Ursus corpulentus
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Liebe Abonnenten,
gestern streifte ich kurz das Luxus-Problem aller ernstzunehmenden Amateur-Astronomen: "Welches [Instrument] soll ich heute Abend nur ausprobieren?"
Der Fachmann sagt: Ganz schwere Entscheidung!
Ich habe mir in solchen Fällen angewöhnt, immer zum Letzten zu greifen, das der Postmann gebracht hat. Manchmal auch zwei- oder dreimal hintereinander, also an aufeinanderfolgenden Tagen, doch dann ist jemand anders dran; alte Hausregel, sonst bleibt immer was liegen, weil man sich auf irgendwelche neuen Lieblinge einschießt.

So ist heute Abend das Hertel&Reuss-Spektiv zum zweiten Mal auf dem Dach gestanden, direkt neben einem kleinen alten Vixen 60S mit 60/700, f/ 11.7, welcher besagter Postmann heute Morgen freundlicherweise dagelassen hat.
Und der Mond war eben zufällig auch noch da. Er stand mitten in der zweiten ernsthaften Wolkenlücke seit sechs Wochen!

Das H&R "Tele-Variabel" (20-60 x 60) galt zu seiner Zeit (in den frühen 1960er-Jahren) als ein für die Astronomoie zumindest geeignetes Spektiv. Darauf wiesen sogar die Firmenprospekte hin, in denen das Gerät feilgeboten wurde. Es kostete 1961 sage und schreibe 245,- DM. Eine Summe, für die man seinerzeit ein gebrauchtes Auto kaufen konnte. Die Qualität der Optik ist wirklich gut, die Verarbeitung von allen Teilen einwandfrei.
Am Sonntag schrieb ich über das H&R: "Ich bin ziemlich sicher, die meisten von uns wären "platt" ob der Abbildung am Mond ... was es allerdings noch zu beweisen gilt".
Viel Vorschusslorbeeren ...

Daneben gestellt habe ich den kleinen Vixen, der heute ankam.
Und schon wurde es wieder mal interessant.
+++ Spoiler-Alarm! +++ Spoiler-Alarm! +++ Um es gleich vorweg zu nehmen: der kleine Vixen Refraktor hatte heute Abend in Kombination mit dem alten Vixen LV 8-24er Zoom in allen Vergrößerungen die Nase klar vorne. +++ Spoiler-Alarm! +++ Spoiler-Alarm! +++ENDE
Der Vixen 60S war dem H&R Tele-Variabel in allen Bereichen klar überlegen. In der Schärfe, Auflösung, Brillanz - bei sehr ähnlicher Apertur und Brennweite (V 60/700 zu H&R 60/675).
Woran liegt's?
Das Spektiv an sich bildet gar nicht schlecht ab, im Gegenteil. Bei halbwegs passablem Seeing heute Abend konnte man sogar mit 120-facher Vergrößerung noch ganz ordentlich auch kleinere Monddetails wie die kleinen Krater im von Christopher angesprochenen Krater Cleomedes erkennen. Mit etwas weniger Doppelwumms war das Bild besser, klar, doch es war noch brauchbar zum Zeichnen, beispielsweise. Also insgesamt gar nicht schlecht.
Ich glaube eher, dass erstens die Fuddelei beim Scharfstellen und im Ausschnitt Halten des auf ein altes Fotostativ geschraubten, langen Rohres einfach so nervig ist, dass man dies unfairerweise der Optik in die Schuhe schiebt. Ich muss das Spektiv auf eine halbwegs solide AZ Montierung schrauben und dann noch mal probieren.
Und zweitens muss der kleine Vixen RICHTIG gut sein, zumal es bei diesen Leitrohren (denn das war er ursprünglich) qualitativ eine ziemliche Spreitung gab.

Als ich das am Sonntag geschrieben habe, wusste ich noch nichts vom dem 60S; ich hatte eher meinen kleinen Towa im Kopf, als es um den Vergleich ging. Jetzt muss ich halt die Tage mal alle drei nebeneinander stellen ...
Ich bin sicher, der H&R "knackt" den kleinen Towa!
Tally Ho!
Ursus
gestern streifte ich kurz das Luxus-Problem aller ernstzunehmenden Amateur-Astronomen: "Welches [Instrument] soll ich heute Abend nur ausprobieren?"
Der Fachmann sagt: Ganz schwere Entscheidung!
Ich habe mir in solchen Fällen angewöhnt, immer zum Letzten zu greifen, das der Postmann gebracht hat. Manchmal auch zwei- oder dreimal hintereinander, also an aufeinanderfolgenden Tagen, doch dann ist jemand anders dran; alte Hausregel, sonst bleibt immer was liegen, weil man sich auf irgendwelche neuen Lieblinge einschießt.

So ist heute Abend das Hertel&Reuss-Spektiv zum zweiten Mal auf dem Dach gestanden, direkt neben einem kleinen alten Vixen 60S mit 60/700, f/ 11.7, welcher besagter Postmann heute Morgen freundlicherweise dagelassen hat.
Und der Mond war eben zufällig auch noch da. Er stand mitten in der zweiten ernsthaften Wolkenlücke seit sechs Wochen!

Das H&R "Tele-Variabel" (20-60 x 60) galt zu seiner Zeit (in den frühen 1960er-Jahren) als ein für die Astronomoie zumindest geeignetes Spektiv. Darauf wiesen sogar die Firmenprospekte hin, in denen das Gerät feilgeboten wurde. Es kostete 1961 sage und schreibe 245,- DM. Eine Summe, für die man seinerzeit ein gebrauchtes Auto kaufen konnte. Die Qualität der Optik ist wirklich gut, die Verarbeitung von allen Teilen einwandfrei.
Am Sonntag schrieb ich über das H&R: "Ich bin ziemlich sicher, die meisten von uns wären "platt" ob der Abbildung am Mond ... was es allerdings noch zu beweisen gilt".
Viel Vorschusslorbeeren ...

Daneben gestellt habe ich den kleinen Vixen, der heute ankam.
Und schon wurde es wieder mal interessant.
+++ Spoiler-Alarm! +++ Spoiler-Alarm! +++ Um es gleich vorweg zu nehmen: der kleine Vixen Refraktor hatte heute Abend in Kombination mit dem alten Vixen LV 8-24er Zoom in allen Vergrößerungen die Nase klar vorne. +++ Spoiler-Alarm! +++ Spoiler-Alarm! +++ENDE
Der Vixen 60S war dem H&R Tele-Variabel in allen Bereichen klar überlegen. In der Schärfe, Auflösung, Brillanz - bei sehr ähnlicher Apertur und Brennweite (V 60/700 zu H&R 60/675).
Woran liegt's?
Das Spektiv an sich bildet gar nicht schlecht ab, im Gegenteil. Bei halbwegs passablem Seeing heute Abend konnte man sogar mit 120-facher Vergrößerung noch ganz ordentlich auch kleinere Monddetails wie die kleinen Krater im von Christopher angesprochenen Krater Cleomedes erkennen. Mit etwas weniger Doppelwumms war das Bild besser, klar, doch es war noch brauchbar zum Zeichnen, beispielsweise. Also insgesamt gar nicht schlecht.
Ich glaube eher, dass erstens die Fuddelei beim Scharfstellen und im Ausschnitt Halten des auf ein altes Fotostativ geschraubten, langen Rohres einfach so nervig ist, dass man dies unfairerweise der Optik in die Schuhe schiebt. Ich muss das Spektiv auf eine halbwegs solide AZ Montierung schrauben und dann noch mal probieren.
Und zweitens muss der kleine Vixen RICHTIG gut sein, zumal es bei diesen Leitrohren (denn das war er ursprünglich) qualitativ eine ziemliche Spreitung gab.

Als ich das am Sonntag geschrieben habe, wusste ich noch nichts vom dem 60S; ich hatte eher meinen kleinen Towa im Kopf, als es um den Vergleich ging. Jetzt muss ich halt die Tage mal alle drei nebeneinander stellen ...
Ich bin sicher, der H&R "knackt" den kleinen Towa!
Tally Ho!
Ursus
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