Einsteigerfragen: Teleskop für den Stadthimmel

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Hallo Christof,

wenn ich eine schöne Beobachtung mit meinem 10" Newton machen will, dann muss ich 3 x ca. 50 m laufen: 1. Rockerbox rausstellen (da nehme ich gleich noch den Stuhl in die andere Hand) 2. Tubus holen (braucht 2 Hände, um nicht unterwegs anzustoßen usw. 3. Köfferchen mit Okularen, Atlas usw., also den Krimskrams. Ehrlich gesagt ist mir das oft schon zu viel Aufwand (der Newton wird nahezu bei Außentemperatur gelagert, so dass ich längeres Auskühlen vermeiden kann). Lohn für das Ganze ist dann eine wundervolle Beobachtung.

In der Praxis sieht es aber oft so aus, dass ich z.B. erst später nach Hause komme, keine Lust für große Aktionen habe aber gerade dann ist der Himmel klar und die Luft ruhig. Und dann bin ich froh, wenn ich schnell meinen Mak nehmen kann, um mal einen Blick auf Jupiter oder auf M57 zu werfen. Oder der 6" Newton, oder das kleine Miyauchi ... dafür genügt mir dann ein Holz-Klappstuhl für paar EUR von IKEA, den ich zusammen mit dem Vermessungsstativ unter einer alten Lkw-Plane habe: Teleskop in der Tasche umhängen, Okulare passen da mit rein und ich tippel die - ebenfalls ca. 50 m - nur einmal.

Oder - noch zeitsparender - ich nutze mein Dachfenster in einem ungeheizten Abstellraum mit Blick nach Süd/Südwest. Das kleine Miyauchi oder mein 80er Spektiv auf einem Fotostativ genügen für einen kleinen Ausflug in die Unendlichkeit. Das habe ich alles praktischerweise gleich dort aufgebaut und habe noch weniger Aufwand. Am Ende Fenster zu und ab ins Bett.

Gruß
Adson
 
Hi Tommy,

ein 42 Okular am 6" F/5 gibt 8,4 mm AP, das ist "belladonnamäßig".
Selbst bei 6,4 mm AP fällt mir das am Newton an hellen Tagen und am Mond auf, geh Mal ein wenig auf Abstand zu Okular, man sieht es dann immer noch nicht "scharf" aber deutlich.
Es handelt sich um ein reines Zusammenspiel von zentraler Obstrukton und AP, wobei sich AP in Austrittspupille okularseitig und Eintrittspupille Auge (Pupillenweite) gliedert.
Weicht Deine Pupillenweite von der gelieferten AP (okularseitig) nach unten ab, blendest Du Fernrohröffnung ab. Was vom Strahlenkegel Deine Iris und nicht in die Pupille einfällt trifft trägt nicht zum gesehenen Bild bei, kommt an den Rezeptoren im Auge nicht an.
Ist der Unterschied am obstruierten Newton zu groß, erhöhst Du auch die Obstruktion bis in den sichtbaren Bereich weil Du immer mehr vom Hauptspiegeldurchmesser wegnimmst. Der FS schwebt als diffuse Abdunklung im zentralen Bereich des Bildes.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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Hallo Adson.

Deshalb bei mir die Fixierung auf _leicht_ :-)

Anderer Blickwinkel: die nächstkleinere f/5 Newtongröße wäre ein 130/650, wie er z.B. von Vixen auf der Porta angeboten wird. Sind Newtons dieser Größe mit serienmässigem Metallauszug bekannt (wie gesagt, Plastik _wird_ mich ärgern) ? Dann würde ich eventuell einen Gang zurückschalten.

Eine 114/450 mm Fotobüchse will ich erst einmal nicht haben :-)


Gruss

Christof
 
Hallo,

"leicht" ist schön und gut, ich würde Dir "handlich" als Schwerpunkt empfehlen. Und da ist ein kleiner Mak (5") meiner Meinung nach top.

Ein 8" Newton auf Rockerbox ist auch leicht, den kann man sogar in einem Stück wegtragen. Handlich ist das m.E. aber nicht mehr.

Deshalb mein Tip wie so oft: Ansehen und ausprobieren.

Gruß
Adson
 
Abend,

Ein 8" Newton auf Rockerbox ist auch leicht, den kann man sogar in einem Stück wegtragen.

Aber nur wenn du deinen Spinat gegessen hast Adson ;) Sprich: Klar kann der durchschnittliche gesunde Erwachsene den einige Meter tragen, besser aber in zwei Schritten und am besten versucht man es zuerst wie du auch sagst.

Grüße Benny
 
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Hi Tommy,

ich weiß, dass DU es weißt, aber am Anfang wussten wir es BEIDE auch nicht. ;)
Schadet also nichts, wenn es mal mit einer halbwegs eingängigen Erklärung da steht.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo,

zum Thema "Öffnung ist durch nichts zu ersetzen ... außer durch noch mehr Öffnung" möchte ich noch auf einen recht aktuellen Beobachtungsbericht von Uwe Glahn hinweisen, der mir sehr gut gefallen hat:

Am Limit - zwei Nächte Deepsky mit 4"

Wie schon in meinem "7x50 Fernglss schlägt 8" Newton" Thread frage ich wieder: Was bekomme ich leichter an einen besseren oder sogar sehr guten Beobachtungplatz?

Gruß
Adson
 
Hallo Christof,

eindeutige Warnungen, Dein Transportvermögen und (noch wichtiger) Deinen dauerhaften Transportwillen nicht zu überschätzen, hast Du nun m. E. genügend erhalten.

Ich unterstütze Deinen Willen, Dir die Gerätschaften vor einem Kauf anzusehen, sie Mal zu bewegen und auch Mal durchzuschauen sehr.

Ganz klar ist aber auch zu sagen, dass ein gewisses maß an Öffnung auch in der Stadt immer im Vorteil ist, wenn sie erst mal unter dem Himmel am Beobachtungsplatz steht.

Man liest des Öfteren, dass in der Stadt nur eine kleine Öffnung sinnvoll sei.
Mal liest des Öfteren, dass in den Alpen eine kleine Öffnung prächtige Aus- und Einblicke ermöglicht.
Ja nun, irgendwo beißt sich da was, so schön sich das alles liest.
Letztlich wird Dir an jedem Standort mehr Öffnung auch mehr zeigen.

Ich persönlich rate Beginnern gerne zu einem möglichst vielseitigen Gerät im großem erreichbaren Feld und einem Auflösungsvermögen welches viele Objekte aller visuell erreichbaren Klassen schon so zeigen kann, dass man anhand von Strukturen die Natur des Objektes erklennen kann. Dies ist unter landläufig erreichbaren Bedingungen mit 5-8" Öffnung möglich, in der Stadt wird man sich an vielen Objekten (z.B. GX) auch mit 8" schwer tun.

Was Du mit einem 80er ED, einem 4" Mak oder einem 114er Newton aus der Stadt erreichen und gut auflösen kannst, ist schnell abgegrast. Das wird dann, wenn der Spass an der Sache nicht schon verdorben ist, ein schönes Zweitgerät für den "schnellen Einsatz" werden. Meine Erfahrung ist, dass man sich erst mit der Erfahrung an größeren Geräten wieder an solchen Teleskopen erfreut.
Dein Wunsch zu mindestens 6" Öffnung entstand ja nach dem "Studium" einschlägiger Forenbeiträge, kommt also nicht so ganz von ungefähr.

Also geh es langsam an, schau es Dir an, erkunde, was Du bewältigen kannst/willst. Da kann ein 6" Mak oder SC oder eben ein 6" F/6 Newton montiert die körperliche Schmerzgrenze sein und ein Gitterrohrdobson gleicher oder etwas größerer Öffnung die finanzielle Schmerzgrenze schnell erreichen.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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