Einsteiger-Ausrüstung

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Polarelch

Mitglied
Hallo,

nach mehreren Jahren "Abstinenz" hat mich nun plötzlich das Astronomie-Fieber wieder gepackt. (hab mich auch gleich heute hier neu angemeldet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Nun stehe ich vor der Frage, was ich mir für ein Gerät anschaffen soll und erhoffe mir, hier vielleicht ein paar Tipps zu bekommen.

Mein Nachteil ist, dass ich von Physik keine Ahnung habe und mich mit sämtlichen Beschreibungen und Daten zum Aufbau eines Teleskops ziemlich schwer tue. Da versteh ich nur Bahnhof.
Habe mir zwar das Buch "Astronomie für Einsteiger" zugelegt, werde aber aus dem Teleskop-Abschnitt auch nicht richtig schlau.

Was mich interessiert ist folgendes: Mit welchen Geräten erzielt man welche Ergebnisse? Was ist überhaupt möglich unter 300 Euro? Ich denke, dass ich mir primär Planeten und Monde anschauen will, aber dass ich mich auch ganz gerne mal mit Deep-Sky-Objekten beschäftigen will.

Also.. was ist überhaupt drin für einen Einsteiger?
Kann man da schon z.B. den großen Roten Fleck sehen oder ist das ein bisschen übertrieben? Wie sieht's mit Saturnmonden aus... wie groß erscheinen die Planeten im Teleskop?
Ist z.B. Neptun nur als leuchtendes Pünktchen zu erkennen, oder kann man da noch mehr rausholen?
Welche Oberflächendetails vom Mars könnte man für unter 300 Euro erkennen?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass das Gerät für mich als Physik-und-Technik-Laie möglichst leicht zu bedienen sein sollte. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Hallo Elch

Wie wäre es mit einem Newton-Teleskop auf einer Dobson-Montierung. Ein Spiegelteleskop mit 15 - 20 cm Öffnung und ne drehbare Holzkiste als Montierung. So was hab ich auch, ist simpel aufzubauen und zu bedienen. Ist für ca 300 Euro machbar und bietet durch die große Öffnung gute Leistung für alles, was Du sehen willst. Auch Leute, die mehr Ahnung von Physik und Technik haben, sind damit zufrieden.
Anzumerken ist nur, dass die Teile recht groß sind. Das Rohr ist 120 cm lang und hat einen etwas größeren Durchmesser als der Spiegel und die Holzbox kommt noch dazu. Das Gewicht liegt zwischen 10 und 20 Kilo.
Am besten sieht man sich so was Mal in natura an.
Ansonsten hast Du wenig Technik, einfache Bedienung, hohe optische Leistung, niedriger Preis.

Gruß, *entfernt*

 
Hallo Elch,

Günthers Tipp mit dem 6- oder 8"-Dobson kann ich nur zustimmen. Da belastet man sich nicht mit viel Technik und hat eine leistungsfähige Optik. Und man kann den Tubus jederzeit auf eine 'richtige' Montierung setzen, das geht.
Mit 8" kann man 5 Monde des Saturn sehen, geübte Beobachter auch mehr. Der grosse rote Fleck ist auflösungmässig gar kein Problem, allerdings ist der Kontrast geringer, als man es von Bildern erwarten könnte. Am Mars sind dunkle Gebiete und die Polkappen zu sehen. Neptun ist als blau-grüne Fläche zu sehen, die Sterne sind Punkte.
Was du von welcher Öffnung erwarten kannst, hat Binoviewer hier dargestellt.

CS Heinz
 
Erstmal danke für Eure Antworten! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Nun weiß ich nicht, ob ich das alles bisher richtig verstanden habe:
Dobson ist also eine Variante von Newton, und Newton ist eine Spiegelteleskop (Reflektor) -Variante ? Sehe ich das richtig?

Hier habe ich gelesen, dass sich Refraktoren besser für die Beobachtung von Planeten eignen, oder kann man das so allgemein nicht sagen?

Könntet Ihr mir vielleicht ein konkretes Produkt nennen, vielleicht sogar mit URL... nur mal so als Beispiel?

 
Hi,

jup, Du hast das fast richtig Verstanden.
Dobson ist keine Variante, sondern ist ein Newton, also ein Spiegelteleskop.

Ohne hier Schleichwerbung zu machen und eigentlich solltest Du hier über die Händlerdatenbank ale Händler finden:
Ich bevorzuge den Kauf bei:
www.teleskop-service.de
Hatte halt bisher dort immer gute Erfahrungen gemacht.

LG
Stefan
 
Oh, dann habe ich Dich wohl falsch verstanden. Aber Du kannst meinen Link nehmen um einen guten Überblick über die Produkte zu erhalten. Wolfi hat auf der Seite ein Struktur die nach Herstellern sortiert ist.

gottie
 
Hallo Elch,

Planetenbeobachtung erfolgt bei hoher Vergrösserung. Darum sind Teleskope mit einer langen Brennweite eher für Planeten geeignet und solche mit kurzer Brennweite eher für DeepSky.
Typische Planetenteleskope sind z.B. ein 150/1200'er Newton (Öffnungsverhältnis f/8), Maksutovs oder Refraktoren mit einem Öffnungsverhältnis von f/12 bis f/15.
Newtons mit f/6 würde ich als Universalgeräte ansehen. Dobsons haben bei hoher Vergrösserung das Problem der manuellen Nachführung, die bei kleinen Vergrösserungen und damit grossen Gesichtsfeldern nicht so sehr stört. Aber erfahrene Dobson-Schubser sagen, auch Planeten wären kein Problem. Eine Equatorialmontierung mit Motor ist natürlich bei hohen Vergrösserungen bequemer, kostet aber bei einer grossen Optik sehr viel Geld.

CS Heinz
 
Hallo Polarelch,

willkommen im Forum und wieder willkommen in der praktischen Astronomie. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Wenn ich diesen Thread bisher so lese, fehlt mir so Einiges an grundsätzlicher Beratung. Anderes möchte ich kurz kommentieren, damit Dein Wiedereinstieg auch solid und nachhaltig freudvoll wird. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

VOR jedwelchem Kauf erstmal besonnen informieren. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

In Deinem ersten Posting schreibst Du, daß Du von Physik keine Ahnung hast. Wenigstens die Grundlagen des Beobachtens und der Astrooptik (Adaption bis Austrittspupille, Vergrößerung und Auflösung...) solltest Du Dir mal anlesen. Zu wissen, was eigentlich geht und wie am Fernrohr, ist schon sehr hilfreich in Sachen Entscheidung für ein Instrument, volle Ausnutzung und auch Fehlersuche. Letztlich ist dieses Wissen zur Beherrschung des Instruments notwendig. Es gibt reichlich Einführungsbücher und sicherlich auch einiges im Netz, sogar teilweise bei Händlern. Weiter sehr hilfreich ist Wissen um die einzelnen Teleskoptypen und deren Einsatzbereiche zusammenzutragen. Auch hierzu gibt es schnell und leicht zu findende Literatur und viel im Netz.
Weitere Punkte einer allgemeinen Einführung könnten dann Grundzüge der Himmelsmechanik, Montierung und Nachführung sein. Hier steht auch einiges Grundsätzliches für den Einsteiger.

Doch bei all der Theorie: Praxis ist durch nichts zu ersetzten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Knüpfe persönliche Kontakte (Unterforum Kontakte hier z. B.), geh zu Sternfreunden an örtlichen Sternwarten, häufig gibt es einen "aktiven Kern" und suche das persönliche Gespräch. Im Dialog klärt sich vieles schnell und jeder "Schüler" findet seinen "Meister". Und sicher läd man Dich auch mal zum Mitbeobachten mit den Geräten der Mitglieder ein, danach hast Du vielleicht viel klarere Vorstellungen sowohl von Deinen bevorzugten Objektklassen als auch Gerät.

Monde - außer dem Erdmond - dürften in praktisch allen Amateurgeräten praktisch punktförmig bleiben (bei Ihrer Größe zu weit weg). <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Neptun ist in wohl allen Amateurgeräten ein wenig dankbares Objekt (kleine Scheibe, wenig Oberflächenkontraste). <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Mars wird bei günstiger Opposition in praktisch jedem Gerät interessant (,wobei größere Geräteöffnungen bei guter Luftruhe mehr Auflösung bei höherer Vergrößerung liefern - Spaßfaktor <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />).

"Leichte Bedienung" ist so eine Sache. Was ist schwer, wenn man`s kann? Und wenn man`s mit Anleitung relativ flott lernen kann? Ich denke da an das Justieren eines Newtons. Dieser Punkt kann unglaublich viel Leistung bringen und im Geräteklassenvergleich unglaublich viel Geld sparen - dadurch, daß vergleichbare Öffnungen anderer Teleskop-Designs (praktisch) immer wesentlich kostspieliger sind. Auch gibt es justierstabilere Systeme. Und Erfahrung, wodurchs dann immer schneller wird... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />

In Deinem zweiten Posting setzt Du einen Link auf eine Einführungsseite eines Händlers. Da steht zwar jede Menge Richtiges, aber ich selbst würde nichts davon nur einfach so übernehmen. Dafür fehlen mir zu viele Einschränkungen, Alternativen, von Bastlern Überwundenes, Unbedachtes... Informiere Dich auf jeden Fall noch anderweitig mit vielen Quellen und Gesprächen weiter.

Planetenspezialisten (bes. bei begrenztem Budget) verwenden durchaus hochwertige "langsame" Newtons, allein wegen des nicht vorhandenen Farbfehlers. Gute Planetenrefraktoren sind kostspielige Apos/EDs oder ordentlich laaaangbrennweitige heute sehr seltene Fraunhofer, die dann auch kostspielig sind, deren Montierung dann allerdings auch. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Allein die Frage: Dobson-montiert(=Alt-Az) oder parallaktisch bestimmt schon viel mit. Für den Einen ist das Dobson nichts, der nächste kann mit dem parallaktischen Achsenkreuz nichts anfangen. Der Dobson steht schnell, aber muß auch erst auskühlen (wenn er nicht kalt gelagert war). Der Parallaktische muß erst mal einnorden, aber bei Mister Dobson saust der hochvergrößerte Planet durchs Gesichtsfeld: ständig nachschubsen und kostspieligere Weitwinkelokus kaufen. Aber die machen vielen an allen Geräten Spaß. Und gegen das Nachschubsen beim Dobson gibts auch noch die Möglichkeit einer Nachführplattform oder in Rohrschellen den Tubus auf eine parallaktische Monti... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Ich selbst habe einen GSO 8Zoll f/6 und bin zufrieden, ich finde das Gerät ziemlich universell und recht leistungsfähig. Allerdings kann man überall noch tunen - da gibt es natürlich bessere Geräte, aber dann halt auch andere Preise... Das prinzipielle Problem eines Universalisten ist, daß er eben kein Spezialist ist. Und Wünsche werden aufkommen. Ich selbst habe mittlerweile weitere Geräte für Reise/Richfield, und einen Refraktor als späteres Leitrohr, was aber am Mond schon Spaß macht, wenn ich den Dobson grad nicht aus dem Keller holen will und drauf warten, bis der Lüfter den Spiegel kalt gepustet hat. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

In der Summe bleibts dann nicht mehr so niedrigpreisig, allerdings steckt da dann natürlich auch noch Zubehör (Okularseitiges...) mit drin und ne Menge Zeit, so daß ich persönlich das Hobby als nicht besonders kostenintensiv einschätzen würde. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Mach dringend Vorerfahrungen und schreib dann doch mal Dein Anforderungsprofil. Es geht auch um solche Dinge wie: Transportabilität (Abmessung/Gewicht), Budget/Markt (Umfang/Steigerbar/Wann/Messekauf/Gebraucht/Schnäppchen angedacht), Foto-Optionen (Webcam, Digicam, Chem.)...
Dann kann man einfach zielgerichteter helfen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />



Alles Beste für Deinen Wiedereinstieg und klare Nächte wünscht

Matthias.
 
Oha... wo soll ich anfangen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

Das mit der Adaption des Auges hab ich zum Glück noch von meinem Bio-LK in Erinnerung, den Unterschied zwischen Vergrößerung und Auflösung weiß ich mittlerweile auch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Aber stimmt, ich muss noch viel lernen.

Was meinst Du mit Grundzügen der Himmelsmechanik?
Wenn Du das mit Achsenneigung, Umdrehungen und die damit einhergehenden Veränderungen am Himmel, Jahreszeiten auf der Erde u.s.w. meinst, dann kann ich den Punkt glücklicherweise auch schon mal abhaken. Oder was könnte Himmelsmechanik noch sein?

Okay, zu meinem Anforderungsprofil:
Was die Transportfähigkeiten angeht hab ich's einigermaßen gut, da ich (zumindest in den Semesterferien) auf dem Land wohne und unsere Terrasse ein optimaler Standort für Beobachtungen der südlichen Himmelshälfte ist (kein Gebäude in Sichtweite). Das komplette Firmament bei geringer Lichtverschmutzung ist in etwa 3 Autominuten verfügbar.

