Einsteigerteleskop: Beratung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

honigpfote83

Neues Mitglied
Hi Zusammen

Ich bin ganz neu hier und möchte mich kurz vorstellen: Ich wohne in der Schweiz (Bern) und bin Neuling was das Thema angeht (interessiere mich aber schon seit Kindheit für das Thema). Auf meinen Geburtstag bekomme ich von meiner Frau mein erstes Teleskop. Die Budgetobergrenze liegt allerdings bei 200 €.

Ich habe jetzt ca. eine Woche intensiv recherchiert und auch hier im Forum viel gelesen und sehe ein, dass es mit meinem Budget extrem schwierig wird, dennoch möchte ich mir mein erstes eigenes Teleskop zulegen. Mir ist bewusst, dass ich für diesen Preis kein vernünftiges Teleskop bekomme, sondern ein Einsteigerset das wackelt, schlechte Okulare mitbringt und viel Geduld und Aufwand erfordert.

So wie ich mich kenne, werde ich zu Beginn nicht mehr als ca. 3-4 Mal pro Monat von meinem Stadtbalkon aus den Sternenhimmel betrachten (besonders Mond, Planeten, wenn möglich auch ein paar DSOs). Ich werde auch nicht allzu oft aufs Land rausfahren können, werde das aber bestimmt bei Gelegenheit tun. Konsequenterweise sind meine Ansprüche auch nicht all zu hoch, wenn ich einmal Jupiter oder Saturn erkennen, oder einen hellen Nebel ausmachen kann wäre das für mich schon die Welt. Wenn es mich dann packt, dann werde ich bestimmt mehr Zeit und Geld in das Hobby investieren können.

Ich bin etwas verunsichert weil ich viele Erfahrungsberichte gesehen habe, bei denen Anfänger auch mit Billig-Teleskopen gewisse Erfolge erzielen konnten. Hier im Forum wird aber oft empfohlen noch etwas zu sparen und etwas richtiges zu kaufen oder vom Kauf solcher Einsteigerteleskope aberaten. Ich verstehe diesen logischen Ansatz, aber mehr als 200 € kann ich in der nächsten Zeit nicht investieren, sonst würde ich ca. 300 € für ein Dobson ausgeben.

Nach langer Recherche bin ich jetzt bei zwei möglichen Teleskopen angelangt, die für mich in Frage kommen:

Das Celestron Powerseeker 114 EQ oder das Skywatcher Explorer-130.

Der Powerseeker ist etwas günstiger (150 €), da könnte ich also noch ein, eventuell zwei bessere Okulare dazu kaufen. Der Explorer hat aber die bessere Lichtstärke und Parabolspiegel da würde ich wohl mehr sehen, ich weiss aber nicht ob sich auf dem Niveau diese Investition lohnt, da ich erstmals nichts zusätzlich kaufen könnte (genau 195 €). Okulare könnte ich ja auch in einem besseren Teleskop verwenden.

Würdet ihr, liebe Community, mir jetzt empfehlen:

1) Gar nicht erst anzufangen
2) Den Powerseeker zu kaufen und bessere Okulare dazu (wenn ja, habt ihr da Tipps?)
3) Den Skywatcher Explorer 130 zu kaufen und tun was damit geht.
4) Was völlig anderes zu kaufen

Meine Vorstellung ist mit dem Teleskop etwas rumzuexperimentieren und vielleicht zunächst bessere Okulare und Montierung zu kaufen. Ich kenne mich ja am Sternenhimmel auch nocht nicht allzu gut aus. Dann in zwei oder drei Jahren ein wesentlich besseres Gerät zu kaufen bei dem ich dann die Montierung und Okulare ja einsetzen kann.

