JochenK
Aktives Mitglied
Hallo,
Immer wieder stoße ich in diesem Board auf Aussagen wie: “Für Deep-Sky braucht man mindestens 8“ , oder: “Unter 8“ macht es keinen Spass“ o.ä. wenn ein Anfänger fragt, welches Teleskop er denn nun kaufen soll.
Sicher, der Anblick vom bis ins Zentrum aufgelösten M13 im 10/12/16“ Newton ist beeindruckend. Das “Wandern“ durch den Cirrusnebel unter dunklem Himmel erst recht, wenn man von Minute zu Minute mehr Details erkennt. Aber, ihr 8/12/16“ und mehr Besitzer: denkt doch mal an eure eigene Anfängerzeit zurück. Mit was habt ihr angefangen? Die meisten wahrscheinlich mit einem 4“ Newton. Hattet ihr damit denn keinen Spaß? Habt ihr damit denn nicht das wichtigste, was der Anfänger überhaupt tun kann, nämlich den Sternenhimmel kennenzulernen, erlebt? Habt ihr euch nicht gefreut, wenn ihr wieder ein Messierobjekt nach langer Suche zum ersten Mal beobachtet habt?
Sicher ist im 4“ Teleskop vieles nur ein verwaschener nebliger Fleck. Aber was beobachtet ihr mit euren Geräten? Doch nicht nur M13, M27, M42, M57 usw. Ich bin sicher, dass ihr genauso wie ich es mit einem 12“ Dobson getan habe, auch Objekte beobachtet, von denen der Anfänger noch nie gehört hat, und die er mit seinem Teleskop auch nie sehen wird. Und was seht IHR dann bei diesen schwachen Objekten ... einen verwaschenen nebligen Fleck, LOL. Aber ihr findet das dann ungemein faszinierend, nicht wahr? Ist es ja auch, genauso faszinierend, wie wenn der Anfänger in seinem 4“ Newton einen nebligen Fleck sieht!
Ich habe vor 20Jahren als 12jähriger Schüler auf meinen Wunsch hin mein erstes Teleskop geschenkt bekommen. Ein 40mm(!) Spektiv mit 12-40 facher Vergrösserung. Dann kam mit 14 der 4“ Newton. Ein paar Jahre später ein C8 und dann, angesteckt vom Öffnungsfieber, der 12“ Newton auf einer Dobsonmontierung. Und jetzt? Jetzt habe ich einen 4“ TMB APO auf einer GP-Montierung. Warum? Weil ich innerhalb von 5 Minuten alles was ich zum Beobachten brauche ohne Schweißausbrüche im Auto verstaut habe, und am Beobachtungsplatz genauso schnell aufgebaut habe. Ich hatte keine Lust mehr einen 20kg schweren, 1,6m langen Tubus von der 2.Etage durchs enge Treppenhaus zu schleppen und vorher noch das Auto umzubauen, dass ich auch einladen kann. Und getreu dem Motto „Das beste Teleskop ist jenes, welches man am öftesten benutzt„ eben jetzt wieder das kleine Teleskop.
Also liebe Anfänger: jedes Fernrohr hat seinen Himmel. Und mit einem Teleskop der 4“ Klasse gibt es viel zu sehen. Es gibt einige großflächige Objekte wie z.B. offene Sternhaufen, die in eurem Teleskop IMHO besser aussehen, als im dicken Newton, weil ihr kleinere Vergrößerungen nutzen könnt. Kauft euch nicht unbedingt das größte Teleskop, dass ihr euch leisten könnt. Denkt daran, dass das Teleskop nur die eine Hälfte dessen ist, mit was ihr beobachtet. Die andere Hälfte ist das Okular. Lieber ein kleineres Teleskop, und vom gesparten Geld ein paar hochwertige Okulare. Dass müssen keine Nagler sein, ein gutes Plössl tuts auch. Die Okulare sind selten eine Fehlinvestition, weil diese an (fast) jedem Teleskop einsetzbar sind.
Und wenn ein 4“ Newton oder Refraktor auf eine vernünftige Montierung wie die GP gesetz wird, ist auch der Weg nach mehr Öffnung wie z.B. ein 8“ SC oder 8“ Newton offen in dem nur eine neue Optik gekauft wird.
Und das alles bitte jetzt nicht falsch verstehen. Ich gönne jedem sein Teleskop in welcher Grösse auch immer. Egal ob Anfänger oder alter Hase. Mir stossen nur jedesmal die Aussagen mit denen ich das hier begonnen habe etwas sauer auf.
Clear Skies,
Jochen
Immer wieder stoße ich in diesem Board auf Aussagen wie: “Für Deep-Sky braucht man mindestens 8“ , oder: “Unter 8“ macht es keinen Spass“ o.ä. wenn ein Anfänger fragt, welches Teleskop er denn nun kaufen soll.
Sicher, der Anblick vom bis ins Zentrum aufgelösten M13 im 10/12/16“ Newton ist beeindruckend. Das “Wandern“ durch den Cirrusnebel unter dunklem Himmel erst recht, wenn man von Minute zu Minute mehr Details erkennt. Aber, ihr 8/12/16“ und mehr Besitzer: denkt doch mal an eure eigene Anfängerzeit zurück. Mit was habt ihr angefangen? Die meisten wahrscheinlich mit einem 4“ Newton. Hattet ihr damit denn keinen Spaß? Habt ihr damit denn nicht das wichtigste, was der Anfänger überhaupt tun kann, nämlich den Sternenhimmel kennenzulernen, erlebt? Habt ihr euch nicht gefreut, wenn ihr wieder ein Messierobjekt nach langer Suche zum ersten Mal beobachtet habt?
Sicher ist im 4“ Teleskop vieles nur ein verwaschener nebliger Fleck. Aber was beobachtet ihr mit euren Geräten? Doch nicht nur M13, M27, M42, M57 usw. Ich bin sicher, dass ihr genauso wie ich es mit einem 12“ Dobson getan habe, auch Objekte beobachtet, von denen der Anfänger noch nie gehört hat, und die er mit seinem Teleskop auch nie sehen wird. Und was seht IHR dann bei diesen schwachen Objekten ... einen verwaschenen nebligen Fleck, LOL. Aber ihr findet das dann ungemein faszinierend, nicht wahr? Ist es ja auch, genauso faszinierend, wie wenn der Anfänger in seinem 4“ Newton einen nebligen Fleck sieht!
Ich habe vor 20Jahren als 12jähriger Schüler auf meinen Wunsch hin mein erstes Teleskop geschenkt bekommen. Ein 40mm(!) Spektiv mit 12-40 facher Vergrösserung. Dann kam mit 14 der 4“ Newton. Ein paar Jahre später ein C8 und dann, angesteckt vom Öffnungsfieber, der 12“ Newton auf einer Dobsonmontierung. Und jetzt? Jetzt habe ich einen 4“ TMB APO auf einer GP-Montierung. Warum? Weil ich innerhalb von 5 Minuten alles was ich zum Beobachten brauche ohne Schweißausbrüche im Auto verstaut habe, und am Beobachtungsplatz genauso schnell aufgebaut habe. Ich hatte keine Lust mehr einen 20kg schweren, 1,6m langen Tubus von der 2.Etage durchs enge Treppenhaus zu schleppen und vorher noch das Auto umzubauen, dass ich auch einladen kann. Und getreu dem Motto „Das beste Teleskop ist jenes, welches man am öftesten benutzt„ eben jetzt wieder das kleine Teleskop.
Also liebe Anfänger: jedes Fernrohr hat seinen Himmel. Und mit einem Teleskop der 4“ Klasse gibt es viel zu sehen. Es gibt einige großflächige Objekte wie z.B. offene Sternhaufen, die in eurem Teleskop IMHO besser aussehen, als im dicken Newton, weil ihr kleinere Vergrößerungen nutzen könnt. Kauft euch nicht unbedingt das größte Teleskop, dass ihr euch leisten könnt. Denkt daran, dass das Teleskop nur die eine Hälfte dessen ist, mit was ihr beobachtet. Die andere Hälfte ist das Okular. Lieber ein kleineres Teleskop, und vom gesparten Geld ein paar hochwertige Okulare. Dass müssen keine Nagler sein, ein gutes Plössl tuts auch. Die Okulare sind selten eine Fehlinvestition, weil diese an (fast) jedem Teleskop einsetzbar sind.
Und wenn ein 4“ Newton oder Refraktor auf eine vernünftige Montierung wie die GP gesetz wird, ist auch der Weg nach mehr Öffnung wie z.B. ein 8“ SC oder 8“ Newton offen in dem nur eine neue Optik gekauft wird.
Und das alles bitte jetzt nicht falsch verstehen. Ich gönne jedem sein Teleskop in welcher Grösse auch immer. Egal ob Anfänger oder alter Hase. Mir stossen nur jedesmal die Aussagen mit denen ich das hier begonnen habe etwas sauer auf.
Clear Skies,
Jochen