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EisozeanEuropa

Neues Mitglied
Hallo Sternenfreunde,
bin noch ein rechter Neuling in diesen "unendlichen Weiten" und bräuchte ein paar unterstützende Anmerkungen Eurerseits.
Seit einiger Zeit bin ich dabei, mir meine Erstausrüstung aufzubauen: Habe ein Dobson Galaxy D12 P und ein LV 15mmm / LV 5mm erworben.
Bisher konnte ich nur im städtischen Rahmen Mond, Jupiter und Saturn, Orionnebel und ein paar Sterne beobachten. Das seeing war bescheiden, Dunst und Streulicht bzw. Vollmond ließen nicht viel mehr zu. (Wobei sich das ändern wird, lebe im Raum fränkische Schweiz / Steigerwald, da gibt es den einen oder anderen abgeschiedenen Ort ohne größere Lichtverschmutzung).
Ich hatte im LV 15 Jupiter und Saturn sehr schön drin, die Monde wie auf einer Perlenschnur aufgereiht. Ihm LV 5 war der Jupiter sehr groß zu sehen... jedoch nur sehr wenige Oberflächendetails. Zwei große Gasstreifen der Atmosphäre waren schwach zu erkennen. Ansonsten schien Jupiter sehr hell und von weißer Farbe. Nix großer roter Fleck oder so.
Könnt Ihr mir sagen, wie ich das alles noch verbessern kann? Mehr Oberflächendetails erblicken? Andere Okulare?
Habe auch was über Planetenfilter gelesen. Was haltet Ihr davon? Noch ne "Anfängerfrage": Teleskope müssen, sollen ja etwas auskühlen, Temperaturangleich und so. Wie ist das eigentlich mit Okularen? Brauchen die auch ihre Zeit oder sind Temperaturunterschiede da nicht so wichtig?

Zum Schluss noch: Möchte in Zukunft viele deep space Beobachtungen machen. Könnt Ihr mir ein passendes Weitwinkelokular empfehlen - mit gutem Preis - Leistungsverhältnis?
Und welchen Standardfilter sollte ich mir anschaffen? OIII ?

Danke schon mal im Voraus,
und viele klare Nächte,

Herbert
 
Hallo Herbert,
haha, ein Einsteiger mit nem 12er, da träume ich so als endgültige Lösung von! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />
Nun ja...da hast Du ein ordentliches Teleskop mit dem man einiges sehen kann.
Deine beiden Okulare sind auch ok, darauf kann man aufbauen.
Der Jupiter will bei hohen Vergrößerungen nicht so recht Details zeigen.

Usachenforschung:

1. Die Tuben aller Dobsons, die ich kenne haben keine optimale Innenschwärzung, reflektieren
Licht und das ergibt Streulicht. Schon mein 8-Zöller hat auf eine Auskleidung des kompletten
Tubus und des OAZ mit Veloursfolie sehr positiv reagiert, ich hatte deutlich mehr Kontrast.
Eine zusätzlich Tau-/Streulichtkappe aus Moosgummi (alte Isomatte) hält Fremdlicht (Straßenlampen,
Skyglow pp)ebenfalls erfolgreich ab. ~1,5 x D (Tubus) über Fangspiegel hinaus, leicht trichterförmig
öffnend ( 1cm auf 10 cm Länge reicht) ist ordentlich dimensioniert. Einfach auf den Tubus
stecken und der Kontrast sollte nochmals besser werden.
Nebenbei taut auch der Fangspiegel nicht ehr so leicht zu.

2. Ist Dir das nun kontrastreichere Planetenscheibchen immer noch zu hell und werden Details
überstrahlt, hilft ein Graufilter zur farbneutralen Lichtdämpfung. Ich setze an Mond und Planeten
am 8-Zöller auf einen variablen Polfilter. Dieser lässt sich durch Verdrehen zweier Polfilter
in einem Gehäuse stufenlos auf die gewünschte, dem Objekt und der Vergrößerung angepasste,
Lichtdämpfung einstellen.
Spezielle Planetenfilter, auch Farbfilter, können Details hervorheben, dies geht aber immer mit einer
Einfärbung einher die ich persönlich nicht mag.

3. Nun hast Du schon ein kontrastreiches Planetenscheibchen in der richtigen Helligkeit und das
Ding will bei hoher Vergrößerung irgendwie nicht still halten.
Abhilfe schafft in Grenzen eine Tubuslüfung. Ein bis drei saugende Lüfter in einer den Tubus
hinten abdichtenden Platte ziehen erwärmte Luft aus dem Tubus, halten die Luftströmung im
Temperaturgleichgewicht mit der Umgebung und brauchen min. eine halbe Stunde um Deinen Spiegel
ebenfalls der Temperatur anzupassen. Da die meisten modernen Tuben für Spiegelteleskope
zu eng und aus dünnem Metall gebaut sind, kann eine Tubusisolierung von außen für
Planetenbeobachtung im Hochvergrößerungsbereich noch Mal ordentlich was bringen, da sie
Temperaturunterschieden zwischen Tubusober- und -unterseite vorbeugt.

5. Immer noch kein ordentliches, ruhiges Bild bei 250fach und mehr bedeutet dann, dass das Seeing einfach
nicht mehr hergibt. Manchmal ist durch horizontnahe Stellung des Planeten, durch Turbulenzen in den
Luftschichten der Atmosphäre oder auch durch lokale Gegebenheiten des Standortes (Bebauung, Schornsteine)
einfach bei 150fach Schluss, auch wenn ein 12 Zöller
mehr könnte, es geht nicht.

6. Du hast es geschafft, der pPlanet steht bei 300 fach ruhig und sauber im Okular aber...so richtig
detailreich, wie kürzlich beim Kollegen, ist das nicht oder da ist immer noch ein größerer
Lichthof um das Scheibchen.
Dann wird es Zeit, die Okulare auf Streulichtfallen wie mangelnde Innenschwärzung zu überprüfen
oder einfach auf ihre Eignung für das Teleskop.
Wird es mit einem richtig guten Okular immer noch nichts mit Planetenfreuden steht dann auch die
ausreichende Spiegelqualität auf dem Prüfstand. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Was mir an Deinem Teleskop fehlen würde:

1. Ganz dringend ein gutes 2" Übersichtsokular, so ala 31er Nagler. Wenn das zu teuer ist, würde ich
für den Übergang z.B. ein 30er BW oder 32er TS wählen und nicht so oft auf den unscharfen Rand schielen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />

2. Ein 22er LVW von Vixen - ohne wenn und aber

3. Mein 8-5 mm Speers Zoom. Das Okular ist derzeit neu nicht erhältnich soll aber mit unveränderter
Optik und verbesserter Mechanik (Klickstop) bald auf dem Markt sein. 80° Feld, variables
Herantasten an den besten Objektanblick, die Vorgaben des Seeings und damit die mögliche max. Vergrößerung. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />
Ich habe für die ganze Speers Reihe noch Verlängerungshülsen ausgetüftelt,
womit die Brennweiten reduziert werden können, so kommt man z.B. mit dem Zoom auf ~3,5 mm, Mal sehen, ob
das mit dem neuen Klickstop auch nocht funktioniert. Die Festbrennweiten sollen wohl baugleich bleiben. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
4. Ein 2" Nebelfilter, zunächst der O III, später der UHC und noch später der Hß, also doch eigentlich ALLE. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />

Zum ganzen Dobsontuning, auch zu den Okularen und Hülsen gibt es auf der HP der Deepsky-Brothers
viel zu lesen, überhaupt, auf der HP sind viele Antworten auf offene Fragen zu finden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

CS
*entfernt*
 
Hi Herbert,
das sind die Themen, die eben oft zu lesen sind, wenn ein Chinagerät out of the Box verwendet wird, wobei sicher ein Teil der nicht so zufriedenstellenden Ergebnisse auch die Bedingungen zu schieben ist.

Damit die Leistung zunimmt, ist Dobtuning wahrscheinlich notwendig. D.h. Inennschwärzung - auch im Okularauszug - und korrekte Justierung soltlen die ersten Themen sein. Aktive Belüftung ist m.E. nicht unbedingt notwendig, zumindest bestätigen dies eigene Erfahrungen mit einem solchen Rohr, das es auch ohne Lüfter recht gut gehen kann.

Okulare, das ist sicher Thema. Ein mal wegen f/5 und zweitens ob der vorhandenen Okulare. Die Vixen LV haben, so weit ich sie kenne, alle ne mehr oder weniger deutliche Eingenfarbe und sind in pucto Kontrast und Transmission nicht grade Spitzenreiter. Am Planeten konnten mich diese Okus eigentlich nie wirklich überzeugen. Da half auch der angenehme Augenabstand nichts.

Ich würde zum gegenwärtigen Zeitpunkt, zunächst nichts kaufen , sondern Sternfreunde suchen, mitgucken, evtl mal Okulare probieren und dann die Okularforderungen formulieren nachdem die Kasse geprüft wurde.

Tendenziell bieten sich midpreisige WWOkulare im Brennweitenbereich 35 - 3,5mm.
Dazu ein Nebelfilter und evtl. Mondfilter um die Ausstattung zu komplettieren.
CS
 
Hi Eisozean!

Ich hab so ziemlich dasselbe Problem wie du! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Schau dir doch mal den von mir eröffneten Thread "Unglaublich" im Forum "Visuelle Beobachtungen" an.

Mich würde interessieren, ob der Kontrast bei dir auch besser wird, wenn du deinen Arm vors Objektiv hältst, um den Hauptspiegel etwas abzuschzuschatten.

Schöne Grüße
 
Moin Herbert!

> Ihm LV 5 war der Jupiter sehr groß zu sehen... jedoch nur sehr wenige Oberflächendetails.

Das wundert mich bei dem Oku und der Vergrößerung (300fach) überhaupt nicht, wenn das Seeing nicht astrein ist. War denn der Spiegel ausreichend ausgekühlt? An den langen Auskühlzeiten großer Optiken läßt sich leider nur wenig machen, außer Du baust Dir vielleicht noch einen Lüfter ein. Wenn man die Optik aus der warmen Wohnstube in die kalte Nachtluft schleppt, braucht's eben seine Zeit. Das nützt aber nichts, wenn die Atmosphäre nicht mitspielt und nur begrenzte Vergrößerungen am Planeten zuläßt. Jupiter zieht in den nächsten paar Jahren ziemlich horizontnah seine Bahn, und da sind die Beobachtungsmöglichkeiten so oder so nicht die besten.

Zu den Okularen werden Dir hier sicher massenhaft Leute Tips geben. Ich halte mich da raus, weil meine Prioritäten in dem Bereich woanders liegen und ich keinen Wert auf absolute Randschärfe bei f/5 lege. Nur eins: Okulare sind nicht temperaturempfindlich, außer sie beschlagen, weil sie zu sehr abkühlen. Seeing poduziert vor allem der HS und die Umgebungsluft.

"Planetenfilter": Hier meinst Du sicherlich Farbfilter. Einige davon bringen tatsächlich was bei bestimmten Oberflächendetails, besonders gut sind sie am Jupiter und Mars. Da Du aber erstmal einen vernünftigen Satz Okulare brauchst, würde ich mir da vorerst keine Gedanken drum machen.

Der O-III-Filter ist kein "Standard-Filter" für alle Objekte am Himmel, sondern dient nur dazu, bestimmte Nebelstrukturen kontrastreicher abzubilden. Bei 12" bringt der O-III einiges.
 
Hallo Antares,
ist ne gute Idee, erst mal ein wenig rumschauen,
Astrotreffs usw. Ich werde auch mal verschiedene
Plätze ausprobieren. Hab ja bisher mitten in der
nächtlichen Stadt gekuckt. Streulicht gibts da in Hülle und Fülle. Justiert ist der
Spiegel denk ich mal korrekt. Jedenfalls hab ich
das Ding mal mit dem mitgelieferten Überprüfungsteil
betrachtet. Der kleine Ring auf dem Hauptspiegel passte
genau ins Loch. Oder umgedreht... jedenfalls: <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Übrigens, Ihr habt da ne super Webseite aufgebaut. Wenn
mal mehr Zeit ist, werde ich sie genauer studieren. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Grüße,
Herbert
 
Hallo liebe Leute,
vielen Dank für die ganzen Infos.
zB Tubus... der ist komplett geschwärzt...
ich glaube am ehesten, habe das Teleskop nicht lange genug
auskühlen lassen. Bei einer Sitzung ist mir mal aufgefallen,
die einzelnen größeren Sterne hatten anfangs so ein flirren
drum herum. Das war dann plötzlich weg... übrig blieben
schöne runde strahlende Sternscheibchen in verschiedenen Farben. Also... Entdeckung der Langsamkeit fürs nächste mal.
Was die Okulare angeht, werde mal versuchen bei einem Astrotreff verschiedene auszuprobieren und dann eher etwas mehr Geld ausgeben, Qualität statt Masse! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />

Viele Grüße,
aus dem dunklen Frankenland
 
Hi Herbert,
danke. Genau, laß Dir Zeit um zu suchen. Temepraturanpassung ist wichtig,
aber eben nur ein Thema. Manchmal ist auch das Seeing mies, wie letzt erlebte, als mit 12,5" Öffnung teilweise nur 125 für Jup verwendbar war.
Ich bin sicher nach ein paar Nächten und ein paar Okularerlebnissen mit anderen Okularen wirst Du beginnen ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie Du das haben willst. Dann ist es langsam an der Zeit über sinnvolle konkrete Anschaffungen zu reden.
Viel Erfolg und CS
 
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