Die Garage ist auch direkt daneben, sodass das Teil schnell wieder im Trockenen stehen könnte, eventuell sogar auf einem rollbaren Untersatz?

Budget:
Schwer zu sagen... ich hab schließlich noch ein anderes kostspieliges Hobby, und da kommt es also auf meine Prioritäten an.
Aber ich denke mal, dass fürs erste 300 Euro kein Problem sind, bald hab ich ja auch noch Geburtstag. Zum Nachrüsten würde ich nochmal 100 Euro freigeben, mehr als 400 Euro sollte es für die Erstausstattung allerdings nicht werden.

Wenn ich dann mal mehr Geld in der Tasche haben sollte (und ich immernoch begeistert bei der Sache bin) könnte ich dann auch auf ein kostspieligeres und besseres Gerät umsteigen.

Mir geht es im Moment einfach darum, mehr zu sehen als mit bloßem Auge.
Hört sich vielleicht blöd an, aber Neptun ist schlicht und ergreifend mein Lieblingsplanet, und da will ich schon mal das blaue Scheibchen mit eigenen Augen sehen können.
Der "Rest" ist dann natürlich auch von Interesse, vor allem die Saturnringe, der große Rote Fleck, Marsoberfläche (kann man da eigentlich Olympus Mons und Valles Marineris erkennen?).

Der Mond interessiert mich leider nicht sonderlich, würde aber trotzdem ganz gerne mal mir ein paar Krater usw anschauen.

Dabei wünsche ich mir einen guten Kompromiss zwischen Auflösung, Kontrast und Vergrößerung.

Deep Sky ist erstmal weniger interessant für mich, hätte aber auch nix dagegen, mir mal ein paar Nebel und Galaxien anzuschauen. Ist aber bei mir keine Priorität. Vielleicht später?

Fotografie:
Ich fotografiere sehr gerne, bin aber kein Foto-Experte.
Ich habe eine Aldi-Digicam mit etwa 5 Megapixel - weiß nicht ob sich damit am Teleskop was anfangen lässt.
Wenn ja, dann würde ich natürlich alles mögliche fotografieren wollen!
Dem Thema Astrofotographie bin ich nicht ganz abgeneigt.

Also ich rechne schon fast damit, mir später ein besseres Teleskop zu kaufen, und jetzt einfach mal etwas zum Loslegen, Lernen und Eingewöhnen.

Ich bin Gebrauchtwaren gegenüber nicht besonders offen, es sollte also schon was Neues, Messekauf oder meinetwegen auch Schnäppchen sein.

Gibt es eigentlich Einschränkungen / Beachtenswertes für Brillenträger, oder gibt's da keine Probleme?


 
Hallo Matthias

Deine Ausführungen wären als erste Antwort auf alle Anfragen >keine Ahnung, welches Gerät???< tauglich und ich würde sie mit unterschreiben.
Hätte ich so etwas Mal vor meinem ersten Teleskopkauf gelesen!
Ich hab mich NACH der ersten Pleite intensiv informiert und bin so zu MEINEM Teleskop gekommen.
Es ist ein 8" Dobson.
Polarelch definiert aber schon sehr genau, was er will.
So kam es zu meiner spontanen Empfehlung.
Wenn es überhaupt ein visuelles Allroundteleskop gibt, so ist es m. E. ein 6" oder 8" Newton mit F/8 bzw. F/6, für wenig Geld, einfach bedienbar und mit guter Stabilität auf einer Dobson Montierung.
Jede andere Lösung bietet weniger optische Leistung oder kostet mehr Geld.
Aufrüsten (blödes Wort) kann und wird man den Dobson wie jedes andere Teleskop. Bleibt man bei dem Hobby kommt der kostenträchtige Wunsch nach zusätzlichen Okularen, Filtern usw zwangsläufig, auch einer parallaktischen Montierung steht nichts im Wege.
Was Elch sehen will ist aber bei Optik + Montierung für
300 € parallaktisch nicht zu realisieren. Es gibt nichts schlimmeres als eine unterdimensionierte Montierung. Da hilft die beste Optik nix.
Ich denke halt immer, gerade ein Neueinsteiger will was sehen für`s Geld und erinnere mich an meine ersten, frustrierenden Versuche.
Ach ja, das wichtigste ist ohnehin vergessen worden.
Erste Anschaffungen wären ne drehbare Sternenkarte und ein passabeles Fernglas 7x42 oder 8x50. Das ist was für´s Leben und als Begleiter zu jedem Teleskop unverzichtbar.
Hallo Elch...da hat sich gerade was überschnitten.
Also bei Deinen Voraussetzungen wäre der Transport eines 8" Gerätes kein Problem und das wäre dann auch immer noch mein Vorschlag.
Neptun als Scheibchen ist ne Herausforderung. Da hatte ich Mal ein bläuliches? Pünktchen. Da er nicht weit über den Horizont krabbelt ist der Max. Vergrößerung meistens das Seeing im Wege. Aber Uranus (etwas näher und größer) hatte ich letzten Sommer als kleines Scheibchen. Streichholzkopfgroß war er und.....schön zärtlich blau.
Mehr ist da mit nem erschwinglichen Teleskop kaum drin, aber es gibt ja noch Mars, Venus und vor allem Saturn und Jupiter! Werf Deep Sky nicht so weit weg. Sternheufen, Galaxieen und Nebel sind sehr lohnenswerte Objekte und immer verfügbar, während man bei den Planeten immer Mal ne Durststrecke zu überwinden hat.


