Einsteigerfragen zu Brennweiten

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MatthiasDi

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So liebe Astronomie.de-ler....

Hab ich mal wieder paar Einsteiger Fragen gesammelt...

(Übrigens werd ich mir demnächst ein Galaxy F/6 8" Dobs holen;-))

Trotzdem stoß ich beim durchlesen verschiedener Threads immer wieder auf einige Fragen:

Wie ist das nun mit den Brennweiten? Wieso ist ein F/5 genauer zu justieren als ein F/6?
Wieso heißen Teleskope mit kleinerem Verhältnis aus Öffung und Brennweite "schneller"?
wieso kann ein 200/800 Newton unter umständen "besser sein" als ein 200/1200? Oder gilt das eher für Fotografie?


Ach und dann noch ganz was anderes:-)
Was brauch ich nebst Dobs, Okularen und nem klaren Himmel noch dringend für einen gelungenen ersten Beobachtungsabend?:-)

So nun wiedermal vcielen Dank schonmal!!!
 
Hallo MatthiasDi(?),

Die erste Frage kann ich dir leider nicht beantworten weil ich es selber nicht mal weiß.

Zur zweiten Frage:
Das mit der Brennweite von einem 200/800 gilt nur für die Fotografie von Deep-Sky.

Dann würde ich dir noch raten ein paar Sternbücher wie "Atlas für Himmelbeobachter"wenn du den hast (sonst musst du dir unbedingt einen kaufen)und eine Rotlichtlampe mit hinaus zu nehemen.

Wünsch dir noch schöne Beobachtungsabende!
 
Hallo Matthias,

der Begriff "schneller" kommt aus der Fotografie. Bei gegebener Brennweite brauchts mit einem schnelleren Teleskop weniger Zeit bis z.B. ein Film ausbeleuchtet ist.

Wenn man von F/5 spricht, ist die 5 sozusagen die Blende die man auch vom Fotoapparat her kennt. Der Unterschied zwischen F/4 und F/6 ist dabei schon ganz schön beachtlich: mit einem F/4-Teleskop brauchst nur ca. ein viertel der Belichtungszeit, die ein F/6-Gerät benötigt. Aber Vorsicht: das gilt bei gleicher Brennweite. Die Brennweite bestimmt nämlich Deinen Bildausschnitt, den Du auf dem Foto zu sehen kriegst.

Also: mit einem 200/800 und einem 130/800 kriegst Du den gleichen Bildausschnitt, musst beim 200/800 aber nur ein Viertel der Belichtungszeit investieren - ist ja auch plausibel, weil der 200/800 viel dicker ist und entsprechend mehr Licht sammelt.

Mit einem 200/1200 dagegen kriegst Du einen kleinern Bildausschnitt als mit einem 200/800. Eine Galaxie beispielsweise würde größer auf dem Foto erscheinen. Dafür brauchts dann wieder mehr Belichtungszeit, obwohl beide Rohre gleich dick sind. Das gilt in einem gewissen Grad auch für die Beobachtung. Mit schnellen Teleskopen kriegt man leichter grosse Gesichtsfelder als mit schnellen.

Problematisch ist bei schnellen Newtons nun, dass das Bildfeld ausserhalb der Mittelachse mit "Fehlern" behaftet ist. z.B. ist das Feld in dem Du ein scharfes Bild kriegst nicht eben, sondern gewölbt - das ist physikalisch bedingt und wird gravierender je schneller das Teleskop ist. Dann braucht man speziellere Okulare, die das ausgleichen. Und die sind teuer. Und diese Mittelachse muss nun erstmal justiert werden.

Ich stells mir so vor: Justage heisst ja unter anderem, dass alle vom Spiegel reflektierten Lichtstrahlen genau auf den Mittelpunkt des Fangspiegels zeigen müssen. Bei schnellen Newtons sind jetzt die Hauptspiegel sozusagen stärker gewölbt als bei langsamen Newtons. Wenn Du so einen stark gewölbten Spiegel etwas kippst, zeigt ein reflektierter Lichtstrahl speziell vom Spiegelrand viel stärker an der Fangspiegelmitte vorbei als wenn er weniger stark gewölbt wäre. Also ist genauere Justage nötig. Wenn die Justage bei schnellen Newtons nicht passt, bricht z.B. die Schärfe des Bildes ein. Hohe Vergrößerungen sind dann nicht mehr möglich.

Dass ein 200/800 irgendwie besser wäre als ein 200/1200 kann man so also gar nicht sagen. Ein Vorteil vom schnellen Teleskop ist auch, dass es bei gegebener Öffnung kürzer und leichter ist. Man kann sowas also leichter tragen und mit weniger Aufwand parallaktisch montieren. Bei Dobsons wiederum kuckt man auf die Einblickhöhe wenn man im Zenit beobachtet. Bei größeren Öffnungen wählt man gerne schnelle Varianten. Das dann dann entscheiden ob man eine Leiter zum Beobachten braucht oder nicht.

