Einkaufshilfe für Newton

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Ehemaliges Mitglieder [18501]

Hallo an alle.

Ich besitze seit kurzer Zeit ein Lidlscope. Bin seitdem infiziert und will mehr. :D

Ich dachte an einen Newton, habe aber ziemliche Entscheidungsschwierigkeiten. Das Budget ist momentan leider auf 200€ begrenzt.

Beobachten möchte ich Mond, Planeten, aber auch etwas Deepsky, Messier Objekte, sofern das möglich ist.
Möchte per Digiklemme und Digicam auch das eine oder andere Bild machen. Tiefergehende Astrofotografie ist ausgeschlossen.

Mein hauptsächlicher Beobachtungspunkt :
Grüner Pfeil hinter dem Haus.
Kein direktes Licht von der Strasse.
Am Stadtrand von Frankfurt/Main. Weiß Gott, nicht der idealste Punkt. Bin aber aktuell nicht ständig mobil.
Einzelne Ausflüge in dunklere Gefilde wären möglich, aber bilden eher die Ausnahme.

In der engeren Wahl sind :
Starscope1149 114/900mm auf EQ2
Skywatcher Explorer 114 114/900mm EQ2
Skywatcher Explorer 130/139/900mm auf EQ2
Skywatcher Black Line Parabol Newton 130/650mm EQ2
Skywatcher Skyliner-150P / Parabol Dobson 150/1200mm


Bei dem 130/650 bin ich etwas zögerlich, da ich gelesen habe, daß f/5 höhere Ansprüche an die Okulare stellen.
Jedoch hat der von mir erwähnte 130/650 - ebenso wie der Dobson - einen Parabol Spiegel.
Ist denn der Unterschied bei derselben Öffnung zu einen sphärischen Spiegel so merkbar?

Daß die Montierungen mit EQ2 unterdimensioniert sind, ist mir bewusst.
Ist wohl ein Pluspunkt für den Dobson.
Aber wie verhält es sich, wenn man mal davon absieht?
Macht der 6" Dobson bei derartiger Lichtverschmutzung überhaupt Sinn oder bleibt sich das mit einem 130/900 gleich?
"Lohnt" sich hier vielleicht auch nur ein 114/900?
Nachteil am Dobson scheint mir die Planetenbeobachtung bei großer Vergrößerung zu sein. Ständig nachschubsen?
Ich finde es leichter Objekte mit AZ zu finden, aber die Nachführung ist parallaktischer dann doch angenehmer, oder ist das garkein so großes Problem beim Dobson?

Uff, ich denke, das wars auch "schon"
Fragen über Fragen. :blush:

Ich hoffe, daß ich die Forengemeinde damit nicht zu sehr strapaziere und freue mich auf Antworten.

Viele Grüße und klare Nächte euch allen
-Chris
 
Guten Morgen Chris,

als einziges wirklich brauchbares Teleskop (im Vergleich zu den anderem) erachte ich den 150/1200 Dobson.
Ich persönlich verwende auch einen 150/1200 allerdings parallaktisch auf einer Celestron ADM montiert. Du siehst schon eine ganze menge und durch das Öffnungsverhältnis von f8 ist das Teleskop gänzlich Okularunkritisch.
Du wirst schon etwas mehr sehen als mit kleineren Öffnungen, und bitte beachte, dass die maximale Vergrößerung bei solchen Teleskopen ca dem 1,5-2-fachen der Öffnung entspricht.
-> Bei dem Dobson kannst du (bei guten Nächten) bis ca 250-fach vergrößern - allerdings wirst du solche Vergrößerungen nur selten einstellen. Bei 120-150-fach erhält man noch deutlich hellere und knackige Bilder ;)

Natürlich hat jedes Teleskop - wie sagt man so schön "seinen eigenen Himmel", aber ob du mit den anderen teils recht Lichtstarken untermontierten Teleskopen Dauerhaft deine Freude hast wage ich zu bezweifeln.
Ich persönlich habe mit einem 150/1200 auf EQ-3-2 angefangen und musste schmezlich selbst feststellen - was es bedeutet wenn ein Teleskop nicht ausreichend montiert ist.
Du musst beachten, dass du Objekte bei hoher Vergrößerung auch scharfstellen musst - glückssache oder Gedultsspiel bei den untermontierten Teleskopen.

Entweder, du holst dir den - oder einen ähnlichen Dobson oder so solltest mehr Geld in die Hand nehmen. Wenn Parallaktisch, dann stabil ;)
Denke bitte daran, dass du auch Geld für Okulare einplanen muss (ich weiß nicht, was du jetzt an Okularen zu deinem Skylux hast)
Der f8 ist dort günstiger zu versorgen als ein f5 - ausserdem muss die Justage bei f5 penibler und häufiger als beim f8 erfolgen.

Meine empfehlung:

Spar lieber noch etwas Geld - du hast ja den Skylux zur beobachtung. Lern noch etwas den Himmel kennen und informier dich langfristig.
Ein 8" Dobson ist das wohl häufigst empfohlene Einsteigergerät, dass langfristig spaß macht und viele Objekte detailiert zeigt. Auch in Lichtverschmutzter Umgebung zahlt sich Öffnung aus.

Treff dich doch mal mit Astronomiebegeisterten in deiner Umgebung um mal durch verschiedene Teleskope durchschauen zu können.

Abschließend nochmal ein paar allgemeine Fragen:

Wie ist deine Mobilität - Auto vorhanden?
Bist du Brillenträger - schonmal vorausschauend betreff Okulare?

so, bis dann und Viele Grüße

Michael
 
Hallo Chris,

vermutlich wäre parallaktisch einzig der 130/650 auf einer EQ2 wenigstens halbwegs in Ordnung, da der Hebel und das Gewicht gering sind. Der Spiegel ist ein Parabol, was hinsichtlich der Bildschärfe auch hohe Vergrößerungen zulässt. Bei dieser Kombi geht aber etwas Geld in die Montierung, daher kann der Dobson ein 150mm sein.
Die EQ2 könnte bei hohen Vergrößerungen wieder ein Spielverderber sein - dann wäre die Freude geringer und es steht wieder eine Anschaffung ins Haus.
Meine Erfahrung: Auf einer Astro3 (~EQ2) war mein 114/900 bereits ab 100fach kaum noch scharfzustellen - es zitterte.
Der hat aber einen etwas längeren Hebel.

Das mit f/5 ist nur dann wichtig, wenn du unebdingt ein 20mm Weitwinkelokular (>= 65°) haben möchtest. Es gibt aber mittlerweile auch 20mm Okulare mit 60° (HR Planetary), bei denen sich die Frage lohnt, ob sie mit f/5 gut zurechtkommen.
Die Justage ist bei einem Newton eh' eine Thema, d.h. man lernt sie frühre oder später - ob an f/8 oder f/5 ist dann vielleicht eine Frage der Häufigkeit.

Einen Dobson habe ich nicht und daher kann ich zum Nachschubsen nicht viel beitragen, aber parallaktisch musst du einen Newton drehen oder umsetzen - auch nicht schlimm.

Also einfacher ist ein Dobson, größer auch und er ist mit f/8 auch noch für erschwingliche Weitwinkelokulare gut zu gebrauchen, da Randschärfe (wen es halt stört) weitaus unkritischer ist.

Du sitzt hat vor dem Gerät und musst nachschubsen.

CS,
Stefan
 
Ich würde in dem Fall auch zum Dobson raten, nicht, weil dieser 150 f8 perfekt wäre, sondern weil du für dein Budget das beste Preis-/Leistungsverhältnis erhälst. Belaste dich nicht mit dem Erwerb einer für dein Budget immer zu unterdimensionierten Montierung. (Es sei denn, du fändest einen Schnapper im Biete-Forum) Diese EQ2 ist wie der Schwanz vom Kalb - ständig am Wackeln!

Ich habe auch mit einem 150/1200er Newton angefangen, allerdings auf einem GP Clone. Das Teleskop ist okay, du siehst einiges, Mond ist schön, auch und besonders die großen Planeten (Jupitermonde, GRF und Cassiniteilung am Saturn) und bei gutem Seeing auch Mars und z. B. die Phasen der Venus, aber es eignet sich natürlich nicht für Übersichtsreisen. Das hat mir dann relativ schnell gefehlt. Wenn du also einen Dobson mit etwas moderaterer Brennweite (z. B. 900) findest, wärs ne gute Entscheidung.

Das Drehen des Newton in den Schellen ist unkritisch und die Justage auch, wenn du es einmal begriffen hast …

Meine 50 Cent, Olaf
 
Moin Chris!

Bei 200 EUR Budget... - muß es denn da was Neues sein? Auf dem Gebrauchtmarkt kriegst Du für das Geld schon einen 8"-Dobson von Skywatcher oder GSO. Das ist nicht das große Problem, denke ich...

> Jedoch hat der von mir erwähnte 130/650 - ebenso wie der Dobson - einen Parabol Spiegel.
> Ist denn der Unterschied bei derselben Öffnung zu einen sphärischen Spiegel so merkbar?

Das merkst Du besonders bei den f/5-Optiken, weniger bei den längeren f/8. Das ist auch der Grund, warum alle 114(900er Spiegel durch die Bank nicht parabolisiert sind. Bei allen größeren Spiegeln sollte man schon auf Parabolisierung wertlegen. Deshalb würde ich den 130/900 außenvor lassen.

> Macht der 6" Dobson bei derartiger Lichtverschmutzung überhaupt Sinn

Ja. Ein weiterer Vorteil ist natürlich die gesteigerte Auflösung bei größeren Optiken. Mond, Planeten und DeepSky (bes. Sternhaufen) funktionieren auch bei aufgehellten Himmel. Für die anderen, lichtschwachen Objekte sollte man natürlich raus aus der Stadt.

> Ständig nachschubsen?

Ja, da wird Dir nichts weiter übrigbleiben, außer Du baust Dir eine Dobson-Nachführplattform. ;) Das Nachschubsen ist Übungssache und man wählt bei dieser Teleskopbauart dann Weitwinkelokulare, damit die Objekte möglichst lange im Gesichtsfeld bleiben. Bis 200/250fach kann man aber auch im 6"-Dobson noch mit orthoskopischen Planetenokularen arbeiten - das habe ich gerade erst vor einigen Tagen wieder an Mars ausprobiert. Geht, wenn man die Übung hat...

Mein 6" f/8 Eigenbau war übrigens früher auch parallaktisch montiert. Mich hat das ständige Drehen des Newtontubus' in den Schellen aber genervt, so daß ich seitdem Newtons nur noch als Dobson einsetze. Visuell reicht das für mich.
 
Hi!

Zitat von Kruemelzwerg:

Der kommt inzwischen auf einer Astro3, obwohl EQ3-1 dort angegeben ist. Ein ähnliches Instrument (auf astro3-ähnlicher Montierung) habe ich einige Jahre lang benutzt und verwende es zum schnellen Spechteln noch immer. Der "Ganymedes" hat zwar eine grottenschlechte Mechanik, man kann sie aber verbessern. Das vom Ransburg gelieferte Teil kann mechanisch gar nicht so mies sein wie mein ATT-Schnellkauf. Die Stabilität reicht nach kleinen Verbesserungen aus, die Optik ist gut.


Unter meinem alten 114/100er Katadiopter war sie noch nutzbar, aber beim langen 114/900er kann sich das ändern.


Schwerer als der 114/900er. So sicher wäre ich mir nicht. Der 130/900er ist sogar gleichlang, das könnte schon zu wackelig sein, wenn die Vergrößerung bei Galaxien oder Kugelhaufen nach oben geht.


Sollten Dich die Planeten doch mal reizen, fehlt Dir die parallaktische Montierung (hier nicht unter EQ5), ansonsten zeigt das Teleskop schon einige Sachen und ist wenig justierempfindlich. Man sieht eine Dejustierung zwar beim Überprüfen, sie schadet aber nicht.

Bei dem 130/650 bin ich etwas zögerlich, da ich gelesen habe, daß f/5 höhere Ansprüche an die Okulare stellen.

Geht aber noch. Ich kenne einen 300/1450er, der mit den eudiaskopischen Baaderokularen gut zusammenarbeitet.

Jedoch hat der von mir erwähnte 130/650 - ebenso wie der Dobson - einen Parabol Spiegel.
Ist denn der Unterschied bei derselben Öffnung zu einen sphärischen Spiegel so merkbar?

Bei 1:5? Ja!

Macht der 6" Dobson bei derartiger Lichtverschmutzung überhaupt Sinn oder bleibt sich das mit einem 130/900 gleich?

Size does matter! Der Hintergrund wird heller, aber das Objekt auch.


Sternfreundliche Grüße!

fquadrat
 
Hallo,

noch zwei Nachträge von mir:
1. Ich weiß nicht ob der Threadersteller das verstanden hat: Ein Newton hat idealerweise einen Parabolspiegel, eine Sphäre ist die billige Alternative für die längeren Röhren.

2. Montierung beim Planetenbeobachten: es ist keineswegs so, dass man mit dem Dobson nicht gut Planeten beobachten kann, man muss halt nur etwas häufiger nachschubsen. Eine parallaktische Montierung, vor allem mit Motor in RA, ist hier etwas bequemer, aber keinesfalls unumgänglich. Und wenn die Montierung dann Preisbedingt eher zu schwach ausfällt und das Bild wackelt, ist die Dobson-Montierung eindeutig die bessere Wahl.

Gruß,
 
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