EInsteigerfragen Sternenfotografie - Problem schwarze Bilder ohne Sterne

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Benni00

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Liebes Board,

ich bin Neuling beim Thema Sternenfotografie.

Ich habe versucht, mit meiner einfachen Spiegelreflexkamera Nikon D3200 mit dem Standardobjektiv (18-55 mm Brennweite) ein Foto des Sternenhimmels anzufertigen, habe dort aber Probleme.

Nach gängigen Anleitungen aus dem Netz habe ich folgende Einstellungen verwendet:

  • Modus M – Manuell
  • Blende auf 5,6
  • Bildstabilisator VR Aus
  • Active D-Lighting Aus
  • Fokus auf manuell
  • ISO auf 1600 (habe auch 600 bis 3200 probiert, aber keinen Unterschied
  • Belichtungszeit auf 1s (mehr geht laut den Einstellungen nicht)
  • Bildformat RAW
  • Belichtungszeit: verschiedene Werte ausprobiert 2 Sekunden bis zu 1/3200 Sekunde
Folgende Einstellungen habe ich belassen:

  • Weißabgleich AUTO
  • Rauschreduzierung AN
Ein Stativ habe ich nicht verwendet.

Ich habe Richtung Westen aus dem Norden Deutschlands fotografiert. Sternenhimmel war mit dem Auge klar zu sehen.

Das Ergebnis waren leider schwarze Bilder, Link:

Dropbox Link

Die Parameter habe ich auch mehrfach variiert, leider keine Besserung zu sehen.

Habt ihr bitte kurz einen Tipp, woran es liegen mag? Belichtungszeit zu kurz?

Danke!

Benni
 
Hallo!


Genau das ist es. Probier mal 10-30 Sekunden bei diesen Einstellungen. Und versuche es auch mal ohne Rauschunterdrückung. Es kann gut sein, dass diese zu kurz belichtete Sterne als Rauschen interpretiert und einfach wegzaubert. Die ganze Nachbearbeitung (inklusive Rauschunterdrückung) kannst Du später am Rechner machen. Die Kamera soll so wenig wie möglich tun, einfach nur den Sensor auslesen und die Rohdaten abspeichern. Wenn Du den Weißanbgleich ganz ausschalten kannst mach auch das. Der sollte sich zwar normalerweise auf die Rohdaten gar nicht auswirken, aber je nach Software kann man die eine oder andere Überraschung erleben.

Viel Erfolg
Maximilian
 
Hallo Benni,

willkommen im Forum! Schön, dass Du dabei bist.


Das solltest Du aber!!!

Bei der Astrofotografie ist ein sehr gutes Stativ (mit Nachführung oder sogar Autoguiding) unabdingbar!
Einzige Ausnahme ist der Mond. Da kannst Du aus der Hand noch Fotos machen, wo man zumindest erkennt, dass es der Mond sein soll ;)

CS.Oli
 
Hallo Benni,

willkommen hier. Such mal bei Deiner Kamera im Handbuch, wie man den "Bulb Mode" einstellt. Damit solltest Du länger als eine Sekunde belichten können. Der Rest wurde ja oben schon erwähnt.

Gruß

*entfernt*

PS: Der Deckel war ab? Du wärst nicht der Erste dem das passiert ist. :)
 

Ohne Stativ geht da mal nichts.
Oder zumindest die Kamera stabil irgendwo drauf stellen.
Sonst gibts KEINE Sterne sondern nur Wackelbilder. Selbst 1 Sekunde ist für deinen Sensor eine Ewigkeit.
Also Kamera irgendwie stabil FIXIEREN.

Länger wie 10 sek. bei 24mm Brennweite würde ich nicht belichten wegen Strichspuren.
Wenn es ein Crop-chip ist dan wiefolgt berechen.
500 : (Eingestellte Brennweite x 1,5) = ungefähre Belichtungszeit ohne Strichspuren
Wenn es Vollformat ist, dann die x 1,5 weg lassen. Also:
500 : eingestellte Brennweit = ungefähre Belichtungszeit ohne Strichspuren.


Suche mal im Netz nach der Software Sequator (ist kostenlos).
Und natürlich nach einer passenden Anleitung. (englischkenntnisse sind von vorteil)

Und befasse dich mal mit den Begriffen:
- Lights
- Darks
- Bias
im Zusammenhang mit Astrofotografie.

Dann solltest du brauchbare erste Gehversuche erhalten.

Gruß
Markus
 
Hallo Benni,

du schreibst „Belichtungszeit auf 1s (mehr geht laut den Einstellungen nicht)“

hast dann aber 2s ausprobiert? Wie geht das?

Wie hast du fokussiert? Sind die Sterne im Lifeview zu sehen?

„Ein Stativ habe ich nicht verwendet.“ - Schlimmer Fehler.

Hast die die Kamera etwa frei gehalten? Dann verwischt das Signal der Sterne über viele Pixel und du siehst nichts davon.


Grüße
Andreas
 
Hallo!

Länger wie 10 sek. bei 24mm Brennweite würde ich nicht belichten wegen Strichspuren.

Das ist natürlich richtig. Wobei im Moment die Strichspuren das kleinere Problem sind, Haupsache man sieht überhaupt mal was!

Man kann natürlich auch mit einfacheren Sachen anfangen. Der Mond wurde oben schon genannt. Unten ist ein Bild von meinem Handy (!), auf dem man Venus und Merkur in der Dämmerung erkennen kann. (Laut EXIF Eintrag hat das Handy bei Blende 1,8 sogar nur 1/10s belichtet und ISO 2500 verwendet.) Wobei das alles nicht ideal scharf ist, da bei 3/4 der Schallgeschwindigkeit durch mehrlagiges dickes Plexiglas aufgenommen.

Grüße
Maximilian

20200212_183930_2048px.jpg
 
Man kann natürlich auch gewollt Sternspuren fotografieren und das geht auch ohne Nachführung.
Am Besten die Kamera auf ein Stativ und z.B. Richtung Polarstern ausrichten. Durchaus mal mehrere Minuten belichten wenn möglich. Viele Kameras gehen aber nur bis 30s. Passt aber auch.
Ein weiteres Problem kann die Fokussierung sein. Kameras können, bis auf wenige Ausnahmen, Nachts nicht fokussieren.
Also da mit manuellem Fokus solange scharfstellen bis man die maximale Anzahl von Sternen sieht.
Bei optimalem Fokus sieht man auch schwächere Sterne.
 
Hallo Benni,

ich tippe da auf einen verfehlten Fokus. 1. Sek. müsste doch für helle Sterne ausreichen, es sei denn der Fokus wurde nicht getroffen.

Gruß,
Holger
 
Schaut euch mal die Dropboxbilder an. Da ist außer Rauschen nix drauf!
Deckel!!!???

*entfernt*
 
Hallo,

Schaut euch mal die Dropboxbilder an. Da ist außer Rauschen nix drauf!
Deckel!!!???

Das habe ich mir auch schon gedacht. Besonders der lila Hintergrund ist auch noch recht komisch.
Bei einer oder zwei Sekunden müsste doch der Hintergrund dunkel sein, aber nicht so lila aufgehellt. Ist eventuell mit der Kamera Grundsätzlich nicht in Ordnung?

Ich fertige ebenfalls sehr einfache Aufnahmen, eigentlich sind es Stimmungsbilder vom Nachthimmel an, wie dieses hier:
Bild vom Nachthimmel.

Aufgenommen mit einer einfachen Bridge-Kamera, einer Panasonic LUMIC FZ150. Selbst nach wenigen Sekunden habe ich Sterne auf dem Monitor der Kamera.
Bei der Aufnahme wie die obige packe ich die Kamera auf ein Stativ und stelle alles im manuellen Modus ein. Die Kamera war bei dieser Aufnahme nicht nachgeführt.
Um die Kamera auf dem Himmel auszurichten gehe ich mit dem ISO-Wert auf die höchstmögliche Einstellung und belichte ein paar Sekunden. So weis ich schon mal wo die Kamera am Himmel hinsieht und ob scharf gestellt ist.
Erst wenn die Sterne scharf sind, gehe ich mit der ISO herunter und belichte das Bild.

Der Weisabgleich war beim TO auf Automatik gestellt. Eventuell kommt seine Kamera mit dem Nachthimmel überhaupt nicht zurecht und "verbiegt" den Weisabgleich auf irgend eine Weise.
Den Weisabgleich würde ich auf manuell und "klarer Himmel" o.ä. Stellen, oder wenn die Kamera das bietet, über dem Kelvin-Wert einstellen. Und vor allem länger Belichten. Laut Wikipedia sind für diese Kamera auch lange Belichtungszeiten möglich.

