Einsteiger Fragen zu Objektiven

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Dublay

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Hallo,

ich bin neu in das weite Feld der Astronomie eingestiegen. Nach einigen Lektüren habe ich mir ein Bresser Messier NT-150S/750 auf EXOS-1 gekauft.
Gestern war dann der große Moment und ich konnte das Teleskop zum ersten Mal testen. Im Einsatz hatte ich ein 25mm Plössl.

Was ich ins Objektiv bekommen habe, war allerdings eher enttäuschend, da die Objekte kaum vergrößert wurden.

Daher meine absolute Anfängerfrage: Liegt das an dem Okular oder habe ich grundsätzlich vielleicht etwas falsch gemacht?
 
Zitat von Dublay:
Bresser Messier NT-150S/750 auf EXOS-1 gekauft.
[...]Im Einsatz hatte ich ein 25mm Plössl.

Was ich ins Objektiv bekommen habe, war allerdings eher enttäuschend, da die Objekte kaum vergrößert wurden.
Was hast Du denn angeschaut?
Was hast Du vorher erwartet?

Die 30fache Vergrößerung mit dem Plössl bedeutet, dass die Objekte so groß sind, als wärest Du auf 1/30 der Entfernung herangerückt.
Oberflächendetails kann man bei Sternen (ausgenommen unsere Sonne - aber bitte NIEMALS ungeschützt in die Sonne sehen, schon gar nicht mit Teleskop ohne guten Sonnenfilter) mit üblichen Amateurteleskopen nicht sehen.

E.
 
Hallo Namenloser,

um ein Teleskop in seinem Anwendungsspektrum gut auszunutzen, braucht man (als visueller Beobachter) eine entsprechende Okularpalette. Dabei gibt es im Prinzip die Grundregel:

Größte Okularbrennweite (schwächste Vergrößerung): Öffnungszahl * 7 (bei Dir ist die Öffnungszahl 5 von f/5)
Kleinste Okularbrennweite (größte Vergrößerung): Öffnungszahl * 0,7 (für Spezialfälle auch * 0,5)

Die Vergrößerung errechnet sich aus Teleskopbrennweite / Okularbrennweite.

Somit wären Okulare zwischen 35mm und 3,5mm interessant. Meist bemüht man sich, für den Einstieg mit 3 Okularen aus diesem Bereich auszukommen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ihr zwei,

danke schon mal für die Information.

Was habe ich erwartet? Eigentlich eine "spürbare" Vergrößerung der Objekte, die ich mir anschaue. Ich habe gestern einfach mal wahllos einige Himmelskörper ins Visier genommen und das was ich im Objektiv hatte war vergleichbar mit dem Blick in mein günstiges Fernglas. Daher meine Frage, ob das sein kann und evt. am Okular liegt.

Ich werde mir jetzt auf jeden Fall noch ein zusätzliches Okular (9mm) anschaffen und dann damit ein wenig herumexperimentieren. Das sollte ja dann nach Svens Formel eine deutliche Vergrößerung mit sich bringen.

Ich bin wie gesagt absoluter Neuling in der Sache. Daher danke für die Aufklärung ;)

Dublay
 
Hallo Dublay,

die Vorredner haben das meiste schon gesagt. Als Tip für die Praxis: ein 25mm Okular dient der Übersicht/Objektsuche oder für Richfield-Beobachtung (große offene Sternhaufen zB).
Für die Betrachtung eines Objekts an sich, musst du mit der Brennweite schon deutlich runtergehen.
Vielleicht willst du uns noch mitteilen auf welche Objekte du dich spezialisieren willst und was für Okulare du in die engere Auswahl zum Nachkaufen gezogen hast; dann kann man dir dazu evtl. noch ein paar Hinweise geben.
 
Hallo DU,

Zitat von Dublay:
Ich habe gestern einfach mal wahllos einige Himmelskörper ins Visier genommen und das was ich im Objektiv hatte war vergleichbar mit dem Blick in mein günstiges Fernglas.

geht es ein wenig genauer? Wenn du dir Dinge in der Größenordung M57 bei 30facher Vergrößerung angesehen hast, kann ich mir gut vorstellen, dass dich das wenig überzeugt hat, gleiches gilt auch für z.B. Saturn. Mond und z.B. M31 sollten im Teleskop aber schon angenehmer zu beobachten sein, als mit dem Fernglas (vor allem ruhiger, detailreicher, größer).

Neuling wie auch altem Hasen (falls es solche gibt, die ihn noch nicht kennen) empfehle ich gern den Deep Sky Reiseführer nebst Deep Sky Reiseatlas. Im Reiseführer findest du eine große Auswahl an Himmelsobjekten, die sich mit kleinen und mittleren Teleskopen sehr gut beobachten lassen, dazu Zeichnungen und empfohlene Vergrößerung. Damit wird dir zwar so manche Illusion des Beobachtbaren geraubt, aber du weisst dann vorher schon, was dich beim Blick durchs Okular erwartet. Der Reiseatlas dient dann der Auffindung.
 
Hallo Dublay,

wahrscheinlich hast Du im Erwartungshorizont etwas falsch gemacht und geradewegs auf irgendwelche Sterne angelegt. Anders ist das eigentlich nicht vorstellbar.

Auch wenn ich in den Verdacht komme, eine Spaßbremse zu sein: ohne ein Mindestmaß an Theorie wird das nichts, auch nicht mit einem anderen Okular. Bitte mache Dich kundig, wozu ein Teleskop dient (vergrößern und Licht sammeln); was man damit betrachten kann und was man wann wo findet. Wenn man bei null anfängt, sollte man wenigstens ein einführendes Buch lesen, und wenn es "Welcher Stern ist das?" heißt (für den allerersten Einstieg nicht das schlechteste!).

Objekte, die zur Zeit beobachtungswürdig sind, sehen mit immerhin sechs Zoll Öffnung definitiv anders aus, als im Feldstecher. Wenn Du keine wesentlichen Unterschiedeist gesehen hast, ist das keine Frage der Instrumente, sondern des Wissens um lohnende Objekte - und wie man sie findet und beobachtet.

Grüße,

Klaus
 
Hi kapees,

das ist mir schon klar, Bücher habe ich auch schon gewälzt. Gestern habe ich, das muss ich zugeben, wirklich einfach nur den Tubus in den Himmel gehalten um einen ersten Eindruck zu gewinnen.

Auf was ich mich "spezialisieren" möchte ist auch eine gute Frage. Das muss ich selbst noch herausfinden, aber irgendwie muss man ja einsteigen.

Ich plane mir jetzt noch ein Plössl 9mm zu bestellen und setze mich heute Nacht mit etwas mehr "Planung", Sternkarte und App bewaffnet nochmal in den Garten und dann schaue ich einfach mal gezielter nach den Objekten, die sich im Moment lohnen. Vielleicht hat ja der ein oder andere einen Tipp für heute Abend, den man auch als "Anfänger" finden kann.

Danke vorab für all die Hinweise!
 
Nochmal hallo DU,

für dein aktuelles Equipment fallen mir nicht ganz so viele Objekte ein, zumal die Nacht derzeit recht kurz ist...

Such doch mal M13 (Herkules-Cluster), der sollte in etwa einem Viertel der Flächenausdehnung des Vollmonds entsprechen und zumindest als "milchiger Fleck" im Okular erscheinen, den Cluster in einzelne Sterne auflösen wird aber vermutlich nicht gelingen.
Richtig großflächig wäre derzeit NGC2000 (flächiger Nebel).
Etwas anspruchsvoller (ca. 1/8 Vollmond) wäre M51, wobei im Vergleich zu M13 auch noch recht "dunkel".
Und auch M57 könntest du mal "anfahren", wobei du den Ringnebel auch nur sehr klein im Okular finden wirst, ABER einen Ring mit "Loch drin" sollte auch schon bei 30fach sichtbar sein.

Damit hättest du schon mal einen Kugelsternhaufen, einen Nebel, eine Galaxie und einen planetarischen Nebel. Bei den offenen Sternhaufen bin ich nicht so auf dem laufenden, was sich derzeit "lohnt".

Für kleine Vergrößerungen kommen die interessanten Objekte aber imho erst im Herbst/Winter. M42, M31, Plejaden, h- und chi-persei...
 
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