So, jetzt da ich geschrieben habe, bin ich natürlich auch für jegliche Art von Kritik empfänglich! :-)

Liebe Grüsse

Alain
 
Hallo Alain,

herzlich willkommen. Einen schönen Nicknamen hast Du Dir da ausgesucht ;/
Du scheinst Dich wirklich schon gut belesen zu haben. Einen richtigen Tipp habe ich nicht für Dich, ich will Dich aber ein wenig beruhigen. Ich habe seinerzeit mit einem Aldi-Refraktor angefangen und die Qualität dieses Teleskops (kann man da eigentlich noch von Qualität sprechen?) hat meiner Begeisterung für dieses Hobby nicht geschadet. Nur dass die Begeisterung inzwischen ganz schön ins Geld geht. Wie sagt man so schön: "Millionen den Bach runter ..." :D

Nein Spaß beiseite. Zum Reinschnuppern in das Hobby sind die beiden von Dir ausgesuchten Teleskope allemal besser, als mein Aldi-Refraktor. Wenn Dich die Astronomie auch weiter begeistert, dann wird sicher bald ein besseres Teleskop folgen.

Du wirst noch viele gute Empfehlungen hier erhalten. Meine Empfehlung wäre ein Weg, den auch ich gegangen bin (jeder empfiehlt halt das gerne, was er selbst als gut erlebt hat). Wie wäre es zum Anfang mit einem 10x50 Fernglas. Gute Ferngläser sind schon ab 100-150 EUR zu haben.
Mit diesem wären einige der von Dir benannten Rahmenbedingungen erfüllt. Reinschnuppern, Himmel kennenlernen, viele Objekte die schon als Nebel(chen) erscheinen, Mond ... einzig die fehlenden Vergrößerungsmöglichkeiten sehe ich als Nachteil, gerade bei Planeten.
Ein bisschen Geld für Literatur und eine Sternkarte ist dann auch noch drüber.
Wenn Dich das Hobby am Ende nicht fesselt, dann hast Du immernoch ein schönes Fernglas, das Du für die Tagbeobachtung nutzen kannst.
Wenn doch, dann folgt halt ein Teleskop mit dann einem vielleicht höheren Budget :/

Beste Grüße

Rene
 
Hallo Alain,

zunächst mal willkommen hier im Forum und bei unserem spannenden Hobby :-) Vor Allem würde ich dir empfehlen, Kontakt zu Gleichgesinnten oder einer Sternwarte in der Nähe zu suchen und dort mal zu schauen, was dich erwartet. Viele Sternwarten bieten auch die Möglichkeit, mal durch ein Teleskop zu schauen und können gute Tips geben.

Wenn das Budget wirklich fest ist und es für einen Dobson somit nicht reicht, wäre der Skywatcher durchaus ok. Mit den Okularen (meist 10mm und 25mm) kann man anfangen, die sind natürlich nicht richtig gut, aber man kann damit was sehen. Aufrüsten kannst du ja immer noch.

Du weisst ja auch schon, dass die Montierung alles andere als stabil ist. Das wird in dem Preissegment aber bei allen Angeboten so sein. Mit dem "Gewackel" wirst du also am Anfang leben müssen. Auch da besteht aber später die Möglichkeit nach und nach aufzurüsten. Du kannst den Tubus also auch auf eine bessere Montierung packen.

Als weitere Option wäre auch der Gebrauchtmarkt zu empfehlen, da gibt es für 200 EUR durchaus einen 6" Skywatcher Dobson, mit etwas Glück auch einen 8". Das erfordert aber natürlich viel Geduld, die wir aber alle im Regelfall nicht haben.

Natürlich werden einige nun sagen, dass man mit 200 EUR lieber gar nicht anfangen sollte. Ich sehe das nicht so, denn mein erstes Teleskop (ein 6" Dobson) hat vor 4 Jahren auch nur 199 EUR gekostet und es hat trotz Standardokularen viel Spaß gemacht. Das Geld gibt sich dann mit der Zeit fast automatisch aus.

Gruß und CS,
Markus
 
Hallo Alain,

willkommen an Board!

Zitat von honigpfote83:
Ich verstehe diesen logischen Ansatz, aber mehr als 200 € kann ich in der nächsten Zeit nicht investieren, sonst würde ich ca. 300 € für ein Dobson ausgeben.

Genau das wäre mein Tip.

Um mein erstes eigenes Teleskop zu kaufen (ein 130/1000 auf MON-1) habe ich damals meine Playstation versetzt... Ein guter Deal! Die MON-1 ist in etwa vergleichbar mit einer EQ3, trägt also etwas mehr als die beiden von dir verlinkten Setmontierungen. Aber selbst bei meiner Montierung war das Fokusieren nicht wirklich spaßig, da der OAZ keine 1:10 untersetzung hatte und das ganze System wegen der großen Hebel doch schnell ins Schwingen kam. Wenn das ganze dann einmal eingestllt war, war alles in Butter und selbst erste Mondfotos habe ich damit gemacht und auch erste Versuche mit Langzeitbelichtung und Nachführung mit dem Auge am Fadenkreuzokular (und händischer Nachführung).

Lange Rede kurzer Sinn, das Problem was ich bei deiner Auswahl sehe ist die wackelige Montierung. Wenn du, wie du schon sagst den Mond, die Planeten beobachten willst und eventuell auch mal nen helleren Nebel, dann bist du mit den langbrennweitigen Newtons meiner Meinung nach schon auf dem richtigen Weg (nebenbei bemerkt recht Okularunkritisch und auch recht unkritisch was die Justage betrifft), dummerweise sind das aber immer recht große "Brummer" mit langen Hebeln, die auf die Montierung wirken und gerade bei Planeten (also hoher Vergrößerung) wird´s nicht besser...

Bei einem Dobson für 300 € wäre das deutlich besser und auf den Himmelspol muss das Teil auch nicht ausgerichtet werden. Für viele ist das Schubsen eines Dobsons auf den gewünschten Himmelsabschnitt auch intuitiver als bei einer EQ-Montierung.

Das Problem der "günstigen" Einsteigersets ist halt, dass man mindestens ein Kröte schlucken muss, sofern man eines dieser Sets tatsächlich kauft!
Die langen Newtons wären für deine Zwecke (DSO mal außen vor) meiner Meinung nach eine gute Wahl, die Kröte wäre dann die wackelige Montage.
Bei gegebener Montierung (mehr als ne EQ3-1 ist eh nicht drin) könnte man natürlich auch an der "Optik" sparen und z.B. einen kleinen leichten Refraktor auf eine entsprechende Montierung packen (z.B. einen 80/400 auf eine EQ2). Dabei wird das Wackeln zwar deutlich geringer, allerdings kannst du nicht so hoch vergrößern und musst mit einem Farbfehler leben...
 
Hallo Alain!

Ich würde dir für den Einstieg folgendes Modell empfehlen:

Einsteiger Newton 130/650

Ich denke mal, das ist für den Anfang vollkommen ausreichend.
Durch den kurzen Tubus ist auch das "wackeln" nicht so wild!!

Wenn ich an meine Anfangszeit denke, das war der Quelle Refraktor mit 60mm Durchmesser, ist das o.g. Gerät schon um längen besser!

Gruß Thomas
 
Hallo Alain,

der Unterschied beim Leistungspotenzial zwischen 114mm Öffnung und 200mm Öffnung ist dermaßen, dass es ein schlechtes Licht auf den 114er wirft, dafür 2/3 des Geldes auszugeben.
Ich denke es spricht sehr viel dafür, dass Du Dir Optionen überlegst, gleich an 200/1200 in Dobson-Bauweise zu kommen.
Nun darf man einen 114/900 auch nicht unterschätzen und wenn man den nicht gerade auf den typischen, mitverkauften Montierungen nutzt, sondern auf irgendetwas wirklich stabilem (Google nach Bildern über "Topfson" und schau die gezeigten Teleskope an), bekommt man auch eine solide Leistung. Man kann so 114/900 Optiken sehr günstig gebraucht bekommen. Das wäre vielleicht auch eine gute Option. Wenn man 50-80 Euro dafür ausgibt, stimmt die Relation, auch wenn man später einen 200/1200 beschafft.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Alain,

wenn man Fotos von Himmelsobjekten aus dem Internet kennt und dann zum ersten Mal überhaupt durch ein Teleskop, zB einen Achtzöller, guckt, ist man wahrscheinlich erstmal recht "ernüchtert"; keine Farben an Deep Sky-Objekten, Planeten winzig klein usw. Wenn man vorher eine Weile mit einem Vierzöller beobachtet hat, ist man vom Leistungssprung jedes größeren Instruments schnell begeistert. Ich will damit nur zu bedenken geben, dass man je nach Erwartungshaltung ohne Erfahrungswerte auch viel Geld ausgeben- und trotzdem enttäuscht sein kann. Von daher würde ich Markus darin zustimmen, dass es sinnvoll ist, erstmal Teleskope auszuprobieren.
 
