nicolai0512
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Beobachtungsbericht 15.07.07
Beobachtete Objekte (in Reihenfolge):
M13 (Kugelsternhaufen)
M92 (Kugelsternhaufen)
M57 (Planetarischer Nebel)
M56 (Kugelsternhaufen)
M 71 (Kugelsternhaufen)
M 27 (Planetarischer Nebel)
M 29 (offener Sternhaufen)
NGC 7000 (Nordamerikanebel)
IC 5067 (Pelikannebel)
NGC 6960 und 6992 (Cirrusnebel)
Equipment:
Teleskop: 10“-Lightbridge
Okulare: TS WA 42mm, TS WA 32mm, Hyperion 17 und 8mm, Planetary 4mm
Filter: Baader UHC-S und Baader OIII
Bücher: Karkoschka
Bedingungen:
Dauer 00:30 – 02:30 Uhr.
Seeing ca. 5/10.
Trockene Luft, windstill
Grenzgröße 5,6mag.
Ein Sommernachtstraum :biggrin:
Heute war M13 mein erstes Ziel: Riesengroß und einfach zu finden. Das helle rundliche Zentrum ist bis in die Mitte aufgelöst und gut erkennbar. In den Randbereichen gehen Sternketten in alle Richtungen vor allem an der westlichen Seite. In allen Vergrößerungen schön bis zum 8mm Hyperion, hier annähernd formatfüllend abgebildet. Eines der schönsten Objekte am Nachthimmel. Danach M92 nördlich, etwas kleiner, ließ sich aber auch teilweise auflösen und bietet ebenfalls einen rundlich-ovalen Gesamteindruck. Ich wollte noch den im Karkoschka geführten NGC 6210 aufsuchen, war aber mangels Sternen beim Starhopping nicht erfolgreich und hatte dann auch keine Lust mehr, lange zu suchen: Eine Aufgabe für die nächste Nacht.
Es folgte ein Schwenk in Richtung Osten in die Leier. Sofort im 32mm-Okular erkennbar: Die kleine ovale Scheibe des Ringnebels M57, hebt sich ohne Probleme von den punktförmigen Sternen ab. Ich beobachte mit allen Vergrößerungen und genieße den kleinen Ring. Es zeigt sich ein helles ovales Randgebiet mit einem etwas weniger aufgehellten Zentralgebiet. Ein schwacher Stern steht direkt neben dem Ring, im Ring sehe ich leider keiner Sterne… Der OIII hilft noch mal entscheidend, den Kontrast zu verbessern; der PN sticht damit hell und klar hervor. Eine Augenweide. Weiter zum in der Nähe stehenden Kugelsternhaufen M56. Sehr klein und nicht sehr auffällig, aber als Kugel gut zu erkennen. Runde Form.
Es ging in Richtung Süden im kleinen Sternbild Pfeil. Hier stand zunächst M 71 auf dem Plan: Ein kleiner lichtschwacher eckig wirkender Kugelsternhaufen. Sieht ganz nett aus und bietet mehrere größere Sterne in den Randgebieten. Voll Vorfreude geht es dann nach Norden zum Hantelnebel M 27. Leicht auffindbar, sehr hell und groß. Die typische Hantelform ist sehr gut erkennbar, ebenso die etwas dunkleren Randbereiche. Weiter außen um die Hantel herum sind ganz schwache, unregelmäßige Ausläufer zu erkennen. Im Bereich der Hantel finden sich ebenfalls schwache hellere und dunklere Bereiche. Ein tolles Objekt, nächstes Mal erfolgt eine Zeichnung.
Zum Abschluss wollte ich gerne noch zum ersten Mal den Nordamerikanebel sehen. Mit dem bloßen Auge konnte ich bereits eine Aufhellung neben Deneb sehen, deren Spitze in Richtung Südwesten zeigte, das müsste er eigentlich sein. Mit dem Teleskop bin ich erst zu M 29 geschwenkt, ein offener unscheinbarer Sternhaufen, der im Sternengewimmel der Milchstraße fast gar nicht auffällt. Vom Bild her erinnerte er mich etwas an die Plejaden, vier Sterne, die ein Rechteck bilden und noch einige Sterne in direkter Nähe.
Dann bin ich zu NGC 7000 und IC 5067, dem Nordamerika- und dem Pelikannebel. Das Auffinden ohne Filter ist mir nicht gelungen, nur Sterne, Sterne, Sterne. Daher schob ich den OIII ein und plötzlich sah ich eindeutige Nebelstrukturen, ein blasses Grau, direkt daneben dunkler Hintergrund! Faszinierend! Ich fuhr die Nebelgebiete ab und konnte den südlichen Teil von Nordamerika eindeutig identifizieren, ein schmales Nebelband, weiter nördlich wurde es unübersichtlich. Der gesamte Komplex ist aber zu groß für mein Gesichtsfeld, selbst im 42mm-Okular sind immer nur Anteile zu sehen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier einen Erfolg haben würde! Große Zufriedenheit!
Angespornt durch diesen Erfolg musste noch der Cirrusnebel herhalten, ebenfalls eine Premiere für mich. Auffinden von 52 Cyg einfach. Bereits ohne Filter im Übersichtsokular ist das schmale südliche, leicht gebogene Nebelfilament von NGC 6960 vor allem bei indirektem Sehen schwach sichtbar: Langgezogen und schmal, spitz zulaufend am Ende. In die andere Richtung ist der Nebel fast nicht auszumachen, mit dem OIII treten jedoch alle Filamente deutlicher hervor. Der Nebel ist nun bis zu beiden Enden sichtbar. Ein tolles Erlebnis!
Die andere Seite (NGC 6992) ist ebenfalls mit dem OIII ein prachtvoller Anblick. Ein Halbkreis aus Nebel, an einem Ende etwas schmaler und dichter, am oberen Ende dann mehr aufgelockert und mit mehreren breiten Ausläufern. Eindeutige Sichtung! :super:
Danach beendete ich meinen „Sommernachtstraum“ – beobachten mit freiem Oberkörper auf dem Balkon. Eine windstille, ruhige Nacht. Einzig Insekten störten gelegentlich meine Genießer-Beobachtungen! :super:
Sommergrüße von Nicolai :huhu:
Beobachtete Objekte (in Reihenfolge):
M13 (Kugelsternhaufen)
M92 (Kugelsternhaufen)
M57 (Planetarischer Nebel)
M56 (Kugelsternhaufen)
M 71 (Kugelsternhaufen)
M 27 (Planetarischer Nebel)
M 29 (offener Sternhaufen)
NGC 7000 (Nordamerikanebel)
IC 5067 (Pelikannebel)
NGC 6960 und 6992 (Cirrusnebel)
Equipment:
Teleskop: 10“-Lightbridge
Okulare: TS WA 42mm, TS WA 32mm, Hyperion 17 und 8mm, Planetary 4mm
Filter: Baader UHC-S und Baader OIII
Bücher: Karkoschka
Bedingungen:
Dauer 00:30 – 02:30 Uhr.
Seeing ca. 5/10.
Trockene Luft, windstill
Grenzgröße 5,6mag.
Ein Sommernachtstraum :biggrin:
Heute war M13 mein erstes Ziel: Riesengroß und einfach zu finden. Das helle rundliche Zentrum ist bis in die Mitte aufgelöst und gut erkennbar. In den Randbereichen gehen Sternketten in alle Richtungen vor allem an der westlichen Seite. In allen Vergrößerungen schön bis zum 8mm Hyperion, hier annähernd formatfüllend abgebildet. Eines der schönsten Objekte am Nachthimmel. Danach M92 nördlich, etwas kleiner, ließ sich aber auch teilweise auflösen und bietet ebenfalls einen rundlich-ovalen Gesamteindruck. Ich wollte noch den im Karkoschka geführten NGC 6210 aufsuchen, war aber mangels Sternen beim Starhopping nicht erfolgreich und hatte dann auch keine Lust mehr, lange zu suchen: Eine Aufgabe für die nächste Nacht.
Es folgte ein Schwenk in Richtung Osten in die Leier. Sofort im 32mm-Okular erkennbar: Die kleine ovale Scheibe des Ringnebels M57, hebt sich ohne Probleme von den punktförmigen Sternen ab. Ich beobachte mit allen Vergrößerungen und genieße den kleinen Ring. Es zeigt sich ein helles ovales Randgebiet mit einem etwas weniger aufgehellten Zentralgebiet. Ein schwacher Stern steht direkt neben dem Ring, im Ring sehe ich leider keiner Sterne… Der OIII hilft noch mal entscheidend, den Kontrast zu verbessern; der PN sticht damit hell und klar hervor. Eine Augenweide. Weiter zum in der Nähe stehenden Kugelsternhaufen M56. Sehr klein und nicht sehr auffällig, aber als Kugel gut zu erkennen. Runde Form.
Es ging in Richtung Süden im kleinen Sternbild Pfeil. Hier stand zunächst M 71 auf dem Plan: Ein kleiner lichtschwacher eckig wirkender Kugelsternhaufen. Sieht ganz nett aus und bietet mehrere größere Sterne in den Randgebieten. Voll Vorfreude geht es dann nach Norden zum Hantelnebel M 27. Leicht auffindbar, sehr hell und groß. Die typische Hantelform ist sehr gut erkennbar, ebenso die etwas dunkleren Randbereiche. Weiter außen um die Hantel herum sind ganz schwache, unregelmäßige Ausläufer zu erkennen. Im Bereich der Hantel finden sich ebenfalls schwache hellere und dunklere Bereiche. Ein tolles Objekt, nächstes Mal erfolgt eine Zeichnung.
Zum Abschluss wollte ich gerne noch zum ersten Mal den Nordamerikanebel sehen. Mit dem bloßen Auge konnte ich bereits eine Aufhellung neben Deneb sehen, deren Spitze in Richtung Südwesten zeigte, das müsste er eigentlich sein. Mit dem Teleskop bin ich erst zu M 29 geschwenkt, ein offener unscheinbarer Sternhaufen, der im Sternengewimmel der Milchstraße fast gar nicht auffällt. Vom Bild her erinnerte er mich etwas an die Plejaden, vier Sterne, die ein Rechteck bilden und noch einige Sterne in direkter Nähe.
Dann bin ich zu NGC 7000 und IC 5067, dem Nordamerika- und dem Pelikannebel. Das Auffinden ohne Filter ist mir nicht gelungen, nur Sterne, Sterne, Sterne. Daher schob ich den OIII ein und plötzlich sah ich eindeutige Nebelstrukturen, ein blasses Grau, direkt daneben dunkler Hintergrund! Faszinierend! Ich fuhr die Nebelgebiete ab und konnte den südlichen Teil von Nordamerika eindeutig identifizieren, ein schmales Nebelband, weiter nördlich wurde es unübersichtlich. Der gesamte Komplex ist aber zu groß für mein Gesichtsfeld, selbst im 42mm-Okular sind immer nur Anteile zu sehen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier einen Erfolg haben würde! Große Zufriedenheit!
Angespornt durch diesen Erfolg musste noch der Cirrusnebel herhalten, ebenfalls eine Premiere für mich. Auffinden von 52 Cyg einfach. Bereits ohne Filter im Übersichtsokular ist das schmale südliche, leicht gebogene Nebelfilament von NGC 6960 vor allem bei indirektem Sehen schwach sichtbar: Langgezogen und schmal, spitz zulaufend am Ende. In die andere Richtung ist der Nebel fast nicht auszumachen, mit dem OIII treten jedoch alle Filamente deutlicher hervor. Der Nebel ist nun bis zu beiden Enden sichtbar. Ein tolles Erlebnis!
Die andere Seite (NGC 6992) ist ebenfalls mit dem OIII ein prachtvoller Anblick. Ein Halbkreis aus Nebel, an einem Ende etwas schmaler und dichter, am oberen Ende dann mehr aufgelockert und mit mehreren breiten Ausläufern. Eindeutige Sichtung! :super:
Danach beendete ich meinen „Sommernachtstraum“ – beobachten mit freiem Oberkörper auf dem Balkon. Eine windstille, ruhige Nacht. Einzig Insekten störten gelegentlich meine Genießer-Beobachtungen! :super:
Sommergrüße von Nicolai :huhu: