Einsteigergerät bis max. 500 Euro (Was darfs denn sein?)

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Sternklar

Mitglied
Hallo alle zusammen,
ja, es geht um die berühmte Frage welches Teleskop als Anfänger geeignet ist, ein Refraktor, oder ein Spiegelteleskop?
Ich hatte mal vor 3 Jahren ein Linsenteleskop von Bresser 60 mm Durchmesser 900 mm Brennweite., das ich im Kaufhaus im Sonderangebot gekauft habe.
Natürlich ist das ein beliebter Anfängerfehler, das man gleich zu einem Billiggerät zugreift, ohne sich genau zu informieren.

Ich habe die Lust am schauen verloren, weil das Gerät absolut schrott war.
Na ja, wenigstens war es eine billige Erfahrung.
Dann habe ich mich in Optikergeschäften mal umgeschaut, da gab es dann von Vixen oder Meade diverse Linsenteleskope, natürlich zu einem viel höheren Preis.
Irgendwie habe ich dann das Interesse verloren.

Jetzt liebäugle ich mit einem neuen Teleskop, mit einem Kaufpreis von maximal 500 Euro.
Was meint ihr, ich habe oft gelesen, das ein Refraktor einem Newton oder Spiegelteleskop bei gleicher Öffnung überlegen ist.
Ich habe auch noch nicht so viel Erfahrungen in diesem Bereich.
Ich Danke euch schon mal im Voraus, für eure Meinung. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />



Betreff geändert vom Boardmaster
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Was darf's denn sein?

hallo,

genau diese deine frage wurde und wird hier natürlich
immer wieder gestellt und natürlich ist es nicht möglich,
jetzt hier eine komplette abhandlung über teleskope
runterzurattern. auch nicht notwendig, denn die gibts
im web zuhauf.

das wichtigste ist, daß du dich erstmal gründlich
über die eigenschaften der verschiedensten
teleskop-systeme informierst.
im web gibts dazu genügend informationen. schon
alleine wenn du hier im forum die suchfunktion benutzt
wirst du auf soviele beiträge zu diesem thema stoßen,
daß du monate brauchst um alle zu lesen.

desweiteren kann ich dir nur dringend anraten,
mit anderen astronomen in deiner umgebung kontakt
aufzunehmen (verein od. privat). so hast du die
möglichkeit gratis durch viele versch. teleskope
zu blicken und dabei gleich einiges zu lernen.
das erspart dir weitere fehlkäufe.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: Was darf's denn sein?

Hallo,

dann beginne ich mal den Reigen der Antworten. Ich bin kein Freund von Linsenteleskopen.
Die sind mir gerade beim Anfänger im Preis Leistungs Verhältnis zu schlecht.
Kuck mal bei www.teleskop-service.de auf die Anfänger Seiten, da gibt es schöne Bilder
und viele Erklärungen.
Ich zäum den Gaul mal von hinten auf, da Du ja sagtest, daß Dein Teleskop Schrott war.
Ich vermute nicht die Optik war der Schrott ( ok die Okulare wahrscheinlich schon ), sondern
die Montierung. Das ist wie beim Hausbau, das beste Schloß taugt nichts, wenn kein Fundament
drunter ist. Also würde ich an Deiner Stelle zusehen, daß Du mit einer vernünftgen ausbaufähigen
Montierung ( vielleicht gebraucht ) und einer kleineren Spiegel Optik Dein Budget ausschöpfst.
Also so eine Astro 5 z.B. mit 114/900 oder 130/900 oder wenn das Geld noch reicht 150/1200 von GSO,
das wär schon mal der Knaller am Planeten und ein guter visueller Einstieg in DeepSky ist damit
auch gegeben. Ich seh gerade, daß der 150/1200 mit Astro 5 für 698 Euro angeboten wird. Das sprengt
leider Dein Budget, aber nimm lieber eine kleinere Optik und bleib bei der Astro 5, da die eben
ausbaufähig für die Zukunft ist und fang mit einer kleineren Optik an. So ein 114/900 ist auch
ein gutes Gerät ( habe selber einen ) oder ein 150/750 Newton der Marke Astro, aber der ist nicht
mehr ganz so optimal am Planeten, dafür aber eine tolle Fotooptik. Die Auswahl ist wirklich nicht
einfach. Deswegen suchst Du Dir am besten mal im Treffpunkt Board eine Beobachtergruppe oder
Volkssternwarte in Deiner Nähe. Da kannst Du solche Sachen dann mal life und in Farbe sehen und
Dir selbst ein Bild machen. Vielleicht ist ja auch ein Dobson was für Dich.
 
Re: Was darf's denn sein?

Um das Gleichgewicht wieder herzustellen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ich bin ein Freund von Linsenteleskopen. Die bieten zwar für ihr Geld meist weniger Leistung, dafür sind sie sehr einfach zu bedienen. Für eine gegebene Öffnung bieten vernünftig dimensionierte Refraktoren im Vergleich einen hervorragenden Kontrast, was die Nachteile im absoluten Lichtsammelvermögen ein klein wenig ausgleichen kann.

Wahr ist allerdings auch, um einem 114/900-er Einsteigerspiegel Paroli zu bieten, sollte ein Refraktor mindestens 90 mm Öffnung haben. So etwas kostet im Vergleich zum Newton-Spiegel aber etwas mehr.
 
Re: Was darf's denn sein?

Insofern ist das erste Statement gar nicht so falsch gedacht, wenn man von 2 Geräten gleicher Öffnung ausgeht, das ein Linsenteleskop dann besser ist. Kostet dann aber auch wesentlich mehr. Daher ist der Vergleich bezogen auf die Öffnung an sich schon ein Irrläufer.
Gruss
Micha
 
Re: Was darf's denn sein?

grund für meine kleine ergänzung oben weiter
war der, die allseits so beliebten pauschalierungen
im keime zu ersticken und hintanzuhalten, weil damit
niemandem gedient ist.

noch ein satz an den eigentlichen fragesteller:

jedes gerät ist dann gut, wenn es den zweck für den
es angeschafft wurde erfüllt und den beobachter
somit auch zufriedenstellt.

insofern kann ich jedem einsteiger, aber auch schon
fortgeschritteneren nur raten, die an das gerät
gestellten anforderungen bzw. erwartungen zum
ersten für sich selbst so genau wie möglich abzustecken
und diese dann zum zweiten hier so konkret wie möglich
mitzuteilen.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: Was darf's denn sein?

Jetzt bringen wir ein weiteres Gerät ins Rennen.
Ausgehend von 500 Euro und dem Ziel der Beobachtung (ich klammere Fotografie aus, das wir teuer, Webcam ginge aber)

Hier wurde schon das Problem der Montierung ins Feld geworfen, das kann an leicht umgehen.
Indem man zu einem Dobsen greift! Für 450 Euro bekommst du von GSO einen 200/1200mm Dobosn und 2 Einsteigerokulare dazu.
Damit siehst du ne ganze Menge am Himmel und vergleichbares auf einer stabilen Montierung zu dem Preis wirst du nicht finden!

Der Dobsen ist leicht zu bedienen und vor allem schnell aufgebaut. Was will man mehr?

Gruß
Ralph
 
Re: Was darf's denn sein?

Je nach persönlichem Geschmack:

- Einachsige Nachführung

- Weniger Probleme mit der Fokal-Lage <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> für zukünftiges Zubehör

- Justagefreiheit

- Weniger Sperrigkeit / Gewicht

Hängt alles von den konkreten Vorstellungen des Astro-Interessierten ab...
 
Re: Was darf's denn sein?

Hi Ralph,

ein 8 Zoll Dobson mit f/6 bietet sicher unter allen Möglichkeiten die beste Leistung. Abstriche muß man bei der Planetenbeobachtung machen, wo die Verfolgung des Planeten Übung erfordert, wenn man standard Okulare mit kleinem Gesichtsfeld hat. Bis 150x aber ist das kein so großes Problem.

Was die Tauglichkeit für Webcam-Fotografie angeht - ich habe mir neulich im Feld eine solche Aktion angeschaut, da waren 2 Mann mit beschäftigt, einer Dobste hinter Mars her, der andere drückte auf Aufnahme. Das ist grob gesagt Mist, und wer den Dobs für wirklich Webcam-tauglich hält, der muß auch die Stative der 60mm Refraktoren und 76mm Newtons für völlig ausreichend halten... Da braucht's viel Idealismus zu.

Clear Skies
Sven
 
Re: Was darf's denn sein?

Sven

Ich habe nicht geschrieben das es ein Kinderspiel ist mit ner Webcam durch nen Dobsen zu filmen. Aber es ist machbar.

Dafür gibt es genügend Bilder im Web die durch einen Dobson mit Webcam gemacht wurden.

Die Frage ist was ich für 500 Euro bekommen kann und da hat ein 8 Zöller Dobson sehr viele Argumente auf seiner Seite.

Gruß
Ralph
 
Hallo,

der Kauf eines Teleskopes erscheint immer recht komplex (auch bei den Alten Hasen). Wie Du bereits an dieser Stelle sehen kannst, gehen die Meinungen stark auseinander. Aus diesem Grund ist der beste Tipp (welcher schon erwähnt wurde), schau selber durch unterschiedliche Fernrohre. Astronomische Vereine, Sternwarten oder auch Händler und Amateure bieten hierzu die Möglichkeit.

Du solltest Dir unbedingt die verschiedenen Teleskoptypen : Spiegelteleskop und Linsenteleskop mit ihren Vor- und Nachteilen ansehen. Desweiteren solltest Du Dir Informationen zu einem Dobson einholen (ein "normales" Spiegelteleskop (Newton) auf einer einfachen Montierung). Hiermit musst Du via Hand am Teleskop nachführen und kannst keine Langzeitfotografie durchführen. Dafür bekommst Du viel Teleskop für`s Geld.

Wenn Du praktische Erfahrungen gesammelt hast, am besten mit den Fernrohren die Du in die engere Wahl ziehst, und Dich informiert hast, können wir detaillierte Angaben zu Teleskoptypen geben.

Grüße, Christoph Lohuis.
 
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