Liebe Community

Vielen Dank für die vielen wundervollen Ratschläge, Hinweise und Ermutigungen, das freut mich echt!

Also, ich versuche erst einmal zu den angesprochenen Themen Stellung zu nehmen:

@Rene
Danke :-) Weiss gar nicht mehr woher der Name kommt...

Feldstecher: Es ist witzig, ich war schon fast beim Kauf eines Feldstechers für rund 100 € als mir von anderer Stelle gesagt wurde, dass ich lieber gleich ein Teleskop kaufen soll, da der Feldstecher nach kurzer Zeit langweilt und ich dann erst wieder für ein Teleskop sparen muss. Darauhin habe ich mit der Teleskopsuche begonnen.

@Markus
Ja, ich denke deine Überlegungen decken sich mit meinen. Für mich wäre es schön jetzt mal mit Starter-Equipment ins Thema zu starten und dann Stück für Stück aufzurüsten.

@Markus(Sodiac)
Danke für den Hinweis. Eben eine Kröte schlucken muss ich wohl oder übel, damit kann ich vorerst leben. 300 € liegen leider zu diesem Zeitpunkt nicht drin. Generell tendiere ich langsam weg von der EQ2, da mir diese auch mit einem Refraktor dann später wieder nicht weiterhilft...

@Thomas
Irgendwo habe ich gelesen, dass diese verkürzten Newtons eben viele Probleme machen...deshalb wollte ich einen mit derselben Länge wie die Brennweite. Vielleicht täusche ich mich?

@Sven
Es freut mich natürlich besonders, dass du mir auch schreibst :-) Ganz herzlichen Dank für deine Website, bestimmt rund 75 % meines bescheidenen Wissens habe ich von dir bekommen! Und der Tipp mit dem Topfson finde ich sehr spannend...leider sehe ich aber keine Möglichkeit bei meinem Budget an einen 200mm Newton Tubus zu kommen...?

@Frank
Danke für den Link, das Modell kannte ich ja nicht. Das sieht super aus...gibt es da irgendwo einen Hacken?

@Basti
Ja, ich denke du hast recht. Auf der anderen Seite in die Sternwarte zu gehen, dort tolle Bilder zu sehen und dann zu Hause enttäuscht werden scheint mir auch gefährlich.

------

Aalso, nachdem ich all eure Tipps in Betracht gezogen habe kam mir folgende Idee:

1) Am Samstag ist hier in Bern Tag der Astronomie 2015...da gibt es einige Veranstaltungen die ich besuchen werde. Unter anderem kann man da auch Teleskope ausprobieren.

2) Sven's Topfson Tip hat mich sehr neugierig gemacht und ich habe etwas recherchiert. Die Idee - wenn ich das richtig verstehe - ist ein Dobson Mount selber zu bauen und ein Newton zu montieren oder? Ich habe mal einen Kollegen angefragt der ist Automatiker, Bastler und am Thema interessiert. Und er meinte, dass er mit mir so einen Dobson Mount bastelt und ist auch sehr zuversichtlich, dass wir da etwas brauchbares hinbekommen. Zudem habe ich folgendes entdeckt:
Skywatcher Newton 130/900mm - optischer Tubus mit Schellen und Sucher. Das wäre doch genau was ich brauche und für nur 85€? Für eine dickere Röhre reicht mein Budget wohl kaum, aber so kann ich schonmal für den Rest des Budgets brauchbare Okulare und eine Barlow-Linse kaufen! Während ich den 130/900 Topfson nutze kann ich in aller Ruhe Geld sparen für eine sinnvolle Montur, irgendwann dann eine bessere Röhre. Beziehungsweise nach Gebrauchtwaren suchen. Je länger je mehr scheint es mir wenig sinnvoll Geld in eine Montur zu investieren, die nicht wirklich etwas taugt... Übersehe ich irgendetwas oder scheint das mit meiner Idee machbar zu sein?

Kennt zufällig eine gute Anleitung für so eine Topfson Montierung?
Und was für Okulare und Barlw-Linse würdet ihr mir empfehlen? Mit den Dingen kenne ich mich leider noch gar nicht aus!

Vielen Dank für eure wertvollen Tipps und die Hilfe!

Liebe Grüsse und (endlich weiss ich für was es steht:) CS

Alain

@edit: Rechtschreibung
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Alain,

Du wirst sicher das Richtige tun und das erste Teleskop wird hoffentlich schon allein aus emotionalen Gründen alle anderen überleben :smiley47:

Sehr hilfreich wird sicher auch der morgige Astronomietag. Probiere möglichst viel aus und meide möglichst die Riesenklopphengste. Die können einem zu Beginn die Lust auf kleine Öffnungen versauen. Aber da Du ja auf Deinem Balkon beobachten möchtest, bist Du öffnungstechnisch ohnehin limitiert.
Hinsichtlich der Okulare halte Dich an die Empfehlungen auf Svens Website. Zu Beginn reichen sicher 2 oder maximal 3 Okulare.

Viel Erfolg und die für Dich richtige Entscheidung wünscht Dir

Rene
 
Hallo Alain,
es wurde ja bereits schon alles gesagt. Eine Dobson Montierung selber zu bauen ist mit eingeschränktem Budget sicher eine gute Alternative zu den Wackelmontierungen.
Schau dir das mal an:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=75464

Die Bauanleitung lässt sich natürlich auf größere Röhren übertragen. Dann noch 2-3 gebrauchte Okulare hier aus dem Forum. Eine Barlow brauchst du nicht wirklich. Sternenkarte und Bücher sind auch sehr hilfreich.

Viel Spaß beim neuen Hobby,

CS Daniel
 
Hallo Alain,

die Montierung des Powerseekers ist eine EQ-1 und mit dem Teleskop überfordert - der Ruf der Montierung als "Wackeldackel" liegt an solchen Kombinationen. Das Starscope1149 des gleichen Lieferanten hat eine Astro3, welche mit dem Tubus besser zurechtkommt. Daß der Spiegel nicht parabolisch ist, schadet hier nicht, da die Toleranzen für ein Paraboloid bei diesen Kenndaten einen sphärischen Spiegel einschließen. Das Bild des Teleskops ist im 5-mm-Okular (180fach) bei ensprechend ruhiger Luft scharf. Mit dem Teil kann man glücklich werden, muß aber eventuell den Sucher "tunen".

Bei einem 130er werden ebenfalls gerne zu schwache Montierungen angeboten und als ich 2009 meinen 150/1200er Newton angeschafft habe, war mir klar, daß es nicht die EQ3-2 (bzw. NEQ-3) werden würde, mit der das Teleskop als Komplettangebot gelistet ist.

Kurzum: Auch bei 130-mm-Newtons würde ich nicht unter eine Astro3 (EQ3-1) gehen. Darüber geht allerdings auch nicht, weil Du dann über die 200 Euro kommst.

Grüße

fquadrat

PS
Ein 90-mm-Mak auf einer EQ-1 zeigt weniger als der 114/900, ist aber mobiler. Preis zur Zeit: 199 €. Vielleicht schaffe ich morgen Abend im Mak den GRF, der im 114/900 schon zu sehen war.
 
Liebe AD.de Community

Ich entschuldige mich für die lange Antwortzeit, ich war noch geschäftlich im Ausland und hatte einige private Angelegenheiten zu klären.

@Daniel (rainbow711)
Vielen Dank für den Link und Hinweis! Buch ist bestellt und den Tubus habe ich nach langem hin und her auch bestellt. Jetzt geht die Bastelei los :-)

@fquadrat
Das Starscope1149 sieht in der Tat insofern gut aus, dass es auf einer etwas solideren Montierung daher kommt.

