Einsteiger und Student

MSE-Student25

Neues Mitglied
Hallo Zusammen,

Ich heiße Musti und bin 27, habe vor kurzem begonnen zu Studieren, in Leoben Österreich.
An der Uni wurde auch eine Astronomie Gruppe gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nie durch ein Teleskop durchgesehen, aber jetzt würde ich es gerne jede Nacht oder jede Woche machen. Ich würde auch gerne mit einem Hobby Starten und dachte mir warum nicht mit Astrofotografie, zumal ich nicht jede Nacht bei kaltem Wetter frieren muss.
Als Student habe ich nicht ein all zu großes Budget aber um die 600 € könnte ich mir leisten und wäre auch bereit dazu.

Mein Problem wiederum lautet, ich habe keinen Plan, wo ich starten sollte, also mit meinem Iphone15Pro sehen mir die Bilder nicht wirklich berauschend aus, eine "echte" Kamera habe ich nie besessen, heißt ich bin auch nicht Marken gebunden (verblendet).

Kurz noch zu mir, ich bin 3d-Druckaffin (Maschinenbauingenieur) und besitze natürlich auch eines.

Könnte ihr mir Tipps geben, wie und womit ich starten sollte und vorallem was ich mir erwarten kann?
Kann ich mit solch einem Budget, Mond, Mars, Jupiter/ Sternencluster/ Sonne/ Nebel Fotografieren?

Vielen dank und Glück auf!
 
Hallo Musti,

erst mal willkommen hier und in einem tollen Hobby ;-)

Für Dein Budget ist nach meiner Einschätzung ein Einstieg in die visuelle Beobachtung möglich. Bei einem Dobson bekommst Da da maximale Öffnung für Dein Geld. Mit einem Adapter gehen da auch Fotos von Sonne, Mond, Venus, Jupiter & Saturn ... aber kein Deep Sky, also Nebel und Galaxien.

Oder

Du schaust Dich nach einem Smartteleskop a la ZWO Seestar oder Dwarf um. Damit gehen dann Aufnahmen von Deep Sky, Sonne und Mond. Planeten - na ja. Steuerung und Betrachten geht da übers iPhone.

Grüße, Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Musti,

willkommen im Forum und viel Spaß hier.

Gleich vorweg und nicht böse gemeint, Astrofotografie und ein Budget um die 600 € wird sehr eng.

Aus Deiner kurzen Beschreibung entnehme ich, dass Du noch vollkommen unbedarft bist, was die beobachtende Astronomie angeht.
Egal ob jetzt mit den eigenen Augen oder mit einer Kamera.

Astronomie Gruppe ist schon mal gut.
Deckt schon mal einen kleinen Teil der üblichen Anfangsempfehlungen ab.
- Kontakt zu gleich gesinnten in der näheren Umgebung
- aufsuchen eine Volkssternwarte, nicht Planetarium
- Sternen- /Astrotreffen besuchen
- Foren
Sind denn in Deiner Gruppe schon erfahrenere Mitstreiter ?

Mit der Astrofotografie einzusteigen ist sehr ambitioniert.
Mit einem Smartphone sind mit Übung Schnappschüsse möglich und mit Erfahrung geht da auch mehr.
Es gibt verschiedene Ansätze in die Astrofotografie einzusteigen.
- Langzeitbelichtung
- EAA
- Smart Scope

Vom Budget her passen da die Smart Scopes.
Die liegen ab ca. 500,- € aufwärts.
Das sin fix und fertig System die alles automatisch machen. Einschalten, mit einem mobilen Endgerät verbinden und es geht los.
Hier im Forum gibt es einige sie so angefangen haben und mittlerweile ein eigenes System zusammen gestellt haben.
Ich kann da weiter nicht viel zu sagen, da ich keines habe.

Zu EAA, das liegt, auch mit einem kleinen Setup, gut über Deinem Budget.
Ich betreibe selbst EAA.
Du brauchst eine GoTo Montierung. Für EAA braucht es nicht zwingend eine EQ-Montierung. Eine Alt/AZ geht auch. So eine besitze ich.
Dann ein Teleskop. Da kommt es jetzt auf Deine Vorlieben an, die Du ablichten möchtest. Günstig wäre da ein Newton.
Dann eine passende Kamera dazu.
Einen irgendwie gearteten Computer. Notebook, Mini-PC, RPi o.ä.
Software.
Da Du, Deine Angabe, nicht im kalten Draußen sein willst muss eine Remote Anbindung realisiert werden. Weiterer Computer etc.

Langzeitbelichtung, auch über Deinem Budget.
EQ-Monteirung zwingend
Guiding, Guide-Scope plus Kamera
Teleskop
weitere Kamera
Computer, Software und natürlich die Nachbearbeitung der Bilder, EBV.

Alternativ, so haben viele angefangen, Objektiv, Kamera und kleine Montierung. Das könnte mit 600,- € hin kommen.
Da sind andere aber berufener etwas dazu zu sagen.

Grundsätzlich,
schaffe Dir Basiswissen/Grundlagen an.
- was für Teleskope gibt es
- welche Montierungen
etc. usw.

Aus meiner Sicht wäre es ratsam rein visuell anzufangen.
Das würde besser zum Budget passen, aber auch eng. Da bietet sich, nicht nur hier, der Gebrauchtmarkt an.
Beherzige die üblichen Anfangsempfehlungen und das Zulegen des Basiswissen, bevor die Euros über die Ladentheke gehen.

Das war es erst mal mit dem groben rundum Schlag ;).

Gruß
Mathias
 
Hallo Musti,

ich empfehel Dir herauszufinden, wo es in Deiner Umgebung eine öffentlich zugängliche Sternwarte gibt oder eine wie auch immer organisierte Gruppe von Hobbyastronomen. Nimm dahin Kontakt auf, schaue selbst durch deren Teleskope und gewinne einen eigenen, PRAKTISCHEN Eindruck vom Thema. Theoretisch ist Astrofotografie gar nicht schwierig, praktisch ist sie wegen der vielen und manchmal fies subtilen Fehlerquellen in Optik, Mechanik, Elektronik und Software ziemlich anspruchsvoll und hat auch ein erhebliches Frustpotential. Da muss man viel lernen, viel Geduld haben, meistens auch viel Geld ausgeben. Doch man kann es in den Griff bekommen, und wenn man Erfahrung hat dann macht es auch Spaß.

Grundsätzlich sollte man mMn den Himmel erst einmal kennenlernen (Sternbilder, Orientierung) und ein einfaches Teleskop bedienen können, bevor es tiefer rein geht. Du kannst auch - wenn Dir die Fotografie sowieso liegt - mit einer "normalen" Kamera, Stativ und Intervalltimer anfangen, einfache Himmelsaufnahmen zu machen. Als Schritt danach dann einen einfachen Tracker (eine "Nachführung") ergänzen, sowas sollte günstig gebraucht aufzutreiben sein. Mit Tracker und einem mittleren Tele kann man schon ganz nette Sachen machen.

Für die 600 Euro bekommst Du auch ein SmartScope wie das S50, aber mMn ist das ungefähr so reizvoll wie bei allem, wo man nur auf den Knopf drückt und selbst nichts zum Entstehen des Ergebnisses beiträgt. Es ist cool, wenn man zugucken kann, wie sich das Bild nach und nach besser aufbaut, aber solche Bilder findest Du schon zillionenfach im Netz. Der anfängliche Aha-Effekt ist kaum damit verbunden, dass Du was lernst. Aber es stimmt auch, dass dies die einfachste Form der Astrofotografie ist, man muss praktisch nix wissen. Bevor Du hier investierst, würde ich auch erst mal jemanden finden, der sowas hat und wo Du mal zugucken kannst.

Alle Smartscope Besitzer in meinem Umfeld betreiben auch "ernsthaftere" Astrofotografie, früher oder später ist man mit den Einschränkungen der kurzen Brennweite und der kleinen Öffnung nicht mehr zufrieden.

Vor jeder Investition würde ich also erst mal den Praxiskontakt empfehlen. Das wird Dir sofort eine völlig andere Perspektive eröffnen. Finde heraus was Du wirklich willst. Und ob es bei Deiner Opferbereitschaft realistisch ist. Übrigens ist selbst visuell gucken auch eine spannende Geschichte.

LG Tom
 
Vielen dank,

ganz ehrlich, dachte nicht so schnell Nachrichten zu bekommen. Ich kenne mich leider halt auch mit den ganzen Bezeichnungen nicht aus, alles sozusagen (wie es Merkel sagen würde) "Neuland". In unsere Gruppe haben wir einige Geräte (Celestron EdgeHD 14" 356/3910"/"Skywatcher EQ8-R GoTo"/"Touptek 678 color/ Touptek 2600 mono), mögen Toll sein, aber mir geht es darum einmal anzufangen und mich zu steigern und finden.
Natürlich habe ich auch schon die allzeit Intelligente KI dazu befragt.

Ich habe einige der Begriffe hier mittlerweile schon gegooglet und mich hineingelesen.
Dachte ich könnte mal mir eine Gebrauchte Kamera besorgen und 1 oder 2 Objetive oder ein Teleskop und mal klein starten. ( Nikon oder Canon oder Sony zum Beispiel)

Vielen dank und Glück auf!
Musti
 
Hallo Musti,

Also das schöne an der Zeit an der Uni damals war doch, dass man sehr leicht Anschluss an kleine Gruppen findet, oder selbst eine gründet,
je nach Interessen, wo man auch Freizeit teilweise miteinander verbringt.
Ihr seits doch an einer technischen Uni in Leoben, warum kein privates Freizeitprojekt unter astronomisch/astrophysikalisch Interessierten,
zuminest eine Teil der Ausrüstung selbst bauen und/oder günstig organisieren.
Einlesen in die Hintergründe, und schon das organisieren von günstigem Material kann als Student ein spannendes Projekt sein,
und oft rennt man da offene Türen ein, und in der Gruppe wo jeder irgendwelche Connections und irgendwelche Fähigkeiten hat ist das viel einfacher.

Je nach Enthusiasmus der Gruppe das Projekt skalieren.
Gibt heutzutage online Tools, Doks und Lernvideos für so gut wie alles.
Da lernst du mehr als wenn du nur zu den Pflichvorlesungen gehst, nebenbei Freundschaften für's Leben aufbauen.

Von Budget reden und vielleicht einen Automaten kaufen, das kannst du machen wenn du Job/Haus/Kind/Hund,... hast und maximal am Wochenende 1,2 Stunden auf der Terasse Zeit hast.


Clear skies,
Martin
 
Hallo Musti,

visuell kannst du bei dem Budget Planeten & Deepsky Objekte erkunden aber fotografisch wird das beides gleichzeitig mit nur einem Teleskop schwierig.

Was ist dir da nun wichtiger ?
Planeten / Mond oder eher Nebel & Galaxien ?

Gruß,
Holger
hallo Holger,

ich hätte echt gehofft auf beides aber falls nicht dann eher Nebel und Galaxien, zumindest vor Planeten.

LG Musti
 
Hallo Musti,

Also das schöne an der Zeit an der Uni damals war doch, dass man sehr leicht Anschluss an kleine Gruppen findet, oder selbst eine gründet,
je nach Interessen, wo man auch Freizeit teilweise miteinander verbringt.
Ihr seits doch an einer technischen Uni in Leoben, warum kein privates Freizeitprojekt unter astronomisch/astrophysikalisch Interessierten,
zuminest eine Teil der Ausrüstung selbst bauen und/oder günstig organisieren.
Einlesen in die Hintergründe, und schon das organisieren von günstigem Material kann als Student ein spannendes Projekt sein,
und oft rennt man da offene Türen ein, und in der Gruppe wo jeder irgendwelche Connektions und irgendwelche Fähigkeiten hat ist das viel einfacher.

Je nach Enthusiasmus der Gruppe das Projekt skalieren.
Gibt heutzutage online Tools, Doks und Lernvideos für so gut wie alles.
Da lernst du mehr als wenn du nur zu den Pflichvorlesungen gehst, nebenbei Freundschaften für's Leben aufbauen.

Von Budget reden und vielleicht einen Automaten kaufen, das kannst du machen wenn du Job/Haus/Kind/Hund,... hast und maximal am Wochenende 1,2 Stunden auf der Terasse Zeit hast.


Clear skies,
Hi Martin,

damit hast du schon Recht, doch viele meiner Kommilitonen sind eher an Freizeit Aktivitäten, wie das Tägliche zu "tote" saufen beschäftigt und haben weniger interessiere an Technik Wissenschaft oder solcher Hobbies, einige würden bei einem Studentischen Raketenteam mitmachen aber nur wenige würden dem auch wirklich Zeit investieren. In diesen Standpunkten geht meine Uni einfach unter, dazu kommt leider noch ein wie ich es sagen würde ein Österreichisches Grundproblem zustande, solche Gruppen und Vereine Trifft man leider nur in Größeren Städten und davon haben wir nun mal nur 3.
Ein Astronomisches Interesse besteht quasi kaum, Astrophysikalisch schon eher, aber wie gesagt Selten bis gar keines, zumal, die Uni dafür bekannt ist für ihre Nähe zu Arbeitgebern, die meisten Studenten hier, sind nur für die Verbindungen zu einzelnen Personen oder den Unternehmen, sie würden vermutlich auch direkt nach dem Bachelor anfangen zu arbeiten, wäre der Master dann nicht "so" leicht nach zu machen! Deshalb verlassen vermutlich auch einige Österreicher ihre Heimischen Standort, oder verreisen viel, um Ihre Persönlichen Vorlieben ausleben zu können, mMn.

LG Musti
 
Hallo Musti,

wenn es bei euch ein C14 EdgeHD gibt und eine EQ8, dann kann ich nur sagen: Klasse! Versucht doch mal mit dem Teil visuell zu beobachten, das ist ein wuchtiges Gerät und man kann damit eine Menge sehen.

Ich habe bis 1989 an der Uni der Bundeswehr in München Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Durch einen netten Kontakt zu einem Professor bekam ich Zugang zu einer kleinen Sternwarte am Rand des Campus. Da drin gabs ein Celestron C14 und ich habe damit trotz des aufgehellten Himmels manche schöne Beobachtung machen können.

Inzwischen benutze ich ein Celestron C8 EdgeHD, einen deutlich kleineren Bruder dieser fetten Optik. Und zwar sowohl visuell als auch fotografisch. Mit dem Fotografieren habe ich vor etwa 7 Jahren angefangen, erst über den Weg Spiegelreflex mit Objektiven, dann ein Startracker dazu, dann das C8 zunächst mit einer CMOS Planetenkamera, später am C8 mit der Spiegelreflex, einem Autoguiding-System und sehr bald mit einer stabileren Montierung. Dazu jede Menge notwendiges Zubehör und Dutzende Stunden lernen der Bildbearbeitung.

Dass das Ganze nicht für 600 Euro zu haben war, kannst Du Dir denken. Auch mit einer 0 dran kam das noch nicht hin. Doch entscheidend war für mich, dass ich das alles in überschaubaren Schritten gemacht habe. Erst mal sehen, was mit dem aktuell vorhandenen Equipment geht. Dann erfährst Du, wo die Grenzen davon liegen. Die Grenzen zu überwinden bedeutet dann einen finanziellen Aufwand und einen Aufwand an persönlichem Einsatz. Das kannst Du abschätzen und entscheiden, wie weit Du gehen willst. Da stellt sich dann z.B. die Frage, ob man x Euro für eine stabilere Montierung investieren will, damit man kleine Galaxien fotografieren kann oder ob man es halt bei weniger anspruchsvollen Zielen belässt. Oder ob man statt der Spiegelreflex eine "richtige" Astrokamera sich anschafft, die dann auch mächtig viel Strom zieht, was mit Steckdose daneben kein Problem ist, auf dem Acker aber schon wieder Kosten für eine potente Stromversorgung verursacht. Und es wird immer mehr Gerödel, je anspruchsvoller die selbst gestellten Aufgaben werden.

Ich finde die Mond- und Planetenfotografie interessant, denn da bekommst Du für relativ wenig Aufwand spannende und ansehnliche Ergebnisse. Die Montierung muss nicht sooo bombenstabil sein wie für "Galaxien mit 2m Brennweite", für 200 Euro bekommst Du eine klasse Kamera und die Software für die Bildaufnahme und -verarbeitung ist kostenlos und nicht allzu kompliziert. Bevor ich mich mit dem C8 an Deep Sky Objekte rangemacht habe, habe ich es zunächst für Mond und Planeten benutzt. Und das macht mir auch heute noch viel Spaß, gerade in den letzten Wochen mit Jupiter. Der bietet ein zeitlich veränderliches Aussehen, faszinierend! Ihr könntet mal eine Kamera an euer C14 hängen und Mond oder Jupiter versuchen, die Optik wäre mein Traum. Werde ich mir aber nicht anschaffen, weil zu schwer für mobilen Einsatz.

LG Tom
 
Hallo Musti,

wenn es bei euch ein C14 EdgeHD gibt und eine EQ8, dann kann ich nur sagen: Klasse! Versucht doch mal mit dem Teil visuell zu beobachten, das ist ein wuchtiges Gerät und man kann damit eine Menge sehen.

Ich habe bis 1989 an der Uni der Bundeswehr in München Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Durch einen netten Kontakt zu einem Professor bekam ich Zugang zu einer kleinen Sternwarte am Rand des Campus. Da drin gabs ein Celestron C14 und ich habe damit trotz des aufgehellten Himmels manche schöne Beobachtung machen können.

Inzwischen benutze ich ein Celestron C8 EdgeHD, einen deutlich kleineren Bruder dieser fetten Optik. Und zwar sowohl visuell als auch fotografisch. Mit dem Fotografieren habe ich vor etwa 7 Jahren angefangen, erst über den Weg Spiegelreflex mit Objektiven, dann ein Startracker dazu, dann das C8 zunächst mit einer CMOS Planetenkamera, später am C8 mit der Spiegelreflex, einem Autoguiding-System und sehr bald mit einer stabileren Montierung. Dazu jede Menge notwendiges Zubehör und Dutzende Stunden lernen der Bildbearbeitung.

Dass das Ganze nicht für 600 Euro zu haben war, kannst Du Dir denken. Auch mit einer 0 dran kam das noch nicht hin. Doch entscheidend war für mich, dass ich das alles in überschaubaren Schritten gemacht habe. Erst mal sehen, was mit dem aktuell vorhandenen Equipment geht. Dann erfährst Du, wo die Grenzen davon liegen. Die Grenzen zu überwinden bedeutet dann einen finanziellen Aufwand und einen Aufwand an persönlichem Einsatz. Das kannst Du abschätzen und entscheiden, wie weit Du gehen willst. Da stellt sich dann z.B. die Frage, ob man x Euro für eine stabilere Montierung investieren will, damit man kleine Galaxien fotografieren kann oder ob man es halt bei weniger anspruchsvollen Zielen belässt. Oder ob man statt der Spiegelreflex eine "richtige" Astrokamera sich anschafft, die dann auch mächtig viel Strom zieht, was mit Steckdose daneben kein Problem ist, auf dem Acker aber schon wieder Kosten für eine potente Stromversorgung verursacht. Und es wird immer mehr Gerödel, je anspruchsvoller die selbst gestellten Aufgaben werden.

Ich finde die Mond- und Planetenfotografie interessant, denn da bekommst Du für relativ wenig Aufwand spannende und ansehnliche Ergebnisse. Die Montierung muss nicht sooo bombenstabil sein wie für "Galaxien mit 2m Brennweite", für 200 Euro bekommst Du eine klasse Kamera und die Software für die Bildaufnahme und -verarbeitung ist kostenlos und nicht allzu kompliziert. Bevor ich mich mit dem C8 an Deep Sky Objekte rangemacht habe, habe ich es zunächst für Mond und Planeten benutzt. Und das macht mir auch heute noch viel Spaß, gerade in den letzten Wochen mit Jupiter. Der bietet ein zeitlich veränderliches Aussehen, faszinierend! Ihr könntet mal eine Kamera an euer C14 hängen und Mond oder Jupiter versuchen, die Optik wäre mein Traum. Werde ich mir aber nicht anschaffen, weil zu schwer für mobilen Einsatz.

LG Tom
Hallo Tom,

ja mein erstes Wunsch Studium wäre auch Raumfahrttechnik gewesen oder zumindest ME an der TUM.
Ich hatte schon mehrere Möglichkeiten mit dem Teleskop, aber die Uni beschränkt den Zugang zu den Gebäuden (heißt bis 23:30).
Ich kann mir auch vorstellen das dieses Hobby viel kostet, gar keine Frage, aber wie gesagt ich möchte hineinwachsen, wie du es ja auch getan hast. Klein und bescheiden anfangen.
Hättest du den Tipps welche Kamera Systeme für 200€ empfehlenswert wären?
PS: cooler Name!
LG Musti
 
Hi Martin,

damit hast du schon Recht, doch viele meiner Kommilitonen sind eher an Freizeit Aktivitäten, wie das Tägliche zu "tote" saufen beschäftigt und haben weniger interessiere an Technik Wissenschaft oder solcher Hobbies, einige würden bei einem Studentischen Raketenteam mitmachen aber nur wenige würden dem auch wirklich Zeit investieren. In diesen Standpunkten geht meine Uni einfach unter, dazu kommt leider noch ein wie ich es sagen würde ein Österreichisches Grundproblem zustande, solche Gruppen und Vereine Trifft man leider nur in Größeren Städten und davon haben wir nun mal nur 3.

An der Uni Leoben treiben sich über 3000 Leute rum, die Nerds gibts dort 100%, du hast nur noch zuwenig Kontakte, auch klar wenn du grad erst angefangen hast dort.
Um dieses C14 würd ich mich herumtreiben, und langsam zum lokalen Semi-Experten dort werden, und nebenbei über alle möglichen Kanäle, nicht nur die direkten Komilitonen in deinem Semester in den Lehrveranstaltungen, die Nerds unter Stundenten, Tutoren, Assistenten, Professoren,..... ausfindig machen.
Es ist wie auf jeder Uni, die 100% Partygeher sind auch nur eine Gruppe.
Außerdem, hin und wieder ein Studentenfest, auch da gibts neue Kontakte zu knüpfen, man muss es ja nicht übertreiben.
Es gibt nichts besseres als eine Uni um sich seinen Freundeskreis aktiv zu gestalten, das wird später viel schwieriger.
 
Hallo Musti,

eine Planetenkamera wählst Du nach Pixelgröße aus. Die muss zum Auflösungsvermögen des Teleskops passen. Hilfreich ist da folgende Seite:


Eine Faustregel lautet: Öffnungsverhältnis / 5 = Pixelgröße in Mikrometer. Das Öffnungsverhältnis ist Brennweite geteilt durch Öffnung, für die Celestron Schmidt Cassegrains in den meisten Fällen (und genau genug hierfür) der Wert 10.

