Eine Nacht den Galaxien gewidmet | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Eine Nacht den Galaxien gewidmet

MacAndStars

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Prolog:
Gestern war eine dieser wenigen Nächte, wo alles passt:
- Dunkler Standort (Oberried im Allgäu)
- Sehr gute Durchsicht
- Wochenende (nicht unwichtig)
- Mini-Teleskoptreffen: Gitte, Hajü, Ronal, Andreas, Dieter, +1 (Namen leider vergessen), also wirklich nette Gesellschaft
- Angenehme Temperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit
- Viel Öffnung: Dobsons 2 mal 16'', 12', Refraktor...
- Beobachtungszeit: 20:30 Uhr bis 1:30 Uhr

Meine eigene Ausrüstung:
- 12er Hofheim
- 5mm+13mm Hyp, 8mm + 22mm LVW, 32mm TSWA

Messungen von Hajü zu Folge lagen wir bei ca. 21,5 SQM. Not bad.

Beobachtungen:

Nach einem vielschichtigen Samstag mit Höhen und Tiefen und vielversprechenden Wasserstandsmeldung vom Allgäu habe ich mich gegen 18:00 Uhr auf den Weg gemacht. Schon die Anfahrt war mehr als vielversprechend: Das Allgäu zeigte sich in den frühen Abendstunden von seiner besten völlig wolkenfreien Seite.

Am Beobachtungsplatz prunkte schon der 16er der Familie Merk erwartungsvoll auf der Wiese und voller Tatendrang startete ich mit dem Aufbau meines Hofheimers. Pünktlich mit Eintreten der Dunkelheit war der Aufbau komplett, eine leichte Schrecksekunde angesichts absterbender Batterien des Justier-Lasers überwunden und es konnte losgehen.

Der Sternenhimmel vom Beobachtungsplatz, eingebettet in eine stille, friedvolle Atmospähre zeigte die typische Frühlingskonstellation. Der prominente Löwe voraus, der Saturn aufgehend im Westen und der tiefstehende Orion, der Abschied vom Winter.

Objekte:
Zum Warmwerden gönnte ich mir einen ersten Blick auf M42, den Orionnebel, einen alten Bekannten, der sich im LVW 22 schön dahin räkelte, das Trapez wirkte fast wie ausgestanzt.

Danach wechselte ich zum Leo-Triplet (M65,M66, NGC3628), alle drei Galaxien waren im LVW22 gerade sichtbar. Dieser Dreifach-Anblick war für mich persönlich eine Erstsichtung.

Eine Zwischen-Intermezzo mit dem Saturn war der nächste Beobachtungsschritt. Hohe Vergößerungen waren aber wegen dem mittelmäßigen Seeing nicht drin.

Als nächstes suchte ich M81, M82 im UMA auf, die mir bei der letzten Beobachtungsnacht im Garten in Landsberg noch Probleme bereitet hatten (alle Profis mögen mir das nachsehen ;-)). Diesmal hab ich sie erwischt. M81 mit schöner ovaler Form, aber mein Favorit war klar M82, zigarrenförmig. Vergrößerung mit dem LVW 8mm zeigte eindrucksvoll Strukturen, Ausbuchtungen auf. Mein erstes persönliches Highlight dieser Nacht. Es sollten weitere Folgen.

Die Folge-Objekte waren M108 und M97, beide im UMA und nach Zwigespräch mit Ronald beide gefunden. M108 mit länglicher Form, für mich keine klaren Strukturen sichtbar. Der Eulennebel, M97, etwas beeindruckender, in höherer Vergößerung beobachtet. Mein untrainiertes Beobachtungsgehirn war aber nicht in der Lage, hier dezidierte Substrukturen auszumachen. Veilleicht hätte ich auch noch länger verweilen müssen.

Danach suchte ich M109 und NGC3953 auf. Beide Galaxien waren für mich eher unspektakulär.

Nach kurzer Grün-Tee-Pause und Astro-Schnack ging es weiter zur nächsten persönlichen Erstsichtung: M51, Whirlpool-Galaxie, wohl die Mutter aller Spiralgalaxien. Wow, das war schon was. Diese zwei gekoppelten spiraligen Galaxien üben eine besondere Fasznitation aus. Die Spiralarme waren für mich einigermaßen sichtbar, für die geübteren Beobachter, die sich auch an meinem Teleskop einfanden, klar sichtbar. Im Hyp 13 (Vergrößerung ca. 115) war für mich der Anblick am Stimmigsten, hätte wohl nur durch eine Ethos 13 getoppt werden können. Der 20% Sale ist bald vorbei. Vielleicht doch noch zuschlagen?

Den Abschluss meiner Beobachtungen bildete dann M101 (Pinwheel-Galaxy). Trotz der Begeisterung über die Erstsichtung konnte ich den Anblick dieser Spiral-Galaxie wegen starker Müdigkeit nicht mehr so recht würdigen.

Ziemlich zufrieden ließ ich mich gegen 1:30 ins Bett fallen. Es reichte noch dazu, die Highlights der Nacht im Atlas nachzuschlagen, dann war die Galaxien-Nacht endgültig vorbei.

Am nächsten Morgen bildete der familiäre Brunch mit der Familie Merk bei bestem, sonnigen Wetter, einen würdigen Abschluss.

Was will man mehr vom (astronomischen) Leben.

Wolfram


 

hajuem1963

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Servus Wolfram

Ja, ja Schön wars und immer wieder gerne!! Ich denk noch gerne an den wunderbaren Anblick von M 82 mit deinem Hofheim!! Der Wahnsinn!!
Das haben wir uns aber redlich verdient!!

Lg von Gitti & Hajü & Maya
www.astromerk.de

 
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