CS, *entfernt*

 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Polarelch,
herzlich willkommen beim Wiedereinstieg in die Astronomie.

1.) Ich kann Matthias nur zustimmen. Bevor Du (voreilig) eine Kaufentscheidung triffst, z.B. für ein Dobsongerät, solltest Du Dich gründlich informiert und möglichst auch getestet haben.

" Allein die Frage: Dobson-montiert oder parallaktisch bestimmt schon viel mit. Für den Einen ist der Dobson nichts ... "

Genau.
Eine parallaktische, d.h. auf den Himmels-Nordpol ausge-
richtete Montierung, bietet erhebliche Vorteile:

- Man kann sehr einfach/bequem anhand einer einer Achse ( Rektaszensionsachse ) nachführen. Bei einem Dobson ist das nicht möglich. Bei einer Dobson-Montierung muß man an zwei Achsen kurbeln bzw. "schubsen". Für mich ist es etwas rätselhaft, wie man sich bei der Planetenbeobachtung mit hoher Vergrößerung und kleinem Gesichtsfeld dabei noch auf die Beobachtung konzentrieren kann. Aber auch bei Deep-Sky-Objekten empfinde ich die parallaktische Montierung als sehr angenehm und möchte sie nicht missen.
Gut - es gibt ausgesprochene Weitwinkelokulare mit großem Gesichtfeld, die das Problem zumindest etwas entschärfen. Gute Weitwinkelokulare sind aber - sehr - teuer. Der Preisvorteil des Dobson ist da schnell dahin.

- Eine parallaktische Montierung verfügt über Teikreise, die beim Auffinden der Himmelsobjekte hilfreich sind. Beim Dobson: Fehlanzeige.

- Eine parallaktische Montierung kann - einigermaßen preiswert - mit Motoren nachgerüstet werden; das ist nicht nur nur bequem, sondern für die Astrophotographie mit längeren Belichtungszeiten sogar notwendig. Es besteht auch die Möglichkeit, mit "GoTo" nachzurüsten, wenn man das für wünschenswert hält.
Beim Dobson ist das, soweit ich weiß, nur unter großem finanziellen Aufwand möglich.

Bevor Du Dich also für ein Dobsongerät entscheidest, solltest Du Dir schon sicher sein, daß Du mit dieser Art der Montierung zurechtkommst. Am Besten live am Nachthimmel ausprobieren.

Sicherlich ist ein Dobson-Newton die preiswerteste Möglichkeit, ein Teleskop mit großer Öffnung zu erhalten - wenn man mit den damit verbunden Nachteilen leben kann bzw. will.

2.) Wie der Teleskopvergleich von binoviewer zeigt, kann man auch durchaus mit kleineren Teleskopen, z.B. einem klassischen 114/900 Newton, schon sinnvoll (Planeten)-Beobachtung betreiben.
Schon sehr viel bietet ein 150/750 Newton; bei TS zu haben für 338 Euronen. Der GRF sollte damit möglich sein.

3.) Eine M.E. sehr gute Einführung zum Thema Teleskop findest Du in der Zeitschrift "Sterne u. Weltraum", Basics 2, " Mein Teleskop ". Das von Dir erwähnte Büchlein " Teleskope für Einsteiger " finde ich inhaltlich etwas mager.

Weiterhin viel Spaß und Erfolg bei der Teleskopauswahl !

Mit freundlichen Grüßen
cs
Shorty

 
Die Drehbare Sternkarte nenne ich schon lange mein Eigen, genauer gesagt seit Mitte der Achtziger. :-)
Dass ich mir erst mal ein gutes Fernglas kaufe, ist glaube ich eine sehr gute Idee.
Ist ein Feldstecher eigentlich dasselbe?

Vielleicht bin ich dann auch noch etwas geduldiger mit dem Teleskopkauf und kann vielleicht dadurch mehr Informationen einholen UND mehr Geld ansparen! :-)
 
Hallo Shorty,

interessant zu lesen, was die parallaktische Montierung alles für Vorteile bietet... aber was ist mit den Vorteilen von Dobson?
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

Vielleicht ist es bei jedem subjektiv/individuell, wie auch immer anders?

Danke für den Tipp mit der Zeitschrift!
Das Buch heißt übrigens "Astronomie für Einsteiger" und nicht "Teleskope für Einsteiger"... hast du das denn gemeint?



 
Hallo Elch,

Vorteil des Dobson: Ganz klar viel Optik fürs Geld und keine komplizierte Aufstellung.
Einen 8"-Dobson bekommt man für 300 Euro. Eine stabile, motorisierte Equatorialmontierung dazu kostet etwa 600 Euro.
Ein Fernglas (auch Feldstecher genannt) ist eine sinnvolle Anschaffung. Ich habe immer so ein Teil im Auto liegen. Einen 10x50 bekommt man ab ca. 14 Euro (im Aldi). In dieser Preisklasse ist die Gefahr, eine Gurke zu erwischen, allerdings gross. Ich probiere die Teile schon im Laden aus, um grobe Justierfehler auszuschliessen. Objekte wie M42 (Orionnebel), M31 (Andromedagalaxie), M45 (Plejaden), Machholz (der derzeitige Kometenstar) lassen sich wunderbar damit auffinden und beobachten.

CS Heinz
 
Hallo Günther,

freut mich, daß Du meine Ausführungen unterstützt.

Ebenso kann ich Deinen Empfehlungen zustimmen.

Absolut recht hast Du mit Deiner Herausstellung der Deep Sky Beobachtung als wichtige nicht-saisonale Beobachtungsoption. Das bringt der angedachte Dobson: ehrliche Acht Zoll Newton können hier den Himmel buchstäblich öffnen. Auch am Planeten dürfte der typische Achtzoll-f/6 von der Stange hier im Preisrahmen leistungsmäßig vergleichsweise vorn liegen.

Die Idee mit dem Fernglas ist klasse, nutze ich ja selbst, ist mir hier beim schreiben gar nicht gekommen... hmm, gut, daß ich beim beraten hier nicht allein bin und mitgedacht wird... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Wünsche klare Nächte,

Matthias.
 
Hi nochmal, ich kann heute nicht Ruhe halten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Danke auch für all die hilfreichen Antworten!!

Ist das Teleskop-Forum hier denn auch für Fernglas-Fragen offen? Hättet Ihr da mal ein paar konkrete Vorschläge (Firma, Preis/Leistung...)?
 
Hallo Polarelch,

die Kollegen haben ja schon so einiges hilfreiches geschrieben. Doch nochmal im einzelnen zu Deiner Antwort:

Himmelsmechanik: exakt das meinte ich.

Deine Beobachtungsbedingungen scheinen ja prima zu sein, Glückwunsch! Dunkle Nächte sind durch nichts zu ersetzen für JEDES Instrument, sogar für das unbewaffnete Auge. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Nichts für ungut, aber ich prophezeihe: Dein Lieblingsplanet wird sich ändern. Jedenfalls Dein astronomie-praktischer Lieblingsplanet. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

Deine Vorstellung vom Aussehen des "Restes" scheint mir - ich lese mal ein bisschen zwischen den Zeilen - ein wenig zu knallig, bunt und scharf. Die tollen, bunten Astrobilder in den Medien sind langbelichtete Fotos von zumeist größeren Profigeräten. Amateurbeobachtung heisst oft genug Schwellenwahrnehmung: zarter Nebel vor restlichtverschmutztem Dunkelgrau; Kontrastgrenzgänge bei Wolkenbändern Saturns, der auch für Amateure kaum Details seiner Ringe bietet. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />

Erfahrung ist alles: geh mal mit dem Fernglas los, mit Gartenstuhl, Isomatte, Stativ... Kontakte andere Sternfreunde, Sternwarten. Probiere Geräte. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Der Erdmond ist häufig da und mit eigentlich jedem Instrument ein sehr dankbares Objekt (zahllose hochkontrastige Details, "gar nicht mal so klein", Flächenhelligkeitsquelle). Wenn sein Streulicht in der Atmosphäre die Deep Sky Beobachtung verhindert, wird die Anzahl der möglichen Objekte wesentlich kleiner aber auch um eins (Mond) größer. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

Die Begriffe Auflösung, Kontrast und Vergrößerung schaust Du Dir nochmal an. Das sind nicht sinnvoll Eckpfeiler eines möglichen Kompromisses. Auflösung hängt direkt von der Größe der Öffnung (Linsendurchmesser/Spiegeldurchmesser)ab und man kann eigentlich nie genug davon haben. Auch Kontrast ist gern gesehen, besonders die Übertragung derselben vom Objekt zum Auge durch die Optik. Er hat viele Determinanten, die man teilweise mitbeeinflussen kann (z. B. Schwarz-Samt-Auskleidung/Ringblenden). Vergrößerung ist der bekannte Brennweitenquotient. Wenn auch in der Werbung gern benutzt, ist es doch in der Praxis nur ein berechneter Wert. Andere Werte (Bildfeldgröße, Austrittspupille, ...) sind für den Praktiker womöglich interessanter. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Einen Kompromiss suchst Du, indem Du ein Universalgerät andenkst. Ein (Dobson-)Newton 8"f´/6 ist vielfach bewährt als Einstiegsgerät geeignet (bin selbst zufriedener Nutzer).

Astrofotografie im Langzeitbereich verlangt nach präziser parallaktischer Montierung, da wirds aufwendig (i. d. R. Motoren, Steuerung) und entsprechend kostenintensiv. Schnappschüsse mit ans Okular gehaltener/befestigter Digicam kosten ja nichts, da kann man experimentieren, an jeder Optik. Es gibt auch mechanische Haltegestänge zu kaufen für diesen Zweck der Digicam-Okularprojektion.
Eine weitere beliebte Möglichkeit zum Einstieg in abbildende Verfahren ist die Nutzung einer Webcam, das ist vergleichsweise niedrigpreisig und sogar am Dobson möglich. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Als Brillenträger solltest Du zunächst feststellen, ob Du am Teleskop Deine Brille brauchst, oder mit der Scharfstellung klarkommst. Sollte es ohne Brille klappen, solltest Du bedenken, daß die Brille nochmal Verluste bringt. Solltest Du "brillenpflichtig" sein: an manche Okulare muß man recht nah mit dem Auge ran, da passt schlichtweg keine Brille zwischen, daher dann diese meiden.

Ich hoffe, geholfen zu haben, wünsche klare Nächte und die richtige Entscheidung,

Matthias.
 
Hi Elch,

1.) Fernglas ist synonym für Feldstecher. Übrigens eine gute Idee, um Sternbilder näher kennenzulernen !

2.) Welche Vorteile hat ein Dobson ? Gute Frage.
Eigentlich keine. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Nein, im Ernst: Der Vorteil ist, daß eine Dobson-Montierung sehr viel preiswerter ist, als eine parallaktische Monti. Z.B. benötigt eine Dobson Montierung kein Stativ, die "Rockerbox" wird einfach auf den Boden gestellt. Stativ kostet aber Geld. Die Konstruktion der Dobson-Montierung ist relativ simpel u. daher preiswert. Für 300-400 Eu bekommst Du also schon ein Newton Telskop mit 20cm Öffnung. Das ist mit einer (teueren) parallaktischen Montierung einfach nicht zu schaffen.
Ein weiterer Vorteil der "Rockerbox" ist, daß sie einfacher zu transportieren ist. Wenn Du aber zu Hause auf Deiner Terrasse beobachtest, fällt dies M.E. nicht entscheidend ins Gewicht. Bleibt also der Preisvorteil.
Sonst fallen mir keine Vorteile ein. Daß eine Dobson-Montierung "einfacher" zu bedienen ist, finde ich nicht. Eine parallaktische Monti muß zwar (möglichst exakt) auf den Himmelsnordpol ausgerichtet werden. Das ist aber recht einfach zu schaffen. Ich bin auch Wiedereinsteiger i.S. Astronomie, und kann guten Gewissens sagen, daß dies kein ernsthaftes Problem ist ( und ich bin wirklich kein Geistesgoliath ). Dann aber bietet eine parallaktische Monti, wie bereits dargestellt, etliche Vorteile.

