Einsteigerfragen und Zubehör

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

MicheleC

Mitglied
Hallo ihr Lieben,

seit knapp einem Monat schon bin ich stiller Leser dieses Forums und konnte mir schon sehr viel Hilfreiches und Informatives hier zusammensuchen. Ein "paar" Fragen habe ich aber dennoch :)

----- Einleitung (überspringbar ;) ) -----

Angefangen hat es damit, dass ich meinem Freund ein Teleskop zu Weihnachten schenken wollte. Ansich bin ich ein abwartender Käufer, aber als bei der Amazon Cyber Week ein Teleskop für 35€ mit super Bewertungen drin war, musste ich einfach zuschlagen. Bei der nachträglichen Recherche kam dann die Ernüchterung. Das Ding ist wahrscheinlich für den ersten Oho-Effekt zu gebrauchen, aber nicht für viel mehr.

Ich habe mich danach stundenlang informiert und eingelesen und richtig Feuer gefangen. Wenn mich was interessiert, dann grabe ich mich da so stark rein, dass ich am Ende locker einen fünfstündigen Vortrag halten könnte ;)
Mittlerweile kaufe ich das Teleskop auch nicht mehr für meinen Freund, sondern für mich. Mir war nach 2 Wochen klar, dass für ihn ein kleines Tischdobson ausreichen würde und er nie groß darüber gehen wöllte bzw. sich damit auch nicht ausreichend beschäftigen würde. Dafür hat er einfach zu viele andere Hobbys, die ihm mehr Freude machen.

Anfang Dezember konnte ich auch durch eins der Tischdobsons mit Standardokular um 07:25 morgens gucken. Es wurde schon langsam hell, aber es war für mich schon super faszinierend, den Mond überhaupt so zu sehen :)

----- Einleitung Ende -----


Da bei mir wie bei vielen anderen auch das Budget begrenzt ist, kam nur ein gebrauchtes Dobson in Frage. Nach einem sehr enttäuschenden Monat ebay Kleinanzeigen durchwühlen sowie der Anzeigen hier im Forum und ein paar wunderschönen klaren Nächten, in denen ich keinen Teleskop hatte, musste ich bei einem Newton mit EQ-3 Montierung zuschlagen. Dieses kommt heute an *freu*

Teleskop:
gebrauchtes Omegon Teleskop N 150/750 EQ-3
wahrscheinlich orginal im Astroshop gekauft, Zubehör somit noch erraten. In ein paar Stunden gibt es genauere Infos :))

Sucher:
wahrscheinlich 6x30 Sucherfernrohr

Okulare:
25mm Plössl Okular zur 30-fachen Vergrößerung
6,5mm Plössl Okular zur 115-fachen Vergrößerung

Sonstiges:
2x Barlowlinse zur Verdoppelung der Okularvergrößerungen

Dazu habe ich noch 2 Bücher bekommen: "Atlas für Himmelsbeobachter" und "Fernrohr-Führerschein in 4 Schritten". Die Hoffnung besteht noch, dass der Herr damals beim Astroshop das Set bestellt hat und noch ein weiteres Okular + ein Mondfilter direkt beiliegen. Ist aber glaub ich nur eine Wunschvorstellung von mir ^^.

das ganze gabs für 115€ inkl. Versand. Wieso so günstig? Eine kleine 5x7cm Delle befindet sich am Tubus. Tief soll sie nicht sein, nur ein paar mm. Ich bin handwerklich begabt und versuche sie erst auszubeulen. Später soll der Tubus sowieso mit Velour ausgestattet werden. Für den Preis musste ich einfach zuschlagen :)

Dass die EQ-3 noch immer wacklig ist, weiß ich. Ich bin aber ein sehr geduldiger Mensch, der nicht scheut mehr Geld für etwas auszugeben, was ihm Spaß macht. Trotzdem will ich erstmal warten, ob die anfängliche Euphorie anhält. Ich würde auch am liebsten erstmal nur Geld für Zubehör ausgeben, was mir einen optischen Mehrwert gibt oder "unvermeidbar" ist.
Optischer Mehrwert = Filter + Okulare
"unvermeidbar" = Teleskop nicht bedienbar und ausrichtbar ohne dieses

Für den Hinterkopf: Wenn mir das ganze auch noch in einem Jahr soviel Spaß macht, würde ich wohl ein Dobson 8" f6 ins Auge fassen. Fotografie ist mir nicht wichtig. Zubehör wäre im besten Fall natürlich auch dort gut verwendbar. Ist aber noch lange hin, ein Jahr ^^

Die Fragen:
1. Zwischenzeitlich hatte ich die Chance auf ein 114/900 Teleskop mit Holz-Stativ. Wie alt es war, wollte/konnte der Verkäufer nicht sagen. Da ich aber wirklich keine Infos zu dem Teleskop gefunden habe, gehe ich schon von seinen 30 Jährchen aus. Wie gut sind solche alten Teleskope von der Optik im Vergleich zu gleichen aus der heutigen Zeit? Macht sich der Gebrauch bei dem Stativ (auch wenn es ein Holzstativ ist) bemerkbar?
2. Kann die Delle im Tubus zu einem Verziehen von diesem geführt haben? Oder kann sie noch andere, mir nicht direkt ersichtliche Auswirkungen gehabt haben? Wenn ja: welche und wie erkenne ich sie?
3. Brauche ich einen Polsucher? Für mich ist das Suchen + Finden von Objekten wahrscheinlich zu Anfang mit das Aufregendste. Wie lange werde ich mit etwas Übung später ohne Polsucher brauchen, um das Teleskop einzustellen? Diese Einstellung muss bei jedem Aufstellen des Teleskops gemacht werden, oder?
4. Ist es sinnvoll das Suchfernrohr durch einen Leuchtpunktsucher zu ersetzen? Wieviel mehr Erleichterung würde es mir bringen?
5. Zur Justierung des Teleskops habe ich mir schon gestern einige Sachen durchgelesen. Wenn ihr aber zufällig "DIE" Anleitung für Anfänger parat habt: immer her damit :) Ich würde es gerne erstmal ohne Justierhilfe versuchen.
6. Wieviel Lichtverschmutzung habe ich hier in Aachen? Bzw. wo kann ich das sehen? Ich habe schon paarmal Karten aufgehabt, aber entweder habe ich die Legende übersehen oder sie fehlte. Ich wohne etwas außerhalb, aber noch immer in einem größeren Dorf im Randgebiet mit dem nächsten Dorf gleich nebenan. Die Eifel ist aber nicht weit, harhar :)
7. Nutzt ihr bestimmte Apps, um zu sehen, wie klar der Himmel oder gut das Seeing in den nächsten Tagen wird?
8. Was für weitere Apps empfehlt ihr? (Android)
9. Was für ein Okular bis zu 100€ würdet ihr für Planetenbeobachtungen empfehlen?
10. Was für ein Okular bis zu 100€ würdet ihr für Deep Sky empfehlen?
11. Kann/darf ich Okulare auch gebraucht kaufen oder muss ich da auf bestimmte Sachen achten?
12. Was für Filter würdet ihr empfehlen? Reicht erstmal ein Mondfilter aus?


Da ich bisher nur einmal den Mond durch ein Teleskop gesehen habe, denke ich, dass ich noch nicht einschätzen kann, was mir mehr Spaß macht. Aus dem Gefühl würde ich aber sagen, dass ich lieber ein richtiges Okular für Deep Sky erstmal hätte :)
Ein Besuch der lokalen Sternenwarte ist geplant, jedoch wird für die nächsten paar Samstage ein wolkiger Himmel voraussgesagt. Ich würde natürlich da auch gerne durchs Teleskop gucken können, so dass ich erstmal warte.

Vielen vielen lieben Dank fürs Lesen + falls ihr noch weitere Tipps habt: immer her damit :)

Michèle


 
Morgen,

viele Fragen... ;-)

Als erstes würde ich Dir eine Drehbare Sternenkarte, z. B. die vom Okulum-Verlag, in Verbindung mit einer Rotlicht-Taschenlampe/Kopflampe empfehlen, damit Du lernst, Dich am Himmel zu orientieren und "was zu finden".
Erleichtert wird das ganze durch die Freeware Stellarium. Habe zwar auch einige Apps durchprobiert, aber leider ist, zumindest mir, die Genauigkeit des Smartphone Kompass und GPS nicht hoch genug. Oft liegt man etwas daneben... Außerdem zerschießt man sich die Dunkeladaption der Augen, weil immer irgendein "Furz" auf dem Display weiß leuchtet.

Zur Himmelsqualität: Wenn Du die Andromeda-Galaxie = M31 mit dem Auge problemlos siehst, ist er schon ganz gut. Bei mir klappt das nur mit dem Feldstecher.

Zum Equipment: Einen Polsucher brauchst Du visuell nicht, das Geld würde ich sparen und in Bücher und Glas investieren.

Nachtrag: Statt des Polsuchers reicht ein Kompass, um die Montierung/Stativ nach Norden auszurichten. Dann stellst Du einmalig die Polhöhe an der Montierung auf den Breitengrad Deines Standortes ein und gut ist.

