Kay
Aktives Mitglied
Vorab einige Bemerkungen zu meinen Optiken: das Fujinon 16x70 hatte ich mir angeschafft, um endlich mal ein gutes Großfernglas zu besitzen – außerdem interessierten mich die Nebelfilter. Doch es zeigte deutlich weniger als das TS 20x80, bei dem wiederum die Fokussierung sowie die Sternabbildung nicht so toll waren. Und dann ist 16fach im Vergleich zu 10fach ein zu kleiner Sprung für mich. Zuletzt kam auch noch hinzu, dass die Nebelfilter auf die Okulare geschraubt werden und in erster Linie als Spiegel wirken. Man müsste jedes Mal ein dunkles Tuch oder eine Kapuze benutzen, um Streulicht von hinten zu vermeiden. Zudem besitzt es keine feste Stativadaption per Mittelsteg o.ä., sondern nur so einen Adapter, der recht wacklig für ein Spitzenglas ist. Und irgendwie war dann der Schwerpunkt so blöd, dass mein Joystick-Kugelkopf das Glas manchmal nicht richtig hielt – was er beim schwereren 20x80 tat.
Lange Rede, kurzer Sinn, es wurde verkauft. Musste ich aber mal gesagt haben!
Und weil ich mal wieder höher vergrößern sowie eine etwas größere Öffnung haben wollte, habe ich mich für einen gebrauchten, aber ordentlich optimierten 150/750er Newton entschieden. Der passt auf meine „getunte“ AZ-3 und ist mit meinen noch im Astrokoffer herumkullernden Okus und Filtern gut nutzbar. Ich hoffe, 6 Zoll sind bei einem Teleskop noch „astrominimalistisch“ genug?!
Jedenfalls habe ich ein mit Monti tragbares Instrument, kriege keine Nackenstarre bei Zenitbeobachtungen, kann Nebelfilter bei unterschiedlicher Austrittspupille nutzen und auch mal einen offenen Sternhaufen auflösen ;-)
Na ja, doch eine Woche nach diesem Kauf gab es im Biete-Forum ein 20x60er Kronos für wenich Jeld. Hmm, ich konnte nicht Nein sagen, da ich da die „Kronüsse“ schon kannte:
Weitwinkel, kurzzeitig wegen des relativ geringen Gewichts auch freihändig nutzbar – und 20fach ist für Sternhaufen eine gute Vergrößerung… Jedenfalls war das im Budget nach dem Fujinon-verkauf noch drin.
Das erste Licht in meine Augen leuchtete der Newton am 14.10.07. Und da ich ihn unter einem augenscheinlich „durchschnittlichen“ Himmel eigentlich nur testen wollte, habe ich weder mein Diktiergerät besprochen noch die Grenzgröße bestimmt. Was ich beides noch bereuen sollte…
Die Standardobjekte waren nach langer teleskoploser Zeit mal wieder eine Augenweide,
der Ringnebel waberte bei hoher Vergrößerung noch ordentlich, obwohl ein 150/750er doch schneller auskhlt als ein langes Rohr. Cirrusnebel Ost (NGC 6992/95) ohne Filter leicht und mit UHC einfach toll, der „Sturmvogel“ NGC 6960 auch sehr schön – den hatte ich auch im Großfernglas noch nie so richtig, dazu stört der helle Stern zu sehr. Eigentlich hätte ich Pickerings Triangular Whisp auch noch probieren solle, aber ich wollte ja nur mal schnell…
NGC 6934 (KH im Del) war erstaunlich klein, obwohl ich ihn selbst im 10x50 als nicht schwierig empfinde. Und der andere KH im Delphin? NGC 7006 hatte ich unter Traumbedingungen schon einmal im 20x80 gesehen, aber das war lange her. Bei 23fach war er im Newton kaum identifizierbar, erst bei 60fach und indirektem Sehen zeigte sich um das punktförmige helle Zentrum auch ein schwächerer Halo – also doch kein Stern!
Am nächsten Abend war ich zu müde, so dass ich erst wieder am 16.10. unter die Sterne kam: tja, dunstiger Himmel, viel Feuchtigkeit in der Luft, eine Grenzgröße von gerade einmal 5,5 mag in der Leier. Da ich vom eigenen Garten aus beobachte, kann ich den Straßenlaternen nicht entgehen, die nun besonders unangenehm waren, da sie den Dunst so richtig beleuchteten. Über Dresden im Nordosten war eine milchig-orange Glocke…
Aber ich hatte ja ein paar spezielle Objekte auf meinem Plan, wer weiß, wann ich wieder dazu komme:
Dolidze-Dzimselejsvili 10 (OH im Cyg) zeigte im 10x50 einen schwachen Schimmel, eventuell einen einzelnen Stern. Im freihändig gehaltenen 20x60 waren es schon 2-3 Sterne und ein ansonsten unaufgelöster Schimmer. Und im 150/750er? Nichts! An der gleichen Stelle wie mit den Ferngläsern! Bin ich zu blöd zum Aufsuchen mit dem umgekehrt abbildenden 8x50-Sucher? Oder habe ich mir die Fernglassichtungen nur eingebildet?
Leider bin ich noch nicht groß zum Recherchieren gekommen, aber irgendwo hieß es, dass DoDz 10 im Dreizöller geht. Wer kann mal draufhalten???
DoDz 11 am anderen Flügel desSchwans war dann wenigstens eindeutig: im 10x50 ein kleiner Sternknoten von 2-3 Sternen, die im 20x60 etwas weiter auseinanderstanden. Im 8x30 ergab das Ganze noch keinerlei Haufencharakter.
Im 150er konnte ich bei 60fach ca. 90 Sterne erkennen, wobei diese Zusammenballung kaum konzentrierter wirkte als die Umgebung.
Als ich letztens mal die im 10x50 bereits gesehenen Messierobjekte zusammentrug, kam ich auf über 80, allerdings besaß ich keinerlei Aufzeichnungen von M 52. Vergessen? jedenfalls war er unter diesen Bedingungen ein großer Nebelhauch mit 2-3 aufblitzenden Sternen, im 8x30 ein Nebelfleck an der Grenze zur direkten Sichtbarkeit.
Langsam hatte sich Frau Kassiopeia aus der Dresdner Dunstglocke erhoben, war aber noch nicht ganz im Zenit – was ja auch im Teleskop so seine Aufsuchschwierigkeiten mit sich bringt. Also die „üblichen verdächtigen“ OHs angeguckt. Schön, sie mal aufzulösen;-)
Und da war doch dieser „Pac man“-Nebel NGC 281, den ich mal im 8x50 zu sehen geglaubt hatte. Ohne Filter natürlich nix, im UHC war dann schon ein Nebelhauch, der sich aber überhaupt nicht begrenzen ließ. Hier müssen definitiv bessere Bedingungen ran.
Tja, was bleibt als Fazit:
Das 20x60 macht optisch und auch mechanisch Spaß. Die Randunschärfe stört mich gar nicht – ich schaue in die Bildmitte und nicht auf den Rand. Es bildet eine schöne Ergänzung zum 10x50: freihändig zur „Kontrolle“, auf dem Stativ zur Detailbeobachtung – auch wenn es deutlich entfernt von einem 20x80 ist. Aber die halte ich gar nicht mehr freihändig.
Der 150er Newton wird von meiner AZ-3 erstaunlich gut getragen. Im Azimut kann ich ihn wie einen Dobson schubsen, in der Höhe muss ich manchmal schrauben. Die Vergrößerungsoption ist für mich mal was schönes (wie leicht bin ich doch zu beglücken), die Sache mit dem Filter eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. Andererseits muss ich schon zugeben, dass das monokulare Sehen eben doch nicht mit dem binokularen zu vergleichen ist. Ich muss mich richtig „anstrengen“, wenn ihr wisst, was ich meine. Das Aufsuchen fällt ein wenig schwerer als im FG, aber dafür ist der Okulareinblick in Zenitnähe viel angenehmer. Ich freue mich jedenfalls schon auf den Mond und den Mars und mal dunkleren Himmel und die vielen Emissionsnebel im Winter…
Lange Rede, kurzer Sinn, es wurde verkauft. Musste ich aber mal gesagt haben!
Und weil ich mal wieder höher vergrößern sowie eine etwas größere Öffnung haben wollte, habe ich mich für einen gebrauchten, aber ordentlich optimierten 150/750er Newton entschieden. Der passt auf meine „getunte“ AZ-3 und ist mit meinen noch im Astrokoffer herumkullernden Okus und Filtern gut nutzbar. Ich hoffe, 6 Zoll sind bei einem Teleskop noch „astrominimalistisch“ genug?!
Jedenfalls habe ich ein mit Monti tragbares Instrument, kriege keine Nackenstarre bei Zenitbeobachtungen, kann Nebelfilter bei unterschiedlicher Austrittspupille nutzen und auch mal einen offenen Sternhaufen auflösen ;-)
Na ja, doch eine Woche nach diesem Kauf gab es im Biete-Forum ein 20x60er Kronos für wenich Jeld. Hmm, ich konnte nicht Nein sagen, da ich da die „Kronüsse“ schon kannte:
Weitwinkel, kurzzeitig wegen des relativ geringen Gewichts auch freihändig nutzbar – und 20fach ist für Sternhaufen eine gute Vergrößerung… Jedenfalls war das im Budget nach dem Fujinon-verkauf noch drin.
Das erste Licht in meine Augen leuchtete der Newton am 14.10.07. Und da ich ihn unter einem augenscheinlich „durchschnittlichen“ Himmel eigentlich nur testen wollte, habe ich weder mein Diktiergerät besprochen noch die Grenzgröße bestimmt. Was ich beides noch bereuen sollte…
Die Standardobjekte waren nach langer teleskoploser Zeit mal wieder eine Augenweide,
der Ringnebel waberte bei hoher Vergrößerung noch ordentlich, obwohl ein 150/750er doch schneller auskhlt als ein langes Rohr. Cirrusnebel Ost (NGC 6992/95) ohne Filter leicht und mit UHC einfach toll, der „Sturmvogel“ NGC 6960 auch sehr schön – den hatte ich auch im Großfernglas noch nie so richtig, dazu stört der helle Stern zu sehr. Eigentlich hätte ich Pickerings Triangular Whisp auch noch probieren solle, aber ich wollte ja nur mal schnell…
NGC 6934 (KH im Del) war erstaunlich klein, obwohl ich ihn selbst im 10x50 als nicht schwierig empfinde. Und der andere KH im Delphin? NGC 7006 hatte ich unter Traumbedingungen schon einmal im 20x80 gesehen, aber das war lange her. Bei 23fach war er im Newton kaum identifizierbar, erst bei 60fach und indirektem Sehen zeigte sich um das punktförmige helle Zentrum auch ein schwächerer Halo – also doch kein Stern!
Am nächsten Abend war ich zu müde, so dass ich erst wieder am 16.10. unter die Sterne kam: tja, dunstiger Himmel, viel Feuchtigkeit in der Luft, eine Grenzgröße von gerade einmal 5,5 mag in der Leier. Da ich vom eigenen Garten aus beobachte, kann ich den Straßenlaternen nicht entgehen, die nun besonders unangenehm waren, da sie den Dunst so richtig beleuchteten. Über Dresden im Nordosten war eine milchig-orange Glocke…
Aber ich hatte ja ein paar spezielle Objekte auf meinem Plan, wer weiß, wann ich wieder dazu komme:
Dolidze-Dzimselejsvili 10 (OH im Cyg) zeigte im 10x50 einen schwachen Schimmel, eventuell einen einzelnen Stern. Im freihändig gehaltenen 20x60 waren es schon 2-3 Sterne und ein ansonsten unaufgelöster Schimmer. Und im 150/750er? Nichts! An der gleichen Stelle wie mit den Ferngläsern! Bin ich zu blöd zum Aufsuchen mit dem umgekehrt abbildenden 8x50-Sucher? Oder habe ich mir die Fernglassichtungen nur eingebildet?
Leider bin ich noch nicht groß zum Recherchieren gekommen, aber irgendwo hieß es, dass DoDz 10 im Dreizöller geht. Wer kann mal draufhalten???
DoDz 11 am anderen Flügel desSchwans war dann wenigstens eindeutig: im 10x50 ein kleiner Sternknoten von 2-3 Sternen, die im 20x60 etwas weiter auseinanderstanden. Im 8x30 ergab das Ganze noch keinerlei Haufencharakter.
Im 150er konnte ich bei 60fach ca. 90 Sterne erkennen, wobei diese Zusammenballung kaum konzentrierter wirkte als die Umgebung.
Als ich letztens mal die im 10x50 bereits gesehenen Messierobjekte zusammentrug, kam ich auf über 80, allerdings besaß ich keinerlei Aufzeichnungen von M 52. Vergessen? jedenfalls war er unter diesen Bedingungen ein großer Nebelhauch mit 2-3 aufblitzenden Sternen, im 8x30 ein Nebelfleck an der Grenze zur direkten Sichtbarkeit.
Langsam hatte sich Frau Kassiopeia aus der Dresdner Dunstglocke erhoben, war aber noch nicht ganz im Zenit – was ja auch im Teleskop so seine Aufsuchschwierigkeiten mit sich bringt. Also die „üblichen verdächtigen“ OHs angeguckt. Schön, sie mal aufzulösen;-)
Und da war doch dieser „Pac man“-Nebel NGC 281, den ich mal im 8x50 zu sehen geglaubt hatte. Ohne Filter natürlich nix, im UHC war dann schon ein Nebelhauch, der sich aber überhaupt nicht begrenzen ließ. Hier müssen definitiv bessere Bedingungen ran.
Tja, was bleibt als Fazit:
Das 20x60 macht optisch und auch mechanisch Spaß. Die Randunschärfe stört mich gar nicht – ich schaue in die Bildmitte und nicht auf den Rand. Es bildet eine schöne Ergänzung zum 10x50: freihändig zur „Kontrolle“, auf dem Stativ zur Detailbeobachtung – auch wenn es deutlich entfernt von einem 20x80 ist. Aber die halte ich gar nicht mehr freihändig.
Der 150er Newton wird von meiner AZ-3 erstaunlich gut getragen. Im Azimut kann ich ihn wie einen Dobson schubsen, in der Höhe muss ich manchmal schrauben. Die Vergrößerungsoption ist für mich mal was schönes (wie leicht bin ich doch zu beglücken), die Sache mit dem Filter eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. Andererseits muss ich schon zugeben, dass das monokulare Sehen eben doch nicht mit dem binokularen zu vergleichen ist. Ich muss mich richtig „anstrengen“, wenn ihr wisst, was ich meine. Das Aufsuchen fällt ein wenig schwerer als im FG, aber dafür ist der Okulareinblick in Zenitnähe viel angenehmer. Ich freue mich jedenfalls schon auf den Mond und den Mars und mal dunkleren Himmel und die vielen Emissionsnebel im Winter…