3.) "Vielleicht ist es bei jedem subjektiv/individuell..."
Spielt sicher eine wichtige Rolle. Ich bin ein ziemlich fauler Hund <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> und genieße die bequeme Nachführung entlang einer Achse.
Allerdings - für die Planetenbeobachtung mit hoher Vergrößerung u. kleinem Gesichtsfeld ist eine Dobson-Montierung nun wohl wirklich kein Hit; das gibt ja auch Sternfreund Matthias in seinem Posting ganz offen zu.

4.) "Astronomie für Einsteiger". Sorry, das habe ich verwechselt. Das Buch "Astronomie für Einsteiger" finde ich für den Einstieg sehr gut brauchbar. In Sachen Teleskop enthält die Zeitschrift St&W "Mein Teleskop" viele weitere und ausführlichere Informationen.

Mit freundlichen Grüßen
cs
Shorty
 
Hi, nochmal danke für alle neuen Tipps!
Nun hab ich im Fernglas-Forum einen neuen Thread eröffnet.

Sobald ich mich mit dem Fernglas am Nachthimmel wieder eingelebt habe und ein bisschen besser informiert bin, greife ich dann wahrscheinlich auf den Tipp mit dem 8-Zoll-Dobson zurück, hört sich für mich sehr praktisch an. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hi,
ein letzter Satz von mir. Ich seh das mit Dobson oder Monti im Prinzip ganz anders.
Der Dobson ist der preiswerte Einstieg und mancher bleibt ewig dabei. Wer dann anspruchsvoller wird und tolle Fotos machen will (Langzeitbelichtung) kann dann den Newton auf ne GEEIGNETE Montierung schnallen. Das ist, wenn überhaupt, nur noch ein finanzielles Problem. Mal ehrlich - die meisten günstigen Einsteigerkombinationen sind schon teurer als der hier angegebene Preisrahmen und spätestens mit Kamerazubehör schwächeln Monti und Stativ erheblich. Die Folge ist, dass die Erstanschaffung für die Katz war und ein stabilerer Unterbau gekauft wird. So gesehen ist die Dobson Montierung kein rausgeworfenes Geld, da sie für den schnellen Einsatz immer noch gut ist. Jede andere Montierung im vorgegebenen Preisrahmen ist aber ein absoluter Fehlkauf.

CS, *entfernt*
 
Sehr gut Matthias, einfach nur gut. Obwohl allen bekannt hast du das wirklich gut in Worte gefasst.

Deine Antwort sollte vom Forum standardmäßig zu allen Einsteigerfragen automatisch gepostet werden.

Echt gut

Erik
 
Hallo zusammen,

gleich vorweg, ich kann Euch keine Tipps geben, da ich absolut neu hier bin.
Ich würde Euch aber bitten mir evtl. ein paar Fragen zu beantworten.

1. Was haltet Ihr von den Geräten die vor ein paar Tagen bei
HSE24 angeboten wurden, taugt so was, wenigstens für den günstigen Einstieg? Oder ist das ein kurzer, teurer Spaß?
An sich ist das Zeugs von HSE nicht soooo schlecht.
Nur bei so Telekopen kann ich mir leider keine Meinung bilden weil ich nicht weiß worauf es ankommt.
Klar, Optik und so, ein bombensicherer sitz auf dem Stativ, ...
Nun gut, mann könnte es ja innerhalb 30 Tage wieder zurückschicken.
Schaut Euch doch mal die URl hier an und sagt mir evtl. was dazu.

http://www.hse24.de/is-bin/INTERSHOP.enfinity/WFS/Hse24De/de_DE/-/EUR/HSECMS_DisplayShow-Start;sid=4FEiGekKPykgGaj4ppwknyEA752n9kMxyS0t1WzlSmoLZa4V4_MR92Er752n9nLZ07BU7vA14lewpdcufyMfvdFfMNEwkk17eVm6Sn3MeAK239cufyM=?Date=20.01.2005%2021:00&Tag=1106396513312

Besten Dank vorab für Eure Mithilfe.
Ist übrigens sehr interessant hier. Lese schon seit tagen die Einträge der anderen User und Eure Antworten dazu.

Viele Grüße, Holger
 
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