Einsteiger sucht Hilfe zur Teleskopwahl

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Bernd_Eppinger

Neues Mitglied
Hallo, Sternfreunde,

Ich interessiere mich schon länger für Astronomie, habe mir aber noch kein Teleskop gekauft, weil ich bisher immer glaubte, daß man in meiner Heimatstadt München mit ihrem hellen Himmel sowieso nicht viel beobachten kann. Einige Besuche bei der Volkssternwarte haben mir aber gezeigt, daß es durchaus lohnende Objekte gibt, die man mit einem guten Teleskop bei passendem Wetter auch in München klar sehen kann: abgesehen vom Mond natürlich die Planeten Mars, Jupiter und Saturn und sogar ein paar Messier-Objekte. Außerdem habe ich bei Sven Wienstein gelesen, daß mit entsprechenden (teuren) Filtern (O-III, H-Beta etc.) auch einige Nebel trotz Stadtlicht gut sichtbar sind. Gelegentlich könnte ich auch meine Oma besuchen, die 200km entfernt weitab jeder größeren Stadt wohnt und in klaren Nächten einen wunderbaren Himmel hat.

Kurzum, ich würde mir jetzt gerne ein Teleskop kaufen. Die letzten eineinhalb Wochen habe ich die Webseiten von Sven Wienstein und den Deepsky Brothers gelesen, sowie im Forum und auf Händlerseiten gestöbert. Folgende Anforderungen habe ich:
  1. Gute Eignung für Planetenbeobachtung, weil ich wie gesagt häufig in München beobachte.
  2. Deep-Sky-Objekte sollten trotzdem auch beobachtbar sein.
  3. Nebel-Filter würde ich evtl. später nachkaufen, also nicht gleich.
  4. Möglichkeit, gelegentlich auch meinen 5-jährigen Neffen durchschauen zu lassen, der sich für Astronomie interessiert.
  5. Später, wenn ich genügend Erfahrung gesammelt habe, möchte ich auch Aufnahmen machen, ohne dazu größere Teile des Teleskops austauschen zu müssen. Ich stelle mir Videoaufnahmen mit Okularprojektion (wg. Vergrößerung) mit meiner TRV9000 vor (3-Chip DV, bis 1/3 sec, alle Automatiken abschaltbar, keine Wechseloptik), die ich mit Giotto nachbearbeiten würde, um Bilder zu gewinnen und Nachführfehler zu korrigieren. Evtl. könnte ich später auch eine Webcam kaufen. Mögliches Problem: die TRV900 wiegt fast 1kg und ist 20cm lang.
  6. Budget: ca. 1000 EUR ohne Foto-Zubehör, was aber keine unverrückbare Grenze ist. Ich möchte mir nicht, nur um das Budget einzuhalten, Teile kaufen, die ich absehbar später wieder austauschen muß (was dann teurer wird).
Üblicherweise werden Anfängern offenbar Dobson-Teleskope empfohlen, die die größte Öffnung und damit beste Bildqualität für's Geld liefern. Wegen Anforderungen 1, 4 und 5 glaube ich aber, daß das für mich keine perfekte Wahl wäre. Einen Planeten, der in ca. 20 Sekunden durchs Bildfeld wandert, durch ständiges Bewegen des Dobsons in 2 Achsen nachzuführen, könnte ich wahrscheinlich mit einiger Übung lernen, obwohl vermutlich der Beobachtungskomfort eingeschränkt wäre. Schwierig wird's aber, wenn mein Neffe durch's Teleskop schaut, denn wie soll ich einen Planeten nachführen, den ich nicht sehen kann? Bei Videoaufnahmen von Planeten würde die manuelle Bewegung vermutlich den Anteil verwackelter Einzelbilder stark erhöhen.

(Nebenbei: Warum gibt's eigentlich keine Dobsons mit Nachführung? Man bräuchte doch nur an den Drehachsen große Zahnräder anbringen und von Schrittmotoren antreiben. Die Umrechnung von Himmelskoordinaten in Elevation und Azimut könnte ein kleiner Microprozessor für 10 Euro machen. Daß Langzeitfotographie damit nicht geht, könnte ich verschmerzen.)

Ich habe deshalb folgende 3 Teleskope näher ins Auge gefaßt:
1. Celestron Advanced Newton 200 .. Öffnung 200mm - Brennweite 1000mm
2. GSO Newton GSN 2001 .. Öffnung 200mm - Brennweite 1000mm
3. Orion Europa 200/1200 - Öffnung 200mm - Brennweite 1200mm - f/6

Größere Öffnung als 200mm würde wohl zu teuer, außer man nimmt erhebliche Abbildungsfehler in Kauf, wie z.B. hier.

Gestern vormittag habe ich den Händler aufgesucht und ihm zu den ersten beiden Teleskopenn ein paar Fragen gestellt (das dritte erschien mir da noch zu teuer). Dabei ist folgendes herausgekommen:

  • Optik: Teleskop 2 hat lt. Verkäufer eine bessere Abbildungsqualität als Teleskop 1. Auf der Website finde ich allerdings keine präzisen Zahlen dazu, sondern "garantiert beugungsbegrenzte Abbildung" vs. "Abbildung deutlich besser, als beugungsbegrenzt" (was immer letzteres heißen soll - daß ein Teleskop besser als die Beugungsgrenze seiner Öffnung sein soll, würde mein Weltbild bzgl. Optik doch erschüttern). Teleskop 3 gibt auf der Website garantierte Zahlen an: "Min. 1/16 Lambda RMS" ("Wave" oder "Oberfläche" nicht angegeben).
  • Öffnungsverhältnis: Teleskop 3 hat als f/6-Teleskop den kleinsten Fangspiegel mit 50mm. Teleskop 2 hat 63mm, bei Teleskop 1 steht nur: "klein". Ich vermute demnach, daß Teleskop 3 für Planeten am geeignetsten wäre.
  • Okularauszug: Ich konnte nicht durchschauen, aber durch leichtes seitliches Drücken konnte man merken, daß der Zahnstangen-OAZ von Teleskop 1 etwas kippt (vermutlich mehrere zehntel mm), was ich beim voll ausgezogenen 1:10-Crayford-OAZ von Teleskop 2 nicht feststellen konnte. Wenn man bedenkt, daß die Auszüge später noch gut 1kg Gewicht meiner Kamera plus Halterung tragen sollen, hätte ich bei Teleskop 1 Bedenken, wegen Shifting schlecht scharfstellen zu können. Der Verkäufer hat mir versichert, daß der 1:10-Crayford-Auszug meine Kamera plus Halterung gut tragen könne, obwohl sie mit 20cm Länge auch einen ziemlichen Hebel hat. Hier im Forum steht zwar, daß billige GSO-Auszüge, die genauso aussehen wie der von Teleskop 1, unterschiedlich ausfallen und daß das Spiel mit Tesafilm zu beheben ist. Trotzdem, wenn das nicht geht und ich einen Crayford nachkaufen müßte, hätte ich etwa die Preisdifferenz zwischen Teleskop 1 und Teleskop 2 nachträglich ausgegeben. Teleskop 3 hat denselben Crayford wie Teleskop 2, aber ohne 1:10-Untersetzung.
  • Spiegelbelüftung: Teleskop 2 hat eine Spiegelbelüftung, die aber von unten gegen eine Metallplatte am Ende des Tubus bläst, die, soweit ich feststellen konnte, mit dem Tubus dicht abschließt. Hilft das dann noch gegen Tubus-Seeing?
  • Montierung: Der Verkäufer hat erklärt, daß beide Teleskope auf einer Astro5-DX stabil und schwingungsarm montierbar seien. Da aber die Astro5-DX bis 9kg angegeben ist, und die Teleskope 1 und 2 ohne meine Kamera auch schon 9kg wiegen, bin ich mir da weniger sicher. In der Montierungstabelle der Deepsky Brothers kommt die Astro5 leider nicht vor. Ich hätte mir die ADM gewünscht, zumal die zusammen mit Teleskop 1 nur 60 EUR teurer ist als Astro5. Ich habe auch einen Preis für die Kombination Teleskop2 mit ADM angefragt, aber der entsprach bis auf 20 EUR der Summe der Einzelpreise, während alle anderen Kombinationen deutlich billiger sind. Wenn ich ADM will, wird Teleskop 2 deshalb nochmal zusätzlich um ca. 100 EUR gegenüber Teleskop 1 teurer und damit praktisch gleich teuer wie Teleskop 3. Da werde ich wohl handeln müssen.
  • Okulare: Der Verkäufer hat Planetary HR empfohlen. Sie seien sehr scharf, vorallem in der Bildmitte, und würden gut an einem f/5 funktionieren. Über Bildverzerrungen konnte er wenig sagen (habe ich gefragt wg. Giotto). Ich habe ihn auf Hyperion Weitwinkel angesprochen wg. einfacher Kameraadaption, großem Einblick, großem Augenabstand (wg. Kamera). Er hat diese Vorteile gegen Planetary HR bestätigt, meinte aber, die Hyperions seien nicht ganz so scharf.
  • Koma-Korrektor: Laut Verkäufer bei großen Vergrößerungen nicht nötig, für visuelle Beobachtung ebenfalls nicht. Baader-Koma-Korrektor und Hyperion-Okulare seien kombinierbar.
  • Polsucher: Laut Verkäufer für visuelle Beobachtung noch nicht nötig; es genügt, wenn man durch die Bohrung für den Polsucher Polaris anvisiert.

Es wäre nett, wenn erfahrene Amateurastronomen zu folgenden Punkten etwas sagen könnten:
  • Mache ich hier Denkfehler, oder übersehe ich aus Unwissenheit etwas Wichtiges?
  • Kennt jemand die aufgeführten Teleskope und kann etwas zur Abbildungsqualität sagen, oder über irgendwelche Macken?
  • Hat jemand Erfahrung mit dem Tesafilm-Umbau des billigen GSO-Auszugs? Funktioniert das, und könnte der Auszug dann auch eine relativ schwere Kamera tragen?
  • Bringt die Spiegelbelüftung des GSO-Teleskops (2) etwas, obwohl sie anscheinend nicht in den Tubus bläst?
  • Ist meine Vorstellung, daß eine ADM-Montierung nötig wäre, überzogen und genügt vielleicht eine Astro5 trotz Kamera (später), oder müßte es schon eine ADM sein?
  • Hat jemand Erfahrung mit Planetary-HR- und Hyperion-68°-Okularen an f/5- und f/6-Teleskopen und kann dazu etwas sagen? Ich würde fürs Erste die kleineren Brennweiten unter 13mm kaufen; ein Plössl-Übersichtsokular ist ja bei allen Teleskopen beigelegt.

So, mein erster Beitrag ist leider viel länger geworden, als ich gedacht hätte.

Clear Skies,

Bernd.
 
Zur "Spiegelbelüftung": Ziel eines Lüfters ist es, die warme Luft aus dem Tubus zu saugen, damit sie nicht aufsteigen kann und Schlieren bilden. Vielleicht bringt es auch etwas, hineinzupusten, aber ich würde einen Lüfter immer auf saugen umpolen. Wenn der Spiegel samt Halterung einigermaßen frei von Luft umströmt werden kann und nicht irgendwie quasi-hermetisch im Tubus sitzt, arbeitet der beschriebene Lüfter ganz gut. Nicht optimal, aber ganz gut.
 
Also dir GSO sind eigentlioch ganz gut. Ich selber habe einen 12". Allerdings würde ich darauf achten einen Crayford OAZ zu bekommen. Ich habe noch den Alten (Der kommt Ende Jahr aber wech) und der ist nicht wirklich optimal. Der Lüfter soll auch nicht "blasen". sondern "saugen", jedoch muss der Tubus um den Lüfter dicht sein. SOllte das nicht ab Werk so sein, kann man das aber mit einer Sperrholzplatte einfach selber erledigen. Umbauten würde ich alle machen wie Pteng es beschreibt (www.pteng.de). Nach allem was ich gelesen habe sollen die Planetary HR ganz ordentlich sein. Ich selber habe TS-SWM (http://www.teleskop-service.de/AstroTS/Okular125/okular125.htm#TSSWBeschreibung) und bin auch damit durchaus zufrieden. Wegen der Monti kann ich dir nicht viel sagen, nur soviel, stabil genug kann es nie sein und ein Newton ist nun mal wesentlich Wind-anfälliger als ein SC, das kommt zum Gewicht noch dazu. Den Polsucher brauchst du visuell wirklich nicht, denn da kommt es ja noch nicht so genau drauf an.
 
Hallo,

Nebenbei: Warum gibt's eigentlich keine Dobsons mit Nachführung?

Ähem, so etwas gibt es in der Tat ;)

Du hast dir ja mal wirklich eine Menge Gedanken und Arbeit gemacht, das finde ich toll :super:

Deine Anforderungen hast du ja präzise formuliert und die Teleskope gehen mit Sicherheit in die richtige Richtung, in Sachen Montierung sollte i.d.T. das stabilste das man bezahlen kann nehmen oder die Öffnung etwas zurücknehmen (wobei 8" halt die magische Detailgrenze ist).

In München und Umgebung wimmelt es ja förmlich von Amateurastronomen, du solltest vor dem Kauf definitiv die Geräte live erleben, im Verkaufsraum ist schon mal gut um ein Gefühl für die Grösse zu bekommen, aber die Bedienung bei Nacht und das Wissen was man zu Gesicht bekommt, hilft bei der Kaufentscheidung ungemein und ultimativ, und wie gesagt, in München und Umgebung sollte das keine Schwierigkeiten bereiten.

Viele Grüße Benny
 
Nebenbei: Warum gibt's eigentlich keine Dobsons mit Nachführung?

...weil ein Dobson eben ein DOBSON ist. Natürlich ist ein Dobson ein Newton-Teleskop und so ziemlich alles, was Teleskop heißt, läßt sich parallaktisch montieren.
Dobson heißt er nur seines 2. Erfinders wegen. John Dobson, ein amerikanischer Mönch, hat diese geniale und einfache azimutale Montierung entwickelt, um wegzukommen von automatischer Nachführung, Akkus und Elektronoik. Das hat sich weltweit rasend schnell verbreitet.

Dobsons bis 10 Zoll kann man noch gut auf eine entsprechende Monti setzen, danach beginnt es, sehr teuer zu werden.

Gruß
Winfried
 
Hallo Bernd,

habe selten so gut informierte "Einsteiger" hier gesehen. :super:

Beobachten aus der Stadt ist sicher möglich. Ich selber beobachteauch in einer 10.000-Einwohner-Stadt vom Balkon, habe aber insbesondere in den Stunden nach Mitternacht (Laternen aus, Einwohner machen das Licht aus) auch einen 5,6mag Himmel, also kein Münchner Hintergrund. Trotzdem ist es sicher eine Überlegung wert, die Oma zu besuchen (das macht sich ja eh gut, was das traute Familiendasein angeht :schwitz:).

Die Benutzung von (teuren) Filtern solltest Du nicht überschätzen, wenn der Himmel schlecht ist, können sie Dir auch nicht die Objekte "herbei zaubern".

Üblicherweise werden Einsteigern tatsächlich gerne Dobson-Teleskope empfohlen, weil sie eben für wenig Geld viel Öffnung bieten, gut transportabel sind und den größten Beobachtungsspaß bieten (Himmel selber kennen lernen durch Star Hopping, Deep Sky pur bei großer Öffnung etc.). Wenn Du natürlich sicher bist, dass Du Astrofotgrafie machen möchtest, scheidet ein Dobson für Dich dann aber doch eher aus (wobei man auch mit Dobsons und Webcams nette Bilder machen können soll).

Die drei Teleskope, die Du genannt hast, kenne ich persönlich nicht selber und ich kann Dir daher über die Qualitätsunterschiede nicht viel sagen. Aber mit einem 200mm-Newton bist Du sicher gut bedient. Ein f/6-Gerät ist sicher ein "Allrounder", mit dem Du lange Deinen Spaß haben wirst, aber auch die anderen beiden sehen nicht schlecht aus. Wenn Du richtig Astrofotografie machen möchtest (Webcam oder DSLR) brauchst Du in jedem Fall einen Komakorrektor.

Ich selber habe ein f/5-Dobson und nutze dabei das 4mm-Planetary HR, sowie die Hyperion 8 und 17mm. Dabei bin ich an f/5 zufrieden. Sicher gibt es eine leichte Verzerrung der Sterne am Rand, aber mir macht das nichts aus. Bei f/6 müssten die dann eigentlich (beide Reihen) gut funktionieren. Die Fragen ist, warum Du vorerst nur die "kleinen Brennweiten möchtest. Ich würde Dir empfehlen, ein Übersichtsokular zu nehmen, welches in etwa Deiner max. Austrittspupille entspricht. Dann folgen in entsprechenden Abständen höher vergrößernde Okulare (die ganze Planetary HR-Reihe mit den kurzen Brennweiten-Abständen braucht man sowieso nicht. Schau mal hier. Mit einem Plössl-Okular wirst Du (wahrscheinlich) nicht lange Deine Freude haben (kleines Gesichtsfeld). Frag doch den Händler deines Vertrauens, ob er Dir nicht z.B. stattdessen ein WW-Okular dazu gibt :pfeif:

Webcam-Aufnahmen sind mit einfacher Nachführung durchaus auf kleinen Montierungen möglich. Ob die ADM oder die Astro5 für Dich ausreichen, musst Du selbst entscheiden. Für mich würden beide zu wackelig sein, aber das ist meine persönliche Meinung (ich habe aber sogar meine ED80 auf der EQ6 und bin damit sehr zufrieden, was die Stabilität angeht :biggrin:). Bei der Montierung neigt man gerne dazu, "zu wenig" zu kaufen, weil man denkt, das Teleskop ist ja das Wichtige, aber i.d.R. reicht diese dann nicht und man kauft später doch eine größere (doppelt Geld ausgegeben). Ich würde lieber auf eine EQ6 oder eine GP-DX sparen (wahrscheinlich stürmen gleich alle HEQ5-, Astro5- und ADM-Besitzer auf mich los und sagen, dass es visuell vollkommen ausreicht - das mag durchaus sein).

Zum Lüfter und zum Polsucher wurde ja schon was gesagt, dem würde ich mich soweit anschließen.

Grüße, Nicolai
 
Hallo Bernd,

"Willkommen im Club"... eratmal, hatte ich vorhin vergessen!
Um Deine Wünsche von Anfang an auszureizen, langt das Buget von 1000 Euro nicht ganz aus.
Daher folgender Vorschlag "zur Güte":

8" f6 Dobson (hier empfehle ich Galaxy D8-CR). Möglichst ohne Zubehör, dafür aber mit:
- Telrad oder Leuchtpunktsucher statt dem 8x50
- 30 mm ICS-Widefield Okular in 2" mit 65 Grad scheinbarem Gesichtsfeld
- 8mm Baader Hyperion Okular (68 Grad) für Planeten und stärkere Vergrößerungen
- Sonnenfilterfolie Baader ND5 in 25x50cm

Dazu ggf. Stoyans Deep-Sky Reiseatlas (der Shell-Atlas für Astronomen) und den Deep-Sky Reiseführer (auch Okulum-Verlag)

Damit wärst Du optisch schon einmal gut ausgestattet, vor Allem mit 2 guten Okularen. Weitere kommen im Laufe der Zeit so und so dazu...

Die Ausrüstung käme auf ca. 600 Euro wie beschrieben. Beim Crayford kann man noch den mit der 1:10 Untersetzung nehmen, ergibt einen Aufpreis con ca. 50 Euro (geschätzt).

Wasserfeste Sternkarte und Buch nochmals rund 40 Euro.

Bevor Du nuin überlegst, gleich eine Montierung dazu zu nehmen, würde ich Dir ertweder abraten, oder Dich bitten, ab und an ins BIETE-Forum zu schauen.

Zu einem 8" f6 benötigst Du mindestens eine Vixen GP-DX mit einem Hartholzstativ oder eine EQ-6, die beide derzeit über dem geplanten Buget liegen würden. Alles darunter wäre zu schwingungsintensiv.

Dann lieber gleich ein oder 2 Okulare mehr nehmen und später parallaktisch aufrüsten - ohne Verluste.

Gruß
Winfried
 
Hallo Bernd,

mal auf die Schnelle folgende Anmerkungen/Gedanken:

1. Größere Öffnung = mehr Bildfehler? Nein!
Wenn das Verlinkte Gerät ein Vergleich sein soll, so hinkt der. Beim Newton hängen die Abbildungsfehler am Öffnungsverhältnis. f/5 ist noch gut beherrschbar, und ich bin einer derjenigen, die auch mit f/4 klar kommen. Es kommt dann auf die Okulare an.
Mit zunehmender Öffnung werden dann die Newtons kürzer, damit man sie noch transportieren kann. Aber ein 12" f/5 Dobson ist durchaus ein hervorragendes Gerät in allen Disziplinen - außer eben Transport. Ein Gerät mit teilbarem Tubus (in unserer Beobachtergruppe ist ein sehr überzeugender Discovery vertreten) wäre da eine wesentliche Erleichterung.
Bei dem verlinkten DS-Newton ist es halt so, dass das optische System "Cat-Newton" einfach schlecht beherrschbar und in dieser Preisklasse wohl auch nicht frei von Serienstreuung ist. An dem Gerät gibt es aber auch noch anderen Grund zum Zweifel, nämlich die mit 1600mm lange Brennweite, die so recht nicht zum Deepsky-Einsatz passen will (aber keinesfalls ein KO-Kriterium ist).

Nun 2. möchte ich den Hinweis geben, dass Überlegungen betreffend Okulare erst dann einen Sinn machen, wenn man sich für ein Teleskop entschieden hat. Wer das Thema Weitwinkel-Okulare anschneidet, kann sich allenfalls darauf einstellen, ein größeres Budget dafür bereit zu halten. Wird konsequent auf vier Weitwinkel Okulare für den Start gesetzt, wird die Rechnung selbst bei günstigen Okularen auf 400 Euro zugehen.

Zu den Systemen ein kurzer Abriss: 200/1200 ist optisch der vielseitigste, auch etwas "pflegeleichter" als die 200/1000. Pluspunkt für Planetenphotos sind die 1200mm Brennweite (Minuspunkt ist die Videokamera mit festem Objektiv, das ist immer eine optische Verrenkung, wenn man afokal projizieren muss. Die Adaption kostet leicht genauso viel wie eine Webcam mit Adapter...)
Die 200/1000 Optiken sind für die Montierung leichter, fordern mehr Leistung von den Okularen (Randabbildung, Augenabstand wegen kurzer Okularbrennweiten) und sind schon etwas Anspruchsvoller in Bezug auf die Justage (gut erlernbar).

Parallaktisch als Allrounder würde ich auf den 200/1200 setzen, aber mit dem Grundgedanken, dass die kleinsten Montierungspakete eigentlich niemals wirklich befriedigend stabil sind - ist so eine "Regel der Marktwirtschaft".

Clear Skies
Sven
 
Hi Bernd
8" f/5 und die Astro 5 sehe ich visuell als mittelprächtig an. Habe/hatte beides hier. Fotografisch ist das m.E. zu wenig Montipower.
Visuell und Foto ist an sich ein Widerspruch, weil für Foto das Gerät etwas adners gebaut werden muß was wiederum visuell nachteilig ist.
Auch wenn Du mittelfristig auf Foto abziehlst, was ja auch durchaus legitim ist, so meine ich versuche in dem Fall nicht jetzt schon bei der Erstanschaffung die Weichen dahin gehend zu stellen. Fange visuell an und dann sehn wir mal weiter, bzw Du siehst dann weiter.
CS
 
Hallo, zusammen,

Vielen Dank für die vielen nützlichen Hinweise und die große Menge neuer Informationen.

Nach den Hinweisen von Uwe Pilz und Dennis und nach Durchsicht ihrer Links muß ich eine Korrektur meiner Aussage zur Spiegelbelüftung anbringen, um dem GSO-Newton (2) nicht Unrecht zu tun:

Den Spiegellüfter habe ich nicht in Aktion gesehen, und nach den Richtungspfeilen auf dem Lüftergehäuse habe ich auch nicht gesucht. Ich have lediglich angenommen, daß der Lüfter den Spiegel anbläst, anstatt die Luft von ihm wegzusaugen, weil mir das bei der freien Aufhängung des Lüfters logisch erschienen ist (bessere Kühlwirkung). Aber es stimmt schon, mit etwas Überlegen hätte ich auch selber erkennen müssen, daß der Lüfter saugen muß, wie bei pteng.de einleuchtend erklärt.

Nachdem ich die Abbildung der Spiegelzelle bei pteng.de ganz unten gesehen habe, möchte ich auch nicht mehr behaupten, daß die Spiegelzelle wirklich luftdicht mit dem Tubus abschließt. Die Spiegelzelle sieht nämlich genauso aus wie die bei pteng abgebildete (und übrigens auch wie die von Winfrieds Galaxy D8-CR im Prospekt). Wahrscheinlich ist es die gleiche. Wenn die Zelle zu luftundurchlässig wäre, hätte es pteng doch sicher erwähnt. Nur, groß kann der Luftspalt nicht sein, sonst hätte ich ihn sehen müssen. Der Umbau von Pteng wäre für den GSO-Newton (2) sogar einfacher, weil der Lüfter bereits vorhanden und gehaltert ist, man müßte ihn nur noch abdichten.


Okularauszug:
Der Hinweis von Dennis wegen des Zahnstangen-Auszuges ist auch interessant für mich. Ich werde ein Teleskop mit Crayford-Auszug wählen.


Dobson mit "Nachführung":
Benny, vielen Dank für den interessanten Hinweis auf die EQ-Plattform. Nur schade, daß meine Werkzeugausstattung und vermutlich auch meine schreinerischen Fähigkeiten nicht ausreichen, um das nachzubauen, vorallem mit ausreichender Stabilität und Präzision. Ich hätte das Problem eher elektronisch zu lösen versucht, damit kenne ich mich besser aus. So oder so, mit einer Nachführung und einer einstellbaren Friktion, damit die Montierung eine zusätzliche Kamera tragen kann, würde auch ein Dobson alle meine Wünsche erfüllen, auch wenn er dann laut Winfried dem eigentlichen Sinn eines Dobson zuwiderläuft.


Okulare:
Nicolai, ich habe deshalb geschrieben, daß ich fürs Erste die Brennweiten von 13mm und weniger kaufen würde, weil die genannten Teleskope ja bereits ein "langbrennweitiges" Okular mit 20 bzw. 25mm Brennweite beigelegt haben. Dein Hinweis, daß die minimal sinnvolle Vergrößerung (bzw. maximale Austrittspupille) in der Okularsammlung vorhanden sein sollte, war aber sehr gut. Ich habe das einmal nachgerechnet und komme unter der Annahme AP=6mm auf 30 bis 36mm Okularbrennweite (für f/5 bzw. f/6), und das ist tatsächlich deutlich mehr als die beiliegenden Okulare. Der Rat, sie gegen 2 Weitwinkel-Okulare zu tauschen, würde also Sinn machen, mit einer Einschränkung:

Beim 200/1200-Teleskop (3) würde fok=36mm zu 33.33-facher Vergrößerung führen. Ein Weitwinkel-Okular mit z.B. 60° scheinbarem Gesichtsfeld (das vermutlich ein 2"-Okular sein müßte) würde dann 1.8° realem Gesichtsfeld entsprechen. Das maximale Gesichtsfeld des 200/1200-Teleskops (3) mit seinem 50mm-Fangspiegel kann ich zwar nicht exakt ausrechnen, weil ich den Abstand des Fokuspunkts im Auszug von der Tubusmitte nicht kenne, ich würde aber vermuten, daß es weniger als 1.8° sind: Der Abstand von Tubusmitte zum Fokuspunkt muß auf jeden Fall mehr als 100mm betragen, sonst würden eventuelle Barlow-Linsen garantiert in den Strahlengang ragen. Damit komme ich auf eine Bildgröße im Fokus von höchstens 36.3636mm. Das entspricht bei 1200mm Brennweite einem realen Gesichtsfeld von maximal 1.736°, also weniger als die 1.8°. Ich vermute daher, sofern ich mich nicht verrechnet habe, daß der Ratschlag, ein Weitwinkelobjektiv mit maximaler Austrittspupille zu nehmen, nicht für den 200/1200 Newton (3) gedacht war. P.S.: Ich habe Deinen Ratschlag noch einmal gelesen, und genaugenommen steht da gar nicht direkt, daß das Weitwinkelokular, das das Plössel ersetzen soll, genau das Okular mit maximaler Austrittspupille sein sollte. Macht nichts, die Rechnung war trotzdem interessant.

Eine leichte Verzerrung am Rand bei Planetary HR und Hyperion würde mich nicht stören; schlimmer hätte ich eine Verzerrung in den inneren Bereichen gefunden, weil dann Giotto bei nicht ganz exakter Nachführung die entstehenden Skalierungen nicht ausgleichen kann. Nach Svens Hinweis zu offenbar deutlichen Qualitätseinbußen bei afokaler Projektion muß ich das Thema Okularprojektion aber ohnehin nochmal überdenken, siehe unten (Webcam). Sven hat natürlich auch Recht, daß ich die entgültige Auswahl der Okulare und ihrer Brennweiten erst treffen kann, wenn das Teleskop feststeht, wie ich durch obige Rechnungen jetzt auch selbst gemerkt habe. Und dazu nimmt man am besten einen Meterstab mit, damit man z.B. das Gesichtsfeld des Teleskops richtig ausrechnen kann.

Sven, Dein Hinweis, aus Preisgründen am Anfang nicht ausschließlich auf 4 Weitwinkelokulare zu setzen, ist gut. Ich hatte mir das so vorgestellt, das mitgelieferte Plössl für die lange Brennweite zu verwenden, und darunter, falls von der Abbildungsqualität her sinnvoll, 2 Hyperion-Weitwinkel-Okulare zu kaufen, plus einen 28mm Verlängerungsring. 13mm Hyperion, 5mm Hyperion, plus Ring hätte die vier Brennweiten 3.55mm, 5mm, 9.23mm und 13mm ergeben. Der Sprung zwischen 5 und 9.23mm ist etwas groß, aber an dieser Stelle geht's nicht besser auf. Dazu wäre noch das mitgelieferte Okkular von ca. 20mm gekommen. Die Okulare hätten in Summe 240,50 EUR gekostet. Für den 200/1200-Newton hätte ich natürlich andere Brennweiten gebraucht, die habe ich noch nicht herausgesucht.


Montierung:
Hier ist mein größtes Anfänger-Problem bei der Auswahl, insbesondere bezüglich Stabilität, weil ich da mit Theorie oder Anschauen im Verkaufsraum nicht weiterkomme. Vibrationen im Bereich von Winkelsekunden kann ich nur sehen, wenn ich durchschaue. Ich werde mich mal im Raum München umschauen.

Offensichtlich ist die einstimmige Meinung im Forum, daß die Astro 5 für einen 20/1000 oder 20/1200-Newton nicht ausreicht. Diesen Verdacht hatte ich auch schon, er ist damit bestätigt. Neu ist für mich, daß auch eine ADM zwischen "geht so" und "eindeutig zu klein" bewertet wird. Damit wird natürlich eine gebrauchte, aber größere Montierung, wie von Winfried empfohlen, interessant, denn bei einer größeren (teureren) Montierung übersteigt die Ersparnis durch den Gebrauchtkauf eher die Ersparnis durch den Kauf eines Sets aus Teleskop mit Montierung. Damit hat auch Winfrieds Idee, erst einen Dobson zu kaufen, und dann bei einem entsprechenden Angebot eine Montierung nachzukaufen, Sinn, zumal der Galaxy D8-CR preislich tatsächlich etwa einem Newton ohne Montierung entspricht.

Winfried: Kann man für den D8-CR Montageschellen bekommen? Weißt Du, was das mitgelieferte "Justierokular" ist? Ist das ein Cheshire?


Sternkarten, Telrad:
Ich besitze bereits eine gute Beschreibung einiger astronomisch interessanter Objekte, leider aber teilweise ohne Koordinatenangaben. Außerdem habe ich einen Laptop und ein Programm zur Darstellung des Sternhimmels, Abfrage der scheinbaren Helligkeiten von Objekten, sowie Angabe der Koordinaten. Ich denke, mit der Kombination müßte ich fürs Erste eine Auswahl interessanter Objekte treffen können, und sie nach Blick auf den künstlichen Sternenhimmel auch am richtigen Himmel finden. Ich gebe aber zu, daß ein Telrad-Sucher hilfreich sein könnte, und in diesem Fall bräuchte ich natürlich auch die passenden Sternkarten.


"Größere Öffnung = mehr Bildfehler?":
Sven, Du beziehst Dich vermutlich auf meinen Satz: "Größere Öffnung als 200mm würde wohl zu teuer, außer man nimmt erhebliche Abbildungsfehler in Kauf, wie z.B. {Link}".
Das ist ein Mißverständnis. Es liegt mir natürlich fern zu behaupten, daß eine größere Öffnung zu mehr Bildfehlern führt, denn sonst dürfte ESO in ihrem VLT ja gar nichts mehr sehen... Ich wollte mit diesem Satz ursprünglich nur sagen, daß meines Wissens eine Öffnung über 200mm zu teuer würde. Dann ist mir aber aufgefallen, daß ich das nicht so stehen lassen kann, denn das verlinkte Teleskop hat ja eine größere Öffnung und ist trotzdem nicht teuer. Dennoch möchte ich genau dieses eine 254/1600-Teleskop für meine speziellen Anforderungen (Eignung auch für Planeten) nicht haben, weil es zu große Abbildungsfehler macht, vermutlich u.A. aufgrund seiner verkürzten Bauweise mit Korrekturlinse. Sollten noch weitere Teleskope mit deutlich über 200mm Öffnung derart billig angeboten werden, dann hege ich den Verdacht, daß sie ähnliche Probleme haben und deshalb für mich nicht in Frage kommen, und gute 250mm-Newtons sind, soweit ich bisher feststellen konnte, gleich sehr viel teurer als bei 200mm.

Offenbar habe ich im Bemühen, meinen Beitrag nicht noch länger werden zu lassen, diesen Satz zu knapp formuliert und ihn damit mißverständlich gemacht.


Belastung der Montierung durch Teleskope:
Sven, Du schreibst, die 200/1000-Optiken sind für die Montage leichter als 200/1200. Ist das allgemein für den Vergleich von 200/1000-Systemen mit 200/1200-Systemen gemeint, oder beziehst Du Dich speziell auf die von mir herausgesuchten Teleskope? Bei denen gibt's nämlich die Besonderheit, daß das Orion Europa 200/1200 (Nr. 3) nur 6.5kg wiegt, während die beiden 200/1000-Newtons ca. 9kg schwer sind. Dafür hat das 200/1200 natürlich einen längeren Hebel. Vermutlich müßten alle drei etwa auf das gleiche Trägheitsmoment kommen, allerdings ohne Kamera. (Ich kann's leider nicht richtig ausrechnen, weil ich die Masseverteilung in den Teleskopen nicht kenne).


Webcam:
Ja, das habe ich auch schon überlegt, zumal z.B. die Philips SPC900C auch nicht so extrem teuer ist und gute Bilder zu liefern scheint. Mein Problem dabei ist, daß ich keine Angabe z.B. über Chipgröße und Pixelabstände finde, und deshalb den entstehenden Abbildungsmaßstab und die Auflösung nicht abschätzen kann, und auch nicht, ob und welche Barlow-Linsen ich dazu bräuchte. Da ich erst einmal ohne Bilder zu machen anfange, hat das Thema ja noch etwas Zeit.


Widerspruch visuell / Foto:
Das wußte ich noch nicht. Offensichtlich habe ich noch bei ein paar sehr entscheidenden Grundlagen der Optik erhebliche Wissenslücken, die ich schließen sollte. Antares, kennst Du einen Link, wo man etwas darüber erfahren kann, welche Parameter eines Teleskops für visuelle Anwendung anders ausgelegt werden sollten als für Fotoanwendung, und warum?


So, jetzt habe ich doch einiges gelernt. Allen, die sich die Mühe gemacht haben, mir hier auf die Sprünge zu helfen, möchte ich sehr herzlich danken.


Clear Skies (auch wenn's in München gerade nicht so aussieht),

Bernd.
 
Bezüglich Karten und Lesestoff:

- Tririon Sky Atlas 2000, als laminierte Version um sie am Teleskop verwenden zu können.

- Karkoschka vom Kosmosverlag, quasi die Standardlektüre

- Takis Sky Atlas, gibt es als 6m5 und 8m0 Version kostenlos zum download (http://www.asahi-net.or.jp/~zs3t-tk/)

- Cartes du Ciel (CdC), Planetariumssoftware, kostenlos (http://www.stargazing.net/astropc/download.html); zusätzliche Sternkataloge können eingebunden werden.

- Drehbare Sternkarte (http://www.oculum.de/titel.asp?ID=2508200715000440&Nr=32) <- mein Favorit

- Zeitschrift (Sterne und Weltraum (SuW), Astronomie Heute (AH), Interstellarum)
 
Hallo Bernd,

wahrscheinlich hast Du Dir den Katalog von ICS schon reingezogen. Falls nicht: Der enthält viel an Hintergrundinformation zum Thema Optik, auch darüber, was bei einem visuell optimierten Newton anders ist als bei einem fotografisch optimierten (Stichwort Fangspiegelgröße, Obstruktion).

Ein für Deep-Sky-Fotografie und maximale Feldausleuchtung ausgelegter Newton hat einen größeren Fangspiegel, also größere Obstruktion (= weniger Kontrast). Wenn Du allerdings nur Webcam-Fotografie (Planeten) machst, kannst Du auch einen visuell optimierten Newton nehmen. Da spielt die Feldausleuchtung keine Rolle.

Ciao
Martin


 
Hallo Bernd,

mal ganz von vorne gedacht sehe ich für Dich einen
8" F/5 oder 8" F/6 Newton auf Rockerbox, also einen Dobson als "Erstkauf" um den Himmel kennen zu lernen, zur Oma zu fahren und überhaupt erste Beobachtungserfahrung zu sammeln.
Das Gerät kann für das Geld schon sehr gut ausgestattet werden.
Im zweiten Schritt wäre dann eine wirklich gut dimensionierte Monti gefragt die das Teil auch wirklich fotografisch "tragen" kann.
Mit dieser Monti kannst Du dann (noch ohne den Newton weil mit 1000 mm und mehr Brennweite einsteigen heftig ist)nur mit der Kamera drauf in die Weitfeldfotografie einsteigen und auch Mal ein leichtes bis mittleres Tele(Fotoobjektiv9 verwenden. Das heißt rantasten.
Dann käme ein passendes Leitrohr und zunächst kann man dann mit dem Leitrohr fotografieren und den Newton zum Nachführen nehmen, erst im letzten Schritt ist dann der Newton dran.

So oder ähnlich könnte das m.E. noch am besten gehen. Visuell immer als Dobson schnell und gut transportabel einsatzbereit, eventuell beim Newton gleich ein wenig auf Leichtbau + Stabilität achten und dabei langsam aber stabil in Richtung Fotografie weiter entwickeln.

CS
*entfernt*
 
Hallo Bernd,

ich fange mal bei der Montierung an. Der Spezialfall Leichtbaunewton gegen "Normal 200/1000" geht wohl im stillen Kämmerlein so aus, aber sobald Wind ins Spiel kommt und die Berührung zum Fokussieren, wirkt sich der lange Hebel eben unangenehm aus. Das heißt nicht, dass man nicht damit klarkommen könnte. Aber für Langzeitbelichtung ist das keine Grundlage. Planetenfotografie geht, wenn man erst einmal scharfgestellt hat - und das Scharfstellen ist dann eine wahre Qual. Da kauft man sich selbst für stabilere Kombinationen aus Teleskop und Montierung einen Fokussiermotor. Bei Dir dann noch die Planung mit der schweren Kamera (die allgemein gegenüber einer Webcam gar keine Vorteile hat, außer dass man keinen Laptop/PC bruacht) wird den Spaßfaktor an der Sache gründlich minimieren.
Somit ist Günthers Einstellung, den Foto-Gedanken als späteres Betätigungsfeld aufzuschieben nicht überraschend und auch überlegt. Es ist ungeheuer sinnvoll, zunächst visuell den Himmel kennenzulernen und auch im Umgang mit dem Teleskop einen ausreichenden Erfahrungsschatz zu besitzen, bevor man sich an die Fotografie heranwagt. Es steht nämlich zu erwarten, dass man bei Lust auf Deepsky-Fotografie noch eine ganz andere Klasse Montierung anschafft, und warscheinlich sogar eine andere Optik (die sogar wohlüberlegt kleiner sein kann als 8"). Worauf man natürlich verzichtet ist die Chance auf 08/15 Planetenfotos, die man mit einer motorisierten Montierung aus der GP-Clone-Klasse eben hinbekommen könnte (eben ADM, etc, pp).

Zu den Okularen: Öhm... Es fragt sich immer, welche Ansprüche man so hat. Die beigelegten Plössl nennen ich und andere sowieso schon Alibi-Okulare, weil man sich diese meist im Traum nicht selbst aussuchen würde. Naja, das 9mm - kann schonmal vorkommen. Beim 2" Okular kann man auch grübeln. Wie schaut's grad, da wird ein 32mm beigelegt? Naja, bei einem f/5 ist das 32mm TS-WA sicher brauchbar, aber keineswegs ein Okular, was mittleren Ansprüchen auf lange Sicht genügen würde - ein Austauschkandidat von Anfang an! Bei f/6 hat's nicht gerade die günstigste Brennweite, da verschenkt man schon AP, viele Sternfreunde möchten gerne ein 40mm bis 42mm einsetzen. Andere Sternfreunde beobachten unter schlechtem Himmel und landen dann wieder um 30 bis 35mm - dann ist das Okular gut.

Zur Webcam - Abbildungsmaßstab, Barlowlinse, Pixelabstände: TINNEFF! Damit beschäftigst Du Dich noch gar nicht. Egal welche Cam oder welcher Chip, erstmal würdest Du ohne Barlow probieren, dann kann eine 2x Barlow kommen und wenn Du öfters mal eine Luftruhe hast, bei der Du Dir mehr zutrauen kannst, dann rüste eine 3x oder 4x Barlow nach. Du hast genug andere Probleme, um die theoretisch vorgerechneten Ideal-Abbildungsmaßstäbe erstmal "pragmatisch zu ignorieren". Davor steht auch die Frage, an wieviel Abenden im Jahr (und an denen für wieviele Minuten) lässt das Seeing denn die Ausnutzung solcher Idealbrennweiten um f/20 effektiv zu?!? Bei einem Achtzöller ist mal ganz klar, dass es sehr wenige Abende sind, und ich pflege zu sagen, dass gerade an diesen Abenden entweder Mutter Geburtstag hat oder die Hochzeit der eigenen Frau stattfindet (mit einem anderen?)...

Ich denke, an dieser Stelle in Deinem Wissensdurst ist es an der Zeit, Dich auf die Praxisschiene zu setzen. Du wirst theoretisch nicht wirksam weiterkommen, wenn Du nicht mit Praxiserfahrung aufstockst. Ergebnis: Anschluß suchen an eine Beobachtergruppe -> Treffpunkt Board, Adressenverzeichnis des GAD, andere Kontakte nutzen.

Clear Skies
Sven
 
Hi Bernd,
es würde ja schon gesagt, im wesentlichen ist es die Obstruktion sprich die Größe des Fangspiegel die den Unterschied macht. Die Ausleuchtung des Bildfeldes ist der Grund dafür.

Ich kann im Ergebnis nur das sagen was ich auch auf der Hp sage. Du hast Dir viel Theorie reingezogen und das ist gut. Das meist ist damit für Dich greifbar geworden . Nun fehlt die Praxis und Erfahrungen um das alles für Dich richtig bewertbar zu machen.
Am Ende sehe ich zunächst, wie schon angedeutet eher erst mal den Dobson und den start ins visuelle Geschehen.
Foto gleich zu Beginn geht selten gut.
In dem Sinne weitermachen, dann hast Du es bald, das Scope das zu Dir paßt.
CS
 
Hallo Bernd,

ansich wurde schon alles gesagt.
Eine kleine Anmerkung sei mir dabei noch gestattet:

Beim Erstkauf auf das Dobson-montierte Newton Teleskop zu setzen, hat gleich zwei Vorteile. Zum einen kannst Du sofort loslegen, ohne Dich um Einnorden, Scheinern etc. kümmern zu müssen, zum anderen, wenn Du es später einmal auf einer Montierung betreibst, hast Du beide Möglichkeiten. Das Fotografieren parallaktisch und, wenn Du mal keine Lust dazu hast, das Gerät als Dobson zum gemütlichen Beobachten des Himmels. Letzteres wirst Du auf jeden Fall öfters betreiben, da die Fotografie viele Schwierigkeiten und Haken mit sich bringt, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte.
Rohrschellen sind immer und für nahezu alle Teleskope und Teleskoparten erhältlich.

CS
Winfried
 
Hallo Sternfreund Bernd,
Ich stimme Berberichs "Güte-Vorschlag" und Sven Wiensteins Anmerkungen weitgehend zu und mit MootsGMS und Antares überein, gehe aber nun nochmals auf deinen Anfangstext ein. Teleskop 2. und 3. passen ziemlich zu deinen Anforderungen, f/10 würde ich keinem Deep-Sky Beobachter empfehlen. Ein Newton als Dobson kann auch später noch auf einer ersparten (stabilen!) Montierung seinen Platz finden, so daß das Geld in eine gute Optik und in wenige (!) aber gute Okulare investiert werden kann. Gut Ding will Weile haben, und eine gute Spiegeloptik einen guten Okularauszug (gegen Aufpreis muß das bei einem Händler möglich sein!), wie z.B. einen Crayford! Die Frage, ob ein 8" f/5 oder f/6, wurde ja, bezüglich der Fotografie schon angesprochen und läßt sich im Hinblick auf die beobachterische Zukunft (nächst größeres Gerät) so formulieren: Ab einer gewissen Schnelligkeit (Lichtstärke der Öffnung), die bei f/6 noch nicht so gegeben ist, sind teurere Nagler-Okulare angesagt. Bei einem späteren Umstieg auf größere Öffnungen werden jedoch kleinere f´s schnell zu einem Muß, will man nicht eine "Himmelsleiter" ersteigen. Beginnst du bereits mit einem kurzbrennweitigen Newton (z.B. f/5), muß dann später kein zweiter, neuer Okluarsatz angeschafft werden, zudem bleibt die Optik leichter (für die spätere Montierung!) und ist lichtstärker. Der Tip gilt generell für alle Sternfreunde: Lieber wenige und gute Okulare, als viele und schlechte (die gibt es, aber nicht in den Prospekten!). Ich habe noch nie durch ein "Hyperion" geschaut, aber gelesen, dass diese eine bereits eingebaute Barlowlinse besitzen, außerdem wird bei deren Bewerbung ersichtlich, dass sie für Binos (wer kauft schon Nagler paarweise?) konzipiert sind. Ich denke mir den Rest für meinen Teil, auch über Okulare, die schon "mit dabei" sind. Jugendlichen mit knappen Budget ermöglichen sie jedoch auch einen Einstieg und rechtfertigen sich spätestens dann, wenn irgendwann mangels Interesse alles im Keller steht!Es gilt auch zu berücksichtigen, dass die Häufigkeit der Benutzung eines Okulars (so zumindest bei mir!) mit kleiner werdender Brennweite (aus mehreren Gründen) sinkt. Es gilt also sich einen gut abgestuften Okluarsatz anzuschaffen, wobei man sinnigerweise von oben (langbrennweitigen) beginnt.
Ich wünsche dir, Bernd, einen gelingenden Kauf und auch allen anderen "Klare Himmel mit gutem Durchblick"! Sterngucker Helmut, mit Grüssen aus dem Allgäu!
 
Hallo Helmut,

von mir noch eine Kleinigkeit Senf zum Thema "Crayford".

Ich finde der Begriff "Crayford", der wie eine Art "Qualitätszusage" gehandhabt wird, dieser Tage gehörig verwässert ist. Es ist einfach nicht mehr so, dass ein Crayford-Auszug immer ein problemloser, super tauglicher Auszug ist.

Ich beobachte vielmehr, dass im Bereich der günstigen Crayfords (ob nachgerüstet oder Erstausstattung) deren Qualität sich nicht wesentlich von einem guten Zahntrieb-Auszug unterscheidet. Man beobachtet durchaus auch Shifting (in geringem Maße), vor allem aber ein "Sacken" unter der Last schweren Zubehörs und je nach Position, dann Durchrutschen (was bei Zahn & Trieb prinzipbedingt nicht geht) ebenfalls unter Last (z.B. Kamera). Kamera ist gleich das Stichwort, setzt man einen solchen OAZ senkrecht ein, um ein Verkippen (Komakorrektor, Justage) zu vermeiden, so ist fokussieren bei einigen Modellen praktisch unmöglich, weil der Auszug sich entweder ganz festklemmen lässt, oder über die normale Fokussierwelle einfach durchrutscht (egal wie stramm eingestellt).

Daher mein Hinweis: Wer glaubt, mit einem Crayford ein Sorglos-Paket zu kaufen, einfach weil Crayford draufsteht (ist ja keine Marke, sondern ein Prinzip), liegt falsch. Wenn man den Anspruch hat, den man eigentlich mit einem Crayford verbindet, dann muss man schon ein ordentliches Modell wählen und kommt nach meiner Preiserfahrung mit 300 Euro grad mal so hin.
Dagegen meine ich, dass im Prinzip jeder rein visuelle Beobachter mit einem ordentlichen (!) Zahntrieb-Auszug prima auskommen kann.

Übrigens, auch bei einem Crayford für 400 Euro hat's noch ein paar Probleme, bei denen man sich an den Kopf fassen mag. Man findet nämlich häufig Crayfords, deren Auszugrohr durchgehend 2" oder nur wenig mehr Innendurchmesser hat (50,8mm). An einer schnellen Optik wird durch dieses Rohr dann aber schon kräftig vignettiert. Bei f/4 und 10cm Rohrlänge hat man am unteren Auszugsende 25mm Durchmesser der Strahlenkegel, so dass also die zu 100% ausgeleuchtete Bilddiagonale eben nur noch 25mm beträgt. Da wird schon eine moderne DSLR mit Chip in APS-C Format spürbar vignettiert. Das scheint Kunden wie Herstellern gar nicht aufzufallen...

Clear Skies
Sven
 
Zu Sven / Crayford-Auszug.

Ohne Kamera funktioniert ein ordentlich eingestellter Crayford sehr gut. Ein mit Zahn und Trieb ausgestatteter guter Normalauszug ebenfalls. Soweit so gut.

Der Nachteil des in den Galaxy/GSO/Skywatcher verbauten Auszugs bei Fotografie besteht darin, daß diese Auszüge zu hoch gebaut sind und man nicht in den Fokus einer DSLR kommt.
Der Auszug ist so hoch, damit Toleranzen beim Bau des Dobson/Newtons ausgeglichen werden können. Prinzipiell bräuchte man zur Fotografie den Fether-Auszug, der schon mal mehr kosten kann als das Teleskop, da gebe ich Sven absolut recht.
"Bastelwütige" können versuchen, den Hauptspiegelabstand zu verändern.

CS
Winfried
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sternfreunde, hallo Sven und Winfried!
Ich danke euch für eure Einwände, bzw. Bemerkungen! Sehr interessant! Es war schon sehr salopp von mir formuliert und ein Fehler, nicht zu konkretisieren (ein Crayford-Marke zu nennen) sondern statt dessen zu verallgemeinern. Wir sind uns einig, dass ein guter Okularauszug Geld kostet und der Einstieg ins Hobby nach erfolgtem Geräte-Neukauf nicht mit Tesafilm beginnen sollte! Deinen Einwand, Winfried, finde ich sehr interessant und würde daher auch gerne wissen, in wie weit z.B. die Brennweite innerhalb eines Modelltyps variieren kann. Aber das wird ein wohl gehütetes Geheimnis der Hersteller bleiben! Wer mißt schon eine statistisch aussagefähige Anzahl auch nur eines einzigen Teleskoptyps/Marke nach? Jeder Test von Massenware ist daher nur relativ aussagekräftig (da zufällig) da/wenn keine Vorauswahl getroffen wurde. Man sollte Interessierten jedenfalls immer alle 3 Dobson-Varianten unterbreiten:
1.Wahl und Kauf eines Typs/Marke
2.Selbst bauen und
3.Einzelanfertigung kaufen.
Deine Einwände sprechen sehr für 2. oder/und 3.!
Ich wünsche uns allen klare Himmel und guten Durchblick!
Grüsse aus dem Allgäu! Sternfreund Helmut

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!
 
Hallo, zusammen,

Ich habe mir Eure Vorschläge und die verlinkten Informationen angeschaut, und ich glaube (hoffe), ich habe einiges daraus gelernt. Vielen Dank dafür! :)

Ich möchte kurz meine Erkenntnisse und Aha-Effekte vorstellen:

Teleskop:
Ja, Ihr habt mich überzeugt, ich werde mich jetzt doch in Richtung Dobson orientieren. Ich stelle mir vor, zuerst mit einem reinen Dobson anzufangen, und mich später um Nachführungen und Fotographie einfacher Objakte zu kümmern. Ich glaube jetzt, daß es dafür gute Gründe gibt. Für die wichtigsten halte ich:
  • Nach einhelliger Meinung der erfahrenen Astronomen im Forum ist auch eine ADM-Montierung für einen 200mm f/5 Newton und erst recht für einen 200mm f/6-Newton irgendwo zwischen grenzwertig und unbrauchbar zu bewerten. Eine Montierung, bei der das Teleskop bei Berührung so stark nachschwingt, daß man kaum fokussieren kann, will ich natürlich nicht. Offenbar wäre eine Skywatcher EQ6 oder Vixen GP-DX (oder GP-D2: scheint der Nachfolger zu sein) nötig. Da diese Montierungen neu aber selbst im Paketpreis mit einem Teleskop sehr viel mehr kosten als das Teleskop selbst (ohne Montierung und ohne Paketpreis), und damit meine Budgetvorstellung um mehr als das Eineinhalbfache überschritten würde, habe ich im Biete-Forum nach einer gebrauchten gesucht. Nur werden große Montierungen anscheinend selten angeboten. Wenn doch, ist meistens GOTO dabei, was die Sache wieder teuer macht, und die Einsparung ist auch nicht überwältigend. Also muß ich mir schon Gedanken machen, ob mir die parallaktische Montierung Wert ist, dafür deutlich mehr als für das Teleskop zu bezahlen. ?)
  • Einen Nachteil habe ich bei Dobsons ursprünglich darin gesehen, daß keine automatische oder wenigstens nur in einer Achse manuelle Nachführung möglich ist. Der Link auf die "EQ-Plattform" hat aber gezeigt, daß das nicht stimmt, auch wenn ich soetwas nicht in der nötigen Präzision nachbauen könnte. Inzwischen habe ich aber auch eine industriell gefertigte Version im Biete-Forum entdeckt, die allerdings nicht mehr hergestellt wird. Das spricht aber dafür, daß man bei richtiger Suche vielleicht andere Hersteller findet.

    Außerdem bin ich über den Begriff "digitale Teilkreise" gestolpert, was meiner kleingedruckten Idee im ursprünglichen Beitrag entspricht. Wie gut das funktioniert, dürfte schwer zu beurteilen sein, wenn man es nicht ausprobiert, aber immerhin, es gibt soetwas.

    Beide Varianten kosten deutlich weniger, als eine ausreichend dimensionierte parallaktische Montierung. Demnach gibt es bei Kauf eines Dobsons sogar 3 potentielle Möglichkeiten, um später an eine Nachführung zu kommen (die dritte ist, eine parallaktische Montierung nachzukaufen, wahrscheinlich dann gebraucht).
  • Das Beispiel von Winfried (Galaxy D8-CR) zeigt, daß es Dobsons gibt, die etwa soviel kosten, wie normalerweise ein Teleskop alleine, daß man sich also mit der Dobson-Montierung die Möglichkeit offenhält, eine parallaktische Montierung nachzukaufen, ohne Geld kaputtzumachen. Die einzige Unbekannte in dieser Argumentation ist, daß ich die Qualität des Galaxy D8-CR im Vergleich zu den von mir herausgesuchten Teleskopen 2 oder 3 (GSO oder Orion) nicht wirklich beurteilen kann; die Ausstattung sieht aber nicht schlecht aus.
  • Den Katalog von ICS hatte ich tatsächlich noch nicht angeschaut, vermutlich wegen des wenig aussagekräftigen Dateinamens. Martin, Vielen Dank für den Hinweis! Jedenfalls steht da auch einiges über Dobsons, u.A. auch, daß ein Anfänger beim ersten Mal und bei bis zu 400-facher Vergrößerung in der Lage ist, das Teleskop von Hand nachzuführen. Das hätte ich nicht für möglich gehalten, was für mich ursprünglich auch einer der Gründe war, kein Dobson zu wollen (Planetenbeobachtung).

Nachteile dieser Entscheidung, die für mich jetzt aber nicht mehr so stark ins Gewicht fallen, sind:
  • Photographie: Ohne Nachführung wird das wohl schwierig; nur: es gibt ja notfalls Möglichkeiten, eine Nachführung nachzurüsten, und für eine Webcam mit ihren kurzen Verschlußzeiten wird ja wahrscheinlich auch keine so ganz perfekte Nachführung nötig sein.
  • Mein knapp 5-jähriger Neffe wird damit wahrscheinlich keine Planeten sehen können, denn ich glaube nicht, daß er selber nachführen kann, und wenn ich das über den Sucher mache, wird das vermutlich zu ungenau für hohe Vergrößerungen. O.K., den Nachteil akzeptiere ich. Er wird ja auch noch älter.

Ich werde jetzt zuerst versuchen, Nachts einmal ein Dobson-Teleskop in die Hand zu bekommen, und ausprobieren, wie ich damit zurechtkomme. Erstens möchte ich herausfinden, ob es mir gelingt, ein Objekt bei hohen Vergrößerungen überhaupt zu treffen, damit ich es im Okular sehen kann. Wenn ich nämlich erst mit kleiner Vergrößerung anfange, und dann das Okular wechsle und dazu lange brauche, dann ist das Objekt vielleicht inzwischen aus dem Gesichtsfeld gewandert. Und zweitens möchte ich natürlich gerne ausprobieren, ob das mit dem Nachführen klappt.

In der Volkssternwarte gibt's an 200mm-Teleskopen nur parallaktisch montierte Schmidt-Cassegrains, aber soweit ich gesehen habe keine Dobsons. Aber im "Treffpunkt"-Forum schreiben einige Münchner. Jetzt müßte nur das Wetter besser werden.


Okulare
Das Thema werde ich ein Bißchen nach hinten stellen, bis ich mir über das Teleskop im Klaren bin. Ich vermute nämlich, daß meine ursprünglich beabsichtigte Methode, pro Okular durch Verlängerung zwei Brennweiten zu bekommen und dafür weniger, aber teurere Okulare zu kaufen, mit einem Dobson besonders unpraktisch ist. Wenn ich nämlich beim Okularwechsel viel schrauben muß, dann dauert er länger, und dann läuft in der Zwischenzeit das Beobachtungsobjekt weiter aus dem Gesichtsfeld und wird schwieriger wiederzufinden.

Klar ist mir auf jeden Fall geworden, daß die beigelegten Plössel-Okulare qualitätsmäßig ungeeignet sind für ein gutes f/5-Teleskop, und daß oft die Brennweiten unpassend sind. So gesehen macht es wirklich Sinn, mit dem Händler zu verhandeln, das mitgelieferte Okular gegen ein anderes zu tauschen. Die längeren Brennweiten werde ich dann bei der Okularauswahl besser berücksichtigen.


Fotographie
Anfangen wollte ich ja ohnehin visuell; ich hatte schon immer vor, daß die Fotographie erst später kommt.

Den Hinweis von Antares bezüglich unterschiedlicher Auslegung von Foto- und visuellen Optiken habe ich jetzt verstanden. Martin, danke für den Link. Deep-Sky-Fotographie mit langen Belichtungszeiten hatte ich ohnehin nicht vor, jedenfalls ganz sicher nicht zum Anfangen, weil ich vor den damit verbundenen Schwierigkeiten zuviel Respekt habe. Von daher ist für mich eine maximale Feldausleuchtung beim Teleskop weniger wichtig. Den weiteren Unterschied im Link, daß das Foto eine kugelförmige Brennebene im Gegensatz zum Auge schlecht toleriert, kannte ich bisher nicht. Da ich noch bei keinem Teleskop die Form der Brennebene spezifiziert gesehen habe, werde ich das wohl ignorieren müssen.

Im Ergebnis läuft für mich tatsächlich alles auf ein visuell optimiertes Teleskop mit geringer Obstruktion hinaus. Die kleinere Feldausleuchtung sollte für spätere Webcam-Planetenfotos ohnehin nicht so sehr ins Gewicht fallen, und sollte ich dann wirklich noch mit Langzeit-Deep-Sky-Fotographie anfangen wollen, dann wird’s wahrscheinlich sowieso teuer, da wird dann ein zusätzliches Teleskop nicht der größte Posten sein.


Okularauszug
Ich stimme Sven zu, daß das Prinzip eines Auszuges für mich nicht so wichtig ist, wie seine Eigenschaften. Zumindest was das Durchrutschen betrifft, sollte ich das ja im Laden feststellen können, indem ich ein bestimmtes Gewicht einfach durch Druck mit der Hand simuliere. Guter Tip.

Was die Toleranzen der Fokuslage betrifft: die Spiegelzelle versetzen möchte ich lieber nicht. Es gibt aber auch Teleskope, bei denen der Händler Zusagen wie diese macht: "Sie werden mit jedem Gerät problemlos mit einer Spiegelreflex Kamera scharf stellen können. Jedes Gerät wird vor Versand auf die korrekte Fokuslage überprüft." (Orion Europa 200/1200)

Karten, Bücher, Orientierung
Vielen Dank für die zahlreichen Links. Cartes de ciel muß ich noch installieren. Die drehbare Sternkarte finde ich ebenfalls überzeugend. Die Telrad-Karten als Datei und die Deep Sky Liste habe ich mir bereits geholt, die Links waren richtig.


Zitat von Sven_Wienstein:
Du wirst theoretisch nicht wirksam weiterkommen, wenn Du nicht mit Praxiserfahrung aufstockst.
Weiß ich, deshalb möchte ich auch ein Dobson ausprobieren. Solange mir aber ausreichende Praxiserfahrung fehlt, kann ich die Theorie nicht auch noch ignorieren, weil ich sonst überhaupt keinen Anhaltspunkt habe. Ist aber vielleicht auch eine Berufskrankheit.


Clear Skies,

Bernd

 
Hallo Bernd,

ich muss wirklich sagen, ich bin beeindruckt wie gut du die Sache angehst. So wirst du ganz sicher lange viel Spass mit dem Hobby haben. In der Praxis wirst du auch merken, dass man einen Dobson auch bei 400 fach noch gut per Hand nachführen kann und auch ein Okularwechseln kein Problem darstellt. Vorausgesetzt er ist gut ausbalanciert und die Rockerbox bietet ausreichend Stabilität, aber auch da lässt sich alles ohne grossen Aufwand bewerkstelligen. Das Ausbalancieren wirst du nach dem Kauf eh selber machen müssen, da das meines Wissen kein Hersteller macht. Am einfachsten geht es mit Reinigungsmagneten für Aquarien. Optimal ist ein Gewicht an der spiegelseitigen Rückseite gegenüber des OAZ, aber da werden Spechtelkollegen dir dann sicher helfen. Nun wünsche ich dir fürs Erste viel SPass beim Kauf und dem First Light.
 
Hallo Bernd,

einen Dobson zunächst auszuprobieren und dann erst eine Entscheidung zu treffen ist eine sehr gute Idee.
Ob das nun ein ICS-Galaxy, GSO oder Syntha(Celstron/Skywacher) wird ist eigentlich zweitrangig, die Qualitäten sind vergleichbar und ausstattungsbereinigt auch die Preise.
Für die spärere Fotooption wäre eventuell F/5, Leichtbau mit Rohrschellen pp eine Variante, der günstigste visuelle Einstig gelingt halt über die drei Erstgenannten.

Übrigens wirst Du bemerken, dass ein Okularwechsel am Dobson nicht das große Problem darstellt, gerade dann nicht, wenn Du "dobsontypisch" auch bei den höheren Vergrößerungen auf weitwinklige Okulare setzt.
Das Beobachtungsfenster bei um 200fach reicht dann ohne Nachführung locker aus, um auch einem fünfjährigen Kind Mond und Planeten zu zeigen. Die häufiger erwähnten 400fach sind nur eine Zahl die einem gerne im Kopf rumgeht, am 8-Zöller aber kaum je sinnvoll einsetzbar aber 300fach ist eine durchaus häufig sinnvoll nutzbare Marke. 30-300fach ist schon eine Spanne für sehr viel Beobachtungsspass.
Wenn Du Dich auf ein Gerät festgelegt hast kann man zu den Okularen etwas näheres sagen, aber drei bis vier wohlüberlegte Brennweiten sollten für einen sehr guten StartTatsächlich locker ausreichen.

CS
*entfernt*
 
Hallo Bernd!

Wie Günther schon bemerkte, ist die Marke zweitrangig, glaubt man dem Test von "interstellarum" Heft 23 (S.61-67) "Viel Öffnung für wenig Geld".
Getestet wurden vier 8" Dobsons (1.Galaxy f/6, 2.Teleskopservice f/6, 3.Skywatcher f/5, 4.Helios f/5) die sich nicht wesentlich voneinander unterschieden. Die Strehlwerte (in obiger Reihenfolge) waren
1. 0,97 2. 0,97 3. 0,94 4. 0,95), wobei die beiden ersten, bessern Werte wohl aus dem langsameren f/6 resultieren. Den besten Wert bei lambda RMS erziehlte ebenso das Galaxy (1/37), welches auch den höchsten Kontastdurchmesser (149,4mm) aufwies. Die Gewichte der Tuben lagen zw. 11.2 und 8,5 kg, das Galaxy mit 9,4 kg dazwischen. Ich empfehle dir, beim Spiegel nicht zu sparen! Nimm einen aus Pyrex
( d u lebst nicht vom Taschengeld!)! Aber bei Martin Birkmaier bist du ja in guten Händen! Bleibt nur noch die Frage f/5 oder f/6. Wenn du bei dem Hobby bleibst und nach/neben dem fotografieren (wie ein PeterSurma) einmal ein größeres Gerät in Erwägung ziehen solltest, bist du froh um den f/5 (Lichtstärke, Gewicht) mit seinem Nagler-Okularsatz! Aber das ist Ermessensache und man kann sicher auch mit anderen Okularen leben. Auf dem Gebiet kenne ich mich wenig aus! Ich wünsche dir einen gelungenen Kauf mit guten, darauffolgenden Sternenhimmeln! Grüsse aus dem Allgäu! Helmut

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!
 
Hallo Bernd,

ich kann mich Helmut hier nur anschließen.
Da ich beide Varianten habe (8" f6 sowie 12" f5, beide Galaxy), muß ich aber sagen, daß zumindest ich den Unterschied zwischen f5 und f6 als nicht ganz so tragisch ansehe, wie es meist und fast von allen hier geschrieben wird.

Gut, ich habe relativ gute Okulare (Meade, Serie 4000, UWA und SWA, also 82 und 65 Grad). Lediglich das 40 mm SWA in 2" ist nicht so ganz das Wahre am f5, aber ich verwende es hauptsächlich zum Aufsuchen der Objekte und schwenke dann sofort auf das 32 mm SWA.

Zum Thema BK-7 und Pyrex:
Das sehe ich etwas anders als Helmut. Sagen wir es mal so:
Steht das Gerät im Winter im aufgeheizten Zimmer und ich habe wenig Zeit, dann mag der Pyrex-Spiegel aufgrund seiner kürzeren Auskühlzeit von Vorteil sein (1/2 bis 1 Stunde). Der BK-7 Spiegel wird wohl eineinhalb Stunden bis maximal 2 Stunden benötigen, ich kann es nicht sagen, da er bei mir in der Sternwarte steht und immer auf Außentemperatur ist.

Sind beide ausgekühlt und "optimal in Form", zeigen sie absolut das gleiche Bild. Ergo könnte ich mir für die Preisdifferenz noch ein zusätzliches, gutes Okular kaufen.

Thema Fotografie und f5 verso f6:
Das macht fotografisch ca. 1/2 Blende; so tragisch finde ich das nicht, bedenke ich, daß ich nun seit 16 Jahren mit f:10 am Schmitt-Cassegrain gearbeitet habe und auch da, trotz extrem langer Brennweite (3000mm) auch gute Ergebnisse erziehlt habe. - Aber das ist, wie vieles im Leben, eben Geschmackssache.

Augsburg ist von München aus ein Katzensprung. Schau Dir die Geräte dort an. Ins Auge würde ich vergleichsweise 2 Geräte fassen: Galaxy 8" f6 sowie den Galaxy 10" f5. Den 12er, den ich habe, würde ich nicht unbedingt in Erwägung ziehen, wenn Du ihn dort stehen siehst, weiß Du warum...
Das ist schon ein ordentlicher Brocken und fotografisch als "Hobbyastronom" kaum noch vernünftig parallaktisch montierbar. Ich liebe dieses Gerät zwar über alles und lobe es auch über den grünen Klee, aber eine Montierung für diesen Eimer? - Da bekommt man auch einen gebrauchten Kleinwagen für!, vor allem, wenn dann noch Leitrohr, Fadenkreuzokular, Sucher und Kamera hinzu kommen.

CS und liebe Grüße
Winfried
 
Hallo Sternfreunde, Bernd, Winfried!

Verrückt, gerade empfahl ich im Beobachterforum (und wieder einen Messier abgeschossen) Sternfreund Claus, sein Teleskop kühl zu lagern!
Ich zweifle nicht an der Bildqualität eines BK-7-Spiegels, bin aber natürlich von meiner Nutzungsweise eines Teleskops ausgegangen, was ich natürlich einem anderen nicht unterstellen darf. Gut dass du, Winfried, die Abkühlungszeit ansprichst! Mein Fernrohr lagert zwar normalerweise auch kühl und müßte daher nicht aus (precision annealed) Pyrex sein, aber es gibt für mich (als einer, der vorwiegend im Sommer und öfters auf (Auto-)Reisen beobachtet) immer wieder Situationen, wo ich gerne einen Sital- oder Zerodurspiegel hätte! So auch während meines (leider) vergangenen Italienurlaubs. Da ist meine gesamte Fernrohrausrüstung, wenn nicht aufgebaut, (zwangsweise) im Auto (ein FH 6" f/5 und 18" f/4.45 im VW-Bus). Selbst bei Schattenparkplatz und frühem Aufbau, habe ich an heißen Sommertagen (und angenehmen T-Shirt-Nächten) schon zu manchen Abendstunden meine blau-aufgeblähten Sternwunder erlebt! Aber, zugegeben, dass sind Ausnahmen und im Prinzip hast du, Winfried, Recht! Diesbezüglich mag Bernd selbst entscheiden. Auch f/5 mag bezüglich preiswerterer Okulare noch gehen! Also bleibt Bernd die Qual der Wahl, aber M.B. wird beratend zur Seite stehen!
Klare Himmel mit Grüssen aus dem Allgäu! Helmut

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht
 
Hi Zusammen,

normalerweise sollte man sich zuerst mal einen ordentlichen Aktivlüfter am Tubus wünschen, bevor man überhaupt über den Aufpreis "besserer" Spiegelmaterialien diskutieren kann. Solange auch nur ein paar Zehntelgrade Temperaturunterschied bestehen, fallen Deformationen des Spiegels durch ungleichmässige Auskühlung kaum ins Gewicht, denn das blubbernde Tubus-Seeing wird in der Hauptsache übel auffallen.

Wenn dann eine Tubusbelüftung da ist, ist die Frage, ob man eben nach 10 Minuten oder nach 30 Minuten praktisch ungestört beobachten kann. Ich glaube, dass sich beim 8-Zöller mit Lüfter die Frage nicht stellt, dafür einen erheblichen Preisunterschied hinzulegen, denn bei geschickter Aufbau-Reihenfolge hat man kaum noch Wartezeit zu überbrücken und natürlich ist in diesen "Warteminuten" das Bild bei geringen Vergrößerungen trotzdem einwandfrei - was an Fehlern da ist, fällt gar nicht auf.

Clear Skies
Sven
 
Hallo, Dennis, Günther, Helmut, Winfried und Sven,

Da ich Sonne, Mond und Sterne schon seit einigen Tagen nicht mehr gesehen habe, und der Wetterbericht auch keine Hoffnung auf schnelle Besserung macht, habe ich mich auf den Web-Seiten der beiden in Frage kommenden Händler Teleskop-Service und Intercon-Spacetec (ICS) nach Dobson-Teleskopen umgesehen. Es stimmt, daß ICS nicht weit von mir entfernt liegt (ca. 1 Stunde, 85km). Teleskopservice liegt noch näher: ca. 20 min. / 10km. So gesehen wohne ich ganz günstig.

Daß die Aussage von ICS bestätigt wird, ein Dobson-Teleskop sei auch bei starken Vergrößerungen einfach von Hand nachzuführen, freut mich; ebenso, daß die Zeit für den Okularwechsel unkritisch ist. So gesehen weiß ich jetzt alles, was ich für die Entscheidung pro Dobson brauche, und müßte gar nicht auf besseres Wetter warten.

Was die Spiegelfrage betrifft, so scheint mir für meine Anwendung das Material an sich eher nebensächlich, denn Winfried, Sven und Teleskop-Service sagen übereinstimmend, daß die Abbildungsqualität in ausgekühltem Zustand nicht vom Spiegelmaterial abhängt. Außerdem haben alle Teleskope, die ich gefunden habe und die mir geeignet erscheinen, einen Spiegellüfter. Sven und Teleskopservice stimmen auch darin überein, daß damit der Spiegel nach ca. 30min ausgekühlt sein sollte. Das dürfte für mich kein großes Problem sein, denn wenn ich zu Hause beobachte, stelle ich das Teleskop einfach schon früher nach draußen; wenn ich zu einem Beobachtungsplatz fahre, brauche ich das Auto ja nicht so stark zu heizen, und wenn dann Aufbauen und Objekt suchen noch 20min dauert, dann wird die Wartezeit für den Spiegel auch nicht mehr so stark ins Gewicht fallen.

Es gibt einen Fall, in dem ich mir vielleicht doch die Anschaffung eines Suprax-Spiegels vorstellen könnte, nämlich dann, wenn bei diesem Spiegel gute optische Eigenschaften garantiert werden, und bei der BK-7-Version nicht, so wie z.B. hier (soll keine Vorentscheidung für dieses Teleskop sein). Dann wäre der Entscheidungsgrund aber nicht das Spiegelmaterial. Wobei soetwas natürlich ein Ratespiel ist, denn man weiß nicht, wie gut der BK-7-Spiegel ist und ob man den Unterschied überhaupt sehen kann.

Zur Diskussion um das Öffnungverhältnis habe ich mir auch Gedanken gemacht: Gleiche Öffnung 200mm und gleiche Vergrößerung vorausgesetzt, dürfte ein "lichtstärkerer" f/5 eigentlich nicht mehr Licht in mein Auge liefern, als ein "lichtschwächerer" f/6, denn beide sammeln aufgrund der gleichen Öffnung etwa gleich viel Licht (Obstruktion vernachlässigt) und konzentrieren es in der gleichen Austrittspupille. Wenn ich fotographieren will und dabei auf denselben Abbildungsmaßstab kommen will (mit passender Barlow-Linse), dürfte ich eigentlich auch keinen Unterschied in der Lichtstärke bemerken. Vergleiche mit unterschiedlichen Abbildungsmaßstäben wären ja unfair. Die für mich relevanten Unterschiede sehe ich eher in folgenden Punkten:
  • f/6 ist größer und etwas schwerer als f/5. Im Hinblick auf eine spätere Montierung: da ich ohnehin eine EQ6 bräuchte, die anscheinend beide tragen könnte, wäre dieser Unterschied nicht so sehr entscheidend.
  • f/6 braucht keine so große Obstruktion, könnte also bei gleicher Vergrößerung minimal lichtstärker und vorallem kontrastreicher sein als f/5, natürlich unter Voraussetzung idealer Optik. Das müßte dem Beobachten von Planeten entgegenkommen.
  • f/5 erfordert unter Umständen teurere Okulare; Den Hinweis, daß ich damit (hoffentlich) einen Okularsatz bekomme, der auch für größere Teleskope gut ist, ist zwar richtig, aber ich würde das nicht als einen Punkt sehen, der für ein f/5-Teleskop spricht. Mich hindert ja niemand daran, auch für ein f/6-Teleskop Okulare zu kaufen, die bei f/5 oder f/4 auch noch gut sind.
    Die Empfehlung, gleich einen Satz Nagler-Okulare zu kaufen, muß ich mir noch gut überlegen, denn bei Stückpreisen zwischen 320 und 700 EUR würde ich für das Geld zwei EQ6-Montierungen bekommen. Wenn ich mir Sven's Erfahrungsbericht anschaue, müßte ich doch zumindest für die kurzen Brennweiten unter 13mm auch gut mit Hyperion-Okularen zurechtkommen, selbst im Hinblick auf ein mögliches späteres f/4-Teleskop. Nur für lange Brennweiten weiß ich noch nicht so recht...
  • Bei gleichem Okularauszug und passend dimensioniertem Fangspiegel müßte f/5 ein größeres Gesichtsfeld haben als f/6. Für wieviele Deep-Sky-Objekte das einen Unterschied macht, kann ich nicht beurteilen, aber ich gehe davon aus, daß die betroffenen Objekte lichtschwach und ausgedehnt sein müßten, und ob man die in der Umgebung von München überhaupt sehen könnte...?
Alles in Allem scheint für mich f/6 eher etwas günstiger zu sein als f/5, auch wenn's wohl nicht viel ausmacht.

Ich sehe die Entscheidung zwischen folgenden Geräten:

GSO Dobson GSD 200c - Öffnung 200mm - Brennweite 1200mm (eher weniger)
GSO Dobson GSD 200BCR - Öffnung 200mm - Brennweite 1200mm
Galaxy D8-K-MC

Falls die Händler mit sich reden lassen, daß man zum Differenzpreis auch andere Okulare bekommt (nur welche?), müßte man die Okularpreise herausrechnen, und dann nehmen sich GSD200BCR und D8-K-MC nicht viel.


Vielen Dank für die vielen Tips und Hinweise.

Clear Skies,

Bernd
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben