Darkstar710
Neues Mitglied
Eine ganz persönliche Astrogeschichte
Der Tag verlief mit geregelter Gelassenheit, etwas Arbeitswillen am Computer, und den Gedanken an einen
frostigen Spaziergang durch die nähere Umgebung. Dieses Denken verflog schnell, mit der Aussicht zur
Nacht noch genug frische Luft zu atmen. Das Wetter zeigte sich von seiner astrofreundlichen Seite.
Da klopfte es kurz vor dem Abend bei den Vorbereitungen zur Beobachtung unerwartet an meiner inneren Tür,
und siehe da, mein lange abtrünniger nicht mehr wahrgenommener Schweinehund, bat plötzlich um Einlass.
Eigentlich war ich gar nicht auf solche Außergewöhnlichkeit vorbereitet, denn meine Gedanken waren anders-
seitig beschäftigt, weit davon entfernt, als persönliche Beziehungen wachsam zu halten.
Nun gut, blitzartig musste ich eine Entscheidung treffen, was ich überhaupt nicht gern tue, denn die erwachsen
normalerweise während mir der Tag so wegschleicht, aber nie vor 11 Uhr. Ja / Nein kam nur in Frage, ähnlich
wie 0 oder 1 in begrenzter Mathematik. Gab es doch noch eine andere Lösung dazwischen bis der Draht glüht?
Ich entschied mich für ja. Im Grunde genommen sah ich ich einen Aufwind, und es war ab sofort wieder
jemand da mit dem ich echt was ausfechten konnte. Eine leichte Freude durchzog mich und gleichzeitig warnte
ich mich zur Vorsicht. Nicht gleich übertreiben, und zu hat rangehen an den Kerl, dabei dachte ich im Hinter-
kopf an das, was ich im Augenblick des Anklopfens durchzuführen gedachte. Jedenfalls richtete er sich erstmal
behutsam bei mir ein, ohne große Aufmerksamkeit von mir zu verlangen, was in diesem Moment meine
weiteren Aktivitäten nicht stören würde.
Im Laufe der Zeit, meine Gedanken in Tätigkeiten umgesetzt, machte sich der wiedergekehrte Schweinehund
doch gedämpft nebenher bemerkbar, als wenn er ahnte was ich vor hatte. Gedanklich beruhigte ich ihn,
verfestigte sich doch der alte wachgewordene Ehrgeiz, mit seinem Einzug verbunden, ihn zukünftig wieder
erfolgreich oftmals zu besiegen. So tat ich, was seit dem hellem Tageslicht schon in mir schlummerte und wartete.
Nach wochenlanger Zeit grauen düsteren Wetters, ohne jemals weiter als vielleicht nur 300m nach oben,
bis zur Wolkendecke zu schauen, war es nun schon den 2. Tag sonnig mit dem Blick in die blaue Unendlichkeit,
die sich über die Abenddämmerung in das mit glitzernden Punkten durchzogene Schwarz der Nacht
fortsetzten sollte (in Berlin ein Hell-Schwarz weniger prickelnd).
So packte ich die Nikon, das Teleskop und alle sieben Sachen die für eine Astro-Fotosession im nächtlichen
Garten benötigt werden. Voran ging ein kurzer Blick vom dem zur Beobachtung bequemeren Balkon in
den zur Zeit mondlosen Himmel. Der zeigte, mein Vorhaben würde hier nicht den gewünschten Erfolg erzielen.
Warum? das Objekt meiner Begierde, der 'Jupiter' stand schon fast im störenden Baum, war es doch
gerade erst dunkel geworden. Leider abgelenkt durch meinen wiedergekehrten Freund waren es nun wirklich
keine 7 Sachen und ich begab mich zwangsweise wieder kurz nach oben in die Wohnung um für die Garten-
arbeit nachzuliefern. Es war kalt, und doch war ich froh und erleichtert alles in gewohnter Weise nach
Wochen der Abstinenz wieder aufgebaut zu haben. So begann ich mit der Einrichtung des Kontrollers und
des Teleskops. Jupiter im Sucher, nun im Okular erwischt, hier in die Mitte positioniert, festgehalten durch
die Nachführung. Jetzt den Sucher justiert, Jupiter genau wie im Okular auf die Mitte des Sucher-
Fadenkreuzes, damit Jupiter sofort auch im Display der Kamera sichtbar ist. Gerade bei Brennweitenverlän-
gernden Maßnahmen mit verringerten Gesichtsfeldalles wichtig. Fehlanzeige keine Jupiter im Kameradisplay.
Hat das Gewicht der Kamera für ein paar Bogenminuten Abweichung an der Mechanik der Montierung gesorgt?
Kann sein, ist aber kein gutes Zeichen. Die unterschiedliche Fokuslage von Okular und Kamera, kann auch
Ursache sein, dass Jupiter nicht im Display nicht zu finden ist, aber richtig platziert ist. Also den Iso-Wert ganz
nach oben, gepaart mit einer verwacklungsreifen Belichtungszeit, und jetzt zeigte sich der Jupiter schwach
von seiner dicksten Seite mit einem kreisrunden GSF (Großer Schwarzer Fleck) in seiner Mitte, als afolkales Bild.
Alles keine Probleme die nicht behoben werden können, nur nervt es, man will ja anfangen.
Nun ist hoffentlich alles klar wie der Himmel. Alles Super, grob fokussiert und den Riemen der motorischen
Scharfstellung auf den Fokusknopf geschwungen ---. Es kann endlich losgehen...
Rot wurde es oben in der linken Ecke des Kameradisplays beim Einschalten dieser, und kälter wurde es
auch. Sch... Keine Speicherkarte in der Kamera. Es sind also so gesagt 8 Dinge die man braucht, obwohl 7,
als goldene Zahl viel besser klingt. Also nochmal in die Wohnung mit dem Gedanken, es wird schon
niemand die Kamera vom Instrument trennen und den Garten mit dem leicht erbeuteten kostbaren Stück
wieder verlassen.
Jetzt alles im Lot? Gefühlt ist es kälter geworden, klamme fast absterbende Finger, als Ausgleich und
Ermunterung ruhige Luft, Jupiter stand gut, der GRF schob sich gerade rein. einige Filmchen im Kasten.
Das Instrument, war mit der pi x Daumen Methode nach Norden nicht sehr gut aufgestellt.
Abweichungen mussten korrigiert werden. Es hielt sich in Grenzen.
Es zog an mir, dort wo etwas am längsten vom Körperzentrum weg war. Es konnte nur die Kälte sein,
niemand andere war da und der kleine und große Bär waren hoch am Himmel fixiert.
Nachbarn mieden den kalten Garten. Oder war da doch noch wer?
Voll vergessen bei der 'Spaßkälte' oder auch Schafskälte, sowie die spätere Aussicht auf die gemütlich
warme Wohnung, dazu den Rest warmzumachender Hühnernudelsuppe vom Mittag, machte sich
mein kürzlich wieder angesiedelter 'Innerer' bemerkbar, nenne ich ihn vorläufig erstmal Gast, denn man
weis ja nie, ist er ja vor Jahren schon mal abgehauen, zu Wort.
'Hey, Mir wird kalt, wie lange willst du das hier noch durchziehen ?'.
'Na bis der GRF ein wenig mehr zu Mitte der Jupiterscheibe gewandert ist.' entgegnete ich.
'Was! Das dauert doch, mir wird immer kälter' antwortete mein Gast.
'Hmm, ich brauche noch etwas Zeit..' so meine Ansicht.
Draussen im Garten war alles ruhig, nur kälter wurde es, das Teleskop der Vereisung nahe, überall
klebend kaltes Metall. Blaue Finger ? Mit Handschuhen ist die feine Handbox-Elektronik und die der
Kamera nicht wirklich griffig.
Da nun wieder, und jetzt mit schärferer Formulierung das Gebärden meines Gastes.
'Hör mal zu mein lieber, mir ist saukalt, ich bin nicht zu dir gekommen um hier elend zu erfrieren,
wenn jetzt nicht Schluß ist mit Jupiter, haue ich sofort wieder ab, du solltest mich ja kennen!'.
Nun das wollte ich auf keinen Fall, denn viele Jahrzehnte bin ich mit ihm gut ausgekommen.
Einige Jahre fehlen. Er hat mich damals vielleicht verlassen, weil ich ihm möglicherweise zu langweilig
geworden bin. Es ist besser Jemanden zu haben, den man mit befriedigen Erfolgserlebnis besiegen
kann, und der sich auch gerne besiegen lässt, wobei beide eine gewisse gesunde Zufriedenheit spüren.
Ohne ein solches Wesen im Menschen, geht manches an einem vorbei, wird übersehen, und
tiefgreifende Erfahrungen und Erkenntnisse gehen verloren.
Besser ist sie zu sammeln. Es wird sonst tatsächlich langweiliger.
Aber diesmal hat es nicht so funktioniert wie vorgesehen und gewollt.
Ich habe eingepackt...
Irgendwer hat den Jupiter von heute Nacht mit dem GRF im Zentralmeridian bestimmt abgelichtet...
VG spa
... und das bescheidene Ergebnis dieser Geschichte ...
