Eine Teleskopsäule für alle Fälle

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Mr. Spock

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Hallo liebe Sternenfreunde,

es laufen derzeit bei uns die allerersten Überlegungen zu einer Gartensternwarte. Eine der grundsätzlichen Bauteile wird die Teleskopsäule sein, die in meinem Fall vermutlich nach der Methode "ausbetoniertes Kanalrohr" (KG Rohr DN 250) in einem unterirdischen 1 qm Betonklotz hergestellt werden wird. Allerdings bin ich gerade etwas verwirrt wenn es um die Ermittlung einer sinnvollen Höhe geht. Es sind da zu viele variable Größen, die ich einfach nicht unter einen Hut bekomme.

Es geht mir zu 90% um die Astrofotografie. Von diesem Punkt aus gesehen, ist die Höhe der Säule eher unkritisch. Eckpunkte sind: Ich habe (an dem anvisierten Standort) nahezu perfekte 360° Rundumsicht auf den Nachthimmel ab einer Höhe von 10° über dem Horizont. Einzig das Haus eines Nachbarn und mein eigenes Haus decken die unteren 17° des Horizonts ab. In Richtung Süden auf einer Breite von 90° habe ich faktisch Sicht bis runter auf 0°. Bringe ich mein derzeit größtes Teleskop (10 Zoll Newton) in eine waagerechte Position, so befindet sich die Unterkante des Tubus 20 cm über der Montageplatte des EQ6-R Pro. Würde ich mir also eine Schiebedach-Hütte zulegen (Höhe der Seitenwand: 205 cm), müsste die Säule 185 cm hoch sein. Bei einer Kuppeldach-Sternwarte (z. B. Pulsar, Kuppel-Luke ab 140 cm) wären das 120 cm. Soll die minimale Beobachtungshöhe nicht 0°, sondern 15° über der Horizontalen betragen, verringert sich die Höhe für die Säule (bei einem Durchmesser/Breite von 220 cm der Sternwarte) um etwa 30 cm auf 155 cm (Hütte) bzw. 90 cm (Kuppel). Soweit so gut. Mit diesen Daten würde ich die Montageplatte in einer Kuppel auf rund 100 cm festlegen. Soweit alles richtig?

Nun frage ich mich aber, wie das mit der visuellen Beobachtung bestellt sein wird (den anderen 10%). Mit einer Gartensternwarte kommt sicher der eine oder andere Besuch und der soll sich nicht allzu sehr verbiegen müssen, wenn er in das Okular sieht. Außerdem möchte ich mich so überhaupt nicht festlegen, ob nur ein Newton oder nur ein Refraktor zum Einsatz kommt. Für den Newton wären wohl 30 cm weniger Säulenhöhe angenehm, für den Refraktor (es gibt da ja noch mein Projekt "Sonne- und Mond-Teleskop" mit einem 6", f/6,5 Achromaten) könnten es auch 20 cm mehr sein. Wie legt Ihr also Eure Säulenhöhe für Eure Gartensternwarte fest?

Danke
Peter
 
Hallo Peter,
stell Dir eine, zwei, drei Kiste(n) auf einen Tisch und halte ein Papprohr, wie Du es brauchst.
Man kann das nicht anders beantworten.
Wenn Du ein bestimmtes Rohr im Auge hast, kann man Dir sicherlich Vorschläge machen.
Für Besuchergruppen ist es erstrecht nicht möglich: Ich habe einen kleinen Tritt für die kleinen ud nehme grundsätzlich das ZP, damit kann man sehr hoch und sehr tief einstellen.

Noch etwas: Das Betonfundament ist ein großer Aufwand. Ich empfehle Dir eine freistehende Säule:
Das KG - Rohr in einen Pyramidenstumpf von ca 0.5m Höhe und die Grundfläche entsprechend der gewünschten Kippkante eingießen wiegt je nach Ausbau 100 bis 200 kg und ist transportabel. Kabelkanäle und Trageöffnungen direkt eingießen. Drei Füße bleiben unten eingeschalt.
Der Vorteil: Es schwingt schnell aus, da es nicht wie ein Schraubstock einspannt.
 

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Hallo Carsten,
So eine freistehende Betonsäule kannst Du nur auf bereits gut befestigte Untergründe stellen.
Baust Du so ein Ding auf die Wiese, wird es Dir über kurz oder lang einsinken.
Da kannst Du wahrscheinlich jeden Tag neu einscheinern.

Und ich bezweifle mal, dass man eine 200Kg Betonsäule noch „transportabel“ bezeichnen kann.

Auf einer Mietterrasse, wo spurloser Rückbau möglich sein muss, ist so ein massereicher Unterbau bestimmt nicht schlecht, aber im Garten gründet man immer noch am besten tief.

CS

Dietmar
 
Hallo,

hast du schon mal an eine höhenverstellbare Säule gedacht? Die gibts pneumatisch oder mit Spindelantrieb. Ich hab so eine Säule mal günstig für 150€ mit Steuerung bekommen. Meine Hubsäule ist 55cm verstellbar und trägt 400kg, das reicht für alle Eventualitäten aus.

CS Alex
 

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Hallo,

eine mobile Teleskopsäule habe ich ja. Nennt sich "Stativ", ist sogar höhenverstellbar und wurde mit dem EQ6-R Pro mitgeliefert. Was ich suche ist eine hochgradig immobile Teleskopsäule, auf der immer alles aufgebaut bleiben kann. Und da ergibt sich eben das Höhenproblem. Eine konkrete Situation kann ich ausrechnen. Ich frage mich aber, wie Ihr das in der Praxis handhabt. Habt Ihr schon bei der Wahl der (fixen) Stativsäule kategorisch ausgeschlossen, dass Ihr mal von einem Newton auf einen Refraktor wechselt?