Günstig wäre dann eine Kamera mit 2 my "großen" Pixeln. Ich habe eine QHY 5III 462C benutzt, mit 2,9my Pixel. Also etwas größer als nach der Faustregel. Daher habe ich öfeter mal mit einer Brennweitenverlängerung aufgenommen, nennt sich Barlow-Linse. Im Ergebnis meistens nicht besser als ohne die Barlow. Nachteil der Barlow ist der Lichtverlust durch die größere Brennweite. Das erfordert längere Belichtungszeiten. Am besten sollten die bei max. 10ms liegen, aber das findest Du dann schon noch heraus.

Den gleichen Chip IMX 462 benutzt übrigens das Seestar S50. Er ist inzwischen veraltet, also sind die oben genannte blaue QHY Kamera oder die ZWO ASI 462MC inzwischen eher gebraucht zu kriegen. Für so eine Kamera wäre ich nicht bereit, mehr als 200 Euro zu bezahlen.

LG Tom
 
Hallo Musti,

für Dein Budget ist ein "smartes" Scope" eine Möglichkeit. Wenn Dich Nebel und Galaxien mehr als Planeten interessieren, kannst Du auch über einen Tracker nachdenken, gebraucht unter 200€. Dazu eine modifizierte DSLR unter 200€ und ein, zwei Objektive als Festbrennweiten. Stativ, Auslöser und Batterien nicht vergessen :) Diesen Weg beschreitend solltest Du gut einnorden lernen, bist aber sehr flexibel zwischen beispielsweise 16 mm und etwa 150, vielleicht 200 mm Brennweite und kannst schon relativ lang nachführen und belichten. Bei der anschliessenden Bildbearbeitung können Dir die Profis im Forum bestimmt auch behilflich sein. Soll aber lediglich als Idee gelten...

Viele Grüsse, viel Erfolg

Markus



Nachtrag: Anbei ein Foto aus meiner Anfangszeit mit ähnlichem Budget (LINK zu Astronomie.de, der Link zu Astrobin funktioniert seit damaligem Provider-Crash nicht mehr))
 
Hi Musti,

für mich klingt Deine Gesamtsituation prädestiniert nach einem Smart Teleskop. Seestar S30, S30pro oder S50 sowie Dwarf3 passen fast alle in Dein Budget. Du bist mit wenig Vorkenntnis ausgestattet und hättest ein mobiles Gerät zum reinschnuppern. Damit kannst Du wunderbar herausfinden, was Du eigentlich möchtest. Visuelle Beobachtung und Astrofotografie sowie differenzierte Präferenzen erfordern spezifische Ausrichtung in dedizierte Ausrüstung. Wenn zudem professionelles Equipment im Sinne von Teleskopen und studentischen Interessensgruppen im Hintergrund sind, halte ich das für den optimalen Start. Verschaffe Dir im universitären Netzwerk erst einmal ein Überblick wo Deine Begeisterung Dich mit etwas mehr Kenntnis und Weitblick hinbringt. Und schaue Dir unbedingt mal diese Smarten Teleskope an, für mich in Deiner Situation der optimale, niedrigschwellige Einstieg der zudem als All-in-one Lösung in Dein Budget passt. Wenn Dir dann tatsächlich der Reiz in Richtung rein visuelles Beobachten geht, rennt der Dobson nicht weg, und für Astrofotografie gibt es heutzutage auch spezialisierte Setups.

Viel Spaß beim Entdecken und klare Nächte
Thomas
 
Hallo!

Die anderen haben eh schon viel geschrieben.
Lies dir noch das durch, da stehen auch gute Tipps fürs erste Teleskop: Astronomiekurse - Mein erstes (visuelles) Teleskop

Außerdem kann ich dir anbieten, dass du mich am Sternwartenhof (den ich gerade aufbaue) besuchst.
4462 Reichraming, Oberösterreich

Dann kannst du verschiedene Teleskope bei mir ausprobieren und dir vor dem Kauf auch gerne eines ausborgen um zu testen, ob das für dich passt.


Grüße,
schreib mir einfach hier oder an meine Kontaktdaten auf meiner Internetseite www.astronom.at oder www.sternwartenhof.at
Mario
 
Hallo Musti,

ich hätte echt gehofft auf beides aber falls nicht dann eher Nebel und Galaxien, zumindest vor Planeten.
Dann würde ich eher klein einsteigen mit wenig Brennweite. Klar geht dann auch ein Smart Teleskop, aber das würde mich nicht reizen.
Ich will selbst Hand anlegen. Die Objekte aufsuchen, die passende Brennweite wählen usw...

Bei knappen Budget wäre ein Einstieg mit gebrauchten Objektiven denkbar.
Ich verwende alte M42 Objektive mit einer kleinen Astrokamera. Meist mit Asi462mm aber inzwischen habe ich auch die Asi662mc, die ist zur Zeit sehr günstig zu bekommen.
Klar ist da der Sensor klein aber ich habe dann halt die Objektive passend dazu ausgesucht. 55mm / 135mm / 200mm reichen für sehr viele Objekte aus.
In der Freeware Stellarium kann man sein Equipment eingeben und dann in der Sensoransicht zu jedem Objekt ein passendes Setup auswählen.

Neben Kamera und Objektive brauchst du noch eine Montierung & Nachführung. Ich habe da für meine alte EQ2 Montierung eine eigene gebastelt.
Hier mein Thread dazu: DeepSky mit M42 Objektiven

Da siehst du auch sehr gut die Eintwicklung, den Fortschritt, den ich mit der Zeit gemacht habe. Gezielte Neuanschaffungen nachdem ich reichlich Erfahrungen gesammelt hatte. Es ist halt ein langer Prozess ...

Die Objektive haben natürlich ihre Schwächen und ein kleiner Apo würde eine deutlich bessere Abbildung liefern, kostet allerdings auch mehr. ;)

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Nochmal,

Danke an alle ich habe mich echt schon einiges Reingelesen, ich werde aber mal zusehen das ich jetzt erst einmal Beobachtungen an der Uni weiterführe und dazu noch Privat eine DLSR kaufe und mich einmal versuche. Dazu natürlich ein Stativ und 1/2 Linsen, mal schauen wie ich das mit dem Tracking machen werde, ob ich da nicht ein DIY mache oder mir dann doch einen Kaufe.

Vielen Dank und Glück Auf
Musti
 
Hallo,
hier zu früher Stunde einige Gedanken zu diesem Thema: man darf ja schon, glaube ich, gar nicht mehr schreiben, daß m.W. Anfang der 60iger Jahre mit einem Bino 7x50/Stativ angefangen hat. Alles im Selbstunterricht beigebracht. Der Dierke-Atlas und später der große Bertelsmann mit seinen schönen Karten waren die Grundbegriffe für den Selbstunterricht. Das Sternbüchlein "Welcher Stern ist das", gekauft 1963 habe ich heute noch. Wie haben sich die Zeiten doch gewandelt.
Manch einer mag denken, was kaufe ich für mein Geld, und will gleich mit Astrophotographie anfangen.... ein C 8 aus den 80iger Jahren erfreut mich seit Sept. 2023. Habe natürlich nach dem 7x50 "aufgestockt", ein 20x70 BINO war ein schönes Glas von Neckermann, damals für 169,-- DM. Brachte es bis zu einem Bino 25x100, kostete damals gebraucht, 1790,-- Neupreis war 3000,--, und das erwähnte C 8 war neu nicht unter 5.ooo,-- zu haben.
Dann er "Umschwung", Mitte der 60iger Jahre kam der C 8 auf den Markt, interessant die Geschichte zu diesem Gerät. Öffnungsmäßig setzte der "Herr Dobson" einen drauf, Öffnung war gefragt, er hat etwas gewagt, was keiner für möglich gehalten hatte, und was mich heutzutage noch erfreuen würde, ATT in Essen, 20" Gitterrohrdobson, für 7.990,-- EUR, hätte ihn am liebsten gleich mitgenommen, so etwas an Leichtigkeit fürs bewegen, auch GOTO dabei, aber man ist ja kein Krösus...

Wünsche noch einen schönen zweiten Ostertag.

Gruß Günther
 
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