VG spa
Der Tag verlief mit geregelter Gelassenheit, etwas Arbeitswillen am Computer, und den Gedanken an einen
frostigen Spaziergang durch die nähere Umgebung. Dieses Denken verflog schnell, mit der Aussicht zur
Nacht noch genug frische Luft zu atmen. Das Wetter zeigte sich von seiner astrofreundlichen Seite.
Da klopfte es kurz vor dem Abend bei den Vorbereitungen zur Beobachtung unerwartet an meiner inneren Tür,
und siehe da, mein lange abtrünniger nicht mehr wahrgenommener Schweinehund, bat plötzlich um Einlass.
Eigentlich war ich gar nicht auf solche Außergewöhnlichkeit vorbereitet, denn meine Gedanken waren anders-
seitig beschäftigt, weit davon entfernt, als persönliche Beziehungen wachsam zu halten.
Nun gut, blitzartig musste ich eine Entscheidung treffen, was ich überhaupt nicht gern tue, denn die erwachsen
normalerweise während mir der Tag so wegschleicht, aber nie vor 11 Uhr. Ja / Nein kam nur in Frage, ähnlich
wie 0 oder 1 in begrenzter Mathematik. Gab es doch noch eine andere Lösung dazwischen bis der Draht glüht?
Ich entschied mich für ja. Im Grunde genommen sah ich ich einen Aufwind, und es war ab sofort wieder
jemand da mit dem ich echt was ausfechten konnte. Eine leichte Freude durchzog mich und gleichzeitig warnte
ich mich zur Vorsicht. Nicht gleich übertreiben, und zu hat rangehen an den Kerl, dabei dachte ich im Hinter-
kopf an das, was ich im Augenblick des Anklopfens durchzuführen gedachte. Jedenfalls richtete er sich erstmal
behutsam bei mir ein, ohne große Aufmerksamkeit von mir zu verlangen, was in diesem Moment meine
weiteren Aktivitäten nicht stören würde.
Im Laufe der Zeit, meine Gedanken in Tätigkeiten umgesetzt, machte sich der wiedergekehrte Schweinehund
doch gedämpft nebenher bemerkbar, als wenn er ahnte was ich vor hatte. Gedanklich beruhigte ich ihn,
verfestigte sich doch der alte wachgewordene Ehrgeiz, mit seinem Einzug verbunden, ihn zukünftig wieder
erfolgreich oftmals zu besiegen. So tat ich, was seit dem hellem Tageslicht schon in mir schlummerte und wartete.
Nach wochenlanger Zeit grauen düsteren Wetters, ohne jemals weiter als vielleicht nur 300m nach oben,
bis zur Wolkendecke zu schauen, war es nun schon den 2. Tag sonnig mit dem Blick in die blaue Unendlichkeit,
die sich über die Abenddämmerung in das mit glitzernden Punkten durchzogene Schwarz der Nacht
fortsetzten sollte (in Berlin ein Hell-Schwarz weniger prickelnd).
So packte ich die Nikon, das Teleskop und alle sieben Sachen die für eine Astro-Fotosession im nächtlichen
Garten benötigt werden. Voran ging ein kurzer Blick vom dem zur Beobachtung bequemeren Balkon in
den zur Zeit mondlosen Himmel. Der zeigte, mein Vorhaben würde hier nicht den gewünschten Erfolg erzielen.
Warum? das Objekt meiner Begierde, der 'Jupiter' stand schon fast im störenden Baum, war es doch
gerade erst dunkel geworden. Leider abgelenkt durch meinen wiedergekehrten Freund waren es nun wirklich
keine 7 Sachen und ich begab mich zwangsweise wieder kurz nach oben in die Wohnung um für die Garten-
arbeit nachzuliefern. Es war kalt, und doch war ich froh und erleichtert alles in gewohnter Weise nach
Wochen der Abstinenz wieder aufgebaut zu haben. So begann ich mit der Einrichtung des Kontrollers und
des Teleskops. Jupiter im Sucher, nun im Okular erwischt, hier in die Mitte positioniert, festgehalten durch
die Nachführung. Jetzt den Sucher justiert, Jupiter genau wie im Okular auf die Mitte des Sucher-
Fadenkreuzes, damit Jupiter sofort auch im Display der Kamera sichtbar ist. Gerade bei Brennweitenverlän-
gernden Maßnahmen mit verringerten Gesichtsfeldalles wichtig. Fehlanzeige keine Jupiter im Kameradisplay.
Hat das Gewicht der Kamera für ein paar Bogenminuten Abweichung an der Mechanik der Montierung gesorgt?
Kann sein, ist aber kein gutes Zeichen. Die unterschiedliche Fokuslage von Okular und Kamera, kann auch
Ursache sein, dass Jupiter nicht im Display nicht zu finden ist, aber richtig platziert ist. Also den Iso-Wert ganz
nach oben, gepaart mit einer verwacklungsreifen Belichtungszeit, und jetzt zeigte sich der Jupiter schwach
von seiner dicksten Seite mit einem kreisrunden GSF (Großer Schwarzer Fleck) in seiner Mitte, als afolkales Bild.
Alles keine Probleme die nicht behoben werden können, nur nervt es, man will ja anfangen.
Nun ist hoffentlich alles klar wie der Himmel. Alles Super, grob fokussiert und den Riemen der motorischen
Scharfstellung auf den Fokusknopf geschwungen ---. Es kann endlich losgehen...
Rot wurde es oben in der linken Ecke des Kameradisplays beim Einschalten dieser, und kälter wurde es
auch. Sch... Keine Speicherkarte in der Kamera. Es sind also so gesagt 8 Dinge die man braucht, obwohl 7,
als goldene Zahl viel besser klingt. Also nochmal in die Wohnung mit dem Gedanken, es wird schon
niemand die Kamera vom Instrument trennen und den Garten mit dem leicht erbeuteten kostbaren Stück
wieder verlassen.
Jetzt alles im Lot? Gefühlt ist es kälter geworden, klamme fast absterbende Finger, als Ausgleich und
Ermunterung ruhige Luft, Jupiter stand gut, der GRF schob sich gerade rein. einige Filmchen im Kasten.
Das Instrument, war mit der pi x Daumen Methode nach Norden nicht sehr gut aufgestellt.
Abweichungen mussten korrigiert werden. Es hielt sich in Grenzen.
Es zog an mir, dort wo etwas am längsten vom Körperzentrum weg war. Es konnte nur die Kälte sein,
niemand andere war da und der kleine und große Bär waren hoch am Himmel fixiert.
Nachbarn mieden den kalten Garten. Oder war da doch noch wer?
Voll vergessen bei der 'Spaßkälte' oder auch Schafskälte, sowie die spätere Aussicht auf die gemütlich
warme Wohnung, dazu den Rest warmzumachender Hühnernudelsuppe vom Mittag, machte sich
mein kürzlich wieder angesiedelter 'Innerer' bemerkbar, nenne ich ihn vorläufig erstmal Gast, denn man
weis ja nie, ist er ja vor Jahren schon mal abgehauen, zu Wort.
'Hey, Mir wird kalt, wie lange willst du das hier noch durchziehen ?'.
'Na bis der GRF ein wenig mehr zu Mitte der Jupiterscheibe gewandert ist.' entgegnete ich.
'Was! Das dauert doch, mir wird immer kälter' antwortete mein Gast.
'Hmm, ich brauche noch etwas Zeit..' so meine Ansicht.
Draussen im Garten war alles ruhig, nur kälter wurde es, das Teleskop der Vereisung nahe, überall
klebend kaltes Metall. Blaue Finger ? Mit Handschuhen ist die feine Handbox-Elektronik und die der
Kamera nicht wirklich griffig.
Da nun wieder, und jetzt mit schärferer Formulierung das Gebärden meines Gastes.
'Hör mal zu mein lieber, mir ist saukalt, ich bin nicht zu dir gekommen um hier elend zu erfrieren,
wenn jetzt nicht Schluß ist mit Jupiter, haue ich sofort wieder ab, du solltest mich ja kennen!'.
Nun das wollte ich auf keinen Fall, denn viele Jahrzehnte bin ich mit ihm gut ausgekommen.
Einige Jahre fehlen. Er hat mich damals vielleicht verlassen, weil ich ihm möglicherweise zu langweilig
geworden bin. Es ist besser Jemanden zu haben, den man mit befriedigen Erfolgserlebnis besiegen
kann, und der sich auch gerne besiegen lässt, wobei beide eine gewisse gesunde Zufriedenheit spüren.
Ohne ein solches Wesen im Menschen, geht manches an einem vorbei, wird übersehen, und
tiefgreifende Erfahrungen und Erkenntnisse gehen verloren.
Besser ist sie zu sammeln. Es wird sonst tatsächlich langweiliger.
Aber diesmal hat es nicht so funktioniert wie vorgesehen und gewollt.
Ich habe eingepackt...
Irgendwer hat den Jupiter von heute Nacht mit dem GRF im Zentralmeridian bestimmt abgelichtet...
VG spa
... und das bescheidene Ergebnis dieser Geschichte ...
VG spa