TaurusM45
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Hallo zusammen,
nach nun fast 5 monatiger Abstinenz war es gestern endlich mal wieder soweit zum Sternegucken. Ich war zwar schon seit 3 Uhr morgens auf den Beinen (Frühschicht lässt grüßen) aber das war mir egal. Die Luft und die Sicht am Tag hat schon gezeigt, worauf man sich am Abend wohl freuen konnte.
Nachdem ich am Nachmittag schon das Auto gepackt hatte, bin ich gegen 20 Uhr dann losgefahren mit Ziel Kolbenberg nähe Großer Feldberg und dort auf den Parkplatz Sandplacken. Ein großer Parkplatz für Wanderer mitten im Wald. Gegen 20:30 Uhr war ich dann oben. Mein Kumpel hatte ich auch für 22 Uhr angekündigt.
Aber ich wäre so oder so nicht alleine gewesen. Denn gegen 21 Uhr kamen dann noch 3 weitere Sternenlichthungrige. Es versprach ein schöner Abend in angenehmer Runde zu werden. Was sich dann auch bewahrheitete.
In aller Ruhe habe ich dann mal aufgebaut. Ich bin ein Freund davon noch im Hellen (also spätestens zum Sonnenuntergang) aufzubauen.
Erstmal das schwere CGE Pro Stativ. Darauf die EQ-8R mit 3x 10kg Gegengewicht. Als ich dann zu guter Letzt mit Stöhnen und Keuchen meinen 14" Meade SC vom Rücksitz nahm und auf die Montierung wuchtete, war das Staunen bei den Anderen nicht zu überhören. Das Teleskop lag den ganzen Nachmittag im Auto in der Tiefgarage und hatte somit Gott sei Dank nicht allzu viel Probleme mit dem Auskühlen.
Alle Kabel dran, Okulare bereitstellen und auf die Dunkelheit warten. Das Meade 14" hatte an diesem Abend sein first Light (zumindest für mich) und ich war schon sehr gespannt was mich erwartet.
Die Zeit bis man die ersten Sterne sehen konnte, habe wir dann mit lockeren Gesprächen verbraucht. Es war wirklich eine sehr nette Runde. Zwischenzeitlich ist dann auch mein Kumpel eingetroffen, der dann auch schnell seinen 8" F/5 Newton samt EQ-6R aufbaute und für die Fotografie vorbereitete.
Mein Plan für den Abend, war es, erstmal alle zu justieren, denn ich habe das Teleskop vor zwei Wochen gebraucht gekauft und von Münster erst einmal 400km nach Hause gefahren. Des weiteren stand bei mir für den Abend nur eine visuelle Beobachtung an.
Als dann endlich der Polarstern zu sehen war, wurde die Montierung schon einmal grob in die Richtung gebracht (für visuell völlig ausreichend) anschließen noch ein zwei Sterne Alignment gemacht und ich war bereit.
Arcturus stand mir dann für die Justage des Fangspiegel zur Verfügung. Also Laptop mit SharpCap und ASI178MC Kamera ans Teleskop und mal schauen wie der Fangspiegel so daneben hängt.
Aber Überraschung!!! Da war einfach mal gar nix daneben. Perfekt justiert. Also Laptop weg, Okular dran und nochmal mit dem eigenen Auge vergewissert das alles passt.
Und ja das tat es. Perfekt - wieder viel Zeit gespart.
Nun war ich doch sehr gespannt, was der 14 Zoller so alles kann. Es war mein erstes Mal mit einer so großen Öffnung (meine Güte wie das jetzt klingt ;-))
Also 20mm ES 100° Okular rein und GoTo zu M3 - mittlerweile war es auch schon schön dunkel und man konnte die Milchstraße schon leicht durchschimmern sehen.
Wow was soll ich sagen. Da war dieser schöne runde Kugelhaufen bis ins Zentrum aufgelöst - einfach unbeschreiblich - wie auf einer schwarz-weiß-Fotografie.
Den Anblick habe ich dann mal ein Weilchen genossen bis ich zum großen Bruder M13 schwenkte.
Hier angekommen viel mir die Kinnlade runter. Unbeschreiblich und wenn man es nicht selbst gesehen hat, sehr schwer zu beschreiben. Riesengroß und bis ins Zentrum Einzelsterne. Unzählige Sternenketten im Haufen und wie auf einem Foto.
Dann noch schnell das 12mm ES 92° rein (immerhin fast 300fach) und das hat mir dann endgültig die Schuhe ausgezogen. Es war ein Anblick, den ich so schnell nicht vergessen werde. Vergleichbar mit einer guten Fotografie. Dies bestätigten auch alle Anderen, die sich diesen Anblick nicht entgehen lassen wollten.
Mittlerweile war der Himmel auch einfach perfekt geworden. Milchstraße ohne Probleme von Horizont zu Horizont und M31 klar und deutlich mit bloßem Auge. Das ist wirklich sehr selten fürs Rhein-Main-Gebiet.
Bevor nun die Müdigkeit endgültig die Sache beendet (ich war zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Stunden wach) wollte ich noch abschließend einen Blick auf M27 werfen. Ohne Filter, denn ich war zu faul, das Filterrad aus dem Koffer zu wühlen.
Auch hier unglaublich toller Anblick und ohne Probleme hat mich der Zentralstern quasi angesprungen. Die Hantelform klar und deutlich im Okular (hier wieder das ES 20mm 100°)
Übermotiviert wollte ich nun noch M71 und M101 anschauen aber aufgrund der Müdigkeit und daraus resultierender mangelnder Konzentration habe ich diese einfach nicht mehr finden können - trotz GoTo.
Also hieß es Abbauen. Überglücklich alles im Auto verstaut und um runter zu kommen noch ein wenig mit den Kollegen geplaudert.
Danach hab ich dann die 30km Heimreise mit einem breiten Grinsen im Gesicht angetreten, um dann gegen 01:30 Uhr wie erschossen ins Bett zu fallen.
Mein Fazit: Ja der Meade 14" ist wirklich ein Trümmer uns sehr schwer aber dieses Beobachtungserlebnis rechtfertig jedes Zoll und jedes Kilogramm und ich freue mich jetzt schon wenn es wieder heißt "Clear Sky und ab auf den Berg"
Auf die Planeten freue ich auch schon ganz besonders.
In diesem Sinne viele Grüße und viel gute Beobachtungsnächte
Euer
Andreas
nach nun fast 5 monatiger Abstinenz war es gestern endlich mal wieder soweit zum Sternegucken. Ich war zwar schon seit 3 Uhr morgens auf den Beinen (Frühschicht lässt grüßen) aber das war mir egal. Die Luft und die Sicht am Tag hat schon gezeigt, worauf man sich am Abend wohl freuen konnte.
Nachdem ich am Nachmittag schon das Auto gepackt hatte, bin ich gegen 20 Uhr dann losgefahren mit Ziel Kolbenberg nähe Großer Feldberg und dort auf den Parkplatz Sandplacken. Ein großer Parkplatz für Wanderer mitten im Wald. Gegen 20:30 Uhr war ich dann oben. Mein Kumpel hatte ich auch für 22 Uhr angekündigt.
Aber ich wäre so oder so nicht alleine gewesen. Denn gegen 21 Uhr kamen dann noch 3 weitere Sternenlichthungrige. Es versprach ein schöner Abend in angenehmer Runde zu werden. Was sich dann auch bewahrheitete.
In aller Ruhe habe ich dann mal aufgebaut. Ich bin ein Freund davon noch im Hellen (also spätestens zum Sonnenuntergang) aufzubauen.
Erstmal das schwere CGE Pro Stativ. Darauf die EQ-8R mit 3x 10kg Gegengewicht. Als ich dann zu guter Letzt mit Stöhnen und Keuchen meinen 14" Meade SC vom Rücksitz nahm und auf die Montierung wuchtete, war das Staunen bei den Anderen nicht zu überhören. Das Teleskop lag den ganzen Nachmittag im Auto in der Tiefgarage und hatte somit Gott sei Dank nicht allzu viel Probleme mit dem Auskühlen.
Alle Kabel dran, Okulare bereitstellen und auf die Dunkelheit warten. Das Meade 14" hatte an diesem Abend sein first Light (zumindest für mich) und ich war schon sehr gespannt was mich erwartet.
Die Zeit bis man die ersten Sterne sehen konnte, habe wir dann mit lockeren Gesprächen verbraucht. Es war wirklich eine sehr nette Runde. Zwischenzeitlich ist dann auch mein Kumpel eingetroffen, der dann auch schnell seinen 8" F/5 Newton samt EQ-6R aufbaute und für die Fotografie vorbereitete.
Mein Plan für den Abend, war es, erstmal alle zu justieren, denn ich habe das Teleskop vor zwei Wochen gebraucht gekauft und von Münster erst einmal 400km nach Hause gefahren. Des weiteren stand bei mir für den Abend nur eine visuelle Beobachtung an.
Als dann endlich der Polarstern zu sehen war, wurde die Montierung schon einmal grob in die Richtung gebracht (für visuell völlig ausreichend) anschließen noch ein zwei Sterne Alignment gemacht und ich war bereit.
Arcturus stand mir dann für die Justage des Fangspiegel zur Verfügung. Also Laptop mit SharpCap und ASI178MC Kamera ans Teleskop und mal schauen wie der Fangspiegel so daneben hängt.
Aber Überraschung!!! Da war einfach mal gar nix daneben. Perfekt justiert. Also Laptop weg, Okular dran und nochmal mit dem eigenen Auge vergewissert das alles passt.
Und ja das tat es. Perfekt - wieder viel Zeit gespart.
Nun war ich doch sehr gespannt, was der 14 Zoller so alles kann. Es war mein erstes Mal mit einer so großen Öffnung (meine Güte wie das jetzt klingt ;-))
Also 20mm ES 100° Okular rein und GoTo zu M3 - mittlerweile war es auch schon schön dunkel und man konnte die Milchstraße schon leicht durchschimmern sehen.
Wow was soll ich sagen. Da war dieser schöne runde Kugelhaufen bis ins Zentrum aufgelöst - einfach unbeschreiblich - wie auf einer schwarz-weiß-Fotografie.
Den Anblick habe ich dann mal ein Weilchen genossen bis ich zum großen Bruder M13 schwenkte.
Hier angekommen viel mir die Kinnlade runter. Unbeschreiblich und wenn man es nicht selbst gesehen hat, sehr schwer zu beschreiben. Riesengroß und bis ins Zentrum Einzelsterne. Unzählige Sternenketten im Haufen und wie auf einem Foto.
Dann noch schnell das 12mm ES 92° rein (immerhin fast 300fach) und das hat mir dann endgültig die Schuhe ausgezogen. Es war ein Anblick, den ich so schnell nicht vergessen werde. Vergleichbar mit einer guten Fotografie. Dies bestätigten auch alle Anderen, die sich diesen Anblick nicht entgehen lassen wollten.
Mittlerweile war der Himmel auch einfach perfekt geworden. Milchstraße ohne Probleme von Horizont zu Horizont und M31 klar und deutlich mit bloßem Auge. Das ist wirklich sehr selten fürs Rhein-Main-Gebiet.
Bevor nun die Müdigkeit endgültig die Sache beendet (ich war zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Stunden wach) wollte ich noch abschließend einen Blick auf M27 werfen. Ohne Filter, denn ich war zu faul, das Filterrad aus dem Koffer zu wühlen.
Auch hier unglaublich toller Anblick und ohne Probleme hat mich der Zentralstern quasi angesprungen. Die Hantelform klar und deutlich im Okular (hier wieder das ES 20mm 100°)
Übermotiviert wollte ich nun noch M71 und M101 anschauen aber aufgrund der Müdigkeit und daraus resultierender mangelnder Konzentration habe ich diese einfach nicht mehr finden können - trotz GoTo.
Also hieß es Abbauen. Überglücklich alles im Auto verstaut und um runter zu kommen noch ein wenig mit den Kollegen geplaudert.
Danach hab ich dann die 30km Heimreise mit einem breiten Grinsen im Gesicht angetreten, um dann gegen 01:30 Uhr wie erschossen ins Bett zu fallen.
Mein Fazit: Ja der Meade 14" ist wirklich ein Trümmer uns sehr schwer aber dieses Beobachtungserlebnis rechtfertig jedes Zoll und jedes Kilogramm und ich freue mich jetzt schon wenn es wieder heißt "Clear Sky und ab auf den Berg"
Auf die Planeten freue ich auch schon ganz besonders.
In diesem Sinne viele Grüße und viel gute Beobachtungsnächte
Euer
Andreas