Eine Runde Mitleid; oder doch nicht?

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werner_klinger

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Hallo zusammen!

Wieder einmal stöhnt ein Händler unter Wechselkurssschwankungen!Diesmal hat der japanische Yen einen Schnupfen! Hatschi!!!
Andere bieten TV-Produkte zum unschlagbaren Preis.

Ich will jetzt keine einzelnen Händler anprangern, sondern nur zum Nachdenken anregen.
Das ist wohl der Preis, den wir und auch die Händler in unserer www-Welt, zu bezahlen haben.

Scheinbar sollen sich die Kunden (über die Händler) nun auch noch, wie zu den eh schon kurzlebigen Energiepreisen, bei langlebigen Produkten auf ständig schwankende Preise einstellen.

Einerseits werden im Moment TV-Produkte (insb. Okulare) zu Preisen angeboten, die jeden Gebraucht-Verkauf als Wucher erscheinen lassen. Gleichzeitig sollen (müssen) neue Vixen Produkte demnächst erheblich teuerer verkauft werden.

Wie könnte die Astronomie-Gemeinde, alle eingeschlossen, darauf reagieren?

Die "Geiz ist Geil" Fraktion wird wahrscheinlich Tag und Nacht am Rechner hängen und zum Tageskurs die jeweils günstigsten astronomischen Artikel ordern. Bezahlt werden muss auch, nicht nur mit Geld.

Vielleicht wäre ein wenig Bedächtigkeit bei Kunden und Händlern gefragt, um diese Entwicklungen zu entschleunigen.

Bitte versteht mich nicht falsch! Wenn ich gerade jetzt erstens das Geld und zum zweiten Bedarf an einem TV-Okular hätte, würde ich zuschlagen. Nur werde ich mich sicher nicht, weder von drohenden Preiserhöhungen, noch von unschlagbaren Angeboten, dazu hinreissen lassen, schnell noch was zu kaufen.

So! Wer bekommt jetzt eine Runde Mitleid? ?)

Gute Nacht und schlaft mal drüber. ;)

Grüße, Werner

 
Hallo Werner,

kein Stück Mitleid für niemanden.
Wenn Händler/Hersteller um den Globus reisen, um sich die günstigsten Produktions- und Einkaufsbedingungen zu sichern, dann reisen Kunden um den Globus um sich die besten Einkaufsmöglichkeiten zu sichern.
Das geht ja auch bequem virtuell. Irgendwo und für irgendwetwas wechselt der Kurs immer in die jeweils richtige Richtung.
Fein, dass die Kundschaft inzwischen den diesbezüglichen Vorsprung gewiefter Anbieter etwas verkürzen kann, gut wenn Anbietern gezeigt werden kann, zu welchen Konditionen sie ein- und verkaufen, noch besser wenn sie adequat reagieren.

Es ist ein Wettlauf den niemand begonnen haben will und den niemand beenden wird und Ersatz für die, denen die Luft ausgeht steht überall bereit.
Gejammer und Geschrei, noch mehr der erhobene Zeigefinger, sind in diesem Zusammenhang mehr als lächerlich.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hi Zusammen,

ich sag mal so: "Wir müssen zum günstigsten Preis einkaufen" hat der Autohersteller gesagt, als er dem deutschen Zulieferer (Standort) die Kündigung mitteilte. Wen wundert's, wenn sich das derweil beim kleinen Mann (der dann auf der Straße stand) herumgesprochen hat, und der nun das gleiche Auto billiger aus Spanien holt? Und mein Aspirin sollte ich eigentlich auch in den USA bestellen!

Wer Wind sät, wird Sturm ernten, und das gilt meiner Meinung nach ganz besonders für globale Konzerne und alle die global agieren. Ob nebenbei ein paar Astrohändler Schluckauf kriegen, ist da völlig unerheblich.

Relevant ist, dass vor allem die "Produktivitätssteigerung ohne Produktionssteigerung durch Entlassung" erst einmal die Basis dafür geschaffen hat, dass bezüglich der Binnen-Nachfrage hier einer dem anderen seinen Verdienst nicht mehr gönnt. Dadurch erst kommt das "Geiz ist geil"-Konzept ins rollen und es geschieht auch dem Handel insgesamt ganz recht, wenn der Kunde sich endlich der Methoden bedient, die ihm von den großen Geldjongleuren Jahre lang vorgemacht wurden.

Und wer meint, solche Kursschwankungen sind ungerecht: Geld ist nichts, als eine Wertrepräsentation, und wenn die Handelsbilanz nicht stimmt, oder wenn der eigene Staat Geld ausgibt, was nicht da ist, zahlen alle Geldbesitzer die Zeche, ohne einen Cent hinzulegen. Oder mit Uderzo/Goscinni gesprochen: "Sesterz nichts mehr sein Wert!"

Clear Skies
Sven
 
Hallo Werner,

Wieder einmal stöhnt ein Händler unter Wechselkurssschwankungen!Diesmal hat der japanische Yen einen Schnupfen! Hatschi!!!
Ich seh das mal aus der Sicht Deutschland. Ich arbeite für eine große deutsche Firma die Medizientechnik herstellt.

Unsere Fertigungskosten bestimmen einen Preis für den ein Produkt am Mark angeboten wird. Wir verkaufen sehr viel nach USA und wenn der Dollarkurs günstig steht machen wir viel Gewinn, kriegen wir aber für die in USA für Dollar verkauften Geräte durch schlechten Wechselkurs weniger Euro machen wir auch weniger Gewinn.

In einer gewissen Spanne sind diese Schwankungen einkalkuliert, wird dr Kurz aber zu schlecht müssen wir in USA die Preise in Dollar erhöhen um für das Produkt noch den Betrag in Euro zu erhalten in dem noch Gewinn steckt.

Genauso kalkuliert auch eine Firma in Japan- z.B. Vixen- und wenn der Yen nun zum Euro zu ungünstig wird, heben sie eben den Preis in Euro an- ganz simpel.

Da brauchst du nicht erst nachdenken, das ist einfach globale Marktwirtschaft. Wenn du das vermeiden willst, dann kauf halt nur im Euroraum produzierte Produkte.

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan,

Zitat von stefan_h:
Genauso kalkuliert auch eine Firma in Japan- z.B. Vixen- und wenn der Yen nun zum Euro zu ungünstig wird, heben sie eben den Preis in Euro an- ganz simpel.

Na, gaaanz so ist es vielleicht nicht. Schliesslich produziert Vixen (den Großteil) seiner Waren nicht in Japan sondern in China oder sonstwo. D.h. das deren Produktion ja auch günstiger wird ...

Aber mich wundert dieser Schritt schon da Vixen für mich (und viele Andere) aufgrund deren Produktopolitik immer unattraktiver wird. Steigt der Preis noch wird das nicht besser.

Gruß

Matthias
 
Hi Matthias,

Aber mich wundert dieser Schritt schon da Vixen für mich (und viele Andere) aufgrund deren Produktopolitik immer unattraktiver wird. Steigt der Preis noch wird das nicht besser.
Das ist eine andere Seite, die aber auch der Hersteller vertreten muss.

Ich wollte mit meiner Antwort aufzeigen das hier nicht der Händler zuständig ist sondern der Hersteller der den Preis vorgibt.
Und auch wenn Vixen nicht alles in Japan fertigt werden sie ihre Preise so errechnen das ein Gewinn bleibt. Und wenn er Yen gegenüber dem Euro in den Keller rauscht wird er wohl auch gegenüber anderen Währungen schlechter werden- damit steigen die Fertigungskosten sogar noch an.

Euro : Yen in drei Monaten von 160 auf 120 Yen gefallen
Euro : CNY in drei Monaten von 10,5 auf 9 CNY gefallen.

Damit wurde also der Yen gegenüber CNY schwächer und die Fertigung damit in China teurer- manchmal rächt es sich wenn man auslagert :D

Gruß
Stefan
 
Hallo!

Ich freue mich, dass sich auch andere Gedanken über die Preisgestaltung machen. Ich wollte auf keinen Fall den Zeigefinger erheben!!

Ich stimme Günther und besonders Sven mit ihrer Darstellung der momentanten Lage zu.

Hier noch ein interessanter Vergleich:

Oktober 2000:

Nagler 31 mm: (Quelle: Anacortes Telescopes 10/2000; TS-Seite 12/2000):
595 USD, 1098 EUR bei Kurs um 1 EUR/0,7 USD
tatsächlicher Umrechnungspreis 31.10.00: ca. 700 EUR

Heute: gleiche Quellenlage (TS = Teleskop-Express)
640 USD, 527 EUR, bei Kurs um 1 EUR/1,3 USD
tatsächlicher Umrechnungspreis heute: ca. 490 EUR

Grüße, Werner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von matthisk:
Aber mich wundert dieser Schritt schon da Vixen für mich (und viele Andere) aufgrund deren Produktopolitik immer unattraktiver wird.

So ist es... Vixen hat tolle Produkte hergestellt, ist aber heute unattraktiv. Seit Vixen in China fertigen lässt, ist die Marke für mich gestorben.
Andere Firmen haben eine Zweitmarke (z.B fertigt Gibson seine billigen Gitarren unter dem Namen Epiphone) um den eigenen Namen nicht zu riskieren, Vixen hat aber genau das gemacht.

Gruß
Torsten
 
Hi Karsten,

ich sehe mich jedenfalls nicht mehr in der Lage bei Vixen zwischen Qualität und Schrott zu unterscheiden. Zumindest nicht ohne mich vorher extra danach zu forschen... Also kaufe ich Vixen nicht mehr und investiere lieber bei Takahashi.

Gruß
Torsten
 
Hallo Werner,

na dann tu das doch mal und berichte dann, welche Ersparnis herauskommt und ob sich die lohnt wenn Du mal nen Service oder Garantie in USA in Anspruch nehmen willst.

Das Thema gabs schon oft. Ich würde sagen, Ergebnis der Diskussion war, dass sich Einkauf in USA nur rechnet wenns wirklich sehr viel günstiger ist.

Oder anders ausgedrückt: erst mal den Anfahrtsweg für den Milchmann bezahlen bevor der Pudding köchelt. Am besten legal ;)

CS

Klaus
 
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