Bernd_Eppinger
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Hallo, Sternfreunde,
Ich interessiere mich schon länger für Astronomie, habe mir aber noch kein Teleskop gekauft, weil ich bisher immer glaubte, daß man in meiner Heimatstadt München mit ihrem hellen Himmel sowieso nicht viel beobachten kann. Einige Besuche bei der Volkssternwarte haben mir aber gezeigt, daß es durchaus lohnende Objekte gibt, die man mit einem guten Teleskop bei passendem Wetter auch in München klar sehen kann: abgesehen vom Mond natürlich die Planeten Mars, Jupiter und Saturn und sogar ein paar Messier-Objekte. Außerdem habe ich bei Sven Wienstein gelesen, daß mit entsprechenden (teuren) Filtern (O-III, H-Beta etc.) auch einige Nebel trotz Stadtlicht gut sichtbar sind. Gelegentlich könnte ich auch meine Oma besuchen, die 200km entfernt weitab jeder größeren Stadt wohnt und in klaren Nächten einen wunderbaren Himmel hat.
Kurzum, ich würde mir jetzt gerne ein Teleskop kaufen. Die letzten eineinhalb Wochen habe ich die Webseiten von Sven Wienstein und den Deepsky Brothers gelesen, sowie im Forum und auf Händlerseiten gestöbert. Folgende Anforderungen habe ich:
(Nebenbei: Warum gibt's eigentlich keine Dobsons mit Nachführung? Man bräuchte doch nur an den Drehachsen große Zahnräder anbringen und von Schrittmotoren antreiben. Die Umrechnung von Himmelskoordinaten in Elevation und Azimut könnte ein kleiner Microprozessor für 10 Euro machen. Daß Langzeitfotographie damit nicht geht, könnte ich verschmerzen.)
Ich habe deshalb folgende 3 Teleskope näher ins Auge gefaßt:
1. Celestron Advanced Newton 200 .. Öffnung 200mm - Brennweite 1000mm
2. GSO Newton GSN 2001 .. Öffnung 200mm - Brennweite 1000mm
3. Orion Europa 200/1200 - Öffnung 200mm - Brennweite 1200mm - f/6
Größere Öffnung als 200mm würde wohl zu teuer, außer man nimmt erhebliche Abbildungsfehler in Kauf, wie z.B. hier.
Gestern vormittag habe ich den Händler aufgesucht und ihm zu den ersten beiden Teleskopenn ein paar Fragen gestellt (das dritte erschien mir da noch zu teuer). Dabei ist folgendes herausgekommen:
Es wäre nett, wenn erfahrene Amateurastronomen zu folgenden Punkten etwas sagen könnten:
So, mein erster Beitrag ist leider viel länger geworden, als ich gedacht hätte.
Clear Skies,
Bernd.
Ich interessiere mich schon länger für Astronomie, habe mir aber noch kein Teleskop gekauft, weil ich bisher immer glaubte, daß man in meiner Heimatstadt München mit ihrem hellen Himmel sowieso nicht viel beobachten kann. Einige Besuche bei der Volkssternwarte haben mir aber gezeigt, daß es durchaus lohnende Objekte gibt, die man mit einem guten Teleskop bei passendem Wetter auch in München klar sehen kann: abgesehen vom Mond natürlich die Planeten Mars, Jupiter und Saturn und sogar ein paar Messier-Objekte. Außerdem habe ich bei Sven Wienstein gelesen, daß mit entsprechenden (teuren) Filtern (O-III, H-Beta etc.) auch einige Nebel trotz Stadtlicht gut sichtbar sind. Gelegentlich könnte ich auch meine Oma besuchen, die 200km entfernt weitab jeder größeren Stadt wohnt und in klaren Nächten einen wunderbaren Himmel hat.
Kurzum, ich würde mir jetzt gerne ein Teleskop kaufen. Die letzten eineinhalb Wochen habe ich die Webseiten von Sven Wienstein und den Deepsky Brothers gelesen, sowie im Forum und auf Händlerseiten gestöbert. Folgende Anforderungen habe ich:
- Gute Eignung für Planetenbeobachtung, weil ich wie gesagt häufig in München beobachte.
- Deep-Sky-Objekte sollten trotzdem auch beobachtbar sein.
- Nebel-Filter würde ich evtl. später nachkaufen, also nicht gleich.
- Möglichkeit, gelegentlich auch meinen 5-jährigen Neffen durchschauen zu lassen, der sich für Astronomie interessiert.
- Später, wenn ich genügend Erfahrung gesammelt habe, möchte ich auch Aufnahmen machen, ohne dazu größere Teile des Teleskops austauschen zu müssen. Ich stelle mir Videoaufnahmen mit Okularprojektion (wg. Vergrößerung) mit meiner TRV9000 vor (3-Chip DV, bis 1/3 sec, alle Automatiken abschaltbar, keine Wechseloptik), die ich mit Giotto nachbearbeiten würde, um Bilder zu gewinnen und Nachführfehler zu korrigieren. Evtl. könnte ich später auch eine Webcam kaufen. Mögliches Problem: die TRV900 wiegt fast 1kg und ist 20cm lang.
- Budget: ca. 1000 EUR ohne Foto-Zubehör, was aber keine unverrückbare Grenze ist. Ich möchte mir nicht, nur um das Budget einzuhalten, Teile kaufen, die ich absehbar später wieder austauschen muß (was dann teurer wird).
(Nebenbei: Warum gibt's eigentlich keine Dobsons mit Nachführung? Man bräuchte doch nur an den Drehachsen große Zahnräder anbringen und von Schrittmotoren antreiben. Die Umrechnung von Himmelskoordinaten in Elevation und Azimut könnte ein kleiner Microprozessor für 10 Euro machen. Daß Langzeitfotographie damit nicht geht, könnte ich verschmerzen.)
Ich habe deshalb folgende 3 Teleskope näher ins Auge gefaßt:
1. Celestron Advanced Newton 200 .. Öffnung 200mm - Brennweite 1000mm
2. GSO Newton GSN 2001 .. Öffnung 200mm - Brennweite 1000mm
3. Orion Europa 200/1200 - Öffnung 200mm - Brennweite 1200mm - f/6
Größere Öffnung als 200mm würde wohl zu teuer, außer man nimmt erhebliche Abbildungsfehler in Kauf, wie z.B. hier.
Gestern vormittag habe ich den Händler aufgesucht und ihm zu den ersten beiden Teleskopenn ein paar Fragen gestellt (das dritte erschien mir da noch zu teuer). Dabei ist folgendes herausgekommen:
- Optik: Teleskop 2 hat lt. Verkäufer eine bessere Abbildungsqualität als Teleskop 1. Auf der Website finde ich allerdings keine präzisen Zahlen dazu, sondern "garantiert beugungsbegrenzte Abbildung" vs. "Abbildung deutlich besser, als beugungsbegrenzt" (was immer letzteres heißen soll - daß ein Teleskop besser als die Beugungsgrenze seiner Öffnung sein soll, würde mein Weltbild bzgl. Optik doch erschüttern). Teleskop 3 gibt auf der Website garantierte Zahlen an: "Min. 1/16 Lambda RMS" ("Wave" oder "Oberfläche" nicht angegeben).
- Öffnungsverhältnis: Teleskop 3 hat als f/6-Teleskop den kleinsten Fangspiegel mit 50mm. Teleskop 2 hat 63mm, bei Teleskop 1 steht nur: "klein". Ich vermute demnach, daß Teleskop 3 für Planeten am geeignetsten wäre.
- Okularauszug: Ich konnte nicht durchschauen, aber durch leichtes seitliches Drücken konnte man merken, daß der Zahnstangen-OAZ von Teleskop 1 etwas kippt (vermutlich mehrere zehntel mm), was ich beim voll ausgezogenen 1:10-Crayford-OAZ von Teleskop 2 nicht feststellen konnte. Wenn man bedenkt, daß die Auszüge später noch gut 1kg Gewicht meiner Kamera plus Halterung tragen sollen, hätte ich bei Teleskop 1 Bedenken, wegen Shifting schlecht scharfstellen zu können. Der Verkäufer hat mir versichert, daß der 1:10-Crayford-Auszug meine Kamera plus Halterung gut tragen könne, obwohl sie mit 20cm Länge auch einen ziemlichen Hebel hat. Hier im Forum steht zwar, daß billige GSO-Auszüge, die genauso aussehen wie der von Teleskop 1, unterschiedlich ausfallen und daß das Spiel mit Tesafilm zu beheben ist. Trotzdem, wenn das nicht geht und ich einen Crayford nachkaufen müßte, hätte ich etwa die Preisdifferenz zwischen Teleskop 1 und Teleskop 2 nachträglich ausgegeben. Teleskop 3 hat denselben Crayford wie Teleskop 2, aber ohne 1:10-Untersetzung.
- Spiegelbelüftung: Teleskop 2 hat eine Spiegelbelüftung, die aber von unten gegen eine Metallplatte am Ende des Tubus bläst, die, soweit ich feststellen konnte, mit dem Tubus dicht abschließt. Hilft das dann noch gegen Tubus-Seeing?
- Montierung: Der Verkäufer hat erklärt, daß beide Teleskope auf einer Astro5-DX stabil und schwingungsarm montierbar seien. Da aber die Astro5-DX bis 9kg angegeben ist, und die Teleskope 1 und 2 ohne meine Kamera auch schon 9kg wiegen, bin ich mir da weniger sicher. In der Montierungstabelle der Deepsky Brothers kommt die Astro5 leider nicht vor. Ich hätte mir die ADM gewünscht, zumal die zusammen mit Teleskop 1 nur 60 EUR teurer ist als Astro5. Ich habe auch einen Preis für die Kombination Teleskop2 mit ADM angefragt, aber der entsprach bis auf 20 EUR der Summe der Einzelpreise, während alle anderen Kombinationen deutlich billiger sind. Wenn ich ADM will, wird Teleskop 2 deshalb nochmal zusätzlich um ca. 100 EUR gegenüber Teleskop 1 teurer und damit praktisch gleich teuer wie Teleskop 3. Da werde ich wohl handeln müssen.
- Okulare: Der Verkäufer hat Planetary HR empfohlen. Sie seien sehr scharf, vorallem in der Bildmitte, und würden gut an einem f/5 funktionieren. Über Bildverzerrungen konnte er wenig sagen (habe ich gefragt wg. Giotto). Ich habe ihn auf Hyperion Weitwinkel angesprochen wg. einfacher Kameraadaption, großem Einblick, großem Augenabstand (wg. Kamera). Er hat diese Vorteile gegen Planetary HR bestätigt, meinte aber, die Hyperions seien nicht ganz so scharf.
- Koma-Korrektor: Laut Verkäufer bei großen Vergrößerungen nicht nötig, für visuelle Beobachtung ebenfalls nicht. Baader-Koma-Korrektor und Hyperion-Okulare seien kombinierbar.
- Polsucher: Laut Verkäufer für visuelle Beobachtung noch nicht nötig; es genügt, wenn man durch die Bohrung für den Polsucher Polaris anvisiert.
Es wäre nett, wenn erfahrene Amateurastronomen zu folgenden Punkten etwas sagen könnten:
- Mache ich hier Denkfehler, oder übersehe ich aus Unwissenheit etwas Wichtiges?
- Kennt jemand die aufgeführten Teleskope und kann etwas zur Abbildungsqualität sagen, oder über irgendwelche Macken?
- Hat jemand Erfahrung mit dem Tesafilm-Umbau des billigen GSO-Auszugs? Funktioniert das, und könnte der Auszug dann auch eine relativ schwere Kamera tragen?
- Bringt die Spiegelbelüftung des GSO-Teleskops (2) etwas, obwohl sie anscheinend nicht in den Tubus bläst?
- Ist meine Vorstellung, daß eine ADM-Montierung nötig wäre, überzogen und genügt vielleicht eine Astro5 trotz Kamera (später), oder müßte es schon eine ADM sein?
- Hat jemand Erfahrung mit Planetary-HR- und Hyperion-68°-Okularen an f/5- und f/6-Teleskopen und kann dazu etwas sagen? Ich würde fürs Erste die kleineren Brennweiten unter 13mm kaufen; ein Plössl-Übersichtsokular ist ja bei allen Teleskopen beigelegt.
So, mein erster Beitrag ist leider viel länger geworden, als ich gedacht hätte.
Clear Skies,
Bernd.