Ein paar Tipps für meine erste Beobachtungsnacht

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grhansolo

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Hallo,

bevor ich mir demnächst mein erstes Teleskop kaufe (einen 8“ Dobson) möchte ich erstmal etwas ohne Teleskop sondern nur mit meinem Fernglas bzw. sogar ganz ohne Hilsmittel beobachten.

Diesbezüglich habe ich ein paar Fragen, um den Frustfaktor bei der ersten Beobachtungsnacht zu senken. Es wäre prima, wenn Ihr mir weiterhelfen würdet:

1. Ich wohne in der Rheinebene direkt beim Europapark Rust. 30 km nördlich von Freiburg im Breisgau. Rechts die Vorgesen (eine Stunde mit dem Auto) links der Schwarzwald (0,5 Stunden mit dem Auto). Ich überlege mir wo ich meine ersten Erfahrungen sammeln sollte. Macht es Sinn in den nahe gelegene Schwarzwald auf einen 1.200 m hohen Berg zu fahren oder denkt Ihr für den Anfang ist das nicht notwendig sprich kann ich auch aus der Rheinebene heraus gut beobachten. Die nächste größere Stadt Freiburg ist ca. 30 km entfernt. Der Europapark ist nachts leider ziemlich hell beleuchtet. Könnt Ihr mir anhand dieser Angaben den optimalen Beobachtungspunkt empfehlen?

2. Hat das Beobachten auf dem Berg so viele Vorteile, dass eine längere Fahrt mit dem Auto auf einen Berg gerechtfertigt ist?

3. Gibt es eigentlich so eine Art Karte für Hobbyastronomen in welcher ich sehen kann welche Gebiete in Deutschland die dunkelsten sind sprich wo man am wenigsten Lichtverschmutzung hat und wo man dann am besten beobachten kann? Mich würde schon interessieren ob ich in einer eher guten oder eher schlechten Beobachtungsgegend wohne.

4. Aktuell finde ich den großen Waagen, den Nordstern, Kassiopei und das Pegasus-Quadrat sowie den nahe am Pegasus-Quadrat liegenden M31. Das Finden des Pegasus-Quadrates hat mir aber schon richtig Schwierigkeiten bereitet. Großer Waagen, Nordstern und Kassiopei habe ich ohne Probleme gefunden. Könnt ihr mir basierend auf meinem Kenntnisstand drei Objekte empfehlen deren Auffindung mit meinem jetzigen Wissensstand möglich ist. Es soll eine Herausforderung darstellen aber auch keine Ding der Unmöglichkeit sein. Das Fernglas würde ich natürlich gerne nutzen.

5. Momentan habe ich so eine drehbare Sternenkarte. Ist das für mich als Anfänger das richtige oder würdet Ihr mir für den Anfang etwas andere empfehlen. Vielleicht gibt es ja etwas mit weniger Frustfaktor?
 
Hi,

vielleicht kann ich Dir weiterhelfen, indem ich Dir einfach erzähle, was ich immer so mache. Damit meine ich wirklich täglich.

Ich habe einen Astronomie-Newsletter abonniert, der mir verrät, was am Himmel so abgeht. Den lese ich jeden Tag und filtere die für mich interessanten Informationen heraus.
Das beginnt mit der Stellung der Planeten, der Jupitermonde, der ISS-Überflugzeiten und dem Mond bzw. dessen Besonderheiten wie der Sichtbarkeit des goldenen Henkels. Ist davon nichts vorhanden, weil unter dem Horizont, ist Deep Sky angesagt.

Grundsätzlich kannst Du immer und von überall den Himmel beobachten, solange Du ihn über Dir siehst.
Sehr oft schaue ich nach oben und versuche einfach, mich zurechtzufinden und Regionen und Objekte zu erkennen.
Das Fernglas liegt immer am Fenster und oft gehe ich einfach ein paar mal abends raus und schaue mir Jupitermonde, Mond oder Sternhaufen an. Was immer von Deinem Zuhause aus sichtbar ist.
Stell Dir vor, Du fährst erst eine Stunde und dann ziehen Wolken auf. Frust pur, den Du vermeiden kannst. Ich schaue mir zusätzlich auch die astronomische Wettervorhersage an.

Seitdem ich das so durchziehe, fühle ich mich am Puls des Geschehens. Der Blick in den Himmel ist zu einem Teil meines Lebens geworden mit wesentlich mehr Faktoren als "Regen oder nicht". Der Rhythmus der Himmelsmechanik wirkt beruhigend, Du wirst ein anderes Gefühl für Zeiträume entwickeln.

Ein paar Wochen Venus, wie sie vielleicht zu einer Sichel wird, erkennst Du schon im Fernglas, wenn Du es irgendwo auflegst.
Dann ist Jupiter zu sehen, und Saturn geht jeden Abend ein wenig früher auf, bis er zu guten Zeiten schön hoch ist, im Laufe eines Monats siehst Du den Mond zu- und abnehmen, manchmal siehst Du ihn tagsüber und freust Dich darüber und so weiter.

Schau mal mit dem Fernglas links neben Cassiopeia, da findest Du ein paar beeindruckende Sternhaufen, zum Beispiel h&chi.
Du kannst Dich von einem bekannten Sternbild zum nächsten hangeln und Dein bekanntes Universum so einfach erweitern.

Die Sternkarte reicht fürs erste, reize die erstmal aus.

Suche mal im Netz nach Lichtverschmutzungskarten und so weiter, da findest Du eine Menge Kram. Ich weiss nicht, wie locker das hier im Forum gesehen wird, wenn ich konkret auf andere Informationsquellen verweise (Newsletter und so).

Das ist mein Standardprogramm und macht mir wirklich viel Spass.
Mein Teleskop wird immer genutzt, wenn es mir lohnend erscheint. Das ist ziemlich oft, denn die Sichtverhältnisse (das Seeing, also die Luftunruhe sowie die Transparenz) sind jede Nacht anders und auch wenn Du Jupiter schon oft gesehen hast, eines Abends siehst Du den Planeten dann unglaublich klar und scharf und erkennst den roten Fleck wie noch nie und siehst vielleicht die kleinen schwarzen Schatten seiner Monde auf der Planetenscheibe.

Fang mal so an, wenn dann das Teleskop da ist, kennst Du Dich schon ein wenig aus und freust Dich über die anfangs unerschöpfliche Menge an Objekten, die Du erstmal abgrasen kannst und dann immer wieder kurz besuchst und Dich darüber freust, wie sicher Du sie schon findest und so.

Viel Spass
 
Sind denn auf deiner drehbaren Sternkarte auch Objekte eingezeichnet? Zum Beispiel Messier oder NGC Objekte. Diese sind oft schon mit dem Fernglas zu beobachten.
 
Ich rate dazu, vor der Haustür oder doch zumindest sehr in der Nähe anzufangen. Am Anfang musst du viel lernen, da sind viele Mißerfolge vorprogrammiert. Die musst du eine ganze Weile aushalten. Wenn da jeweils noch 2 h Autofahrt dazukommen, gibts du bald auf.

Beschränke dich aber auf die Objekte, die aus stadtnahen Gebiten gut erreichbar sind: Mond und Planeten, und von den Nebelobjekten die Sternhaufen.

Wenn du dann sicher bist im Beobachten, kannst du dir einen Beobachtungsplatz außerhalb der Stadt suchen. Suche dir neben dem "idealen" Platz auch etwas, was besser ist als vor der Tür, aber in ner halben Stinde erreichbar ist! Es muss alles sozialverträglich sein und mit einem Berufsleben vereinbar.
 
Hallo (Name fehlt leider)

Hier eine recht gute Seite zum Suchen eines dunklen Platzes:

https://www.lightpollutionmap.info/#zoom=7&lat=7055634&lon=1215151&layers=B0TFFFFFF

Ansonsten würde ich auch empfehlen, was Nahes zu suchen. 1 oder 2 Stunden Fahrt machst du nicht oft. Auf dem Berg kann auch schlechter sein, als im Flachland, weil du von oben natürlich das Licht der umliegenden Ortschaften gratis bekommst.

Als ich mich vor über 50 Jahren mit den Sternen anfreundete hatte ich das Buch "Welcher Stern ist das" vom Kosmos-Verlag. Ob das heute noch so gut ist wie damals, weiß ich nicht. Meine Version, die ich sogar noch habe, hatte monatsweise Sternkarten für jede Richtung und außerdem noch die in dem Monat lohnenden Objekte für Fernglas, 2- oder 4-zölliges Fernrohr aufgelistet. 8-Zöller waren damals für Amateure unerschwinglich. Für mich war es jedenfalls SEHR hilfreich.

Wer als Anfänger heutzutage nicht so auf Bücher steht, sollte sich "Stellarium" auf den PC holen. Das zeigt ja auch den jeweils aktuellen Himmel und man kann ein- und auszoomen. Außerdem zeigt es ja auch Mond und Planeten mit an.

Als schönes Objekt zum Anfang für den Dobs empfehle ich dir den Ringnebel M57 genau mitten zwischen den beiden südlichen Sternen der Leier. Er ist dadurch richtig leicht zu finden und sieht toll aus. Wie ein kleiner Rauchring. Der Kugelsternhaufen M13 im Herkules müsste auch noch gehen, ist aber schon etwas schwieriger zu finden.

Schönen Gruß aus dem aufgehellten Norden
Helmut
 
Hallo Namenloser Sternenfreund,

mich hat all die Jahre immer das Kosmos Himmelsjahr begeleitet, darauf kann ich seit ü.35 Jahren nicht mehr verzichten. Da steht Monat für Monat drin, was sich über Dir so alles wann und in welcher Richtung abspielt,da bist Du immer im Bilde, auch ohne Teleskop. Dann nicht gleich die teuerste drehbare Sternkarte zulegen, sondern eine für Anfänger, z.B. die Nachtleuchtende von Kosmos war auch mein Anfangsbegleiter, sie ist übersichtlich und macht einen spielend vertraut mit den wichtigsten Konstellationen, die auch noch in der Dunkelheit leuchten, sehr wichtig zum mühelosen Auffinden.
Meine Vorgänger hier haben Recht, mal nicht gleich so weit raus, sondern mit dem was an Deinem Wohnort unmittelbar so geht herausfinden, Planeten gehen immer, Saturn kommt nach 21h langsam hoch im Südosten, da halte doch bei Gelegenheit und Wettergunst mal drauf, dann bekommst Du den richtigen Schub und Kick!! Wo der wann steht findest Du im Planetariumsprogramm wie oben beschrieben, ist sehr, sehr hilfreich.
Das Pegasusquadrat ist nicht so unbedingt das hellste Sternbild, je nach dem unter welchen Bedingungen du wohnst. Wega in der Leier sieht man immer gut, Arkturus jetzt grad im Südwesten Abends und überhaupt den Jupiter - da unbedingt mal draufhalten, Planeten lassen sich auch unter Stadtverhältnissen immer gut bestaunen - und gegen 22h siehst du den Skorpion genau im Süden mit seinem rötlichen Antares.

Das wird schon, langsam, langsam....aber ich garantiere Dir, ein Blick auf Saturn wird dich infizieren!!!

Viele schöne Erfolgserlebnisse wünscht Anette
 
Hallo Henning,

vielen Dank für deine prima Antwort. Wo kann ich den Newsletter den du täglich list denn abonnieren? Der würde mich auch interessieren.
 
Hallo Frank,

es sind z.B. folgende Objekte eingezeichnet:

- M31
- X+h links neben Kassiopeia
- M13 im Herkules
- M57 zwischen den südlichen Sternen der Leier ist seltsamerweise NICHT eingezeichnet (eine Ahnung warum?)

Damit sollte die Karte Ihren Zweck erfüllen oder?
 
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Hallo Helmut,
hallo Marc,
hallo Uwe,

meinen Profilnamen "grhansolo" kann ich nicht mehr ändern. Deshalb habe ich meinen Namen jetzt in die Signatur gepackt und bin nichtmehr namenlos ;).

@Helmut: Das Buch "Welcher Stern ist das?" habe ich mir vor ein paar Wochen gebraucht gekauft. Habe es komplett gelesen. Richtig tolles Buch. Die grbrauchte Ausgabe ist von 1986 allerdings top erhalten, hat nur 3 Euro gekostet. Das einzige was mich stört ist der nicht vorhandene Zeilenabstand.

Des weiteren bin ich grade das Buch "Fernrohrführerschein in vier Schritten" am lesen. Ebenfalls richtig gut.
 
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Hallo Marc,

erstmal schön, dass hier auch Österreicher sind, ich bin nämlich auch ein halber, habe zwei Staatsbürgerschaften Deutscher und Österreicher. :smiley47:

Mein Jahresziel ist es zunächst das 8" Dobson (wohl 200/1200) zu kaufen und damit die Ringe des Saturn zu sehen. Das wäre genial.

