Hallo Polarelch,
willkommen im Forum und wieder willkommen in der praktischen Astronomie. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Wenn ich diesen Thread bisher so lese, fehlt mir so Einiges an grundsätzlicher Beratung. Anderes möchte ich kurz kommentieren, damit Dein Wiedereinstieg auch solid und nachhaltig freudvoll wird. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
VOR jedwelchem Kauf erstmal besonnen informieren. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
In Deinem ersten Posting schreibst Du, daß Du von Physik keine Ahnung hast. Wenigstens die Grundlagen des Beobachtens und der Astrooptik (Adaption bis Austrittspupille, Vergrößerung und Auflösung...) solltest Du Dir mal anlesen. Zu wissen, was eigentlich geht und wie am Fernrohr, ist schon sehr hilfreich in Sachen Entscheidung für ein Instrument, volle Ausnutzung und auch Fehlersuche. Letztlich ist dieses Wissen zur Beherrschung des Instruments notwendig. Es gibt reichlich Einführungsbücher und sicherlich auch einiges im Netz, sogar teilweise bei Händlern. Weiter sehr hilfreich ist Wissen um die einzelnen Teleskoptypen und deren Einsatzbereiche zusammenzutragen. Auch hierzu gibt es schnell und leicht zu findende Literatur und viel im Netz.
Weitere Punkte einer allgemeinen Einführung könnten dann Grundzüge der Himmelsmechanik, Montierung und Nachführung sein.
Hier steht auch einiges Grundsätzliches für den Einsteiger.
Doch bei all der Theorie: Praxis ist durch nichts zu ersetzten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Knüpfe persönliche Kontakte (Unterforum Kontakte hier z. B.), geh zu Sternfreunden an örtlichen Sternwarten, häufig gibt es einen "aktiven Kern" und suche das persönliche Gespräch. Im Dialog klärt sich vieles schnell und jeder "Schüler" findet seinen "Meister". Und sicher läd man Dich auch mal zum Mitbeobachten mit den Geräten der Mitglieder ein, danach hast Du vielleicht viel klarere Vorstellungen sowohl von Deinen bevorzugten Objektklassen als auch Gerät.
Monde - außer dem Erdmond - dürften in praktisch allen Amateurgeräten praktisch punktförmig bleiben (bei Ihrer Größe zu weit weg). <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
Neptun ist in wohl allen Amateurgeräten ein wenig dankbares Objekt (kleine Scheibe, wenig Oberflächenkontraste). <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
Mars wird bei günstiger Opposition in praktisch jedem Gerät interessant (,wobei größere Geräteöffnungen bei guter Luftruhe mehr Auflösung bei höherer Vergrößerung liefern - Spaßfaktor <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />).
"Leichte Bedienung" ist so eine Sache. Was ist schwer, wenn man`s kann? Und wenn man`s mit Anleitung relativ flott lernen kann? Ich denke da an das Justieren eines Newtons. Dieser Punkt kann unglaublich viel Leistung bringen und im Geräteklassenvergleich unglaublich viel Geld sparen - dadurch, daß vergleichbare Öffnungen anderer Teleskop-Designs (praktisch) immer wesentlich kostspieliger sind. Auch gibt es justierstabilere Systeme. Und Erfahrung, wodurchs dann immer schneller wird... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />
In Deinem zweiten Posting setzt Du einen Link auf eine Einführungsseite eines Händlers. Da steht zwar jede Menge Richtiges, aber ich selbst würde nichts davon nur einfach so übernehmen. Dafür fehlen mir zu viele Einschränkungen, Alternativen, von Bastlern Überwundenes, Unbedachtes... Informiere Dich auf jeden Fall noch anderweitig mit vielen Quellen und Gesprächen weiter.
Planetenspezialisten (bes. bei begrenztem Budget) verwenden durchaus hochwertige "langsame" Newtons, allein wegen des nicht vorhandenen Farbfehlers. Gute Planetenrefraktoren sind kostspielige Apos/EDs oder ordentlich laaaangbrennweitige heute sehr seltene Fraunhofer, die dann auch kostspielig sind, deren Montierung dann allerdings auch. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Allein die Frage: Dobson-montiert(=Alt-Az) oder parallaktisch bestimmt schon viel mit. Für den Einen ist das Dobson nichts, der nächste kann mit dem parallaktischen Achsenkreuz nichts anfangen. Der Dobson steht schnell, aber muß auch erst auskühlen (wenn er nicht kalt gelagert war). Der Parallaktische muß erst mal einnorden, aber bei Mister Dobson saust der hochvergrößerte Planet durchs Gesichtsfeld: ständig nachschubsen und kostspieligere Weitwinkelokus kaufen. Aber die machen vielen an allen Geräten Spaß. Und gegen das Nachschubsen beim Dobson gibts auch noch die Möglichkeit einer Nachführplattform oder in Rohrschellen den Tubus auf eine parallaktische Monti... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
Ich selbst habe einen GSO 8Zoll f/6 und bin zufrieden, ich finde das Gerät ziemlich universell und recht leistungsfähig. Allerdings kann man überall noch tunen - da gibt es natürlich bessere Geräte, aber dann halt auch andere Preise... Das prinzipielle Problem eines Universalisten ist, daß er eben kein Spezialist ist. Und Wünsche werden aufkommen. Ich selbst habe mittlerweile weitere Geräte für Reise/Richfield, und einen Refraktor als späteres Leitrohr, was aber am Mond schon Spaß macht, wenn ich den Dobson grad nicht aus dem Keller holen will und drauf warten, bis der Lüfter den Spiegel kalt gepustet hat. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
In der Summe bleibts dann nicht mehr so niedrigpreisig, allerdings steckt da dann natürlich auch noch Zubehör (Okularseitiges...) mit drin und ne Menge Zeit, so daß ich persönlich das Hobby als nicht besonders kostenintensiv einschätzen würde. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Mach dringend Vorerfahrungen und schreib dann doch mal Dein Anforderungsprofil. Es geht auch um solche Dinge wie: Transportabilität (Abmessung/Gewicht), Budget/Markt (Umfang/Steigerbar/Wann/Messekauf/Gebraucht/Schnäppchen angedacht), Foto-Optionen (Webcam, Digicam, Chem.)...
Dann kann man einfach zielgerichteter helfen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Alles Beste für Deinen Wiedereinstieg und klare Nächte wünscht
Matthias.