Dein angepeilter 8" F/6 übrigens hat meiner Meinung nach ideale Maße: man kann alles noch tragen, im Sitzen angenehm beobachten, alles noch nicht so schwer und von der Justage her relativ gutmütig

Für Deinen ersten Beobachtungsabend brauchst Du noch eine Sternkarte/Atlas, eine Rotlichtlampe, ggf. was zum hinsetzen und __warme__ Klamotten. Je nach Orientierung die Du schon hast vielleicht noch nen Kompass.

CS

Klaus
 
'Schnell' ist ein an die Fotografie angelehnter Begriff, weil Fotos schneller ausbelichtet sind: Die Blende ist offner. Visuell kann man folgendes sagen:
Ein schnelles Teleskop bietet große Bildfelder für weiträumige Beobachtungen z.B. der Milchstraße. 2° Bildfeld ist typisch für einen schnellen 8"-Newton. Dafür gibt es größere Schwierigkeiten, hoch zu vergrößern. Es werden sehr teure Okulare gebraucht und dennoch bleibt das Gesamtergebnis hinter einem langsameren Newton zurück. Ein schnelles Gerät ist etwas justierkritischer, man muss den Pingelmodus einschalten. Aber justieren kann man lernen.

Als visuelles Universalgerät rate ich zum langbrennweitigeren f/6.
 
Hallo Matthias!
Als Lektüre würde ich Dir den Deepsky Reiseführer empfehlen!!!
Der Karkoschka ist zwar von den Aufsuchkarten her sehr nett,enthält jedoch nicht so viel Informationen über die einzelnen Objekte.
Ich habe beide Bücher und der Karkoschka wird nur selten angeschaut.

Ach so,vielleicht auch noch das Kosmos Himmelsjahr 2008!

Viele Grüsse
Kerstin
 
Hallo Matthias,

ansich ist schon alles gesagt.
Zur Justage nochmal: man kann es sich einfach so bildlich machen, daß ein f5 im Vergleich zum f6 Gerät einen "gekrümmteren" Spiegel hat und damit eine kürzere Brennweite. Dadurch hat man weniger "Tiefenschärfe", ein Begriff aus der Fotografie, der hier allerdings nicht wörtlich, sondern im übertragenden Sinne zu verstehen ist. Dadurch muß man öfters justieren.

Allgemein "Besser" ist keiner, weder ein kurzer f4 noch ein langer f6, nur haben beide eine andere Aufgabe. Der eine ist für die Fotografie gebaut, der andere für visuelle Beobachtung. Und in diesen Disziplinen ist dann wirklich ein jeder in seinem eigenen Metier besser.

Was brauchst Du noch?
Ich würde zum Galaxy Dobson, den ich ja auch habe, s.u., einen Telrad-Sucher nehmen. Dazu Stoyans Deep-Sky-Reiseatlas, denn der hat bei allen Objekten die Telradkreise bereits eingezeichnet. Schneller kann Starhopping nicht sein. Dazu den Karkoschke oder das entsprechende Buch zum Reiseatlas. Bekommst Du derzeit bei ICS, da Ronald Stoyans Reiseatlas ausverkauft ist. Wird erst im Sommer wieder kommen, aber über ICS kannst Du ihn noch ordern, müsstest hier aber schnell sein, es gibt nur noch wenige Exemplare.
Dann eine Rotlichtlampe, um Dich in der Dunkelheit zurecht zu finden, Klapptisch und Klappstuhl und die Reise ins Universum kann beginnen.

Als Rotlichtlampe kommt vieles in Frage, manche bauen sie sich selbst, ich habe eine mit 2 roten und 2 weißen LED`S, die dimmbar ist von ICS, sehr gut und praktisch sind auch Stirnlampen, da hat man beim Blättern in den Sternkarten die Hände frei. Das Teil kommt bei mir auch noch ran!

CS
Winfried
 
Hallo vielen Dank schonmal!

Ja ich denke ich hab nun langsam schon bisschen mehr vorstellung wie das ist :-)

@Berberich:
Ich hab bereits den Telrad für mich reserviert ;-)

Ach und die Büher sind bei am...zon alle noch zu bekommen...
natürlich kann ich sie aber auch bei ICS mitnehmen, wenn ichmein Teleskop abhole...
Jetz fehlen mir nur noch ein paar Euronen und dann gehts ab nach Augsburg :-)

Lg
Matthias
 
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