Ein ungewöhnlicher Gregory

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Gerd_Duering

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Hallo,

heute möchte ich mal ein ungewöhnliches Design eines Gregory Teleskops vorstellen.
Bei einem herkömmlichen Gregory befindet sich ja der konkave SP hinter dem Fokus des HS.
Das Teleskop wird so recht lang und daher hat sich ja das Cassegrain durchgesetzt und das Gregory führt ein Schattendasein.
H.H. Selby hatte jetzt die pfiffige Idee den Strahlengang im Fokus des HS abzulenken und den SP seitlich und damit außerhalb des Strahlenganges zu platzieren.
Dadurch befindet sich nur noch ein winziger Ablenkspiegel im Strahlengang, dieser muss nur so groß sein wie das gewünschte Feld im Primärfokus.

Nun hat man aber das Problem den Strahlengang nach der Reflektion am SP wieder am wenn auch sehr kleinen Ablenkspiegel vorbeizubekommen.
H.H. Selby löst dieses in dem der kleine Ablenkspiegel etwas aus der 45° Position gekippt wird, der SP bleibt aber unverändert rechtwinklig zur Optischen Achse des HS an der Tubuswand und mit seinem Zentrum auf Höhe des Fokus des HS.
Dadurch wird nur ein seitlich versetzter Teil des SP genutzt (dieser muss also größer dimensioniert werden) und so wird der Strahlengang am Ablenkspiegel vorbeigeführt.

So kann man zwar auf der Achse eine perfekte Abbildung erreichen aber im Feld schlägt ein sehr heftiger Asti zu weshalb das Konzept so wie es ist nicht unbedingt begeistert.

Ich habe dieses von Selby vorgeschlagene Konzept weiterentwickelt.
Im Gegensatz zu Ihm kippe ich sowohl HS wie auch SP.
Durch abstimmen der Parameter Winkel HS, Winkel SP, CC_HS, CC_SP, Versatz SP sowie Fokusabstand und Krümmungsradius SP ist es mir gelungen den heftigen Asti im Feld der im Uhrsprungskonzept so ärgerlich ist praktisch voll zu korrigieren.

Das von mir überarbeitete Konzept ist jetzt eine echte Konkurrenz zu klassischen Schiefspieglern.

Positiver Nebeneffekt meiner Überarbeitung, durch das kippen des HS rückt der kleine Ablenkspiegel zur Tubuswand, steht aber noch im Strahlengang.
Trotzdem wird man hier auf eine Spinne verzichten und den Ablenkspiegel mit kleinem Abstand direkt an der Tubuswand befestigen können.

Bezüglich Abschattung ist der kleine Knopf an der Tubuswand jetzt praktisch fast in der Größenordnung einer HS Halteklammer, also wirklich zu vernachlässigen.

Hier die Zeichnung für einen 150 / 19,6 mit f/8 HS.
 

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Und hier das Design für diese Optik mit allen relevanten Parametern sowie die Spots.
 

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Besonders deutlich wird die jetzt sehr ordentliche Feldabbildung durch das von mir am Uhrsprungskonzept vorgenommene korrigieren des Asti im Feld beim Strehl bzw. RMS übers Feld.

Da kann man wirklich nicht meckern das ist schon sehr ordentlich.
Daher lässt sich das Konzept jetzt auch bei deutlich größeren und schnelleren Optiken noch gut verwenden.

Grüße Gerd
 

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Hi Gerd,

ein Frage aus der Praxis: Welche Vorteile hätte so ein Gerät mit 15cm Öffung gegenüber einem 20cm Newton mit kleinem Öffnungsverhältnis sagen wir f/9.
Aus der Praxis weis ich, dass ein guter 8" Planetennewton mit kleinem Fangspiegel visuell sicher nicht weniger, sondern eher mehr am Planeten zeigt als ein 15cm Schiefspiegler, weiters lichtstärker ist und wesentlich einfacher herzustellen ist er auch. Nur um ein bisschen Obstruktion zu vermindern so weit zu gehen Spiegel schräg zus stellen ist, glaube ich, nicht der richtige Ansatz. Diese Meinung hat übrigens auch Altmeister Texerau vertreten.
Und wenns ums Fotografieren geht, zeigen ja die unglaublich guten Planetenfotografien hier im Forum, dass große Obstruktion kein Hinderniss ist. Viele Fotos sind da mit C9,C11,C14 dabei, bei denen der Sekundärspiegel ja nicht gerade klein ist.
Wo liegen also die Vorteile deines ungewöhnlichen Gregorys?

CS Mike
 
Zitat von Gerd_Duering:
Das von mir überarbeitete Konzept ist jetzt eine echte Konkurrenz zu klassischen Schiefspieglern. Positiver Nebeneffekt meiner Überarbeitung, durch das kippen des HS rückt der kleine Ablenkspiegel zur Tubuswand, steht aber noch im Strahlengang.
Hallo Gerd,

eine interessante Variante ...

Da stellt sich natürlich bei den obstruktionsscheuen Schiefspiegler-Puristen die Frage, ob man den Ablenkspiegel nicht völlig aus dem Strahlengang herausnehmen kann. Viel fehlt ja anscheinend nicht mehr dazu.

Hast Du das schon mal untersucht?

Gruß,
Peter



 
Hallo Mike,

ein Frage aus der Praxis: Welche Vorteile hätte so ein Gerät mit 15cm Öffung gegenüber einem 20cm Newton mit kleinem Öffnungsverhältnis sagen wir f/9.
Aus der Praxis weis ich, dass ein guter 8" Planetennewton mit kleinem Fangspiegel visuell sicher nicht weniger, sondern eher mehr am Planeten zeigt als ein 15cm Schiefspiegler,

das ist bisschen so wie die Diskussion Linse kontra Spiegel.
Ja ein Newton ist das vom Preis bzw. Aufwand / Nutzen her gesehen beste Teteskop.
Trotzdem gibt es nicht nur Newton auf der Welt.

Es gibt schon Punkte für das hier vorgestellte Konzept.
Du kannst es übrigens problemlos aufbohren und statt des 6“ f/8 einen 8“ f/6 Spiegel verwenden.
Die Feldkorrektur des Systems entspricht der des jeweiligen HS (gleicher Feldwinkel betrachtet ).
Das wäre für einen Schiefspiegler eine enorme Leistung mit einem 8“ f/6 HS klarzukommen!

Der Mehraufwand gegenüber dem Newton beschränkt sich praktisch auf einen kleinen SP mit im Beispiel 80mm Durchmesser und entsprechendem Justageaufwand sowie die angepasste Konische Konstante des HS.
Da gibt es wesentlich aufwendigere Teleskope.

Im Gegenzug ist man flexiebler im Backfokus, es wird kein super kurzer OAZ benötigt und wer Sein Bino nutzen möchte, das ist überhaupt kein Problem auch ohne GWK.
Man kann den Ablenkspiegel auch in die andere Richtung stellen, dann ergibt sich ein riesen Backfokus.

weiters lichtstärker ist und wesentlich einfacher herzustellen ist er auch.

Das Lichtstärker ist ja gerade der Nachteil für ein Planetenteleskop.
Das hier vorgestellte System lässt sich ausgezeichnet mit ordentlichen „Planetenokularen“ betreiben ohne ins Okular kriechen oder sich mit einer Barlow behelfen zu müssen.
Eine Barlow ist immer die 2. Wahl besser ist ,man hat direkt die nötige Systembrennweite.

Am hier gezeigten 150 f/19,6 ein schönes 10mm Ortho rein und man hat rund AP 0,5 bei brauchbarem Einblick und bestmöglicher Kontrastleistung.

Was den Herstellungsaufwand betrifft da lässt sich über das „wesentlich“ streiten.
Ich finde hier Aufwand und Nutzen durchaus noch in vernünftiger Relation.
Immerhin kommt man an die Kontrastübertragung eines gleichgroßen APOs heran.

Grüße Gerd
 
Hallo Peter,

Da stellt sich natürlich bei den obstruktionsscheuen Schiefspiegler-Puristen die Frage, ob man den Ablenkspiegel nicht völlig aus dem Strahlengang herausnehmen kann. Viel fehlt ja anscheinend nicht mehr dazu.

Hast Du das schon mal untersucht?
ja viel fehlt nicht aber das ist nun mal die Stellung mit der besten Feldkorrektur für die gewählte Konfiguration.

Umfangreiche Untersuchungen habe ich aber nicht gemacht.

Eine Simple Möglichkeit ist natürlich ein langsamerer HS bzw. in der gewählten Konfiguration einfach die Öffnung verkleinern und schwups isser aus dem Strahlengang.
Mir ist eine größere Öffnung bzw. in Relation zu dieser kürzere Baulänge aber lieber, da hab ich mit der geradezu winzigen Obstruktion kein Problem.

Grüße Gerd
 
Hi Gerd,

versteh ich jetzt nicht:
Das Lichtstärker ist ja gerade der Nachteil für ein Planetenteleskop
Wo ist da der Nachteil bei der Lichtstärke an einem Newton mit 20cm F/9 ???
Ich spreche da durchaus von der Praxis, ich habe lange Zeit mit einem 19cm F/9 Newton mit 30mm Fangspiegel und orthoskopischen Okularen, das Ganze parallaktisch montiert beobachtet. Das war ein schönes System, einfach zu schleifen und billig in der Herstellung und ein Vergleich mit einem 20cm Schiefspiegler zeigte nur recht wenig schlechteren Kontrast.
Seit her frage ich mich wozu der ganze Aufwand (Schiefspiegler etc.) wenns eh auch ganz einfach geht?

Trozdem ist dein System theoretisch interessant, aber es müßte schon mal einer wirklich in die Praxis umsetzen, damit mit wirklich feststellen kann ob die Vorteile die Nachteile überwiegen. Justieren stell ich mir dabei recht aufwendig vor.

Denkst du daran eines zu bauen?
CS Mike

 
Hallo Mike,

Wo ist da der Nachteil bei der Lichtstärke an einem Newton mit 20cm F/9 ???

Punkt1
Mit für so einen Newton schon sehr ungewöhnlichen f/9 bist Du natürlich in einem Bereich wo Orthos gut funktionieren.
Die sollten ja nicht unter f/8 eingesetzt werden.
Trotzdem gibt es bei Orthos und f/8 keinen Schalter der umgelegt wird geht / geht nicht sondern eine fließende Entwicklung mit Verbesserung zu langsameren Öffnungsverhältnissen hin.
Auch wenn bei f/8 oder eben meinetwegen f/9 ein Ortho bereits recht gut abbildet heißt das nicht das es bei f/19 keine Steigerung mehr gibt.

Punkt 2
Um auf die maximal sinnvolle AP von 0,5 zu kommen brauchst Du 4,5mm Okularbrennweite.
Ein solches Ortho hat einen extrem kleinen Augenabstand.
Mein f/19,6 System kommt hier mit 10mm Okularbrennweite und entsprechen angenehmerem Einblick hin.

Punkt3
Baulänge
Du hast ja ein wirkliches Extrem mit rund 1,8m ist der doch kaum mehr transportabel Parallaktisch zu montieren.
Nach meinem Vorschlag kannst Du es auch mit einem f/6 HS wesentlich kürzer haben.
Und vor allem auch weniger Hebel und Gewicht für die Montierung.
Von der Schlepperei und Sperrigkeit so eines f/9 ganz zu schweigen und Leiter oder Treppchen brauchst Du am Ende auch noch. Um auch im Zenit vernünftig beobachten zu können.
Rechnest Du den Mehraufwand meines Vorschlags gegen den den Du mit Deinem langen Newton hast (größere Montierung) auf wird es wohl schlecht für den Newton aussehen.

ein Vergleich mit einem 20cm Schiefspiegler zeigte nur recht wenig schlechteren Kontrast.
Seit her frage ich mich wozu der ganze Aufwand (Schiefspiegler etc.) wenns eh auch ganz einfach geht?
Das bessere Abschneiden des Schiefspieglers kann auch an der besseren Okularverträglichkeit bei entsprechend langsamerem Öffnungsverhältnis liegen.

Was war es denn für einer?
Weil viele Schiefspiegler tauschen Obstruktion gegen anderer Fehler wie zb. Koma beim anastigmatischen Kutter oder Trefoil beim Kutter mit Keillinse.

http://forum.astronomie.de/phpapps/...766/Re_Schiefspiegler_Maxbright_Bi#Post863766

(Mein Vorschlag bildet übrigens auf der Achse perfekt ab.)

Das heißt wenn Du mit 15% Obstruktion antrittst wirst Du natürlich da fast rankommen.
Den letzten Kick bringt da beim Schiefspiegler vielleicht eben nur das langsamere Öffnungsverhältnis (Stichwort Okularverträglichkeit) und weniger das Fehlen der im konkreten Vergleich 15% Obstruktion.

Grüße Gerd
 
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Hallo Gerd,

ist natürlich eine sehr schöne, tolle Idee, welche du hier vorstellst. Die Korrekur über das ganze Gesichtsfeld ist "verlockend" gut. Die Baulänge sehr attraktiv! Ich kann allerdings die Einwände von Mike verstehen. Besonders die exakte und stabile Justage eines solchen Systems stelle ich mir in der Praxis nicht so einfach vor.

Für ein "Planetenteleskop" kenne ich allerdings auch ganz andere alternative Ansätze: Man mag es vielleicht so erst nicht glauben aber z.B. ein 18" F4 oder 16" F4 in entsprechend exquisiter Qualität, geringer Obstruktion, mechanisch ausgeklügelt, mit Baader FFC und Großfeldbino. - Da müssen sich am Planeten schon recht große "unobstruierte" Systeme ganz schön "warm anziehen". ;) Außerdem beobachte ich Planeten meist in oder recht nahe der Bildfeldmitte... :)

Hier kann ich übrigens locker 21mm Okulare und langbrennweitigere mit wunderbarem Einblicksverhalten (beobachte meist mit Brille!) verwenden.

P.S.:
geändet, da ich noch etwas vergessen habe...18"F4 bzw. 16"F4 deswegen, da noch ohne Leiter beobachtet werden kann und der Transport locker von der Hand geht...man wird ja nicht jünger. ;)

Viele Grüße
Werner
 
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Kompliment Gerd! :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus:
Gruß, Harrie
 
Zitat von ws_mak12:
...ein 18" F4 oder 16" F4 in entsprechend exquisiter Qualität, geringer Obstruktion, mechanisch ausgeklügelt...

Das ist dann aber nicht parallaktisch montiert oder nachgeführt - ein schwerer Nachteil bei Planetenbeobchtungen. So ne Dobson-Plattform wird man dazurechnen müssen: Damit wird schon ne ganz schöne Schlepperei / ziemlich viel Volumen.
 
Hi,

@Werner: Was du schreibst kann ich nur voll unterstreichen!
Es war für mich ein Lernprozess, aber es gibt tatsächlich so etwas wie das perfekte Teleskop für den visuellen Beobachter, das bis auf DS Fotografie (auch das geht mit Pandora-System),alles kann: Transportabel,Lichtstark,Planetentauglich, bezahlbar, fette Öffnung.

Mein Traumteleskop wäre ein Mischung aus unseren beiden:

Die Brennweite von deinem 18" (keine Leiter mehr notwendig),
die Öffnung von meinem (Lichtstärker für DS)
der Spiegelqualität von deinem(Vermute mal deiner ist glatter)
und die Montierung von meinem (Servocat, funktionert aber noch nicht richtig)

CS Mike





@Uwe: Durch Einbau eines Servocat Systems hast du doch die Möglichkeit auch große Dobsons nachführen zu können.

@Gerd: Mit 4mm Ortho hatte ich kein Problem. Der Schiefspiegler war soweit ich mich erinnern kann ein Eigenbau mit zugekaufter Optik von Lichtenknecker.
 
Hallo Uwe,

kann deine Bedenken nachvollziehen. Eine Schlepperei ist es definitiv nicht, wobei natürlich jeder andere Ansichten hat, ab wann die Schlepperei anfängt. Sicherlich ist ein 18" F4 nicht mit einem 6"-8" Dob vom Gewicht her zu vergleichen. Aber alles zusammen wiegt lediglich ca. 33kg (incl. Rockerbox). Ich glaube das ist nicht sehr viel für ein Teleskop dieser Größenordnung. Das schwerste und größte Einzelteil hat hierbei nur ein wenig mehr als 20kg und paßt z.B. auf den Beifahrersitz eines Smart.

Nun rechne einmal das Gesamtgewicht, z.B. eines "gewöhnlichen" parallaktisch montierten 8" Zoll Newton mit Volltubus (incl. Montierung, Rohrschellen, Gegengewichte, stabiles Stativ oder Säule). Wo landest du dann? Wahrscheinlich bei nicht sehr viel weniger...

Nachführung kann ein Dobdriver System übernehmen, wie es Mike erwähnt, wobei dies nicht zwingend notwendig ist. Ich habe bis ca. 600x kein wirkliches Problem, das Teleskop in die richtige Position "zu schubsen", da es extrem feingängig in beiden Achsen läuft.

Gruß
Werner

 
Hallo Mike,

vielen Dank für die Unterstützung. Ja, du hast vollkommen recht. Noch ein wenig mehr Öffnung mit ansonsten den gleichen Annehmlichkeiten...das wäre wirklich super!

Soweit ich weiß gibt es sogar erfolgreiche Ansätze, in diese Richtung zu gehen. Ich meine Systeme mit extremen Öffnungsverhältnissen weit unter F4. Mit entsprechendem modernem Paracorr soll das auch weitestgehend funktionieren. Jemanden den ich gut kenne (welcher wirklich Ahnung vom Teleskopbau hat und extrem anspruchsvoll ist, wenn es um Performance geht) erwähnte ein sehr schönes Teil auf der WSP in Florida was offenbar sehr gut an Planeten funktioniert hat. Bin mir nicht mehr sicher, aber es war weit größer als 20" bei F3,xx. Nun, habe da auch meine Bedenken bei diesen extrem kurzbauenden Newtonsystemen. Aber wenn's tut...warum denn nicht. Würde mir da gerne selbst ein Bild machen wollen.

Viele Grüße
Werner



 
Ahh..., natürlich, Mike, jetzt erinnere ich mich wieder an diese Diskussion. Ich selbst habe noch nicht durch ein solches Gerät geschaut. Würde mich brennend interessieren, vor allem, da im Bekanntenkreis jemand, dessen Urteil beim Sterntest/Planeten ich sehr schätze ein ähnlich gebautes Gerät sehr gut beurteilt hat.
Es war aber wohl kein Gerät von Webster. Ich werde ihn mal zu dem Thema befragen. Dann bin ich nicht mehr so am "rumeiern".

Gruß
Werner
 
Zitat von ws_mak12:
das Teleskop in die richtige Position "zu schubsen",

Zu schubsem ja, ich arbeite auch bis ca. 450x. Aber an ruhies Beobachten und Warten auf die Memnete besonderer Luftgüte ist da nicht zu denken. Schubsen - warten bis alles ausgewackelt hat - ein paar Sekunden schauen - wieder schubsen. Wenn mann dann noch eine Zeichnebrett auf den Knien hat, wird es sehr schwierig. Ein Nachfürhung lohnt sich für Planeten. Aber der Hinweis auf Servocat war aber gut.
 
Ja Uwe, seh ich auch so. Für Kometensuchen und beobachten hat mich die Schubserei noch nie gestört, aber beim Zeichnen von Mond und Planeten kostet es Detailfülle,Zeit und Genauigkeit.

CS Mike
 
Hallo Harrie,

besten Dank für das Kompliment.
Optik und Optik Design sind mir neben der Astronomie zu einem vollwertigen Hobby geworden wo ich auch viel Zeit investiere.
Die meisten hier interessieren sich für Optik leider nur notgedrungen als Mittel zum Zweck.
Eigentlich schade den Optik Design kann genauso viel Spaß machen wie die astronomische Beobachtung, besonders wenn man dann auch kleine eigene Erfolge wie zb. das hier vorgestellte Design verzeichnen kann.

Gerne weiche ich da auch mal von ausgetretenen Pfaden ab und untersuche so ausgefallene Sachen wie diese hier.
Auch wenns nicht das Ei des Kolumbus ist, es macht einfach Spaß und bringt Abwechslung im mein Hobby Optik.

Grüße Gerd
 
Hallo Werner und Mike,

ich kann natürlich auch verstehen das an so exotischen Konzepten wie diesem hier nicht sonderlich viel Interesse besteht.
Es ist und bleibt ein Exot, selbstverständlich gibt es andere bewährte Konzepte denen der Pragmatiker der Sein Teleskop rein als Mittel zum Zweck ansieht den Vorzug gibt.

Aber es wär doch langweilig wenn es nicht auch ein paar Exoten gäbe.
Ok es gibt da auch sehr fragwürdige Sachen wo man wirklich sagt na was soll das denn.
Das hier vorgestellte Design zähle ich aber nicht dazu.
Es ist durchaus mit vertretbarem Aufwand umsetzbar und hat seinen Nutzen.
Falls ich mich tatsächlich mal zur Umsetzung des von mir weiterentwickeltem Konzeptes entschließen sollte wäre ich dann wohl der Einzige auf der Welt mit so einem Teleskop.
Na wenn das mal nichts ist. :augenrubbel:

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

ich kann dich durchaus verstehen. Du hast da etwas neues gefunden, das zumindest theoretisch funktioniert und bist zurecht stolz darauf, ausserdem macht dir diese Beschäftigung mit Optikdesign Freude. Vielleicht traut sich ja mal jemand dieses Design in die Praxis umzusetzen. Da lob ich mir (ganz pauschal gesprochen) die Amerikaner. Die probieren und bauen einfach mal drauflos.

CS Mike
 
Hallo Gerd

Carl Zambuto bastelt an was ähnlichem rum

This telescope houses a 12.5" F/9.4 Zambuto primary mirror. It is a typical Newtonian-style paraboloid.
The primary is tilted two degrees off axis where the light path is picked up by a 5" diameter quartz secondary mirror,
which is out of the incoming light path. This tilt causes coma and astigmatism. Then the light is run through
two BK7 lenses 4" in diameter. One is plano-concave and one is plano-convex (both spherical), so they are easy for a lens
maker to fabricate. These two lenses are tilted slightly with respect to each other. This tilt cancels the coma
and astigmatism. So in the end, you're looking down the throat of a 12.5" F/9.4 Zambuto primary with nothing
in the light path
 
Hallo Gerd und Mike.

Der Selby-Gregory ist in den USA gebaut worden. Das grundlegende Design wurde, wenn ich mich richtig erinnere, dahingehend verändert, daß der seitliche elliptische Spiegel einen wesentlich längeren Krümmungsradius erhielt, um die Bildfeldwölbung zu reduzieren. Das sah man dem Instrument auch an. Genaueres weiß ich nicht mehr, der entsprechende Aufsatz erschien in Sky and Telescope vor fünfzehn bis zwanzig Jahren.
Vielleicht hat jemand die DVD Version von Sky & Tel und kann einmal nachsehen, über eine Quellenangabe würde ich mich freuen. Das Design wurde, glaube ich, von Robert Magee erstellt und gebaut.

Generell freue ich mich über exotische Instrumentendesigns. Ich habe schon einige nicht alltägliche Fernröhrle gebaut und noch einiges in der Warteschleife.

Bei der Beschäftigung mit den verschiedenen Teleskoptypen, es sind sicher Dutzende, fällt immer wieder auf, von was für einer geradezu olympischen Eleganz, Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit der Newton ist.

Viele Grüße,

Guntram
 
Hallo Markus,

Carl Zambuto bastelt an was ähnlichem rum

This telescope houses a 12.5" F/9.4 Zambuto primary mirror. It is a typical Newtonian-style paraboloid.
The primary is tilted two degrees off axis where the light path is picked up by a 5" diameter quartz secondary mirror,
which is out of the incoming light path. This tilt causes coma and astigmatism. Then the light is run through
two BK7 lenses 4" in diameter. One is plano-concave and one is plano-convex (both spherical), so they are easy for a lens
maker to fabricate. These two lenses are tilted slightly with respect to each other. This tilt cancels the coma
and astigmatism. So in the end, you're looking down the throat of a 12.5" F/9.4 Zambuto primary with nothing
in the light path

das klingt mir doch sehr nach einem „CHief“ von Ed- Jones.

http://home.fuse.net/eljones/optical_eds_006.htm

Das ist aber doch bisschen was anderes, der CHief ist ein einspiegel System der FS ist plan und dient wie beim Newton lediglich der Umlenkung des Strahlengangs hat aber optisch bis auf das ändern der Bildorientierung keinerlei Bedeutung und könnte auch weggelessen werden.

Ganz anders das hier vorgestellte System mit konkavem Sekundärspiegel.
Hier wird die Korrektur über diesen Spiegel ( off Axis Maß, Konische Konstante und Winkel ) erreicht.

Den CHief habe ich aber auch schon näher untersucht.
Klingt erst mal recht toll aber die Parameter sind leider recht kritisch.

Ich bin auf Basis dieses Jones Korrektor Prinzips und eines Kutters zu einer anderen Lösung gekommen.

http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=109213&whichpage=1

Man gewinnt mit dem konvexen Sekundärspiegel eine weitere Stellgröße
Der Fokusanstand des Korrektors kann hier wesentlich größer gewählt werden, was die Sache deutlich entspannt, man kann mit wesentlich größeren Linsenradien arbeiten und alles ist viel unkritischer bezüglich Justage.

Inzwischen hab ich auch das im Astrotreff vorgestellte Konzept etwas verfeinert und ein für einen Schiefspiegler sehr kompaktes Design entworfen.

Hier ein 150/2000 mit f/8 HS und lediglich 700mm Anstand HS – SP.
Bei leichten Abstrichen bei der sphärischen Korrektur wäre sogar ein handelsüblicher Parabolspiegel als HS nutzbar.
Ideal wäre cc-0,6 mit cc 1,0 kommt man aber bei 150mm Öffnung immerhin noch auf Strehl 0,95.
Aber wer Glück hat und einen etwas unterkorrigierten Spiegel erwischt könnte sogar mit perfekter Korrektur rechnen.

Grüße Gerd
 

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Hallo Gerd,

...Falls ich mich tatsächlich mal zur Umsetzung des von mir weiterentwickeltem Konzeptes entschließen sollte wäre ich dann wohl der Einzige auf der Welt mit so einem Teleskop.
Na wenn das mal nichts ist.

... dann hättet du ein derartiges Unikat gerechnet UND gebaut :applaus:. :respekt:
Funktionstüchtige extraordinäre Unikate bauen kann doch fast jeder, sogar ich :blush:

Ganz herzlich möchte ich deinen Fleiß bei der rechnerischen Vorstellung sehr unterschiedlicher Teleskoptiken loben.
Bitte weiter so!

Gruß Kurt

 
Hallo Guntram,

Der Selby-Gregory ist in den USA gebaut worden. Das grundlegende Design wurde, wenn ich mich richtig erinnere, dahingehend verändert, daß der seitliche elliptische Spiegel einen wesentlich längeren Krümmungsradius erhielt, um die Bildfeldwölbung zu reduzieren. Das sah man dem Instrument auch an.
ich weiß, den Selby gibt es schon lange.
Mein Konzept ist aber eine Weiterentwicklung und beseitigt den Asti im Feld an dem der Selby so leidet.
Im Gegensatz zu Ihm kippe ich den SP sowie den HS um diese Korrektur zu erreichen.
Weiterhin musste ich die Konische Konstante des SP anpassen und in Folge natürlich auch die des HS.
Auch ich habe einen größeren Primärfokusabstand des SP gewählt wodurch sich dessen Krümmungsradius entsprechend erhöht.

Das Problem des Selby ist nur indirekt die Bildfeldwölbung, sondern es ist ein geneigtes Bildfeld wodurch sich ja ebenfalls ein Defokus in einer Achse des Feldes ergibt sowie ein heftiger Asti im Feld.

Das geneigte Bildfeld bleibt aber auch bei meinem Konzept, es müsste unter Umständen mittels Keil unmittelbar vor dem Okular kompensiert werden.

Beim Selby wird die Korrektur ausschließlich über die off Axis Nutzung des SP erreicht, das kommt einer troischen Deformation + etwas Koma des SP gleich.
Der Grad ist aber von dessen konischer Konstante und natürlich dem off Axis Bereich abhängig.
Off Axis Bereich und konische Konstante müssen zusammenpassen um die richtige Korrektur zu bewirken.
Im Feld wird aber jeweils immer ein anderer off Axis Bereich genutzt wie auf der Achse.
Konische Konstante und off Axis Bereich passen dann nicht mehr zusammen und es entsteht Asti.
Die Korrektur passt immer nur für eine Stelle, idealerweise legt man die auf die Optische Achse des Systems.

Außerdem besteht eine weitere Besonderheit wegen der off Axis Nutzung
Man beobachtet nämlich nicht mehr auf der optischen Achse des SP so wie es normalerweise der Fall wäre sondern seitlich in einigem Abstand zu dieser.
Das ist auch Sinn und Zweck der ganzen off Axis Geschichte denn der Strahlengang muss ja am Ablenkspiegel vorbeigeführt werden.
Die Optische Achse des SP geht aber mitten durch den Ablenkspiegel.

@Kurt
Vielen Dank für das Lob, Du bist aber auch recht fleißig gewesen wenn ich mir die ganzen Projekte die Du in den vergangenen Jahren so durchgezogen hast anschaue.

Grüße Gerd
 

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Hallo,

ich möchte auch mal das Oslo File nachreichen.
Hier das ursprüngliche Konzept von wie es Selby angedacht hatte.

// OSLO 6.4 549 0 32257
LEN NEW "" 2492.3 6
EBR 75.0
ANG 0.2
DES ""
UNI 1.0
// SRF 0
AIR
TH 1.0e+20
AP 3.4906726816e+17
NXT // SRF 1
AIR
TH 1200.0
APN 1
AY1 0 -80.0
AY2 0 80.0
AX1 0 -80.0
AX2 0 80.0
ATP 0 1
AAC 0 4
NXT // SRF 2
RFL
RD -2400.0
TH -1200.0
AST
CC -0.94
DT 1
TLA 0.12
BEN
NXT // SRF 3
RFL
TH 200.0
DT 1
TLA 42.0
BEN
NXT // SRF 4
RFL
RD -270.0
TH -410.0
AP 40.0
CC -0.24
DT 1
DCY 19.0
TLA 6.0
BEN
NXT // SRF 5
AIR
NXT // SRF 6
AIR
TH 0.1635781702346
DT 1
DCY 39.26
TLA -6.0
WV 0.546 0.486 0.656
WW 0.98 0.18 0.08
END 6
SDAD 32.0
SDSA On

Und hier meine Version mit der verbesserten Feldkorrektur.

// OSLO 6.4 34959 0 32257
LEN NEW "modifizierter Gregory 150 f/19,6" 2945.5 6
EBR 75.0
ANG 0.2
DES "G.Duering"
UNI 1.0
// SRF 0
AIR
TH 1.0e+20
AP 3.4906726816e+17
NXT // SRF 1
AIR
TH 1200.0
APN 1
AY1 0 -80.0
AY2 0 80.0
AX1 0 -80.0
AX2 0 80.0
ATP 0 1
AAC 0 4
NXT // SRF 2
RFL
RD -2400.0
TH -1200.0
AST
CC -0.72
DT 1
TLA -1.4
BEN
NXT // SRF 3
RFL
TH 190.0
DT 1
TLA 44.1
BEN
NXT // SRF 4
RFL
RD -270.0
TH -470.0
AP 40.0
CC -0.822
DT 1
DCY -20.0
TLA -1.8
BEN
BCR
NXT // SRF 5
AIR
NXT // SRF 6
AIR
RD -150.0
TH -0.4768722485888
DT 1
DCY -49.47
TLA -15.5
WV 0.546 0.486 0.656
WW 0.98 0.18 0.08
END 6
SDAD 32.0
SDSA On

Einfach in den Windowseditor kopieren und dann mit der Endung .len auf dem Computer abspeichern.

Grüße Gerd
 
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Gerd

dein hier gezeigtes Optiklayout ist 1:1 was Zambuto mir für sein Design geschickt hat, nur das er eben praktisch mit ca. F/10 auskommt, was natürlich erfreulich ist, da F/20 schof sehr sehr begrenzent auf das Bildfeld wirkt
 
Hallo Gerd,

ich finde, du hast hier ein wirklich tolles Konzept vorgestellt und ich ziehe meinen Hut vor solchen kreativen Ideen. Du kannst mit recht stolz sein! Ich wollte dies ganz deutlich an dieser Stelle erwähnen auch wenn ich hinsichtlich mancher praktischen Aspekte weiter oben ein paar Anmerkungen bzw. alternative Vorschläge gemacht habe.

Ich bin sicher, daß jemand dein Konzept auch in der Praxis verwirklichen wird. Somit würde ich mich "sputen" das selbst umzusetzen.

Viele Grüße
Werner



 
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