Was die Sternenkarte angeht ich habe die aus dem Kosmos Verlag. Habe ich gebraucht gekauft ist aus dem Jahr 2001 leuchtet leider nicht im dunkeln. :(. Ich überlege gerade ob ich mir die kaufe die im dunkeln leuchtet, denkst du das wäre sinvoll?

Was meinst du mit Planetariumprogramm?

Das Auffinden des Pegasus Quadrates hat uns richtig Mühe bereitet, bis wir M31 beim P. Quadrat endlich gefunden hatten hat es beim erstenmal bestimmt eine Stunde gedauert.

 
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Hallo Robert.

astronomie.info unter Newsletter.

Viel Spass damit, das wird Dein Morgenkaffee.
 
Hallo Robert,

Ich habe nicht aufmerksam gelesen und dachte, du hast den Dobson schon. Umso mehr Zeit hast du dann ja jetzt erstmal, dich mit dem Himmel vertraut zu machen.

Das Planetariumsprogramm ist das "Stellarium", das kannst du dir kostenlos auf den PC herunterladen. Es zeigt den Himmel recht naturnah. Da würde ich mich erstmal einarbeiten.

Das Buch "Welcher Stern ist das" fand ich auch schon in meiner Ausgabe von 1964 zu eng beschrieben. Aber der Inhalt zählt mehr.

M57 ist wohl nicht auf deiner Karte, weil er sehr schwach (9.5 mag) und im Fernglas nicht zu sehen ist. Das wäre aber jetzt für dich eine schöne Übung, den im "Stellarium" aufzuspüren.

Viele Grüße
Helmut
 
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Hallo Robert,
Zitat von grhansolo:
Was die Sternenkarte angeht ich habe die aus dem Kosmos Verlag. Habe ich gebraucht gekauft ist aus dem Jahr 2001 leuchtet leider nicht im dunkeln. :(. Ich überlege gerade ob ich mir die kaufe die im dunkeln leuchtet, denkst du das wäre sinvoll?
Nein, die hat nur wenige Details. Besser ist die normale in Kombination mit einer roten Taschenlampe.

Das Auffinden des Pegasus Quadrates hat uns richtig Mühe bereitet, bis wir M31 beim P. Quadrat endlich gefunden hatten hat es beim erstenmal bestimmt eine Stunde gedauert.
Vermutlich, weil M31 kaum noch als "beim P. Quadrat" beschrieben werden kann, die ist deutlich näher an der Andromeda, zu der sie auch gehört.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Helmut,

ich habe mir die Smartphone App Stellarium besorgt, ist super. Im Gegensatz zur Installation auf dem PC habe ich die dann auch immer dabei, wenn ich nachts unterwegs bin.

Habe allerdings noch eine andere App getestet die ich absolut genial finde. Es handelt sich um die App "Mobile Obeservatory". Die kostet zwar einige Euro ist allerdings genial. Kann ich nur jedem empfehlen. Bietet folgendes:

- Nachmodus
- Live Modus
- besondere Ereignisse der Nacht
- Suchfunktion
- und und und

Die dritte getestete App ist "Sky Map" von Google. Auch nicht nicht schlecht allerdings lange nicht so toll wie die beiden anderen. Dafür aber kostenfrei.
 
Hallo "Nachbar",
schau doch mal beim Astronomie-Verein Ortenau durch: av-ortenau.de

Dort findest Du unter Seeing-Karte Beobachtungsstandorte in der Ortenau, wobei der Tochtermannsberg für deutsche Bedingungen sehr gut ist.

Ausserdem gibt es dort ein Schwarzes Brett, in welchem wir uns u. a. auch zu gemeinsamen Beobachtungen treffen. Einen Newsletter kannst Du dort auch abbonieren.

Zu den Vereinsabenden sind auch Nicht-Mitglieder herzlich eingeladen.

VG aus LR
Stefan
 
> Seeing-Karte Beobachtungsstandorte

Seeing ist Luftruhe. Gemeint ist dunkler Himmel, der durch Streulichtarmut und gute Durchsicht gekennzeichnet ist. Die hinterlegte Karte ist praktisch leer (keine Eintragungen) und damit z.Z. wertlos.
 
Hallo Uwe,
Du hast recht, werde ich dem Admin so weitergeben und ihn über den Unterschied zwischen Lichtverschmutzung und Seeing aufklären!

Anyway, Robert, schaue doch einfach mal unter "Lahr", "Offenburg" und "Hofstetten" nach. Da DU ja aus der Region stammst ist es unnötig zu erwähnen, dass es im Vergleich zur Rheinebene bessere Standorte zum Schwarzwald hin gibt! Wobei - wie schon erwähnt - Hofstetten wirklich top ist.
 
Hallo Robert,

wenn Du Deinen 8" Dobson hast, kannst Du überlegen, ob der "Atlas für Himmelsbeobachter" von Karkoschka eine gute "Reiseplanung" fürs Beobachten ist.

Mir hilft er immer mal weiter ich finde ihn praktisch, auch um Astrofremden etwas zu erläutern

Gruß
Uwe
 
Hallo,

nachdem ich nun in der letzten Woche am Donnerstag endlich mein 200/1200 Skywatcher Dobson erhalten habe waren die Wetterbedingungen gestern Abend (Sonntag der 16.07.17) endlich so gut, dass ich das erste Mal aufs Feld raus konnte.

Nachfolgend mein Erfahrungsbericht aus dem sich einige Fragen ergeben, es wäre super nett wenn Ihr mir diese Fragen beantworten könntet.

1.) Mit dem mitgelieferten 10mm Okular habe ich den Saturn mit seinen Ringen extrem klar und deutlich erkennen können. Die einzelnen Ringe konnte ich nicht unterscheiden. Den Jupiter habe ich ebenfalls mit dem 10mm Okular sehr gut erkennen können. Die Oberflächenstruktur bzw. die Wolken auf dem Jupiter waren prima zu erkennen. Außerdem konnte ich links von Jupiter drei Monde und rechts vom Jupiter einen Mond erkennen. Ich bin absolut begeistert von den Ergebnissen meiner ersten Beobachtungsnacht. Hätte nicht gedacht, dass ich mit dem billigen mitgelieferten 10mm Okular solche tollen und klaren Bilder zu sehen bekomme. Was würde mir ein teures 10mm Okular, jenseits der 100 Euro, den mehr bieten. Das billige 10mm Okular hat so tolle Ergebnisse geliefert, dass ich hier eigentlich keine Verbesserg vorstellen kann.

2.) Im nächsten Schritt will ich mir nun ein gutes Okular für eine möglichst hohe Vergrößerung besorgen. Wenn ich das richtig mitbekommen habe wäre das für ein 8 Zoll Dobson ein 4mm Okular. Nun kann man das 4mm Okular aufgrund von teilweise schlechtem Seeing allerdings nur sehr selten nutzen. Demnach wäre vielleicht 6mm besser? Was denkt Ihr sollte ich mir ein 4mm Okular oder ein 6mm Okular kaufen bzw. was sollte ich für diese Okular ausgeben. Wenn ich mir anschaue welch tollen Ergebnisse das billige 10mm Okular aus Punkt 1 liefert frage ich mich ob es überhaupt notwendig ist viel Geld für das 4 bzw. 6 mm Okualar auszugeben.

3.) In meiner ersten Beobachtungsnacht haben ich einen Freund und meinen Schwiegervater mitgenommen. Mein Freund und ich haben die Ringe des Saturn prima erkannt. Mein Schwiegervater (er trägt eine Lesebrille) hat die Ringe leider nicht erkannt. Welche Möglichkeiten gibt es meinen Schwiegervater auch in den Genuss der Saturn Ringe zu bringen. Muss der einfach nur anders fokussieren oder braucht der andere Okular oder eine höhere Vergrößerung?

4.) M31 wollten wir und auch anschauen, haben wir aber leider nicht in den Sucher bekommen. Könnt Ihr mir Tipps geben, wie ich es schaffen kann M31 in den Sucher zu bekommen. Mit dem Auge finden ist einfach, aber mit dem Sucher sehr schwer. Ich habe mir einen Rigel Quickfinder bestellt, der wird in den nächsten Tagen eintreffen. Vielleicht ist damit das Auffinden von M31 ja einfacher?

5.) Neben dem 10mm Okular habe ich unter anderem auch das 2 Zoll Omegon Weitwinkelokular getestet. Zunächst konnten wir mit diesem Okular nicht scharf stellen, bis wir dann gemerkt haben, dass man ine Verlängerung zwischen Okular und OAZ reinpacken muss, die im Lieferumfang des Teleskops enthalten war. Anschließend war das scharfstellen einfach. Könnt Ihr mir sagen, warum solch eine Verlängerung bei einem 2 Zoll Weitwinkelokular notwendig ist. Ich verstehe den technischen Hintergrund nicht.

6.) Nachdem wir ca. 1,5 Stunden beobachtet hatten hat plötzlich das ein- und ausfahren des OAZ nicht mehr funktioniert. Zunächst dachten wir der OAZ ist defekt, später haben wir dann allerdings gemerkt, dass wir versehentlich eine Schraube am OAZ gedreht haben, die dafür sorgt, dass man das OAZ nicht mehr ein und ausfahren kann. Könnt Ihr mir sagen welchen Sinn diese Schraube hat?

7.) Anhand der Bortle Skala habe ich versucht meinen aktuellen Beobachtungsplatz selbst zu bewerten. Die Milchstraße ist teilweise milchig im Zenit erkennbar. Demnach würde ich meinen Beobachtungspunkt mit der der Bortel-Stufe 5 bewerten, was meines Erachtens gar nicht mal so schlecht ist, zum ich hier nur 10 Minuten mit dem Auto hin brauche. Denkt Ihr dieser Beobachtungsplatz ist in Ordnung. Ich sehe 360 Grad eigentlich alles, keine Städte so gut wie keine Lichter, bin persönlich sehr zufrieden mit dem Platz.
 
Hallo Robert,

ich versuchs mal...

2) besorg dir ein Okular in der Brennweite 5-6mm

3) Brille runter und am Okular schar stellen

4) M31 siehst du mit dem bloßem Auge. Einfach über den Dobson anpeilen

5) du kommst sonst nicht in den Brennpunkt, ist leider so.

6) Damit du auch mit schwerem Zubehör sicher im Brennpunkt bleibst.

Gruß
Lothar
 
Hallo Robert,

die visuelle Beobachtung ist zwar nicht mein Steckenpferd aber...

zu 1.) Ich weiss nicht, welches Okular genau dem Dobson beilag, aber idR. sind es Okulare, die kein allzugroßes Eigengesichtsfeld haben und gerad bei 120facher Vergrößerung ist das schon ein ziemlicher "Tunnel". Da du ja vorwiegend Planeten beobachtet hast, wirst du aufgrund der Helligkeit der Planeten im direkten Umfeld nur die Monde der Planeten wahrgenommen haben, aber keine Sterne zum Rand hin. Würdest du nun bei dieser Vergrößerung z.B. einen Sternhaufen beobachten oder einen kleinen planetarischen Nebel, dann würdest du vermutlich feststellen, dass die Sternabbildung zum Rand hin schlechter wird und das ist nur einer der Punkte, wo teurere Okulare Punkten. Darüber hinaus sind Schärfe/Kontrast, Farbfehler (Farbsäume an hellen Kontrastkanten) und nicht zuletzt die mechanische Ausführung weitere Faktoren, wo du mit deutlich teureren Okularen Verbesserungen erzielen kannst.

Tekeskopisches Sehen will wie alles andere auch gelernt sein, daher wirst du wie ich auch zu Anfang (wie ich auch) zuerst einmal absolut beeindruckt sein, von dem was du im Okular siehst. Aber je länger du dabei bleibst und je vielfältiger die Palette an beobachteten Objekten wird, desto eher wirst du auch die Unzulänglichkeiten billiger Okulare, bzw. die Vorteile höherwertiger Okulare schätzen lernen. Wie tief du dabei in die Tasche greifst ist dabei natürlich immer die Frage, muss es State-of-the-art sein, oder doch lieber einen guten Mittelweg finden?

zu 2.) Was die Brennweite betrifft, muss ich passen, aber grundsätzlich gilt auch hier was ich zu 1. geschrieben habe.

zu 3.) Ich bin selbst auch Brillenträger und muss sagen, dass ich am liebsten mit Kontaktlinsen bzw. ganz ohne Hilfsmittel beobachte. Mit Brille geht zwar auch, aber auf jeden Fall muss dein Schwiegervater für sich selbst fokusieren, sonst sieht er nur Matsch!

zu 4.) Üben! Da der Sucher nicht seitenrichtig abbildet, ist es zu Anfang recht "tricky" das Teleskop in die richtige Richtung zu schubsen, mit Riegel/Telrad ist das aber deutlich intuitiver...

zu 5.) Ein Newton hat zwar einen definierten Brennpunkt, der etwas hinter dem OAZ liegen sollte, aber Okulare sind nun mal nicht unbedingt Parfokal. Das hängt damit zusammen, wo z.B. das erste Linsenelement im Okular verbaut ist...

zu 6.) Wenn man Fotografieren will, ist es extrem wichtig, den OAZ klemmen zu können, damit es nicht zu lagebedingten Verschiebungen und damit auch Verlusst des Fokus kommt. Bei wirklich schweren 2" Okularen kann es auch notwendig sein, den OAZ zu klemmen.

zu 7.) Wenn dir der Platz gut erscheint und du zufrieden bist, warum dann ändern? Ob es wirklich Bortel 5 oder ggf. doch besser/schlechter ist, wirst du mit der Zeit auch einschätzen können. Ich pers. würde aber erstmal den kurzen Weg bevorzugen, da du so schneller den Inneren Schweinhund überwinden kannst und raus fährst. Mit dem Gedanken im Hinterkopf erst einmal ne Stunde im Auto zu sitzen um nen dunklen Platz zu finden und dann die Wettervorhersage im Nacken dass es ggf. doch Schleierwolken geben könnte, wirst du vermutlich viele Nächte "verschenken"...


 
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Moin Robert!

Ich vesuch auch mal mein Glück...

> Das billige 10mm Okular hat so tolle Ergebnisse geliefert, dass ich hier eigentlich keine Verbesserg vorstellen kann.

Na, nach einer Nacht kann man das schlecht beurteilen. Es gibt schon deutlich bessere Okulare, die gar nicht mal so teuer sein müssen und auch mehr Gesichtsfeld bei der Vergrößerung liefern. Man braucht dann den Dobson nicht so häufig nachzuschubsen.
So ziemlich das beste 10-mm-Okular dürfte das Baader Classic Ortho (BCO) 10 mm sein, Kostenpunkt 65 EUR neu. Viele Anfänger greifen gern zum TS Planetary HR (hier nur 9 mm), das etwas mehr Gesichtfeld liefert. Günstige Erfle (WW bis 70° scheinb. GF) bieten m.E.zwar den großen Überblick, lassen dann wieder in der Schärfe nach. Vielleicht mal durchprobieren, was einem am meisten liegt.

> Im nächsten Schritt will ich mir nun ein gutes Okular für eine möglichst hohe Vergrößerung besorgen.

Bleib erstmal bei 6 mm Brennweite als Maximum. Je höher die Vergrößerung, umso seltener wird das Okular eingesetzt. 4 mm bei f/6 stauben meist im Kofer nur voll, weil man sich die Nächte im Jahr, wo der Einsatz lohnt, an einer Hand anzählen kann. Empfehlung für das 6er ist von mir auch das BCO...

> Muss der einfach nur anders fokussieren

Natürlich! Jeder hat seinen eigenen Fokuspunkt im Teleskop. Auch ist die individuelle Sehleistung, gerade was sehr feine Details angeht, von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Zu 4.) : Ein Peiler wie der Rigel mach das Auffinden durchaus einfacher, gerade zu Anfang, wenn man die Motorik für das Teleskop noch nicht entwickelt hat. Wenn Peiler, dann würde ich immer noch einen opt. Sucher in der Hinterhand halten. Die jeweiligen Orientierungen in den Optiken sind gewöhnungsbedürftig und müssen geübt werden - wie bereits geschrieben. (Das nimmt einem niemand ab.)

zu 5.) ... Ich verstehe den technischen Hintergrund nicht.

Ganz einfach: der Auszug ist im Normalfall zu kurz, um mit den langbrennweitigen 2"-Okularen in den Fokus zu kommen. Die Auzüge bei diesen Modellen sind auf Einsatz eine Kamera hin ausgelegt, und da reicht der Auszugsweg eben nicht, um mit einigen Okularen in den Fokus zu kommen.

> Könnt Ihr mir sagen welchen Sinn diese Schraube hat?

Wurde schon geschrieben: das ist die Feststellschraube für den Auszug.

> Denkt Ihr dieser Beobachtungsplatz ist in Ordnung?

Da würde ich doch erstmal ein paar Nächte abwarten. Vor allen Dingen haben wir z.Zt. noch keine ausreichend dunkle Nacht jetzt im Sommer. Ab Anfang August wird das besser, un der Herbst ist auch noch da. Dann kannst du den Standort sicher besser einschätzen. Jetzt bringt das noch nicht viel.
 
Hallo,

vielen Dank für Eure tollen Rückmeldungen.

Winnie schreibt u.a. folgendes:

Bleib erstmal bei 6 mm Brennweite als Maximum. Je höher die Vergrößerung, umso seltener wird das Okular eingesetzt. 4 mm bei f/6 stauben meist im Kofer nur voll, weil man sich die Nächte im Jahr, wo der Einsatz lohnt, an einer Hand anzählen kann. Empfehlung für das 6er ist von mir auch das BCO...

Hauptfaktor für ein nicht nutzen können ist schlechtes Seeing oder?

Meinst du dieses

http://www.astroshop.de/baader-classic-ortho-6mm/p,33613

oder dieses

http://www.astroshop.de/baader-okular-morpheus-76d-6-5mm/p,47755

Das zweite ist schon ziemlich teuer, wenn du aber der Meinung bist das es sich lohnt würde ich vielleicht sogar das zweite kaufen.

Wenn du aber dass erste meinst wäre ich auch nicht böse, dann würde ich ordenltich Geld sparen :-).
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
> Denkt Ihr dieser Beobachtungsplatz ist in Ordnung?

Da würde ich doch erstmal ein paar Nächte abwarten. Vor allen Dingen haben wir z.Zt. noch keine ausreichend dunkle Nacht jetzt im Sommer. Ab Anfang August wird das besser, un der Herbst ist auch noch da. Dann kannst du den Standort sicher besser einschätzen. Jetzt bringt das noch nicht viel.

Ich dachte Nächte im Sommer sind nur kürzer, wußte bisher nicht das Nächste im Sommer auch "weniger dunkel" sind. Ist das so bzw. warum ist das so?
 
Moin Robert!

> Hauptfaktor für ein nicht nutzen können ist schlechtes Seeing oder?

Ja.

> Meinst du dieses

Wenn ich schreibe "Baader Classic Ortho", dann meine ich die auch und nicht "Morpheus"... (Den Preis hatte ich auch schon genannt, also Augen auf beim Lesen!) :confused:

> Ich dachte Nächte im Sommer sind nur kürzer

Die Nacht beginnt bei uns Astronomen erst mit Ende der astronomischen Dämmerung, d.h. wenn die Sonne 18° unter dem Horizont steht. Diesen tiefen Stand erreicht die Sonne im Sommer in höheren Breiten wie Mitteleuropa für einige Wochen nicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dämmerung
 
"Richtig" dunkel ist es nur nach der astronomischen Dämmerung. Im Sommer gibt es aber durchaus Nächte in denen es zwischen astronomischer Abenddämmerung und Morgendämmerung keine Lücke gibt, diese also nahtlos bzw. ohne abgeschlossen zu sein ineinander übergehen. Die Astronomische Dämmerung wird erreicht, wenn die Sonne mehr als 18° unter dem Horizont steht. Im Winter tritt das deutlich "häufiger" ein als im Sommer...
 
Wenn ich schreibe "Baader Classic Ortho", dann meine ich die auch und nicht "Morpheus"... (Den Preis hatte ich auch schon genannt, also Augen auf beim Lesen!)

Sorry, mein Fehler. Dann kaufe ich das 6mm Ortho.

Trotzdem würde mich interessieren, was an dem "Morpheus" so viel anders ist als beim "Ortho". Fast viermal so teuer, das muss ja gigantisch viel mehr bieten als das "Ortho" bei dem Preis. Frage mich nur wo der zusätzliche Nutzen tatsächlich ist. Für wen würde sich denn z.B. das "Morpheus" lohnen und warum?
 
Ich überlege mir zusätzlich zum "Baader Classic Ortho" auch noch eine 2xBarlow zu kaufen, dann könnte ich die Brennweite des Okulars von 6mm auf 3mm erweitern. Macht das Sinn oder ist das Blödsinn?

Falls ja, könnt Ihr eine gute 2xBarlow empfehlen?
 
Sorry, aber tiefergehende Fragen zu Okularen und weiterem Zubehör solltest du im entsprechenden Board stellen. Das paßt hier nicht hin und wird zu speziell.
 
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