ähnlich wie
bei 70mm unter 6m0-himmel.

unter gutem 6m2-himmel bei 4" öffnung sind die randbereiche
schon prächtig aufgelöst und auch im zentrum etliche sterne
zu sehen. hier würde ich sagen fängt es an in den randbereichen
von sternen zu wimmeln.

ich denke, arne fehlt einfach noch etwa beoachtungsübung.
mit der zeit wird er mit seinem 4"-gerät immer mehr sterne
in M13 sehen.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo,

ok, ok, dann sind es eben 10m-11m Sterne. Aber der Himmel muß
trotzdem dunkel genug sein, um die zu sehen. Ich denke
aber wir sind uns da einig, wenn man die Grenzgröße von 11m nicht
erreicht, weil der Himmel mies ist, dann ist Essig mit Sterngesprenkel
in M13.
 
Re: Seeing, Durchsicht und Streulicht

Hallo Tom,

da hier viele Anfänger mitlesen, sollte man an dieser Stelle nicht vergessen zu erwähnen, dass es Nächte gibt, in denen M13 auch durch große Öffnungen sehr mau aussieht - eine Wolke, kaum Sterne. So einfach kann man es nicht an der Öffnung und am Typ festmachen - bei fast keinem Objekt...vielelicht am Mond.

Licht und Seeing beeinflussen die Darstellung im Teleskop enorm, selbst bei oberflächlich betrachtet gutem Himmel. Manchmal wechselt dass Seeing oder die Durchsicht richtig schnell. In Selent am letzten Wochenende habe ich den Mars mit Armin Quantes 8"-Dob beobachtet und nur kurz mit meinem eigenen 8er. Dabei fand ich die Abildung seines Selbstschliffs nur minimal besser.

Etwas später stellte wollte ich mit meinem eigenen Dob den Mars richtig in Ruhe und konzentriert beobachten, aber nichts war. Die Durchsicht und auch das Seeing hatte sich innerhalb von wenigen Minuten so stark verschlechtert, dass ich schon an meiner Optik zweifelte. Obwohl ich um diesen Umstand weiss, konnte mich erst ein Blick durch Armins Teleskop, der mir dann den gleichen Matsch zeigte, wirklich beruhigen.

Wie oft mögen wohl Teleskope falsch eingeschätzt werden und Anfänger an ihren Geräten zweifeln, nur weil Seeing und Durchsicht ihnen einen Streich spielen...schließlich war es ja ein Vergleich "unter gleichen Bedingungen" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

 
Re: DEN richtigen Weg gibt es nicht

Hallo Torsten,

Fazit: Es gibt mehrere Arten, sich mit der Astronomie zu beschäftigen. DEN empfehlenswerten und richtigen Weg gibt es nicht. Ein MUSS zu großen Röhren gibt es nicht, aber sich zwangsweise mit kleinen Röhrchen zufrieden zu geben, ist auch nicht die richtige Empfehlung.

da bin ich voll und ganz Deiner Meinung. Ich habe ja auch nie behauptet dass es ein Fehler wäre, einem Anfänger einen 8 Zöller zu empfehlen. Mir ging es im wesentlichen um die Aussage "Unter 8 Zoll nix los im Deep Sky Himmel".
Ich bin aber auch der Meinung, dass der Anfänger seinen Weg erst finden muss. Die meisten wollen am Anfang alles machen. Bei dem einen treten die Planeten in den Vordergrund, beim anderen Deep Sky. Der eine nur visuell, der andere wird zum Astrofotografen. Und genau dafür ist ein 4 Zöller genauso geeignet wie ein grösseres Teleskop, und das bei weniger Geldeinsatz und somit weniger Verlust wenn dieses nach einiger Zeit wieder verkauft wird. Letztendlich ist es die persönliche Entscheidung jedes einzelnen....es sollte ihm nur nicht eingeredet werden dass man mit so einem mickrig kleinen 4 Zöller...aber jetzt wiederhole ich mich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Grüsse,
Jochen
 
Hallöchen,
habe M13 im 90mm Refraktor bei absolut dunklem Himmel mal gesehen ... wie ein Schatz Diamanten im dunkeln, die von innen heraus leuchten. Es geht wirklich.
Gruß Burkhard
 
Hallo,

ich sag ja auch nichts anderes. Es kann nur schon mal knapp werden, wenn der Himmel
schlecht ist. Bei gutem Himmel muß es aber mit 4" immer klappen.
 
Hallo


Ich zähle mich auch noch zu den Anfängern dieses wunderschönen Hobbies. Ich selber spechtel jetzt "schon" seit ungefähr einem Jahr. Leider habe ich die Erfahrung machen müssen die hier schon jemand vortrefflich beschrieben hat. Ich hatte keine Ahnung von Teleskopen, kannte diese Seite hier nicht und wollte natürlich all die schönen Bilder im Teleskop sehen, die man halt meistens so suggeriert bekommt.

Der Schuß ging bei mir voll nach hinten los. Angefangen vom Kaufhaus Refraktor über einen 10" Dob bis hin zum kleinen 114 Goto.

Ich möchte keine Wertung zu den einzelnen Geräten hier abgeben. Denn jedes Teleskop hat seinen Himmel. Aber wenn ich eines schmerzlich gelernt habe- ohne eine wirklich sehr gute Vorbereitung, ohne Theorie und ohne Gedult wird man vermutlich nie ein Objekt finden oder das Hobby schnell wieder aufgeben.

Mittlerweile habe ich ein sehr schönes 8" Teleskop auf einer vernünftigen Montierung. Dazu ein Telrad und Telradkarten.

Und ich muß sagen- es macht einen Riesenspaß sich schon am Nachmittag hinzusetzen, die Telradkarten nach den Objekten zurecht legen die man beobachten möchte. Dann den Karkoschka- oder andere gute Bücher- dazu nehmen und sich über die zu beobachtenden Objekte informieren.

Und jedesmal wenn man wieder etwas entdeckt hat ist es ein tolles Gefühl, wieder hat man ein Erfolgserlebnis <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Ich sehe mir auch immer wieder M13 an. Unter guten Bedingungen sieht er wirklich aus wie ein gold leuchtendes Nadelkissen, so wunderschön und bis ins Zentrum aufgelöst. Alleine dieser Anblick (als ich ihn zum erstenmal sah, schrie ich mitten in der Nacht auf der Terasse "JAAAAA" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) war unbeschreiblich schön.

Aber es kommt wirklich auch auf's Seeing an. Denn an manch anderen Tagen, auch bei klarem Himmel, habe ich M13 nicht mehr so eindrucksvoll im Okular.

Egal welche Öffnung man auch hat, eines darf man nie tun: Aufgeben!


Gruß Murdock
 
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