Viele Grüße
*entfernt*
 
hab mir nun auch eines der bilder angesehen. 1/1250 bei f5/6 ist einfach zuwenig an licht. zudem die rauschunterdrückung, welche wohl die zarten sterne wegbügelt.
also alles mal aus machen und von ober her rangehen: 30sek bei offenblende mit 6400 ISO, stativ. da sollte schon was kommen. dann nach unten tasten.
 
Liebes Board,
vielen Dank für eure Antworten und den ganzen Input!

Ich habe versucht, alles umzusetzen und möchte euch die Ergebnisse zeigen - die gute Nachricht: Man kann jetzt Sterne auf den Bildern erkennen ;)

Habe mit diesen Einstellungen die Plejaden fotografiert:
  • Blende 5,6
  • Brennweite 55 mm
  • ISO 1600
  • Belichtungszeit 10 Sekunden (wohl etwas zu hoch für 55 mm, man sieht leichte Sternspuren)
  • Rauschunterdrückung AUS
  • 12 Bilder, fotografiert mit Stativ
  • Bilder mit DeepSpaceStacker zusammengefügt (3 Darks dazugenommen, keine Flats)
  • Fotografiert am 07.03.2020 um ca. 19:30 Uhr aus der Postleitzahl-Region 22143

Hier das Ergebnis, allerdings stark komprimiert zum einbetten in dieses Forum:
Unbenannt.JPG


Die Ergebnisse finden sich hier (drei Beispielfotos sowie das gestackte Bild in verkleinerter Version):
Dropbox Link

Könnt ihr mir bitte zu den Bildern Feedback geben?

Vielen Dank!
 
Hallo,

Was ich an deinen dropbox Bildern auffällt, ist der sehr helle, lila-pinke Hintergrund. Ich kenne einen solchen Hintergrund von meinem einfach gehaltenen Fotos nicht, auch wenn ich in Stadtnähe belichte.
PLZ 22143 ist laut Ecosia in Hamburg. 10 Sekunden aus der Stadt heraus sind schon viel Belichtungszeit, deshalb auch der sehr helle Hintergrund deiner Bilder.
Der Gradient in deinem Bild wird sicher durch den hellen Himmel über der Stadt und der künstlichen Beleuchtung verursacht.

Ich meine, aus der Stadt heraus Bilder vom Sternen/Nachthimmel aufzunehmen ist sehr schwierig bzw. fast zum scheitern Verurteilt. Der lila-pinke Hintergrund könnte auch vom automatischen Weißabgleich deiner Kamera kommen. Den würde ich noch auf manuell stellen bzw. mit dem Kelvin-Wert abgleichen.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Fotografiert am 07.03.2020 um ca. 19:30 Uhr aus der Postleitzahl-Region 22143
Hi Benni,
eine untechnische Idee. Du kannst beim nächsten Experiment vll darauf achten, dass Du

> nach der "astronomical twighlight" fotografierst. Für Hamburg als Deinen Standort heute also nach 20Uhr. Sunrise and sunset times in Hamburg

> etwas höher gelegene Himmelsregion anpeilst. Die Pleiaden lagen gestern wohl um die 40˚ und da strahlt noch viel Stadtlicht hin. Je näher man dem Zenith kommt mit der Kamera, desto weniger Stadtlicht und desto mehr Sterne erscheinen auf den Fotos. Derzeit ist am meisten los am Himmel in Richtung Westen, also in Richtung Pleiaden. Mit Deinem Weitwinkelobjektiv könntest Du vll diagonal nach oben fotografieren, sodass die Pleiaden rechts unten in der Ecke erscheinen. Dann sind die Chancen ganz gut, dass Du ein Sternenmehr auf den Fotos entdeckst, das Du mit bloßem Auge von Deinem Standort nicht sehen kannst.

Viel Freude beim Entdecken!
Silver
 
Hallo Benni,
ich habe gestern den Mond fotografiert. Bei einem solchen Mondlicht kannst Du eigentlich Sternaufnahmen vergessen. Habe spasseshalber trotzdem mit einem Weitwinkelobjektiv auf den Orion gehalten, und mein Bild ist nicht dunkler geworden als Deines. In den nächsten 14 Tagen bietet der Mond noch viele Möglichkeiten zum Ausprobieren mit der Kamera und am 18.-20.3. bieten sich am Morgenhimmel interessante Begegungen des Mondes bzw. der Planeten. Einfach mal ausprobieren. Vorteil beim Mond: Der Autofokus funktioniert ;)
Gruess, Thomas
 
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