Eine kleine Bastelei

Wolfgang-F

Mitglied
Moin und hallo.

Anlässlich der Sonnenfinsternis von 1999 habe ich mir ein preiswertes Teleobjektiv der Fa. Beroflex mit 500mm Brennweite und f/8 zugelegt, um dieses Ereignis im Bild festzuhalten. Das ist voll und ganz gelungen, hier ein Beispiel:
SoFi.jpg
Danach kam das Tele mit einem als Zubehör erhältlichen Umkehrprisma als Spektiv zum Einsatz. Natürlich habe ich es auch am Sternenhimmel ausprobiert, allerdings war das Ergebnis wenig berauschend. Das Gesichtsfeld war recht klein und die Sterne wollten sich nicht punktförmig zeigen. So habe ich diesen Anwendungsbereich wieder aus den Augen verloren, bis ich hier im Forum und dann auch im WWW über einige Beiträge dazu gestolpert bin.
Um mit vorhandenem Zubehör aus dem Tele einen brauchbaren Refraktor zu machen, musste ich mir nur noch einen Zenitspiegel zulegen, da ich keine Turnübungen am Okular machen wollte. Das kameraseitige Objektivrohr lässt sich abschrauben und gibt ein M48-Aussengewinde frei. Dort passt mein Okularadapter mit seinem 2„- Filtergewinde drauf. Jetzt den Zenitspiegel und ein Okular eingesetzt und scharfstellen. Klappt, ich komme in den Fokus!!
Kurze Zeit später konnte ich einen ersten Sterntest vornehmen. Da ich mit Refraktoren überhaupt keine Erfahrung habe, schildere ich hier meine subjektiven Eindrücke. Mit meinen drei Pentax-Okularen war das Bild bis zum Rand scharf und kontrastreich. Farbsäume an hellen Sternen waren nicht zu sehen, aber am tollsten war im 21er Okular das große Gesichtsfeld von knapp 3 Grad. Dafür hat sich die kleine Investition in den Zenitspiegel gelohnt. Einziger Schwachpunkt ist momentan das unterdimensionierte Stativ, aber da findet sich bestimmt auch noch eine Alternative.
Vorher.._.JPG_..bis.JPG_.Nachher.JPG
Vorher......Nachher

Hier jetzt noch ein paar Zahlen: Objektivdurchmesser- 62mm
Brennweite 500mm-f/8
Okular Vergr. Gesichtsf. AP
21mm 24x 164´ 2,6mm
14mm 36x 109´ 1,7mm
10,5mm 48x 82´ 1,3mm

Dieser Winzling wird zwar meinen 16er Dobson nicht arbeitslos machen, aber auf einige „Weitfeldeinsätze“ freue ich mich schon.

Wolfgang
 

Mikoka

Mitglied
Hallo Wolfgang,

danke für die schöne Anleitung. Ich habe es gleich nachgebaut mit einem Beroflex 500mm f8, das ich seit Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts habe. Es klappt sogar mit einem kleinen 90° Amiciprisma von Celestron und Einzelokularen bis 100 x (Nagler 4,8 mm) in den Focus zu kommen. Für die Zoomokulare, die ich habe, muss ich mir noch etwas einfallen lassen.

Viele Grüße Michael
 

Wolfgang-F

Mitglied
Moin Michael,

freut mich, daß ich Dich inspirieren konnte, obwohl das ganze ja nicht auf meinem Mist gewachsen ist.

Gruß Wolfgang.
 

Mikoka

Mitglied
Ja,
ich hatte schon immer mal überlegt, sowas zu machen,
Nun war´s der kleine Stein, der die "Lawine" in Gang gesetzt hat.
Danke nochmal :)
 

Mikoka

Mitglied
So, habe gerade mal Mond und Pleiaden geguckt - für ein Photoobjektiv hat das kleine Ding eine tolle Abbildung. Natürlich mit einem Farbfehler (geht bei mir ein wenig ins Purpur), aber durchaus erträglich. Sterne sind schön rund außerhalb des Focus und fein pinpointmäßig im Focus. Alles in Allem eine nette Schnellspechteleinheit.

Viele Grüße Michael
 

Optikus

Mitglied
Moin,

das Wundertütigon ist ja eine Legende - es gibt es in sehr unterschiedlicher Qualität und Ausführung, drin ist aber immer grundsätzlich gleiche 2-Linser.

Die für den Aufwand guten Erfahrungen sind wohl in der Überzahl, es gibt aber auch böse Ausreißer.

Trotzdem schön, dass der Klassiker wieder mal eine Würdigung erfährt.

CS
Jörg
 
Oben