aro
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Den ganzen Tag über war gestern sonniges, wolkenfreies Wetter und der Abend versprach ebenfalls klar zu werden. Da ich aber nicht viel Zeit zur Verfügung hatte, begnügte ich mich mit dem Beobachten von der heimischen Terrasse aus. Hier mein Bericht:
Teleskop: Martini 10" f/5 Classic Dobson
Okulare: Maxvision 24mm/68°, Maxvision 16mm/68°, Celestron X-cel 10mm, Skywatcher Planetary 5mm
Datum und Zeit: 12.03.2015, 2015-2145 MEZ
Ort: heim. Terrasse, Region D'dorf
FST (Sternbild Zwillinge): 4.9mag
Literatur: Deep Sky Reiseatlas (DSR), Interstellarum Deep-Sky-Atlas(IDSA), Triatlas-C (TC)
Den Anfang machte ich mit dem planetarischen Nebel Jonckheere 900 (J900 / PK 194 +2.1) in den Zwillingen, der mir neulich im IDSA auf der Suche nach Zielen untergekommen war. Da der PN beinahe stellar erscheint und mit 11.7mag nun auch nicht gerade übermäßig hell ist, hatte ich mir eine Aufsuchkarte aus dem Triatlas C ausgedruckt. Mit dieser Karte liess sich der PN leicht identifizieren: Bei 250facher Vergrößerung zeigte sich der Nebel als leicht ovale Struktur mit hellerem Kern. Ein Filter war nicht notwendig. Sehr dicht beim Nebel nahm ich einen kleinen, hellen Punkt wahr, den ich zunächst als zum Nebel gehörend annahm. Jetzt versuchte ich den Baader OIII, der diesen Punkt prompt ausblendete. Ein genauer Blick in die Triatlas-C Karte zeigte diesen Punkt als benachbarten Stern. Die Karte zeigt einen einzelnen Pixel der unmittelbar an den Punkt im PN-Symbol angrenzt.
Um einen direkten Helligkeitsvergleich zu bekommen, schwenkte ich herüber auf den Eskimonebel NGC2392: Deutlich größer, heller und strukturierter. Kein Wunder bei zweieinhalb Größenklassen mehr Helligkeit.
Ein kurzer Schwenk auf Jupiter, der um die Hausecke schaute: Die großen Äquatorbänder waren gut erkennbar und es zeigten sich Strukturen innerhalb der Bänder. Da aber ansonsten nichts "Besonderes" (ach, man ist verwöhnt) wie GRF oder Mondschatten zu sehen war, schwenkte ich weiter.
Weil ich schon einmal im Löwen war, begab ich mich auf die Suche nach der hellsten Galaxie in diesem Sternbild: NGC2903. Diese suchte ich mit dem DSR im 8x50 Sucher nach der "Telrad-Methode" auf. Das Sichtfeld des Suchers ist etwas größer als die Telrad-Kreise. Dennoch kann man mit dem im DSR abgedruckten Kreisen gut die Position auch im optischen Sucher einstellen ohne zu genau auf die schwächeren Sterne achten zu müssen. Ein Blick ins 16mm-Okular und siehe da, angekommen: Die Galaxie war als ovaler, "flüchtiger" Nebel mit deutlich hellerem Kernbereich erkennbar.
Hier wurde ich bei der Beobachtung durch vielstimmiges Schreien vom Himmel unterbrochen. Zwei Schwärme Kraniche kamen von Süden auf mich zu. In der Dunkelheit wurden die Tiere vom allgegenwärtigen Stadtlicht von unten hell angestrahlt und leuchteten als zwei helle, winkelförmige Flugformationen. Nun ist ein 10-Zoll-Dobson defitiv kein Gerät zur Vogelbeobachtung aber ich machte dennoch einen Versuch, den Tieren zu folgen: Im 16mm kam ich in den Fokus und konnte den Vögeln durch Nachführen einigermaßen in Richtung Norden folgen. Die langen Hälse, Körper und Flügel leuchteten hell vor dem Nachthimmel. Ein toller Anblick! Der Frühling kommt
Nachdem die Kraniche durchgezogen waren, machte ich mich auf die Suche nach dem im DSR nicht verzeichneten planetarischen Nebel IC3568 , dem "Lemon slice nebula". Auch hierfür hatte ich mir vorab eine Seite aus dem Triatlas-C ausgedruckt. Zum Aufsuchen nahm ich den IDSA zur Hand und fand die Zielregion ausgehend von Polaris leicht im Sucher. Die genaue Identifikation des Nebels selbst gestaltete sich etwas schwieriger. Hier half der Ausdruck aus dem Triatlas doch sehr. Im 5mm Planetary war IC3568 als sehr kompakter, runder Nebel mit hellem Zentrum erkennbar. Um die Ähnlichkeit mit einer Zitronenscheibe zu sehen braucht man definitiv professionellere Optik.
Jetzt wollte ich auch endlich einmal den Offenen Sternhaufen NGC188 im Kepheus sehen, an dem ich mir schon so oft vergeblich die Augen verbogen habe. Auch heute war an der korrekten Stelle nichts zu sehen, so sehr ich mich auch mit verschiedenen APs mühte. Mache ich irgendetwas falsch oder ist der Haufen mit 8.1 mag bei meinem Stadthimmel unerreichbar, weil er einfach im Hintergrund absäuft? :help:
Nun wurd's aber Zeit einzuräumen.
Fazit:
Ein paar neue Objekte gesehen, NGC188 wieder nicht gefunden - aber dennoch eine schöne, schnelle Beobachtungs-Session. Und: Der Frühling kommt bald!
Beste Grüße
Achim
Teleskop: Martini 10" f/5 Classic Dobson
Okulare: Maxvision 24mm/68°, Maxvision 16mm/68°, Celestron X-cel 10mm, Skywatcher Planetary 5mm
Datum und Zeit: 12.03.2015, 2015-2145 MEZ
Ort: heim. Terrasse, Region D'dorf
FST (Sternbild Zwillinge): 4.9mag
Literatur: Deep Sky Reiseatlas (DSR), Interstellarum Deep-Sky-Atlas(IDSA), Triatlas-C (TC)
Den Anfang machte ich mit dem planetarischen Nebel Jonckheere 900 (J900 / PK 194 +2.1) in den Zwillingen, der mir neulich im IDSA auf der Suche nach Zielen untergekommen war. Da der PN beinahe stellar erscheint und mit 11.7mag nun auch nicht gerade übermäßig hell ist, hatte ich mir eine Aufsuchkarte aus dem Triatlas C ausgedruckt. Mit dieser Karte liess sich der PN leicht identifizieren: Bei 250facher Vergrößerung zeigte sich der Nebel als leicht ovale Struktur mit hellerem Kern. Ein Filter war nicht notwendig. Sehr dicht beim Nebel nahm ich einen kleinen, hellen Punkt wahr, den ich zunächst als zum Nebel gehörend annahm. Jetzt versuchte ich den Baader OIII, der diesen Punkt prompt ausblendete. Ein genauer Blick in die Triatlas-C Karte zeigte diesen Punkt als benachbarten Stern. Die Karte zeigt einen einzelnen Pixel der unmittelbar an den Punkt im PN-Symbol angrenzt.
Um einen direkten Helligkeitsvergleich zu bekommen, schwenkte ich herüber auf den Eskimonebel NGC2392: Deutlich größer, heller und strukturierter. Kein Wunder bei zweieinhalb Größenklassen mehr Helligkeit.
Ein kurzer Schwenk auf Jupiter, der um die Hausecke schaute: Die großen Äquatorbänder waren gut erkennbar und es zeigten sich Strukturen innerhalb der Bänder. Da aber ansonsten nichts "Besonderes" (ach, man ist verwöhnt) wie GRF oder Mondschatten zu sehen war, schwenkte ich weiter.
Weil ich schon einmal im Löwen war, begab ich mich auf die Suche nach der hellsten Galaxie in diesem Sternbild: NGC2903. Diese suchte ich mit dem DSR im 8x50 Sucher nach der "Telrad-Methode" auf. Das Sichtfeld des Suchers ist etwas größer als die Telrad-Kreise. Dennoch kann man mit dem im DSR abgedruckten Kreisen gut die Position auch im optischen Sucher einstellen ohne zu genau auf die schwächeren Sterne achten zu müssen. Ein Blick ins 16mm-Okular und siehe da, angekommen: Die Galaxie war als ovaler, "flüchtiger" Nebel mit deutlich hellerem Kernbereich erkennbar.
Hier wurde ich bei der Beobachtung durch vielstimmiges Schreien vom Himmel unterbrochen. Zwei Schwärme Kraniche kamen von Süden auf mich zu. In der Dunkelheit wurden die Tiere vom allgegenwärtigen Stadtlicht von unten hell angestrahlt und leuchteten als zwei helle, winkelförmige Flugformationen. Nun ist ein 10-Zoll-Dobson defitiv kein Gerät zur Vogelbeobachtung aber ich machte dennoch einen Versuch, den Tieren zu folgen: Im 16mm kam ich in den Fokus und konnte den Vögeln durch Nachführen einigermaßen in Richtung Norden folgen. Die langen Hälse, Körper und Flügel leuchteten hell vor dem Nachthimmel. Ein toller Anblick! Der Frühling kommt
Nachdem die Kraniche durchgezogen waren, machte ich mich auf die Suche nach dem im DSR nicht verzeichneten planetarischen Nebel IC3568 , dem "Lemon slice nebula". Auch hierfür hatte ich mir vorab eine Seite aus dem Triatlas-C ausgedruckt. Zum Aufsuchen nahm ich den IDSA zur Hand und fand die Zielregion ausgehend von Polaris leicht im Sucher. Die genaue Identifikation des Nebels selbst gestaltete sich etwas schwieriger. Hier half der Ausdruck aus dem Triatlas doch sehr. Im 5mm Planetary war IC3568 als sehr kompakter, runder Nebel mit hellem Zentrum erkennbar. Um die Ähnlichkeit mit einer Zitronenscheibe zu sehen braucht man definitiv professionellere Optik.
Jetzt wollte ich auch endlich einmal den Offenen Sternhaufen NGC188 im Kepheus sehen, an dem ich mir schon so oft vergeblich die Augen verbogen habe. Auch heute war an der korrekten Stelle nichts zu sehen, so sehr ich mich auch mit verschiedenen APs mühte. Mache ich irgendetwas falsch oder ist der Haufen mit 8.1 mag bei meinem Stadthimmel unerreichbar, weil er einfach im Hintergrund absäuft? :help:
Nun wurd's aber Zeit einzuräumen.
Fazit:
Ein paar neue Objekte gesehen, NGC188 wieder nicht gefunden - aber dennoch eine schöne, schnelle Beobachtungs-Session. Und: Der Frühling kommt bald!
Beste Grüße
Achim