Die verstellbare Säule wäre natürlich das Nonplusultra. Habe ich bisher aber nur tief in vierstelligen Bereich gessehen. Bei 150 Euro hätte ich sicher auch nicht gezögert.

Ciao
Peter
 
Hallo Dietmar,
Baust Du so ein Ding auf die Wiese, wird es Dir über kurz oder lang einsinken.
Da kannst Du wahrscheinlich jeden Tag neu einscheinern.
Ja klar der Untergrund muss befestigt sein.
Und ich bezweifle mal, dass man eine 200Kg Betonsäule noch „transportabel“ bezeichnen kann.
2 Schaufelstiele durch die vorbereiteten Löcher im Klotz und 4 Mann geht locker.
Aber ist ja nur eine mögliche Lösung. Und mir ging es um die Flexibilität.
 
Hallo Peter,

vor einigen Jahren hatte ich einige Aspekte der von dir aufgeworfenen Fragen in einem Manuskript "Bestimmung der Höhe einer Betonsäule für eine Rolldachhütte" für das VdS-Journal behandelt. Zu einer Veröffentlichung kam es nicht.
Der Text lautete wie folgt:

Vor dem Bau einer eigenen Sternwarte in der Form einer Rolldachhütte stellt sich die Frage, wie in
dieser das Teleskop aufgestellt werden soll. Eine Betonsäule bietet gegenüber einem Stativ eine
hohe Stabilität und wird von vielen Sternfreunden bevorzugt, da in ihr auch die Stromleitungen
verlegt (mit einbetoniert) werden können. Da die Höhe der Betonsäule (HB) nur mit großem
Aufwand nachträglich verändert werden kann, gilt es, diese über dem Erdboden am Aufstellort zu
bestimmen. Die Betonsäule darf maximal so hoch sein, dass nach Herstellung des Fundamentes,
dem Aufbau der Rolldachhütte sowie der Montage des Säulenadapters, der Montierung und der
Optik einschließlich Rohrschellen, Sucher, Leitrohr und anderen Anbauten das Dach noch abgerollt
werden kann, ohne dass dieses anstößt.
Zum Aufbau einer Rolldachhütte muss ein Fundament hergestellt werden. Dieses kann eine zu
gießende Bodenplatte oder auch eine waagerecht zu plattierende Fläche sein. Die Höhe dieses
Fundamentes über dem Erdboden ist bei einem waagerechten Aufstellort meist gering, da es
weitgehend in den Erdboden eingebaut wird. Wir bezeichnen diese hier mit HF.
Die Rolldachhütte wird auf einer druckimprägnierten Holzbalkenunterlage oder auf einem
druckimprägnierten Bodenrahmen errichtet. Die Höhe der Unterkante des abrollbaren Daches über
dem Fundament sei HD.
Für die Bestimmung der Höhe der Montierung einschließlich Rohrschellen, Sucher, Leitrohr und
anderen Anbauten baut man dieses alles am besten auf einem vorhandenen Stativ auf. Hierbei sollte die Gerätekonfiguration so eingestellt werden, dass sie die geringste Gesamthöhe hat (Abb. 1). Der zwischen der Unterkante der Montierung und der höchsten Stelle der Gerätekonfiguration
gemessene Wert ist HM.
Wir benötigen noch die Höhe des Säulenadapters HS. Außerdem berücksichtigen wir noch einen
Wert HA von mindestens 4 cm. Dieser Wert soll Messungenauigkeiten und den
Schrumpfungsprozess des Holzes bei Blockbohlen berücksichtigen sowie den Komfort erhöhen.
Niemand möchte vor jeder Bewegung des Rolldaches die geringste Gesamthöhe der
Gerätekonfiguration millimetergenau einstellen müssen.
Durch Einsetzen aller ermittelten Werte kann die maximale Höhe der herzustellenden Betonsäule
über dem Erdboden HB wie folgt bestimmt werden: HB = HF + HD - HS - HM - HA
Der so erhaltene Wert für die maximale Höhe der Betonsäule kann unter Hinnahme einer geringeren Horizontsicht reduziert werden. Soll die Montage einer höheren Montierung oder Optik möglich bleiben, ist eine geringere Höhe der Betonsäule zu empfehlen. Eine höhere Montierung oder Optik kann aber auch später noch ermöglicht werden, wenn bei der niedrigeren Montierung oder Optik ein Säulenadapter größerer Höhe verwendet wird und die höhere Montierung oder Optik durch einen Säulenadapter geringerer Höhe ausgeglichen wird.

Vielleicht sind einige Aspekte für dich brauchbar.

CS Ralf
 

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Hallo Peter,

im Grunde genommen kommt es doch erst mal darauf an, Deiner Körpergröße entsprechend, ob Du stehend oder sitzend beobachten möchtest und was ein etwaiger Sternwartenbau später darüber zulässt!

Oft hat man einen Kompromiss, zwischen Teleskop horizontal - 15° Höhe für stehend in Augenhöhe oder sitzend im Zenit in Augenhöhe.
Dazwischen, kann man mit verstellbarem Sitz oder Stehhilfe, dann jede Position einnehmen die man braucht!


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Bei mir waren es 1,65m für Augenhöhe bei 15° stehend, mein verstellbarer Astrostuhl gleichte das dann bis zur Zenitposition sitzend aus!


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Der Plan meiner KLAPPDACHHÜTTE stammt aus dem SuW. - Taschenbuch 1 von Hans Oberndorfer, nach dem Vorbild von der Volkssternwarte München auf dem Dach des Deutschen Museums und wurde von mir genau so aber in 3x3m Größe ausgeführt! Dieser Plan kann ja vielleicht auch heute noch zum selbstbau anregen!

Gruß Günter
 
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