Nach SEHR langem hin und her habe ich mich aber jetzt doch zum selbst gebauten 130mm (ein 200/1200 liegt leider wirklich nicht drin zum Anfang) entschieden: http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p4778_Skywatcher-Explorer-130-130-900mm-Newton---optischer-Tubus.html.

Mein Problem sind jetzt die Okulare. Nach dem Studium von Sven's ausgezeichneter Website habe ich diese beiden ins Auge gefasst:
Seben Zoom 8-24mm
HR6 HR Planetenokular - 6mm Brennweite

Glaubt ihr damit kann man mal etwas anfangen für den Anfang? Sollte mich das Thema wirklich packen, werde ich wohl die Anschaffung eines Skywatcher Skyline 250 oder vergleichbarem in Erwägung ziehen.

Falls Ihr noch irgendwelche Tips für Okulare oder zu den von mir gefundenen habt wäre ich super dankbar :huhu:

Übrigens: Der Astro-tag ist leider ins Wasser (im wahrsten Sinne des Wortes) gefallen, ich konnte aber kurz einen Refraktor und das Skywatcher Heritage 130p testen...aber beim Heritage stört mich der Auszug, da dort zu viel Streulicht einfällt wenn ich mal von zu Hause aus beobachten möchte...

Liebe Grüsse aus Bern

Alain
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich kann Dir zwei Dinge empfehlen: Einen Knopfautomaten, um eine Untersetzung an den Okularauszug zu bauen, und eine Bahtinovmaske (kann man selbst bauen). Beides hilft Dir sehr beim Fokussieren in höheren Vergrößerungen, so dass Du mehr Zeit zum Beobachten hast. Ich habe den Knopfautomaten einfach mit einem kleinen Stückchen Blech an den OAZ geschraubt.

Falls der Okularauszug das übliche Modell aus Plastik ist und wackelt, hilft PTFE-Klebeband (Abschnitte bekommt man sehr günstig auf Ebay).

Michael
 
Liebe Astronomie-Freunde

Vielen Dank für eure wertvollen Tipps.

@Michael: Vielen Dank für den Tipp! Ich werde das auf jeden Fall im Auge behalten.

@Günter: Vielen Dank noch für deine Hinweise bezüglich Okulare. Ich wusste nicht so recht was ich will und habe dann letztlich das Seben 8 - 24 mm Zoom Okular, sowie ein 6 mm UWA von Skywatcher bestellt. Ich hoffe, dass diese es auch für den Anfang tun...

Somit hatte ich diesen Freitag denn auch alles für den Topfson-Bau zusammen: Skywatcher 130/900mm Newton Tubus mit Schellen und Punktsucher, sowie die beiden oben erwähnten Okulare.

Am Samstag habe ich mich dann mit meinem Kollegen getroffen für eine Bastelerei. Mit dem Sternegucken sollte es leider doch nichts werden, da ausgerechnet an diesem Wochenende die zweiwöchige Schönwetter Phase mit dicken, fetten, schwarzen Wolken und Regen beendet wurde.

Für unsere Rockerbox haben wir folgendes Material zusammengetragen:

Holz: Sperrholz (Fichte)
1x 500 mm x 500 mm x 17 für die Bodenplatte
1x 242 mm x 250 mm x 21 mm für den Boden der Box
2x 800 mm x 250 mm x 21 mm für die Seitenwände
1x 500 mm x 250 mm x 21 mm für die Front (und kleiner Teil Hinterwand)

Restliches Material:

  • 2x Abflussmuffen mit Rand (110 mm Durchmesser, Plastik) für die Seitenbefestigung des Tubus
  • 3x Plastikfuss (ca. 4cm hoch)
  • 1x 8 mm Flügelschraube (für die Drehmechanik)
  • 1x 8 mm Einschlagmutter (für die Drehmechanik)
  • Schleifpapier
  • Holzlassur
  • Schrauben
  • Holzleim
  • Filzmatte

Insgesamt kam das Material auf etwas mehr als 60 €

Das Basteln selbst ging schnell, da das meiste Holz schon zugeschnitten war.

Zunächst bohrten wir Löcher genau in die Mitte der Abflussmuffen und befestigten diese an der Schelle des Tubus. Somit konnten wir eine Schwenkmechanik erstellen. Der Rand an den Abflussmuffen verhindert später das Herausfallen des Tubus aus der Holzhalterung.

Danach ging es an das Basteln der Rockerbox: Zunächst sägten wir einen V-Ausschnitt in jede Seitwenwand und zwar so, dass später die Achse des Tubus genau auf der Oberkante der Rockerbox lag. Danach wurden Seitenwände, Front und Boden der Box geleimt und geschraubt, von der Frontplatte haben wir etwa ein 15 cm breites Stück abgesagt und als Querverstrebung an der Hinterseite der Box angebracht um die Stabilität zu erhöhen.

Für die untere Bodenplatte sägten wir ein gleichseitiges Dreieck aus und schlugen die Einschlagmutter ein. In die Mitte des Bodens der Rockerbox haben wir noch ein Loch gebohrt. Mit der Flügelschraube konnte nun die Rockerbox so auf die Bodenplatte montiert werden, dass sich diese leicht drehen lässt. Mit ausgeschnittenen Filzstreifen von der Filzmatte wird einerseits das Wackeln unterbunden und andererseits die Drehbarkeit erhöht.
Dieselbe Filze kamen noch auf die V-Ausschnitte und nach zweimal Lassierung war die Box fertig.

Jetzt fehlt noch das schöne Wetter und da muss ich mich wohl noch etwas gedulden.

Fotos von der Bastelei gibt es übrigens hier:
https://www.dropbox.com/sh/6f18ikh6kvv1ww5/AADd7qum435uvSyrn-cNEVb4a?dl=0

Falls noch jemand Fragen hat, beantworte ich diese natürlich gerne!

Ich möchte mich nochmals ganz herzlich bedanken für die tolle Unterstützung und das viele Feedback von euch.

Sobald die Wolken weg sind, geht es los mit den ersten Feldversuchen!

Liebe Grüsse aus Bern

Alain
 
Hallo Alain,

na das ist doch gut gelungen!

Beobachtest Du vom Balkon aus, oder hast Du auch einen dunkeln Beobachtungsplatz in der Nähe, der dir Deepsky ermöglicht?
Dazu wäre dann ein 32mm hilfreich, ich konnte damit und einem 17mm Ww. Okular damals an meinem 140/500mm Celeston Schmidt - Newton und an einem 114 / 500 in Bayern bei bester Durchsicht auf die Frühjahrsgalxien Jagt machen!

Der Hammer war dort mit einem 16“ Gitter-Rohr - Dobson mit Meade - Spiegel:

> Komm schau mal fünf Stück im Blickfeld bei M88 / M91, Mensch Klasse!
Hier auch, meldete sich eine Stimme zwischen unseren Füßen! Der schaute, durch den als Edelsucher umgebauten 114 / 500 mm Bresser, stielecht als kleiner Gitter - Rohr Newton, unten an der Spiegelbox des Großen angebaut.
Tatsächlich der Kleine zeigte sie auch alle! Alle wollten es mit eigenen Augen sehen, sonst glaubt es uns keiner.
Und auch in meinem 140/500 mm Comet Cather waren sie exakt scharf definiert zu sehen!
Der will dem Großen in nichts nachstehen, waren die Antworten, oder bei der Nacht kann man selbst mit einem Zahnspiegel nicht vorbei schauen. <
Sowie dann auch noch die Galaxien rund um den Großen - Wagen!

Also wünsche ich Dir auch beste Durchsicht mal draußen vor der Stadt, nur dort wirst Du das Potenzial voll ausschöpfen können!

Gruß Günter
 
Lieber Günter

Vielen Dank für den Tipp und deinen Erfahrungsbericht. In der Tat habe ich hier in der Nähe einen dunkleren Beobachtungsort ausfindig machen können. Jetzt fehlt nur noch der klare Himmel (seit mein Teleskop fertig ist konstant bewölkt und Regen).

Das 32mm Okular wird dann wohl als nächstes folgen...

Liebe Grüsse

Alain
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben