Ein paar Herbst-Galaxien

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klawipo

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Hallo miteinander,

Ich war gestern zwischen ca. 21:00 und 22:30 in der Eifel mit meinem 12 Zoll Gitterror-Dobson. Natürlich betrachtete ich M31 - schon weil die Andromedagalaxie ein dankbares Objekt für die Grobeinstellung des Suchers ist. Es war nicht auf Anhieb viel zu sehen, aber die Zeit arbeitete für mich - das Objekt kletterte und die Dunkeladaption verbesserte sich. Immer mal wieder angefahren, zeigte sich am Ende ein recht komplexes Bild: Zwei ziemlich deutliche Staubbänder bei 60 fach, die sich ein Stück weit "unter" den Kern entlangzogen. Die Zwergellipse M32 war noch deutlich im Halo der Andromedagalaxie. Erstmals erblickte ich eine Aufhellung am äußeren Rand, die mit M32 und dem hellen Zentrum von M31 ein annähernd gleichschenkliges Dreieck bildete. Sie hatte etwa die Größe von M101. Das muss die Sternwolke NGC 206 gewesen sein, wie ich gerade gelesen habe.

Auch M33, den Dreiecksnebel, suchte ich immer wieder auf. Zu Anfang ein sehr zweifelhaftes Vergnügen, das auffällige HII-Gebiet NGC 604 wirkte weitab des düsteren Restes. Gegen Ende ganz anders: Der Arm zu NGC 604 ausgeprägt, diesem gegenüber zwei breitere, nicht ganz deutlich getrennte. Das Ganze bot sich dank seiner Abflachung geradezu an als schrägliegende Galaxie interpretiert zu werden, ein Anflug von 3D-Effekt.

Dazwischen schob ich NGC 925, fitzelklein eingezeichnet in meinen Sky Pocket Atlas - doch so klein war ein länglich-elliptischer Bereich gar nicht. Etwas Abseits, parallel zum Kern und dünner, meinte ich indirekt noch schwach einen Nebelfetzen auszumachen. Drei sich daran anschließende helle Punkte verstärkten den Eindruck einer recht großen Balkenspirale mit nur einem einigermaßen sichtbaren Arm. Sicher war ich hier zwar nicht, ich lag aber mit meiner Vermutung richtig. Auch NGC 1023 schaute ich noch an, eine vergleichsweise helle und flach elliptisch daherkommende Galaxie. An einer Spitze schlossen sich drei Sterne an.

NGC 404, Mirachs Geist hatte ich noch nie probiert. Die Welteninsel war sofort einfach zu sehen und erschien fast rund. Die etwas längere Achse zeigte zwischen Mirach und einen helleren Stern daneben

Planetaries vernachlässige ich oft sträflich. Wenigstens den Blue Snowball musste ich noch mitnehmen, Mit 60fach sah ich kurz einen Streifen im Innern des Blauen Nebels aufblitzen, bei 125x verflog diese Wwahrnehmung. Ein graues, leicht elliptisches Objekt mit etwas dunklerem Inneren, mehr sah ich mit 250x nicht.

VG
Klaus
 
Hallo Klaus,
du machst das wirklich sehr vorbildlich, bleibst in einer Region und betrachtest die Objekte nicht nur mal so eben im Überflug sondern schaust intensiv wirklich hin. Bei manchen Galaxien kann man so enttäuscht sein, doch wenn man das verschmerzt und diese immer wieder aufsucht, macht man die Erfahrung dass man mit der Zeit richtig sehen lernt. Es sind halt doch nicht alltägliche Dinge und dafür braucht es Zeit. Ich finde es toll, wie Du hier die gesehenen und wahrgenommenen Einzelheiten beschreibst. Du hast richtig Routine, das merkt man mehr und mehr. Bei Mirachs Geist hab ich schon längst den Geist aufgegeben, doch nun machst Du mir wieder Mut. Den werd ich mir aber hinten im dunkleren Garten mit meinem alten 10ner Dob einfangen, den 16ner Gitterrohr habe ich nicht mehr, da brach ich mir fast die Knochen.

Weiterhin solche Nächte
wünscht Anette
 
Hallo Klaus,

Danke für den Bericht.
Ich habe interessiert mal nachgesehen, wo sich diese NGC 206 befindet.
In Stellarium erscheint mir die aber gut anderthalb mal so weit weg vom Zentrum wie M32.
Bist Du Dir da sicher, das sie es war? Ich muss dazu sagen, dass ich selbst sie noch nie probiert habe.
Auch finde ich spannend, wie Du bei M33 in die Tiefe gehst. Ich frage mich, ob das mit meinem Achtzöller so möglich wäre, der Himmel hier bei mir ist ja gut. Dennoch ist M33 oftmals ein ganz undankbares Objekt.

Das kleine Fitzelzeugs belasse ich mal kommentarlos.

Mirachs Geist ist das jüngste meiner Augenschmeichelobjekte (Plejaden etc., ne.)
Das wurde im Forum unlängst mal erwähnt, zusammen mit Mirach im Gesichtsfeld, ein tolles Paar.

Mannomann, Ihr werft ja mit Öffnung um Euch. Da schlottern mir die Knie.

CS,

Henning
 
Ach so die gleichen Schenkel bezogen sich auf die Entfernung M32-Kern und M32-Ngc 206. War etwas unklar ausgedrückt.

VG
Klaus
 
Ja, so passt es. Dann kann ich ja beruhigt weiter meine Erbsen zählen.

CS,

Henning
 
Hallo Klaus,

ich bin verwirrt - Hürth - Eifel - 1,5 h Beobachtungszeit? Gibts noch ein Hürth in Eifel-Nähe? Ich find nur das bei Köln...

Zu M 33 möchte ich mal folgendes Bild (Quelle: wikisky) in die Runde werfen - NGC 604 ist markiert.

m33_wikisky.JPG



Hier sieht man, wie ausgedehnt die Galaxie eigentlich ist. Unter richtig guten Bedingungen sind mit 12" auch die schwächsten Arme sichtbar. Das wollte ich nur mal ins Feld bringen, weil mich die Ausdehnung erst kürzlich selber doch überrascht hat.

Jetzt hab ich gerade während des Schreibens nochmal geguckt - das geht sogar mit 4", mit gegebener Erfahrung wohlgemerkt.

Messier 33

Womit wir wieder sehen, dass hier primär guter Himmel und die richtige Wahl der Vergrößerung zählt - und nicht etwa Öffnung.

Beste Grüße
Norman
 
Hallo Klaus,

Ein Interessanter Bericht.

Die H-II Region in der Galaxie Messier 33 reagiert sehr gut auf dem [O III] Filter. Bei der Galaxie selbst muss ich mich auch immer erst einsehen. Erst nach einer Weile des Beobachtens kommen immer mehr Strukturen hervor.

Bei Mirachs Geist hab ich schon längst den Geist aufgegeben, doch nun machst Du mir wieder Mut

Hallo Anette,
Halte mal Mirach bei höherer oder hoher Vergrößerung aus dem Gesichtsfeld. Oft ist es so, das dieser Stern NGC 404 überstrahlt und diese dadurch nicht gleich sichtbar ist.

Bist Du Dir da sicher, das sie es war? Ich muss dazu sagen, dass ich selbst sie noch nie probiert habe.

Das müsste schon hinkommen.
NGC 206 ist mit 12" eindeutig zu sehen.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Womit wir wieder sehen, dass hier primär guter Himmel und die richtige Wahl der Vergrößerung zählt - und nicht etwa Öffnung.

Hallo,
Gerade ein dunkler und transparenter Himmel ist für diese Messier 33 nötig um Strukturen erkennen zu können. Am aufgehellten Himmel verblasst diese Galaxie schnell.

Mit 12" habe ich sie noch nicht beobachtet, mit 8" schon:

Teilweise [O III] Filter

Vergrößerung 57x:
Große und heftig strukturierte Galaxie. Einfach zu sehen.
Großer, etwas hellerer Kern. Unzählige helle und dunkle Strukturen und Schattierungen in den Bereichen um den Kern und in der Scheibe. Ausgefranste und strukturierte Ränder. Den Nordarm kann ich in einem Bogen nach Osten zu NGC 604 verfolgen.
NGC 604 ist eine kleine flächige Aufhellung an einem schwachen Stern. Ansätze vom Südarm.

Vergrößerung 91x:
Der Nordarm ist jetzt gut definiert. Sehr strukturiert und knotig.
NGC 604 ist deutlich flächig. Der Südarm ist jetzt einzeln Wahrnehmbar. Ich kann ihn drei Kerndurchmesser verfolgen.
NGC 588 und NGC 592 sind flächige Einzelobjekte.
NGC 588 ist schwächer als NGC 592.
NGC 604 reagiert auf dem [O III] Filter. Er ist dann deutlich flächiger und besser definiert.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo Norman,

Die Eifel ist riesig. Rheinbach und Bad Münstereifel gehören auch dazu, da in dem Bereich bin ich meistens. Manche zählen Hürth schon zur Voreifel.

Mehr als 1,5 Stunden netto schaffe ich selten. Reicht dann einfach.

Ich würde sagen als Arme sehe ich die fast blauweißen Bereiche deines Fotos. Das dunklere drumrum bislang höchstens als strukturloses Halo. Das ist mir aber auch bewusst, denn sooo dunkel ist es da nun auch nicht. Immerhin gibt es gen Süden erstmal keine größere Stadt.

VG
Klaus
 
Hallo Klaus,

ui... echt, so kurz und die Luft ist raus? Finde ich erstaunlich. So aktiv wie Du zu sein scheinst...
Das kenne ich bisher eher von manchen Selbstbauern. Die bauen draußen auf und nach ner Stunde wieder ab - bei allerbestem Himmel.:ROFLMAO::whistle::eek:o_O:censored:

Im Schnitt brauche ich so 4 h, dass sich eine beobachterische Zufriedenheit einstellt... Aber jeder wie er kann, Hauptsache macht Spaß. 1-2 h läuft bei mir unter "Speed-Beobachtung" :D

Schöne Grüße und CS
Norman
 
In fact, Mirach's Ghost is just a faint, fuzzy galaxy ..... klingt das nicht niedlich???? Da braucht man noch nicht mal Englischkenntnisse.... aber ich freu mich schon den jetzt mal ernsthaft anzuvisieren...mal sehen was ich dazu dann hier berichten kann. LG Anette
 
Hallo Norman,

ja dann schau ich halt nächstes mal vier Stunden und fahr dann auf der Rückfahrt übermüdet ein Reh platt ... Ne, das muss ich alles vernünftig abwägen.

VG
Klaus
 
Hallo Klaus,
ja wie gesagt, ist alles individuell. Ich würde nach einer BB-Nacht auch nicht Auto fahren wollen. Bin überwiegend mit Zug unterwegs.

Hallo Anette, NGC 404 ist schon sehr schön mit 4" zu sehen bei guten Bedingungen - klappt bestimmt bald :-)

Beste Grüße und CS
Norman
 
Hallo,


So schwierig ist diese Galaxie eigentlich nicht. Sie benötigt eher einen transparenten Himmel, damit sie im Streulicht von Mirach nicht untergeht.


fahr dann auf der Rückfahrt übermüdet ein Reh platt

Ich beobachte auch nur, bis die Müdigkeit zu stark wird. Das kann eine Stunde sein oder auch fünf.
Ich muss ebenfalls von meinem Beobachtungsort zurückfahren. Ein Sekundenschlaf am Steuer wäre dann schon gefährlich.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hi Norman,

das wäre eine Überlegung wert mit der Bahn, da gibt es um die Ecke die Eifelbahn. Einige Käffer fährt die schon an. Schaue ich mir mal kartenmäßig an, danke für die Anregung. Ginge allerdings maximal mit 8 Zoll.


VG
Klaus
 
Ich denke bei Mirachs Geist ist es sehr wichtig dass das Okular kein Streulicht erzeugt. Mit dem lobenswerten 25mm Celestron X-Cel LX war der Nebel sofort erkennbar, der Stern verursachte keinerlei Reflexe. Ein Omegon Planetary LE 6mm warf dagegen einen Strahl, der irgendwie immer die Galaxie traf.

Eigentlich ist das Objekt mit 10mag jedenfalls auch für kleinere Öffnungen erreichbar. Ob bei Anettes ca. 4,5mag Himmel dann 4 oder 5 Zoll Öffnung reichen? Keine Ahnung...

VG
Klaus
 
Hallo zusammen,

Mirachs Geist ist eigentlich keine wirkliche Herausforderung. Das Objekt hab ich unter verschiedensten Bedingungen schon mit z.B. 4" gesehen (wenn es micht nicht täuscht, hatte ich den letztens parallel im 130er und 80mm APO drinnen). Allerdings ist das Objekt dann zum Teil gerade noch so erkennbar. Eine Sichtung ist möglich, ob es jemanden dann gefällt ist ein anderes Thema.

Zum Sternhaufen in der Andromeda:

Mit meinem 12" hab ich den aus dem eigenen Garten bei mässigen Bedingungen gesehen, er ist allerdings weiter weg als man meint. Ist mir an dem Abend nicht "ins Gesicht gesprungen", war aber eindeutig als eigenes Objekt erkennbar. Habe den jedoch nicht nicht mit kleinerem Gerät versucht.

Zu der Dreiecksgalaxie:

Kann ich oben genannten Posts nur Recht geben. Hier ist die Himmelsqualität sehr entscheidenend. Bei sehr guten/guten Bedingungen kann man hier auch schon im 3-Zöller schöne Sichtungen haben. Ich versuche das Objekte jedes Mal, sobald es die Höhe am Himmel einigermassen zulässt. Und das auch mit verschiedenen Geräten. Es erfordert Geduld, aber wenn man dann mal einen guten Zeitpunkt erwischt, ist es ein sehr dankbares Objekt. Interessant wird es dann, wenn die Bedingungen ein rumprobieren mit verschiedenen Vergrösserungen und Filtern zulassen. Das Vergnügen hatte ich jedoch bisher glaube ich erst zwei Mal.

CS

Matthias
 
Hallo Klaus,

ein schöner Bericht. Die Andromeda-Galaxie nehme ich mir auch gerne vor.
Das tolle an den Berichten hier ist, dass die meisten hier einfach eine andere Expertise als ich haben und ich durch das bloße Lesen einfach mal auf neue Objekte aufmerksam werde.

Länger als 2 Stunden halte ich es beim Beobachten auch selten aus. Irgendwann ist mir einfach das Sitzen am Okular zu unbequem, oder irgend ein anderer Schuh drückt (zu kalt / zu warm/ Pipi / Hunger / müde):D.
 
Eigentlich ist das Objekt mit 10mag jedenfalls auch für kleinere Öffnungen erreichbar. Ob bei Anettes ca. 4,5mag Himmel dann 4 oder 5 Zoll Öffnung reichen? Keine Ahnung...
Ich habe die Galaxie NGC404 unter einem Bortle-6-Himmel (FST 5.0+, SQM-L 19.1) schon erfolgreich mit einem 55mm Refraktor beobachtet. Bei 55-facher Vergrößerung erschien sie ziemlich schwach, klein, rundlich, leicht kondensiert.
 
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