Einsteigerprobleme Skywatcher 200/100 mit ASIAIR und Zwo 715MC

stefan30

Neues Mitglied
Hallo zusammen, ich habe einige Schwierigkeiten mit dem folgenden Setup und würde Euch gerne um ein paar Ratschläge bitten:

Ich habe das folgende Equiment:
- Skywatcher EQ6-Pro mit Wifi Dongle
- Skywatcher 200/1000 PDS
- Barlow Linse 2x (bei Jupiter)
- Omegon Microspeed Guidescope 50mm
- ASIAIR Plus
- Zwo 715MC
- Zwo 120MM Mini

Ich habe angefangen mit der Handsteuerung der EQ-6 und Einnorden mit Polsucher und 2-Star Alignment, dann vermehr das Dongle eingesetzt mit der SynScan Pro App, das klappt inzwischen gut.
Visuell habe ich bislang Jupiter und einige Messier Objekte beobachtet, und wollte langsam in die Astrofotografie einsteigen.
Vor einigen Wochen habe ich mit der 715MC Jupiter gut als Video aufnehmen können, mit dem GRF und den Wolkenbändern.

Gestern habe ich zum ersten Mal das Asiair für PA benutzt, mit der 120 mini auf dem Sucher und das hat - im Gegensatz zu meinem Versuch mit der 715mc auch funktioniert.

Mir ist bewusst, dass der Sensor der 715MC sehr klein ist, und für Deep Sky Objekte nur bedingt geeignet.

Nun zu meinen wiederkehrenden Problemen - vermutlich typische Anfängerfehler - oder aufgrund des nicht idealen Equipments:
- Trotz Einnorden mit 0`40`` Genauigkeit gestern, funktioniert das Anfahren von Objekten nicht, d.h. ein Objekt ist meist nicht im Sichtfeld der 715MC - obwohl das Asiair das in der Übersicht im Sichtfeld anzeigt
- Ich habe jedesmal große Schwierigkeiten, mit der 715MC überhaupt den Fokus zu justieren, weil gar kein Stern/Objekt im Sichtfeld ist
- mein Ziel wäre erstmal eine sehr grobe Aufnahme von z.B. einem "einfachen" Kugelsternhaufen, aber gestern habe ich es nichtmal geschafft, die 715MC überhaupt zu fokussieren

Nun meine Fragen:
- Soll ich weiter über das Sucherfernrohr mit der 120 Mini das PA machen? (mit der 715MC im Hauptrohr findet das Asiair bislang zuwenige Objekte)
- Wie kann ich den Fokus bei der 715MC schneller einstellen (bzw überhaupt) ? Bislang muss ich dann zwischen Kamera und visuellem Okular wechseln, um einen Stern genau in die Mitte zu bekommen, dann wieder die Kamera zurück in den Okularauszug etc. Alles sehr fummelig
- Oder soll ich erstmal mit visuellem Sucher arbeiten (solange ich noch kein Guiding verwende) - bin aber nicht sicher, ob das bei der geringeren Vergrößerung hilft, die Objekte ins Sichtfeld der 715MC zu bekommen.
- Oder ist die 715MC für mein Anfängerszenario mit dem kleinen Sensor und der großen Brennweite abgeshen von Planeten einfach zu anspruchsvoll?
- Dann noch eine Detailfrage zur ASIAIR: wenn ich mit den Pfeiltasten in der App ein Objekt (Bsp. Jupiter) korrigiere, damit es genau im Zentrum ist, was macht dann "Sync" unten (links neben Goto)? Korrigiert das die Nachführung, damit diese Differenz gemerkt wird?

Vielen Dank für jeden kleinen Hinweis, der mich einen kleinen Schritt weiterbringt!

Grüße
Stefan
 
Für den Fokus würde ich unbedingt über einen hellen Stern im Live-View der ASIAIR gehen und langsam hineinzoomen. Der Wechsel zwischen Okular und Kamera ist unnötig kompliziert und führt oft eher zu Fehlern als zu einem sauberen Fokuspunkt. Sobald der Fokus einmal grob sitzt, kannst du ihn später fein nachziehen.
 
Hallo Stefan

Ich denke dass das Sucherteleskop nicht zur Hauptoptik fluchtet. Wenn Du also das PA über den Sucher machst, und dann zur Hauptoptik wechselt, dann ist das angefahrene Objekt sehr wahrscheinlich nicht in der Mitte.
Für mich ist die Kamera absolut Kontraproduktiv. Mit z.B. einer ASI MC2600 Pro, einer 585MC Pro oder einer 533er funktioniert das ganze wesentlich besser.

Hier mal grob mein Ablauf :

- Anlage aufbauen, so dass das Teleskop peil Auge schon mal gut Richtung Polaris zeigt.
- Teleskop mittels Bahtinov-Maske an Polaris fokussieren.
- PA starten und Anweisungen folgen.
- Links unten auf das Kartensymbol tippen, den Schnittpunkt von Himmelsäquator und Meridian suchen, den Fokuspunkt etwas rechts oder links vom Meridian ( links wenn man ein Objekt im Osten aufnehmen will, rechts wenn es eins im Westen ist ) anfahren ( GoTo ) und am Himmelsäquator das Guiding kalibrieren.
- evtl. nochmal den Fokus mit Bahtinov-Maske prüfen.
- gewünschtes Objekt in der Karte auswählen und mit GoTo anfahren. Ist das PA korrekt ausgeführt, ist das gewünschte Objekt nun sehr genau mittig zentriert.
- Ist ein Rotator am Teleskop, kann nun noch die Kamera wie gewünscht zum Objekt ausgerichtet werden .
- Umschalten von Preview auf Autorun und dort die Aufnahmen einstellen
- Aufnahme starten

Das ist im großen und ganzen mein Ablauf mit Asiair.

VG Walter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier ein Top Video zum Umgang mit Asiair :

 
Für mich ist die Kamera absolut Kontraproduktiv. Mit z.B. einer ASI MC2600 Pro, einer 585MC Pro oder einer 533er funktioniert das ganze wesentlich besser.
Welche Kamera würdest Du denn für einen Einsteiger empfehlen?
Ich hoffe die Basics lassen sich auch mit einer günstigeren Kamera üben, also z.B. die nicht Pro Variante?. Notfalls mit meiner (unmodifizierten) Sony A7-IV...
 
Natürlich funktioniert eine Kamera wie die Sony A7 auch. Wenn Du so eine hast, nimm sie für den Anfang. Hauptsache der Sensor ist etwas größer und das ganze somit einfacher zu hândeln. Wichtig wäre mir persönlich, dass die Kamera von Asiair angesteuert werden kann.
Wenn der Kaufpreis wichtig ist, würde ich mir eine ASI294MC Pro holen. Evtl. auch gebraucht. Wenn das Geld keine Rolle spielt, dann eine 2600er für Nebel und größere Objekte und eine 585er für Galaxien und kleine Objekte.
VG Walter
 
Hi Stefan,

ich kenne das Problem von meiner 676. Auch da ist das FOV für das PA im ASIAir schlichtweg zu klein und super nervig, trotz gutem Fokus. Letztendlich hast Du zwei Möglichkeiten. Entweder Du justierst Dein Sucherrohr so genau, dass es keine Abweichung zur Hauptoptik hat und machst weiter das PA über das Sucherrohr, oder - und so bin ich dann verfahren - Du nimmst Deine Guiding-Cam, sprich die 120er als Main-Cam in Deiner Hauptoptik und auch im ASIAir, machst das PA, wenn das erfolgreich ist, deaktivierst Du die Cam wieder im ASIAir Menü, steckst um und nimmst wieder die 715 als Main Cam. Das klappt technisch prima, und damit eliminierst Du potentielle Abweichungen Deines Guidescope.

Auf Deine Frage nach einer Einsteigerkamera ist das natürlich immer vom Budget abhängig. Ich sehe aber ähnlich wie Walter (und viele andere) die 585er als beste Allrounder-Lösung. Hier empfehle ich aber dann die pro-Variante, meint mit Kühlung. Aktuell für 800€. Wenn kompromisslos und budgetär großzügig angegangen werden soll, ist die allseits kolportierte 2600er wohl im Amateurbereich mit Fokus auf großformatige Aufnahmen das Optimum zwischen Preis und Leistung.

CS
Thomas
 
Hi Stefan,

ich kenne das Problem von meiner 676. Auch da ist das FOV für das PA im ASIAir schlichtweg zu klein und super nervig, trotz gutem Fokus. Letztendlich hast Du zwei Möglichkeiten. Entweder Du justierst Dein Sucherrohr so genau, dass es keine Abweichung zur Hauptoptik hat und machst weiter das PA über das Sucherrohr, oder - und so bin ich dann verfahren - Du nimmst Deine Guiding-Cam, sprich die 120er als Main-Cam in Deiner Hauptoptik und auch im ASIAir, machst das PA, wenn das erfolgreich ist, deaktivierst Du die Cam wieder im ASIAir Menü, steckst um und nimmst wieder die 715 als Main Cam. Das klappt technisch prima, und damit eliminierst Du potentielle Abweichungen Deines Guidescope.

Auf Deine Frage nach einer Einsteigerkamera ist das natürlich immer vom Budget abhängig. Ich sehe aber ähnlich wie Walter (und viele andere) die 585er als beste Allrounder-Lösung. Hier empfehle ich aber dann die pro-Variante, meint mit Kühlung. Aktuell für 800€. Wenn kompromisslos und budgetär großzügig angegangen werden soll, ist die allseits kolportierte 2600er wohl im Amateurbereich mit Fokus auf großformatige Aufnahmen das Optimum zwischen Preis und Leistung.

CS
Thomas
Danke erstmal an alle! Werde das nächste Mal den Versuch mit der 120MM im Hauptteleskop starten.

Noch ein eine Frage: ich habe zwar eine Batinov Maske, die aber noch nie benutzt. Ist die sinnvoll/notwendig, wenn man die Fokussierung im Asiair durchführt, oder nur wenn man z.B. eine DSLR anschließt ?

Und noch zur 585MC Pro, was ist der Vorteil zur 533MC Pro? Die scheinen preislich sehr ähnlich , auch gebraucht
Von der quadratischen Sensorgröße würde ich dann eher zur 533MC pro tendieren...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo nochmal

Die Bahtinov Maske ist definitiv nötig wenn man korrekt fokussieren will und keinen EAF benutzt. Mit EAF braucht man sie nicht.

Das spuckt die Ki zu den Kameras aus :

Die ZWO ASI533MC Pro ist dank ihres größeren quadratischen Sensors, der höheren Farbtiefe (14-Bit) und des größeren Dynamikumfangs die überlegene Kamera für klassische Deep-Sky-Aufnahmen. Die ASI585MC Pro ist eine günstigere, modernere Alternative mit kleineren Pixeln, die durch hohe Bildraten besonders für die Planetenfotografie punktet, aber sensorbedingt weniger Bildfläche bietet.
Hier sind die wichtigsten Unterschiede im Detail:

Sensor und Auflösung
  • ASI533MC Pro: Besitzt einen 1-Zoll-Sensor (quadratisch, 9 Megapixel) mit einer Kantenlänge von 11,3 mm. Die Pixelgröße beträgt 3,76 µm, was sehr gut zu kleinen bis mittleren Teleskopen passt.
  • ASI585MC Pro: Besitzt einen etwas kleineren 1/1,8-Zoll-Sensor (rechteckiges 16:9-Format, 8,3 Megapixel). Die Pixel sind mit 2,9 µm kleiner, was besonders bei der Planetenfotografie zu einer stärkeren Vergrößerung führt.

Bildqualität und Deep-Sky
  • Dynamikumfang & Bittiefe: Die ASI533MC Pro bietet 14-Bit und eine Full-Well-Kapazität von ca. 50.000 e-. Das sorgt für hervorragende Farbübergänge und einen exzellenten Dynamikumfang. Die ASI585MC Pro arbeitet mit 12-Bit.
  • Kühlung: Beide Kameras verfügen über eine geregelte Zwei-Stufen-Peltier-Kühlung, die das Rauschen bei langen Belichtungen effektiv minimiert. Beide Sensoren haben kein störendes Verstärkerglühen ("Zero Amp Glow").

Empfindlichkeit und Geschwindigkeit
  • Quanteneffizienz (QE): Beide Kameras sind extrem lichtempfindlich (rückbelichtete Sensoren/STARVIS). Die ASI585MC Pro hat mit bis zu 91 % einen minimalen Vorteil bei der Empfindlichkeit.
  • Bildrate (FPS): Die ASI585MC Pro erreicht durch ihren kleineren Sensor und die 12-Bit-Tiefe deutlich höhere Bildraten, was sie zur besseren Wahl für die detailreiche Aufnahme von Mond und Planeten macht.

Fazit – Was sollten Sie wählen?
  • Wählen Sie die ASI533MC Pro, wenn Sie hauptsächlich großflächige Deep-Sky-Objekte (Nnebel, Galaxien) fotografieren wollen. Sie bietet mehr Bildfeld, einen satteren Dynamikumfang und ist der "Goldstandard" für ambitionierte Einsteiger in der Deep-Sky-Fotografie.
  • Wählen Sie die ASI585MC Pro, wenn Ihr Budget etwas kleiner ist, Sie den Fokus eher auf die Planeten- und Mondfotografie legen oder kompakte, kleinere Deep-Sky-Objekte mit längeren Brennweiten aufnehmen möchten.
 
Hallo,

ich habe vor etwa einem Jahr auch mit dem gleichen Teleskop angefangen 200PDS und einer EQ6-I.

Wie schon erwähnt wurde, die Einnordung mit der Hauptkamera machen, nicht mir der Guding-Cam.

Ich wollte dir auch nochmal etwas zu Hauptkamera sagen. Ich selber hatte mit der auch schon angesprochenen ASI294MC PRO angefangen, jedoch dan sehr schnell auf die ebenso schon erwähnte 2600er gewechselt.
Daher möchte ich dir aus eigener Erfahrung nur sagen, überlege dir recht bald, ob du nicht doch auf auf eine solche Kamera umsteigen möchtest. Bedenke, Deepsy-Aufnahmen brauchen Zeit, teils mehrere Nächte. Wenn du dan später die Cam wechselst wirst du dich darüber ärgern, dass du es nicht früher gemacht hast ;) Auch preislich ist die 2600er angenehmer geworden ;) manchmal gibt es gute gebrauchte um die 1300-1400 Euro, Neu, gibt es die auch schon u die 1600 wenn ich nicht irre.

Auch den EAF würde ich überdenken, ich würde diesen nicht mehr missen möchten ;)
- Oder soll ich erstmal mit visuellem Sucher arbeiten (solange ich noch kein Guiding verwende) - bin aber nicht sicher, ob das bei der geringeren Vergrößerung hilft, die Objekte ins Sichtfeld der 715MC zu bekommen.
Nur einfach mal erwähnt, das Guiding ist nicht dafür gedacht die Objekte richtig anzufahren, sondern nur um das gesammte Teleskop dann bei den Aufnahmen bestmöglich nachzuführen, damit es schöne Bilder gibt ;)
 
Hier noch ein kleines Update:

Ich habe am 26.5. einen neuen Versuch gestartet, in einer Nacht mit gutem Seeing aber leider sehr hellem Mond.
Einnorden mit Asi platesolving hat mit der 120mm im Hauptrohr wunderbar funktioniert.
Danach gewechselt auf die 715MC und die angefahrene M51 hatte er sofort im Bild.
1000065278.jpg


Das alles bislang nur mit wenigen Frames im Live Stacking und ohne Nachbearbeitung zur Farbe Erarbeitung. Und noch ohne UV Sperrfilter sowie ohne Komakorrektor.

Jetzt muss ich erstmal wieder auf dunklere Nächte warten 😉

Noch eine kurze Frage:
Mir ist beim Versuchen, andere Objekte anzufahren mehrmals passiert, dass der Asiair das Teleskop fast an die Beine des Stativs geschrammt hat.
Vermutlich habe ich die Settings für Meridianflip nicht korrekt?
Wie "weiss" denn das Asiair, in welchen Bereich es das Teleskop nicht schwenken darf wegen der schrägen Stativbeine?
Kann man die nötigen Werte dazu ermitteln ohne einen Crash zu riskieren?

Den Switch auf die 533MC Pro oder 2600MC Pro werde ich mir überlegen.
Ist es aber generell so, das das Asiair kein Farb Stacking JPG produzieren kann, und das immer nur über den PC danach mit Debayering geht?

Danke für Eure Tipps und Geduld
Grüße Stefan
 

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