Ein wenig Senf zu Okularen

Dobson_Gucker

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Hallo,
ein wenig Senf zu den Okularen: 1 1/4" der Sorte Plössl 3000 haben ungezählte Beobachtungen gebracht. Von meinem Freund ein 5 mm geschenkt bekommen, der es am C 8 nicht sinnvoll nutzen konnte, habe mich selbst davon überzeugt. Mein 12.5" Dobson mit 1524 mm BrW hat das 5 mm gut verkraftet, und war viele Jahre "Spitzenokular" für die Veränderlichen (304fach max.) Zwei Zoom Okus sollen nur am Rande erwähnt werden.
Hatte gar keine Sehnsucht nach 2" Okus, geschweige denn, ehrlich gesagt, auch keine Kohle für ein Okular 150,-- EUR oder noch mehr zu investieren. Inwiefern ein 2" ggü. dem 1 1/4" einen Reichweitengewinn darstellt, weiß ich nicht !
Freue mich, daß ein Sternfreund mir die Möglichkeit gegeben hat, div. Okus auszutesten, besonders ein Binovorsatz, er hat mich vor dem Kauf gerettet, da das Bino nicht das brachte, was ich mir erhofft hatte. Vor allem aber die Erkenntnis, daß ein Binovorsatz eindeutig ein kleineres GF ggü. mono hat, alles schon an anderer Stelle geschrieben. Bequemeres Durchsehen hin oder her, aber kleineres GF, nee, das tue ich mir nicht an (dann lieber den Reducer dazwischenschalten.....).

Wünsche schönes WE und schöne Pfingsten

Gruß
Günther
 
ich verwende den von Denis Levatic entwickelten APO SS mit 23mm Einlass und 24,2mm Auslass mit den Naglern T6 und habe kein verengtes GF.
 
Hi!

Okulare sind sehr individuell, und bis repetitia non placent, aber ein bisschen Ketchup muss ich doch noch dazu geben, auch wenn es vielleicht nicht jedem schmeckt:
  • 2"-Okulare bringen keinen Reichweitengewinn in Sachen Grenzgröße, sondern ein größeres Bildfeld bei niedriger Vergrößerung. Reichweite im Sinne von Grenzgröße bringt die nur eine bessere Transmission, sei es durch weniger Linsen oder bessere Vergütung – unabhängig vom Steckmaß. Auch am C8 möchte ich 2" nicht mehr missen.
  • Ein langbrennweitiges 2"-Okular kann am C8 bereits vignettieren (wegen dem Blendrohrdurchmesser im Teleskop), aber die Chancen sind gut, dass du mehr Sterne siehst, weil damit die Linsen vom Reducer entfallen. Auf jeden Fall hängt der Reduktionsfaktor des Reducers vom Abstand zum Okular ab, das muss man der Berechnung der Vergrößerung ggf. berücksichtigen.
  • Das Bildfeld mit Binoansatz hängt ab von
    • Einlassöffnung des Binos; deshalb gibt es Großfeldbinos – bei billigen Bino-Ansätzen ist nur eine kleine freie Öffnung vorhanden, die lassen sich dann in erster Linie am Planet einsetzen, mit kurzbrennweitigen Nicht-Weitwinkelokularen
    • Der Teleskopbrennweite, die sich beim C8 ändert. Mit dem selben Okular wird am C8 höher vergrößert, weil über den Hauptspiegel fokussiert wird, und die Brennweite steigt, wenn dank Bino-Ansatz ohne Glaswegkorrektor beobachtet wird.Ein Glaswegkorrektor hilft, da er
      • im Bino für ein Öffnungsverhältnis sorgt, durch das die Prismen keinen Farbfehler verursachen
      • Die Eintrittsöffnung des Binos weiter hinten im Strahlengang sitzt, wo es schmaler ist und somit vom Bino nicht abgeschnitten wird
      • Beim Schmidt-Cassegrain das Teleskop näher an seinen Spezifikationen betrieben wird und du kein Licht verlierst, weil der Hauptspiegel nicht zu nah am Fangspiegel ist – was nicht nur die Brennweite verändert, sondern auch zu Öffnungsverlust führt, weil Licht am Fangspiegel vorbei geht
Also das Bino nicht verdammen, aber das Gesamtsystem betrachten.

Und ein 5mm Plössl hätte mir viel zu wenig Augenabstand, um bequem zu sein. Von daher muss man leider selber testen, was für einen selbst am besten funktioniert.

Clear Skies,
Alex
 
ich verwende den von Denis Levatic entwickelten APO SS mit 23mm Einlass und 24,2mm Auslass mit den Naglern T6 und habe kein verengtes GF.

Das Thema hatten wir schon. Günther spricht vom realen Gesichtsfeld am Himmel, Du vom scheinbaren Gesichtsfeld im Okular. Ersteres verringert sich bei ihm, weil sich durch den Lichtweg des Binoansatzes die Brennweite seines Systems deutlich erhöht. Bei 5mm Plössln wird sich das scheinbare Gesichtsfeld im Okular bei Binonutzung bei ihm auch nicht verringern.

Günther, 5mm Plössl monokular am C8 solltest Du praktisch eher mit 6mm oder sogar 7mm Plössln am Bino vergleichen. Dann kommen Austrittspupille und whres Gesichtsfeld eher hin.

Bis dann:
Marcus
 
das verstehe ich nicht, dann nimmt man halt entsprechend mehr Brennweiten am Okular, wo ist da das Problem?
Vignettierung hat was mit Durchlass am Bino zu tun, sonst nichts...
 
Hallo Alex,
danke dir für die sehr ausführliche Erklärung, "es hat geschmeckt", ehrlich. Sicher, 2" Okus wären das optimale für das alte C 8, wie saght meine Frau immer: sei mit dem zufrieden, was du hast....
In dem Sinne, schöne Pfingsten

Gruß
Günther
 
Hallo

Ich denke immer zu was einen Reducer, habe mir bis heute keinen zugelegt, wechsle meine Okulare so wie es mir in den sinn kommt,
mit welcher Vergrößerung ich was sehen möchte.

Manfred
 
Visuell bringt ein Reducer in der Regel eigentlich nur etwas, wenn man sich auf 1,25"-Okulare beschränkt; ansonsten bringt ein 2"-Okular das Ergebnis einfacher (keine Probleme mit dem Abstand...). Und der Reducer muss groß genug sein, sonst gibt es nur Vignettierung - er verkürzt Brennweite und ausgeleuchtetes Bildfeld. Ich habe das hier mal durchgespielt: Reducer visuell eingesetzt | Kerste.de

Fotografisch lohnt er sich, wenn man auf einen gegebenen kleinen Kamerasensor einen größeren Bildausschnitt bringen will und die Lichtstärke anpassen will.
 
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