Nachtrag 2:
Hier findest Du einige gute Anleitungen zu Deinen Fragen:
https://www.youtube.com/user/Astroshopde/videos
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michele,

eine Menge "Holz", aber sinnvoll. Damit kann man etwas anfangen.

Zu deinen Fragen, soweit ich sie beantworten kann:

zu 1.:
Ist das Teleskop Jahrzehnte alt, liegt hier höchstwahrscheinlich ein im Vergleich zu heutigen Billiggeräten solider optischer Tubus mit sehr guter optischer Qualität vor. Die Montierungen waren damals schon in der unteren Preisklasse recht wackelig. Ich sehe das Problem beim Okularauszug: Damals war der 0,96-Zoll-Standard üblich, für den es heute kaum noch brauchbares Zubehör gibt. Ich würde vor dem Kauf unbedingt abklären, ob ein 1 1/4 Zoll-Auszug vorliegt. Falls nicht: Finger weg, unbrauchbar!

zu 2.:
Ist die Delle nicht allzu groß, könnte die Optik schlimmstenfalls nur dejustiert sein. Das bekommt man ohne weiteres wieder hin. Ist der Tubus als Ganzes eine "Banane", kann man ihn vergessen. Kleine Dellen machen nichts.

zu 3.:
Für visuelle Beobachtung reicht eine grobe Ausrichtung auf den Himmelspol mit einer Ungenauigkeit von einem bis maximal zwei Grad. Also den Tubus parallel zur Polachse ausrichten und die Polhöhe und Azimut an der Montierung (NICHT RA- und Dec-Achse) verstellen, bis der Polarstern im Okular zentriert ist. Das reicht für visuell absolut aus.

Lässt man die Polhöhe in dieser Einstellung, geht die Einstellung bei den nächsten Beobachtungen sehr schnell.

zu 4.:
Ja, unbedingt! Ich habe mit Leuchtpuktsuchern bessere Erfahrungen gemacht als mit Sucherfernrohren. Aber das ist individuell verschieden. Am besten beides testen, wenn du die Möglichkeit hast und sehen, womit du besser klarkommst. Ein Sucherfernrohr sollte mindestens 6*30, besser 8*50 sein. Kleinere Sucher sind unbrauchbar.

zu 9.:
Hier gelten die Baader Orthos als sehr gut, für Mond/Planeten sind das meine Lieblingsokulare.

zu 12.:
Ein Mondfilter ist zur Lichtdämpfung sinnvoll. Ein Grünfilter erleichtert das Erkennen feiner Monddetails, da das Auge im grünen Bereich des Spektrums am empfindlichsten ist.

So, das konnte ich zu deinen Fragen sagen.

VG Christian
 
Hi Michèle,

zu 1 + 2 kann ich nur raten.
3. An der Omegon EQ-3 lässt sich kein Polsucher verwenden; ist eher eine 'gute eq-2, als eine 'echte' eq-3.
4. Geschmackssache. Ich hätte darauf z.B. lieber einen 8x50 Winkelsucher. Andere wiederum einen Telrad - oder beides
5. DIE Anleitung gibt es nicht. Schau erstmal aus einiger Entfernung, ob der Fangspiegel mittig im Okularauszug erscheint. An nem hellen Stern schaust Du dir den intra- und extrafokal an. Wenn die Bilder gleich aussehn, ist eine Justage wohl eh unnötig.
6. Die Kartierunge beruhen meist nur auf Siedlungs- und Verkehrsdichte, selten auf messungen. Meld dich doch mal bei der Aachener Sternwarte - evtl. hat jemand ein Sky Quality Meter. In jedem Fall aber Tipps für gute Beobachtungsplätze. Alternativ nach "Faintest Star" googeln, die Karten ausdrucken und selbst schaun.
7. Apps nicht, aber meteoblue. Unter Software gibts hier auch nen Thread zu weiteren Wetterseiten bzw. Apps.
8. Habe zumindst ein Tablet dabei, auf dem Stellarium zur Vorbereitung läuft. Und draußen ganz altmodisch einen Himmelsatlas. Mit Apps kenn ich mich nicht aus.
9. Ich würde mit der Okularpalette noch etwas warten - kannst Du mit 2 oder 3mm Brennweite sogal leicht Übervergrößern? Gehen maximal 5mm, bevor nur noch Matsch im Okular ist? Als Ergänzung würde ich zu dem Zeitpunkt eher eine variable Barlow mit 1,5x un 2x Vergößerung nehmen.
10. Auch schwer zu sagen, was für eine maximale AP bei dir sinnvoll wäre. Höchstens ein 32mm Superplössel, interessant wären auch Weitwinkelokulare mit 25mm und ca.70°. Mehr geht bei deinem Okularauszug ja nicht.
11. Oft werden gerade im günstigeren Segment Okulare noch verbessert - also Linsenkanten geschwärzt und Ähnliches. Und Geld spart man auch noch.
12. UHC oder O3 wären prinzipiell noch interessant. Nur wirst Du gerad die auch an 2" einsetzen wollen, wenn dein Dobson mal da ist. Müsstest also doppelt kaufen.

cs
Jürgen
 
Hallo Christianh hallo Jürgen :)

Danke für die schnellen Antworten! Das Teleskop steht montiert auf der Terrasse und den Sucher konnte ich recht einfach mit Hilfe des Mondes vor über 1,5 Stunden einstellen. Geht bestimmt genauer, werde ich dann in ein paar Stunden an Sternen versuchen. Dass ich aber einen zu kleinen Sucher habe, weiß ich dank euch schonmal. Kommt auf meine Wunschliste :)
Von einem Winkel Sucher habe ich bisher aber noch nichts gehört, wird gleich mal gegoogelt

Dank absoluter Freude den Mond direkt super scharf rein bekommen zu haben, habe ich noch nicht auf den Pol ausgerichtet. Aber gut zu wissen, dass ich sowieso keinen Pol Sucher montieren kann. Hat sich der Punkt erledigt :D

Wegen Justage: ich habe eben ohne Okular mal durch den Auszug geguckt und da sah alles mittig aus. Der Vorbesitzer hat das Teleskop laut eigener Aussage nur 1-2x genutzt und es ist nicht älter als 2 Jahre laut Erscheinungsdatum beiliegender Bücher. Vllt. ist da noch die vom Shop vorgenommene Grundjustierung vorhanden?

Meine Hoffnung hat sich leider nicht bestätigt und es waren nur das 6mm und 25mm Okular dabei.

Das 6mm Okular zeigt auch alles scharf an, ich mag die Übersicht des 25mm aber lieber :)
Habe dann das 25er mit 2x barlow getestet und war überrascht wie schön scharf alles weiterhin war. Beim 6mm muss ich hinzu mein Auge in den Gummiring reinstecken, beim 25mm geht es noch gut mit Abstand. Da das Ganze wie angenommen ja nicht so unwacklig ist, ist das 25mm auch da angenehmer.
6mm mit barlow 2x habe ich kurz getestet. Man sah noch was, das scharf stellen war mir dann aber erstmal zu wackelig. Teste ich ein an der mal nochmal.

Darf ich hier auch Fotos rein stellen von einem ersten Blick? Ich meine, wäre eine Handy Aufnahme, bin aber sehr überrascht wie gut das ging. Ich weiß aber nicht, ob das nicht gegen irgendwelche Foren Regeln verstoßen würde.

Ach ja, stellt ihr euch das Stativ so zurecht, dass ihr dann daneben sitzen könnt?
 
Hi Michèle,

ein Winkelsucher hat am Newton eben den Vorteil, dass man ohne Verrenkungen ans Okular kommt. Gibt es bei jedem Fachhändler in den unterschiedlichsten Ausführungen.
Bzgl. Polsucher: also falls da durch die Polachse ein Loch geht, kann man sehrwohl einen Polsucher montieren - wobei ich den bei rein visueller Nutzung für unnötig, bestenfalls praktisch halte. Dann wäre es aber eine 'richtige' EQ3 - die würde bei deinem Newton nicht bzw. so gut wie nicht wackeln.

Das typische billige 25mm Okular (ein reversed Kellner) ist gar nicht mal so schlecht - wobei ich meines nur an einem okularunkritischen Mak verwende. Kurzbrennweitige Okulare, erst recht die billigen, haben fast immer ein unbequemes Einblickverhalten. Aber wie schon erwähnt würde ich da erst noch etwas warten bis klar ist, was dein Himmel an maximalvergrößerung tatsächlich erlaubt. Falls deine Barlow ein herausschraubbares Element hat (also sowohl 2x als auch 1,5x erlaubt), könnte man aber schon jetzt ein wenig experimentieren.
Bei Planetenbeobachtern sind insbes. Orthos beliebt - recht kleines scheinbares Gesichtsfeld, aber dafür das Maximum an Transmission. Alternativ kann man auch 'Planetary'-Okulare verwenden, die ein deutlich größeres Feld haben, aber bei kurzen Brennweiten trotzdem noch ein angenehmes Einblickverhalten bieten. Ich würde mal ein 6mm Planetary vorschlagen. Augenabstand und Einblickverhalten sind sehr bequem. Mit der 2x Barlow wärst Du schon in der Übervergrößerung - geht bei sehr hellen Objekten und guten Nächten, mit der 1,5x noch etwas darunter, was fast immer funktionieren dürfte. Zum Aufsuchen und für Übersichtsbeobachtungen würd ich erstmal bei deinem 25er bleiben. Klar, da gibt es Besseres - aber da gut 100 Euro hinzulegen für etwas das in nem Jahr bzw. wenn eine Optik mit 2"OAZ kommt, eh ersetzt wird, halte ich für übertrieben. Und 5mm AP sind doch für vieles ok.

EIGENE Fotos darf man hier sehr gern einstellen - Astroaufnahmen auch direkt in die Galerie (selbst ein allererster Versuch mit dem Handy), Fotos von der Ausrüstung nur im Thread.

Ich sitze auch lieber - man kann sich dafür nen superspezial Beobachtungsstuhl kaufen, einen billigen Stuhl fürs Bügelbrett oder einen Werkstatthocker. Alle sind so in der Höhe verstellbar, dass man immer eine bequeme Position erreicht bzw. ins Okular und den Sucher blicken kann.

cs
Jürgen
 
K, fixe Frage, vllt. kann mir hier jmd. Kurzfristig helfen: ich versuche das ganze gerade auszurichten. Breitengrad + Gegengewicht eingestellt, nur der Tubus kippt die ganze Zeit zum Okular und zwar richtig heftig. Ist es überhaupt möglich, den so einzustellen, dass er stehen bleibt? Und muss ich ihn bei versch. schweren Okularen immer neu ausrichten? Oder nur immer auf mein Übersichts Okular?
 
Hallo Michele,

das klingt als ob die Optik nicht ausbalanciert ist: Schiebe den Tubus in den Rohrschellen etwas nach hinten und löse dann die RA- und DEC-Klemmschrauben.

Jetzt vorsichtig (!!!) loslassen (immer die Hände drunter halten, damit nichts gegen die Montierung stößt) und schauen, wohin Tubus oder Gegengewichtsstange kippen. Jetzt das entsprechende Element (Tubus und/oder Gegengewicht) so lange verschieben, bis trotz gelöster Klemmschrauben der Tubus in jeder Position beim Loslassen in Position bleibt.

Dann ist das Gerät richtig ausbalanciert.

Edit: bei schwerem okularseitigen muss der Tubus ggf. neu ausbalanciert werden. Aber wenn man das ein paarmal gemacht hat, geht das mit wenigen Handgriffen. Es ist wirklich nicht kompliziert.

VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Christian: Okay, ausbalanciert habe ich es eben bekommen, läuft das jetzt schön. Ich habe dafür auch nochmal die Rohrschellen gelöst und den Tubus erstmal auf der Schiene selber ausbalanciert. Danach den Tubus auf der Montierung verschoben. Danke :)

@Jürgen: Winkelsucher ist sehr interessant. Ich habe heute schon ausgiebig mit dem Tubus gekuschelt, um mein Auge in die Nähe des Suchfernrohrs zu bekommen. Mit dem Fadenkreuz hatte ich jetzt keine Probleme, werde aber noch ein paar Beobachtungen für ein endgültiges Urteil ob Leuchtpunkt oder Winkelsucher abwarten.

Teleskop auf den Pol ausrichten: Ha, Problem. Nach Norden hin stehen die ganzen Häuser. Also ne App für nen Kompass runtergeladen + ausgerichtet. Eieiei, wenn ich dann das Teleskop nach Süden ausgerichtet habe, hing das Teleskop aber ganz schön komisch und damit recht unstabil rum. Lag aber wahrscheinlich daran, dass die Schraube, die Montierung und Stativ verbindet, richtig fest gezogen war. Habe ich aber erst viel später festgestellt. Ich denke ich hätte auch nochmal den Tubus in den Rohrschellen drehen müssen, da ins Objektiv zu gucken war manchmal sehr mühsam.

War aber nicht das einzige Problem. Das Dauernachtlicht der Nachbarn sowie noch ein weiteres Licht mit Bewegungssensor haben für einen gut ausgeleuchteten Arbeitsplatz gesorgt. Aber nicht nur das. Auch der Garten wurde auf mind. 20-30 Meter hell erleuchtet. Mit denen werde ich morgen mal reden, geht ja so nicht ^^

Also Teleskop unter den Arm geklemmt und ab in die Wiesen. Als ein Teil ist es ganz schön schwer und werde ich so nicht noch mal machen. Ich denke dabei hat sich alles wieder verstellt und auch die Schrauben haben sich richtig arg gelockert. Hinzu strahlte der Mond noch viel zu hell. Als es dann endlich wieder stand, hingen Wolken am Himmel und die Plejaden, die ich als mein erstes Nicht-Mond Ziel auserkoren habe, waren hinter diesen verschwunden.

Egal, es wird bessere Tage geben und wir verstehen uns gut mit den Nachbarn, so dass ich das Teleskop demnächst ohne Dauerbeleuchtung auf ebenen Untergrund anstatt in einer Wiese aufbauen kann :)

Mit den Okularen abzuwarten bis ich weiß, was mein Teleskop überhaupt bei was anderem als den Mond leisten kann, finde ich gut, werde ich so machen :)

Somit meine Wunschliste, sortiert nach Prio:
- Rotlicht
- Mondfilter
- Drehbare Sternenkarte
- Sucher (Winkel oder Leuchtpunkt) - mind. 6*30, besser 8*50
- Okular Planeten: Baader Orthos oder Planetary. 6mm Planetary in der Verlosung
- Barlow 1,5x + 2x variabel
- höhenverstellbarer Stuhl
- Filter UHC oder O3
- Okular Weitwinkel für 1,25"

ToDos
Andromeda-Galaxie = M31 mit bloßem Auge versuchen zu finden
Stern intra- und extrafokal angucken wegen Justierung - vorher googlen, was dieses fokal ist ;)
Sternwarte -> nach Sky Quality Meter fragen. Ansonsten nach Faintest Star googeln
Software-Thread durchgucken
Stellarium angucken


 
Hallo Michele,

danke für die Rückmeldung.

Zitat von MicheleC:
...Also Teleskop unter den Arm geklemmt und ab in die Wiesen. Als ein Teil ist es ganz schön schwer und werde ich so nicht noch mal machen. Ich denke dabei hat sich alles wieder verstellt und auch die Schrauben haben sich richtig arg gelockert...

NIEMALS eine Montierung mit angezogenen RA- und DEC-Schrauben transportieren, immer die Schrauben vorher lösen! Sonst besteht die Gefahr, dass die Mechanik Schaden nimmt, falls auf die Achsen trotz aller Vorsicht Druck ausgeübt wird.

VG Christian
 
Hallo Michele.Du hast ja schon eine Menge Tipps in diesem Forum erhalten.Wenn du aber praktischen Beistand brauchst stehe ich gerne zur Verfügung.Auch lade ich Euch mal zu einem Beobachtungsabend zum "Reinschnuppern"ein.Ich wohne in der nahen Umgebung.
Sieh mal hier rein,da gibts auch einige Fotos.
https://plus.google.com/u/0/104108226300446301940/posts

Gruß Hotte.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
@Christian: danke für die Info :) Hatte ich bisher noch nirgendwo gelesen. Habe gestern direkt alles mir angeguckt und nochmal ausbalanciert, sieht aber alles gut aus :)

@Hotte: Danke für das Angebot :) Habe mir die Bilder auf G+ angeguckt, da erblasse ich ja direkt vor Neid ^^ Ich denke ich würde gerne erstmal mein Teleskop kennenlernen und die Freude erleben wollen, das erste Mal Jupiter, Saturn und erste Nebel oder Galaxien zu sehen :)
Ich kann mir vorstellen, dass wenn ich es erst durch ein viel viel besseres Teleskop sehe, mein eigenes mir sehr schnell zu schlecht vorkommt. Später würde ich das Angebot aber bestimmt gerne annehmen :)

Jede Beobachtungsnacht bringt weitere Fragen. Ich hoffe ihr seid meiner noch nicht überdrüssig ;)

13. Habe das Teleskop gestern bei wolkigen Himmel aufgebaut und das erste Mal nach Norden ausgerichtet. Wenn ich das Teleskop dann auf den Mond im Südwesten richte, komme ich nicht umhin den Tubus zu drehen. Mache ich dies, kann ich super im Sitzen ins Okular gucken, aber der Sucher ist gar nicht mehr zu erreichen. Gibts da irgendeinen Trick?

14. Balanciert ihr nach jedem Tubus drehen alles wieder neu aus?

15. Würde es Sinn machen, sich an der Schiene und Schelle Markierungen zu machen, um alles schnell wieder zu balancieren?


Obwohl ich gestern alles andere als gute Sicht hatte, hat es um einiges mehr Spaß gemacht. Vorgestern haben wir alle nur immer kurz rein geguckt und oh und ah gesagt. Gestern habe ich das Teleskop runter in Sitzposition gebracht und konnte Dank der Ausrichtung einfach nachführen. Es war einfach nur toll :)

Und noch das Handy Bild vom ersten Abend. Hätte ich es nicht gemacht, könnte ich jetzt schon fast nicht mehr glauben, dass ich den Mond so gesehen habe :)

Link zur Grafik: http://fs5.directupload.net/images/151222/temp/hgvgw96r.jpg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Michèle,

13) Trick: Rotationsschellen. Bei deinem Tubus sollte es aber ausreichen, keine bösen tubuszerkratzende Schraubenköpfe rausstehen zu haben. Die Masse kann man bei leicht gelockerten Schellen noch bequem und sicher drehen, - und auch wieder festziehen.
Falls das Problem nur darin besteht, dass das Okular 'bequem' ist, der Sucher aber 'unbequem': wie schon erwähnt ein Winkelsucher. Ein paar cm fehlen zwar immer bzw. man muss die Stuhlhöhe verändern oder chronische konstruktive Defizite - aber es geht relativ bequem.

14) Nö. Also von einem monströsen Ethos zu einem winzgen Ortho könnte man vielleicht darüber nachdenken - aber bei einem recht kurzen Tubus eher weniger. Probier es doch 'trocken' aus: bewegt sich dein System ungewollt mit Okular X? Oder mit Okular Y? Falls nein, ist das recht egal.

15) Jein. Man sieht ja an den Klemmspuren der Prismenschiene, wo die hingehört.

foto) Schon verloren. Spätestens beim ersten "selbst entdeckten" Nebel schläfst Du nur noch bei Hochnebel, Bewölkung oder bei Vollmond. Ist aber halb so wild - derart widrige Umstände gibt es recht häufig.

cs
Jürgen
 
Hallo Michèle,
ich häng mich auch mal mit rein, ich will Dir einen Rat geben, warum fahrt Ihr nicht mal auf eine Sternwarte in eurer Gegend, die gibts eigentlich Überall. In Sternwarten sind meist auch Vereine die sich dort betätigen, dort findet Ihr die Info die Ihr braucht und die Leute helfen euch weiter, dort könnt Ihr auch sicherlich das eine oder andere Gerät testen. Es ist so was dem einen sein Dobson ist dem anderen sein Newton und dann kommen die Sprüche "Spiegel gehören ins Bad und Linsen in die Suppe" Jedes Teleskop hat seine Vor- und Nachteile, Du solltest das nicht Überstürzen, dem eins ist sicher "Die Sterne laufen Dir nicht weg" Ich hab in meiner Sammlung mehr als ein Dutzend Teleskope und zwei Koffer mit Okularen, das geht vom 60er Lunt über C14 bis zum 16"Dobson. Wenn Du Glück hast kannst Du dort aus der Sternwarte auch ein gebrauchtes Teleskop von einem alten Hasen kaufen, es testen und Dir weiter helfen lassen. Wir helfen neuen Leuten immer gerne weiter!
Erst gucken dann kaufen!
Grüße aus Dresden

Lothar
Sternwarte Radebeul
 
Hallo ihr,

vielen Dank euch für all die hilfreichen Tipps :) Ihr habt mir den Einstieg sehr gut erleichtert.

Ich habe mittlerweile meinen ersten Nebel gesichtet (Orion, was sonst? ^^) und meine erste Galaxie (Andromeda). Die beiden haben mir schon ne Menge geholfen mich überhaupt am Himmel zurechtzufinden. Viel mehr als weißen Schein konnte ich aber auf Anhieb nicht sehen, da jeweils um Vollmond rum und auch zu nah am Mond.

@Lothar: Sternwarte ist schon vorgemerkt, da werden wir auf jeden Fall demnächst hinfahren und freue mich auch schon drauf :) Ich würde gern mal einen Dobson sehen + bewegen und auch andere teleskope mit versch. guten Montierungen auf deren Stabilität testen um einen Vergleich zu meinem zu haben.

16) Wie bekommt ihr das mit so einem Newton auf Stativ hin, genau über euch in den Himmel zu gucken? Als ich auf der Suche nach der Andromedgalaxie war, war das ein ziemliches Gekämpfe, da der Tubus immer wieder gegen die Montierung gekommen ist und nicht weiter bewegbar war. Habe am Ende das Stativ als solches gedreht und auf die Ausrichtung auf Norden verzichtet.

17) was kann ich außer dem Sternentest noch machen, um zu testen, wie gut mein Teleskop ist? Hinzu komme ich beim Sterntest mit meinem 6,5mm PL gerade mal auf 115x Vergrößerung, nicht auf 150+ wie für meine Öffnung empfohlen. Kann ich da noch die 2x Barlow zwischen hängen, ohne dadurch das Ergebnis zu verfälschen?

-> bin dann mal draußen und mir ein Sternchen zum Testen suchen ;) Und wenn danach noch Zeit ist, auch nochmal Nebel und Galaxie testen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Da ich meinen Eintrag leider nicht mehr editieren kann:

Ich konnte nicht umhin bei dem schönen klaren Himmel ohne Mond erstmal wieder den Orionnebel anzupeilen. Diesmal konnte ich klar Strukturen erkennen. Habe es mit allen mir möglichen Vergrößerungen probiert: 30, 60, 115 + 230.
Beim 6,5mm PL macht es aber so gut wie gar keinen Spaß mehr an dem Teleskop. Das Scharfstellen ist ein Kampf, da unheimlich viel wackelt (Montierung). Da der Augenabstand hinzu auch noch so gering ist, kommt man nicht umhin beim durchgucken auch wieder für Wackelei verantworlicht zu sein. Somit war die 60er Vergrößung hinzu mit indirektem Sehen verbunden am besten :)

Die Andromedagalaxie stand direkt über der Straßenlaterne, die den halben Tubus erleuchtet hat, da war nichts groß bis auf ein milchiges Etwas zu sehen. Die Plejaden waren dafür diesmal viel viel sternreicher. Der Mond sandte da aber schon seine ersten Strahlen über den Himmel.
Ein bestellter UHC Filter wird die nächsten Tage geliefert :)

Nun zum Sternentest: Da ich keinen direkten Blick auf Polaris habe, habe ich mir Sirius als Ziel gewählt. Wie schon oben erwähnt ist es nicht angenehm mit dem 6,5er zu arbeiten. Barlow + 6,5er ist ein wahres Geduldsspiel. Ein sich schneller bewegender Stern noch dazu ... hach ja ^^

So Bilder mit absolut klaren Trennungen von weißen und schwarzen Kreisen hatte ich nicht. Ich habe halt intra + extra so weit rausgedreht, dass ich die Spinne gesehen habe. Die saß auf jeden Fall mittig. Extrafokal hatte ich eine Delle im Kreis. Kann das die Auswirkung der Delle im Tubus sein? Intrafokal habe ich die nicht gesehen.
Extrafokal habe ich hinzu diese typischen dunkleren Ringe gehabt, die ich intrafokal nicht hatte.

Intra + Extra war es auf jeden Fall rund, aber innen drin war Gerausche. Die Spinne war aber super scharf, sprich klare Abtrennung des FS + der Streben. Habe ich da dann schon jeweils zu weit raus + rein gedreht? Kann ich mit ner Handykamera ggf. Fotos davon machen? Ist halt schwer zu erklären, wie es genau aussieht.

Und es ist verflucht schwer den Sternentest mit diesem Teleskop zu machen. Die Montierung wackelt einfach recht stark, da gucke ich mal morgen bei Tage nach. Ich denke selbst bei festgestellten Schrauben hat sie noch Spiel. Beim Scharfstellen bzw. überhaupt nutzen des OAZ springt das Bild bei Vergrößerung > 115x nur so durchs Okular. Bei 230x Vergrößerung ist somit das Objekt flott mal raus aus dem Bild. Das Scharstellen ist nur mit sehr viel Gefühl zu machen, da man das Objekt nie feststehend hat.

Zur Montierung und deren Spiel: Irgendwelche Tipps? Oder ist das einfach normal bei der EQ-3, die ja laut Jürgen eher nur ne gute EQ-2 sein soll, als eine echte EQ-3?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michele!
Zitat von MicheleC:
Ich habe mittlerweile meinen ersten Nebel gesichtet (Orion, was sonst? ^^) und meine erste Galaxie (Andromeda). Die beiden haben mir schon ne Menge geholfen mich überhaupt am Himmel zurechtzufinden. Viel mehr als weißen Schein konnte ich aber auf Anhieb nicht sehen, da jeweils um Vollmond rum und auch zu nah am Mond.
Warte mal bis zu den ersten Beobachtungen ohne Mond ... :)

16) Wie bekommt ihr das mit so einem Newton auf Stativ hin, genau über euch in den Himmel zu gucken? Als ich auf der Suche nach der Andromedgalaxie war, war das ein ziemliches Gekämpfe, da der Tubus immer wieder gegen die Montierung gekommen ist und nicht weiter bewegbar war.
Man sollte gelegentlich umschlagen. Falls das nichts nützt, beobachtet man ein anderes Objekt, bis das erste weit genug vom Meridian entfernt ist, um den Tubus nicht mehr anschlagen zu lassen.

Grüße

fquadrat
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben