Einsteigerteleskop für Behinderten

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Nachtwanderer

Neues Mitglied
Hallo Community,

zunächst möchte ich mich kurz vorstellen. Ich bin ein Mitvierziger, der seit seiner Kindheit stets viel in Wals und Wiesen unterwegs war. So brachte mir mein Großvater bereits als Kind sehr viel zu lokalen Tierarten, deren Fährten, der Planzenwelt und speziell zum Pilze sammeln bei. Seit einem Autounfall habe ich eine Lähmung des rechten Armes. Bisher nutzte ich auf meinen Streifzügen und gelefgentlichen Nachtwanderungen ein Eschenbach Fernglas 7 x 42 mit dem ich ziemlich zufrieden bin. Es ist recht leicht, leicht zu bedienen und ein guter Allrounder.

Nun habe ich mir aber in den Kopf gesetzt bei meinen gelegentlichen Nachtwanderungen bei guter Sicht auch mal das Firmament näher zu betrachten. Und da ist dann eigentlich auch schon meine Frage. Welches Anfängerteleskop ist recht einfach im Zusammenbau, läßt sich gut nur mit der linken Hand bedienen und icl. Stativ nicht zu schwer zu tragen?

Auf ein weiteres Fernglas speziell für Himmelsbeobachtungen, welches ich mit Stativ auf meine Touren zusätzlich mitnehmen könnte, möchte ich verzichten. Dann doch lieber schon ein Teleskop. So hätte ich für schnelle Naturbeobachtungen mein Eschenbach und könnte an guten Plätzen dann auch mal verweilen und das Teleskop aufbauen.

Am liebsten wäre mir da etwas das sich ohne viel schrauben zusammen bauen läßt und leicht mit einer Hand (links) bedienen läßt. Die Bedienung des Teleskops wäre mir da tatsächlich wichtiger als die Qualität des Teleskops.

Ich bedanke mich für eure Tips.
 
Hallo und willkommen im Forum!

Mit dem Blick auf einfache Bedienung und viel in der Natur unterwegs würde ich an deiner Stelle vielleicht über ein Spektiv mit mindestens 80mm und maximal 100mm Öffnung (als Refraktorspektiv) auf einem guten Stativ nachdenken - weniger Öffnung zeigt zu wenig, mehr wird untransportabel. Hintergrund: Spektive gibt es häufig mit Zoom-Okular im Größenbereich ca. 20-60x, sodass du dir den Okularwechsel sparst. Am Planet zeigt das zwar erstmal wenig, aber es gibt auch einige Spektive, an denen sich zusätzlich normale 1,25"-Okulare einsetzen lassen, um höher zu vergrößern. Da ist der Okularwechsel aber nicht immer ganz einfach - da Spektive meist zumindest spritzwassergeschützt sind, kann es sein, dass ein Gummiring als Dichtung verbaut ist und das Okular dann recht fest sitzt. Den Okularwechsel hab ich dann noch nie einhändig probiert - ich hatte mal eins in der Hand, bei dem ich beidhändig Probleme hatte, aber der Gummiring reibt sich ja im Lauf der Zeit ab...

Die Nachteile vom Spektiv wären, dass es sie in der Regel nur mit 45°-Einblick statt mit 90°-Einblick gibt und ein (besserer) Sucher drangebastelt werden müsste - häufig gibt es nur ein Peilrohr. Der Fokussiertrieb sitzt meistens rechts oder oben.

Es gibt auch kompakte Maksutows und Schmidt-Cassegrains als Spektiv, aber das sind dann letztlich normale Teleskope mit bildaufrichtendem Prisma langer Brennweite/Vergrößerung, was schon ordentliche Ansprüche an das Stativ stellt.

Sinnvoll ist ein Stativ mit stabilem Videoneiger und langem Griff, dann kann man feinfühliger schwenken und nachführen.

Alternativ: Ein kleiner Maksutov oder SC auf einer kleinen azimutalen Montierung (Giro, Vixen Porta o.ä.). Je mehr es Richtung "echtes" Teleskop geht, desto sperriger wird das ganze dann aber, und entsprechend unpraktischer für die Wanderung.

Gruß,
Alex
 
Hi

Wie siehts bei dir in der Gegend mit Rastplätzen aus? Gibt es da welche mit Tischen?
Hierfür gäbe es eben eine Reihe von kleineren Teleskopen, die sozusagen einfach auf einen Tisch gestellt werden und vor Ort überhaupt keine Montage benötigen - vom kleinen miniDobson über Größere bis hin zu Modellen mit automatischer Nachführung.
Ansonsten - eben falls doch ein Stativ benötigt wird - müsste man sich für die Details noch einige Lösungen ertüfteln.
Die gängigen Kupplungen zwischen Tubus und Montierung setzen idr. voraus, dass man mit einer Hand den Tubus sichert, während man mit der Anderen eine Schraube festzieht. Alternativ müsste man eben eine selbsteinrastende Schnellkupplung finden.

cs
Jürgen
 
Hallo Nachtwanderer,

ich kann Deine Fähigkeiten schlecht einschätzen, aber ich würde gefühlsmäßig sagen, dass Du ein Gerät brauchst, das man eben mit einer Hand gut aus dem Wagen heben kann und das dann gleich steht.

Mir fallen dazu zwei Varianten ein. Zum einen meine ich, dass das mit einem sehr stabilen Foto/Videostativ möglich sein müsste. Dann müsste meiner Meinung nach das Stativ samt einem Teleskop-Kopf (Ayo, etc) und dem Teleskop im Auto liegen und man könnte es auf der Rückbank liegend schonmal ein Stück aus dem Wagen ziehen, die Stativbeine ausklappen und das Ding dann mit einem beherzten Griff aufstellen.

Die zweite Variante ist ein kleiner Dobson. Hier finde ich jenes Foto immer wieder bezeichnend: http://vangestel.de/astrozoom/images/simplelists/neu/rb_alpha_transport_gro_.jpg
Dazu bräuchtest Du einen niedrigen Klapphocker und/oder noch eine stabile Kiste um ggf. auf bequemere Einblickhöhe zu kommen.

Die erste Variante mit Fotostativ würde wohl eher zu einem kleinen, kurzen Linsenteleskop (80mm ED-Refraktor) oder zu einem Maksutov-Cassegrain mit den üblichen 90mm oder 100mm Öffnung passen. Die zweite Variante hat mit 150mm Öffnung deutlich mehr Potenzial und wäre dann jedenfalls vorzuziehen, wenn der Blick in mondlosen Nächten auch Sternhaufen und Nebel aufsuchen soll.

Clear Skies
Sven
 
Ich nochmal...

ich will da noch ein paar Gedanken zur Bedienung nachschieben, aufgrund der speziellen Nachfrage.

Bei der Variante mit dem Fotostativ sehe ich ein gewisses Unfallrisiko darin, dass das Okular in einem Zenitspiegel steckt, der in der Beobachtungsposition nach unten heraus rutschen kann. Dabei muss man aufpassen. Andererseits ist am Teleskop selbst praktisch nichts einzustellen außer dem Fokus.

Beim Dobson wäre zwar mehr einzustellen, das halte ich aber für handhabbar. Bei solchen Geräten wird der Okularauszug immer so gedreht, dass dieser bei Beobachtung nahe am Horizont ca. 45° nach oben zeigt - Okulare rutschen also hinein und bleiben drin. Bei Zenitbeobachtung erst wird die Okularaufnahme waagerecht - was auch noch gut geht, da bin ich auch ab und an beim Hantieren mit Filtern in die Situation gekommen, das Okular erstmal einzustecken und dann mit derselben Hand zu klemmen.
Ich würde beim Dobson mit gelegentlicher Justage rechnen, schon daher weil man vielleicht öfter mal beim Herausheben aneckt. Die Justage ist meiner Meinung nach genauso einhändig machbar indem man einen Justierlaser mit der Barlowed-Laser-Methode verwendet. Man würde dann hinter dem Gerät stehen und auf den Laser blickend die Justageschrauben bedienen bzw. Kontern. Man sollte dann natürlich Rändelschrauben zur Justage haben - ggf. tauscht man vorhandene Schrauben aus. Baut man sich an den Dobson eine aufklappbare Ablageplatte mit "Schlingerleisten" dann kann man auf dieser sogar Okulare aufstellen, um beispielsweise Filter einzuschrauben. Die muss man ja nicht anknallen - wenn der Filter 2 Umdrehungen ins Gewinde dreht, macht der sich wohl kaum im Teleskop Selbständig.

Beim Fotostativ wäre eine solche Ablageplatte eher selten vorhanden und je nachdem vielleicht nicht gut aufzubauen. Man kann sie aber ggf. nachträglich anbringen und irgendwo einhängen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven, hallo Nachtwanderer.


den 6Zöller halte ich schon fast für noch zu groß wobei das natürlich davon abhängt wie weit der Nachtwanderer den mitnehmen will. Das Teil ist nicht zu schwer um es an einem Schulterriemen längere Zeit zu tragen.

Ich würde da trotzdem eher an einen kleinen von Kson oder ähnliches denken: http://www.teleskop-spezialisten.de/shop/Dobson/bis-200mm:::4_58.html oder die Spektivlösung andenken die Alex ansprach. Ist schwer zu sagen was sich einhändig im Dunkeln noch aufstellen und bedienen läßt. Ein Spektiv mit Zoomokular wäre vermutlich das brauchbarste und gut für den Einsatz bei Naturbeobachtung geeignet.

Eine Frage an den Nachtwanderer: wieviel willst Du für den Blick in den Himmel investieren?


Viele Grüße Felix
 
Hallo Nachtwanderer,
hallo Berater-Community. Scheidet ein Newton nicht von Vorneherein aus, weil die Justage einhändig zwar theoretisch möglich, aber in der Praxis doch schwierig ist? Zumindest am Fangspiegel habe ich immer gerne eine Hand an der Spinne gehabt, wenn mal eine Schraube etwas fester war.
Viele grüße und CS
Martin
 
Hallo Nachtwanderer, Name unbekannt,

Herzlich willkommen...

ich verstehe das richtig, dass du Himmelsbeobachtungen und nicht Natur (Tiere ect.) vornehmen willst?

Ich schließe mich meinem Vorredner an und würde an deiner Stelle einen
kleinen Mak einsetzen. Aber um das Gewicht noch geringer zu halten einen Field Mak alla Vixen VMC 110l o.ä. Hier bekommst du rund ein Meter Brennweite und eine brauchbare Korrektur der Abbildung.

Um das Ganze mit einer Hand zu steuern, tendiere ich zu einer Motorisierung. Evtl. einer EQ3 oder so. Ich gehe mal davon aus, das die Optik nicht im Rucksack platz finden muß, dazu würde mir nur ein Fernglas, welches du schon verwendest einfallen, oder ein Spektiv...

Eigentlich hätte man die Frage auf den Punkt bringen müssen, was genau willst du beobachten um eine brauchbare Informationen geben zu können.

Viele Grüße

Sebastian
 
Hihi, ich nochmal,

ich habe gerade bei mir den Orion Mak gesehen. Da hast du 2 Meter Brennweite bei ca. 3 Kg Gewicht. Das Ding ist wirklich leicht und hat ca.
50 cm Länge.... Ist recht gut am Planeten...

VG

Sebastian
 
Hallo Martin,

ich würde davon ausgehen, dass die FS-Justage zu Hause mit Hilfe leicht möglich ist, während es ohne Hilfe sicher auch etwas länger dauert aber nicht unmöglich ist.

Nach einer ordentlichen Justage kann über den HS justiert werden, für lange Zeit. Von daher sehe ich kein besonderes Problem.

@Felix: Auf 6" wollte ich meinen Vorschlag nicht festlegen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Nachtwanderer!

garnicht so einfach zu beantworten. (ich versuche mich da hineinzuversetzen). Das Wichtigste wurde ja bereits gesagt.

Ich möchte hier nur ganz konkret ein Bsp. für eine mögliche Lösung aufzeigen. Es handelt sich dabei um einen kleinen, aber feinen Dobson mit 130mm Öffnung und genauer Paraboloptik, leicht zu bedienen und vor Allem leicht zu tragen mit 7kg inkl. Holzkiste. Die Meisten dürften ihn kennen. Der einzige Nachteil ist, dass das Gerät sehr niedrigbauend ist und daher viele einen Tisch oder Ähnliches noch darunterstellen.

http://www.teleskop-express.de/shop...-FlexTube-Dobson---Parabol-Optik---ab-6J.html

Ansonsten fällt mir eigentlich auch nur ein kleiner 100mm oder 127mm Mak auf einem Stativ mit Kugelkopf ein, alternativ ein 60-80mm ED Refraktor mit 1/4 Zoll Fotogewindeanschluss. Bei Letzterem hast Du natürlich weniger Lichtsammelleistung. Alles Andere wird zu schwer. Einen 6 Zoller wird wohl keiner mehr mit einer Hand (Prismenschiene) ohne Weiteres aufbauen, es sei denn es liegt fertig im Kofferraum, aber dann ist das transportieren wieder Mist.

Liebe Grüße Klemmi
 
Hallo Klemmi,

Kugelkopf beißt sich mit langer Brennweite. Ich finde die üblichen Kugelköpfe sind nicht fein genug Verstellbar, so dass es keine Freude machen wird.

Beim Heritage hält sich die Begeisterung einiger Leute auf deren Meinung ich was gebe in Grenzen. Die Stabilität dürfte das Problem sein. Immerhin könnte es die Lösung von der Stange sein, die am besten passt. Mir wäre da aber bei einem Volltubus viel wohler.
Was ich als 6" Dobson vorgeschlagen habe würde als 150/900 auch eine bessere Einblickhöhe bieten.

Am besten wäre es aber wohl, wenn Nachtwanderer die in Frage kommenden Geräte selbst mal hochheben könnte.

Richtig genial wäre übrigens eine Selbstbaulösung zur Erweiterung der von mir da gezeigten Rockerbox Alpha. Wenn man die Rohrschellen auf Keile montierte, so dass man bei aufgestellter Rockerbox das Teleskop in die geöffneten Schellen legen kann, ohne dass es dann herausrollt, dann könnte man Rockerbox und Teleskop vom Gewicht her getrennt bewältigen und dennoch mit einer Hand aufbauen. Das Teleskop einhändig in die Klemmschiene zu bringen halte ich für nicht machbar. Ich war davon ausgegangen, beides zusammen zu transportieren, wie im Bild. Aber durch diesen kleinen Zusatz (oder durch neue Bohrungen zur Befestigung der Rorschellen) könnte man noch etwas gewinnen.

Clear Skies
Sven
 
Vielen Dank für die guten und vielen Tips. Ihr habt mir bereits ein gutes Stück weitergeholfen. Ich denke mal es wird ein Teleskop in der Art wie dieses hier.

Link zur Grafik: http://s14.directupload.net/images/121227/6aq99yx7.jpg

Ich habe mir überlegt das ich an diversen Hochsitzen mir ein Brett hinterlegen könnte. Dieses Brett könnte ich dann nach Bedarf quer über die Hochsitz-Brüstung legen und hätte dann einen provisorischen Tisch. So könnte ich im Hochsitz auf der Bank sitzen, das Teleskop vor mir auf dem provisorischen Tisch abstellen und hätte - wie es bei Hochsitzen in der Natur liegt - gute freie Sicht. Und für eine Thermoskanne Kaffee mit Becher wäre da auch noch massig Platz.

Ich denke mal, diese kleinen Tischteleskope (nennt man die so?)wären genau das richtige für mich. Nun muß ich mir nur darüber einig werden welches ich da nehme. Und über max. 400€ darf es auch nicht gehen.



 
Hallo Nachtwanderer/Sven,

wenn so etwas in Frage kommt, würde ich ohnehin die leichtere Alpha II nehmen und da kann man den Tubus mit dem Rohrschellenkäfig mühelos von der Box trennen und auch wieder zusammensetzen.
Eventuell nötige Anpassungen an das körperliche Handicap oder an kleinere Tuben kann man besprechen und das sehe ich als Hobby.

Grundsätzlich steht davor aber die Frage, ob solche kleinen Dobsons überhaupt in Frage kommen, ob der sehr günstige 130/650er Heritage, den es irgendwo wohl auch als Volltubus geben müsste (?) eventuell schon ausreichen und auch bedienbar sind.
Früher gabs mal kleine MAKs auf Selbstbau-RB und von Vixen hab ich das auf einer Einarm-Tischmontierung vollautomatisch gesehen.

Viele Möglichkeiten, von denen ganz sicher eine auch für Nachtwandler möglich ist.

Gruß
günther
 
... wäre dieses auch zu empfehlen?

http://www.astroshop.de/celestron-m...25-nexstar-4-se-goto/p,25106#tab_bar_1_select

Es ist nicht sehr schwer und hat einen Standfuß. Zusätzlich bräuchte ich nur meine Ortskoordinaten einzugeben mit Uhrzeit und dann irgendwelche 3 Sterne anpeilen. Das hört sich für mich als Anfänger sehr einfach an. Zumal es für das iPhone da eine super App für Koordinatenbestimmung bereits gibt und zudem kostenlos ist.

https://itunes.apple.com/de/app/gps-tour/id492684276?mt=8

Oder orientiere ich mich hier in die falsche Richtung?
 
Hallo Nachtwanderer,

Du hast ein begrenztes Budget und ich glaube nicht, dass Du da groß Geld in Computertechnik stecken solltest. Zumal das nicht so furchtbar nötig ist. Nun, es hilft, aber wenn es hauptsächlich hilft Objekte zu finden, bei denen man aufgrund der Optik was vermisst, dann steckt das Geld im falschen Ende. Übrigens wirst Du das I-Phone nicht brauchen, diese Methode mit den drei Sternen sagt dem Gerät alles. Den Standort brauchst Du dann gar nicht so genau.

Zudem glaube ich nicht, dass die Hochsitz-Beobachtung funktionieren wird, weil ich davon ausgehe, dass diese Bauwerke zu sehr schwingen. Auch mit den kleinen Teleskopen geht man leicht auf 100-fache Vergrößerung und wird dann einfach kein ruhiges Bild mehr haben. Zudem wird Dich der Ansitz dem Himmel nur unbedeutend näher bringen.
Naturbeobachtung ist eine andere Aufgabenstellung. Das kann leicht zu anderen Teleskopen führen. Mir scheint es aber geraten, wenn Du Teleskop und Spektiv voneinander trennst. Nutzt man beispielsweise einen Newton zur Naturbeobachtung steht das Bild auf dem Kopf oder man blickt von oben ein und hat es dann verdreht. Beim astronomischen Linsenteleskop gibt es die Geschichte mit der bei Himmelsbeobachtung abwärts zeigenden Okularklemmung (ebenso auch beim Mak aus dem Celestron-Angebot). Ob das immer so toll ist? Ich weiß gar nicht, wie oft ich pro Abend die Okulare wechsle. Da komme ich an einem Objekt ja leicht auf 3 Wechsel, trotz Zoom.

Jedenfalls, rein optisch würde ich für die Tierbeobachtung eher auf ein Linsenteleskop setzen bei dem man mit einem Amici-Prisma für eine richtig gedrehte Abbildung sorgt.
Für die Himmelsbeobachtung empfehle ich eine freie Fläche zu suchen und sich dort mit einem Klapphocker aufzustellen. Dafür wäre der Dobson gut geeignet und auf jeden Fall auch die Rockerbox Alpha II (ich hatte gedacht die wäre schwerer als die I).

Ist jetzt die Frage. Das Heritage welches Du hier auch als Bild verlinkt hattest macht mir einen weniger guten Eindruck als eben die vom Günther vertriebene Rockerbox Alpha mit einem guten, alten Volltubus Newton 150/900 drin. Könnte gerade eben ins Budget passen, wie ich hoffe. Immerhin kann man sich bei der soliden Holzbauweise auch leicht trauen, sich da eine Zusatzablage anzuschrauben, etc. Das sind alles so Kleinigkeiten die sich in den Beobachtungsnächten als furchtbar praktisch erweisen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Nachtwanderer,


der Link funzt nicht, ich vermute es ist der 102/1300 Maksutov?

Ganz allgemein: der hat eine lange Brennweite (1300mm), damit wird es schwierig einen großen Bereich am Himmel zu sehen weil man die niedrige Vergrößerung nicht erreicht. Für Mond und Planeten dagegen schon ganz gut geeignet. Aber: genau da braucht man kein GOTO, und ein GOTO das zigtausend Objekte gespeichert hat ist meiner Meinung nach übertrieben wenn man keine Riesenöffnung hat. Andererseits kann ein 100mm Teleskop unter dunklem Himmel den Du ja aufsuchst einiges zeigen.

Ohne Dich verwirren zu wollen: ich hab mal "Refraktor azimutal" (das ist die einfache rauf-runter und links-rechts von Hand Schwenkerei) eingegeben und bin über diesen Refraktor gestolpert: http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p3556_Gro-feld-Refraktor-102-500mm-auf-azimutaler-Montierung-AZ3.html

Der hat zwar Nachteile bei hoher Vergrößerung, kann aber dafür deutlich größere Bereiche mit niedrigerer Vergrößerungam Himmel zeigen, es ist das schönere Gerät zum "einfach rumschauen" bei mittleren Vergrößerungen.

Zur Orientierung am Himmel gibt es diverse Bücher wie den "Karkoschka" oder von Vizi den "Sternatlas für visuelle Beobachter" oder so ähnlich und verschiedenste Sternkarten, damit kann man ein Goto eigentlich ersetzen, ist letztendlich Geschmacksache.


Viele Grüße Felix
 
Hi!

Für die Ortskoordinaten brauchst du keine App (wobei das die Apple Kompass-App auch schon anzeigt), im Allgemeinen langt da eine Genauigkeit von vielleicht 100 km.

Die SE haben ein eingebautes Batteriefach, was immerhin Kabelgewirr vermeidet. Kein schlechtes Teleskop, auch wenn es eine lange Brennweite hat und entsprechend hoch vergrößert - aber für große Bildfelder hast du ja das Fernglas.

Der Nachteil, wenn du es auf ein Brett stellst, ist, dass du drei Sterne anpeilen musst, die möglichst weit über den Himmel verteilt sind - ich weiß nicht, wie gut du da rankommst, je nachdem, wie das Brett am Hochsitz liegst. Je ein Stern aus Westen, Süden und Osten ist glaub ziemlich optimal. Und das Brett sollte massiv sein - wenn es oder (genauso wahrscheinlich) der Hochsitz schwingt, macht das Beobachten bei sagen wir mal 100facher Vergrößerung keinen Spaß. Da ist der Erdboden mit Stativ besser.

Mit dem kleinen SE bist du aber schon deutlich über deinen 400 Euro und hast erst ein Okular = eine Vergrößerung. Rechne noch rund 100 Euro für zwei weitere Okulare dazu.

Ob du dich in die falsche Richtung orientierst? Schwer zu sagen. Ein Teil des Hobbies ist für viele, sich selber am Himmel zurechtzufinden; bei den kleinen GoTo-Geräten geht viel Geld in die Elektronik. Wenn dir der Komfort das Geld wert ist, spricht nichts gegen Goto; aber bei der Brennweite und Vergrößerung ist auch ein stabiler Unterbau wichtig. Mit dem mitgelieferten Stativ hast du ihn, aber auf Kosten der Stabilität; wenn die Hochsitze in deiner Gegend so windschiefe Konstruktionen wie bei uns sind, dürften sie eher suboptimal sein.

Gruß,
Alex
 
Hi!

Generell noch, da du keinen Ort angegeben hast: Ist eine Sternwarte in deiner Nähe?
http://www.astronomie.de/gad/
Vielleicht kannst du da mal einen Blick durch ähnliche Geräte werfen oder mit anderen rausfahren, um selber ein Gefühl für das Handling der Geräte kriegen. Auf Websites sieht alles klein und handlich aus.

Gruß,
Alex
 
Hi

Lässt sich diese "Hochsitzidee" vielleicht noch etwas ausbauen?
Wie Sven schon schreibt, sind die meist zu wacklig - und die, die ansonsten schwingungsarm genug wären, werden spätestens astronomisch unbrauchbar, wenn man nur ein Brett als Teleskopauflage hinlegt.
Falls Du dir aber daneben ein oder zwei 'feste' Beobachtungsplätze einrichten dürftest, wäre das schick und Tischteleskope wären damit zu handeln.
Allerdings würde ich nicht unbedingt das zuletzt von dir verlinkte nehmen - mir zumindest würde da zu viel Geld in die Elektronik gehn. Wenns eher sowas kleines für Mond/Planeten/Kugelsternhaufen und zweidrei Nebel sein sollte, dann würd ich eher hierzu tendieren http://www.teleskop-express.de/shop...250mm-Maksutov-Teleskop-mit-Nachfuehrung.html
Etwas universeller evtl. der hier: http://www.teleskop-express.de/shop...4-650mm-Newton-Teleskop-mit-Nachfuehrung.html - aber dafür wohl recht Okularkritisch.

Sollte das aber mit einem soliden Unterbau für ein Tischteleskop nicht hinhauen, sollte man gleich die Alternativen weiter eroieren - also kleiner Newron mit Dobson-Montierung (bis 6" f5 oder f6 leicht und auch ohne "Faltoption" rucksacktauglich) oder eben eine Möglichkeit, ein Teleskop mit einer Selbsteinrastenden Schnellwechselkupplung auszurüsten. Letzteres dürfte gar nicht schwierig sein. Arca bzw. Arca-kompatible Systeme werden automatisch gegen Durchrutschen gesichert und erst dann über eine kleine Rändelschraube gesichert. Nur beim Abnehmen des Teleskops probier ich noch etwas rum, das bekomm ich mit einer Hand noch nicht so wirklich hin (hab an meinen 90er Mak eine Arcaplatte montiert und tüftel grad damit rum, was das Handling angeht).

cs
Jürgen
 
Zitat von Kerste:
Hi!

Generell noch, da du keinen Ort angegeben hast: Ist eine Sternwarte in deiner Nähe?
http://www.astronomie.de/gad/
Vielleicht kannst du da mal einen Blick durch ähnliche Geräte werfen oder mit anderen rausfahren, um selber ein Gefühl für das Handling der Geräte kriegen. Auf Websites sieht alles klein und handlich aus.

Gruß,
Alex

Vielen Dank. Das ist ja eine tolle Seite. So wußte ich bisher gar nicht das es in Aachen eine Sternwarte gibt, die zudem Samstags öffentliche Himmelsbeobachtungen für sage und schreibe 3€ für jedermann anbietet.

Zudem gibt es noch VHS-Kurse die in der Sternwarte Aachen abgehalten werden und wirklich billig sind. Ich habe mir den Kursus für "Praktische Astronomie I" bereits notiert.
 
Hallo Nachtwanderer,


Oder orientiere ich mich hier in die falsche Richtung?

Nee, ich würde sagen: jetzt ist es perfekt! So lernst Du Hobbyastronomen vor Ort kennen, die werden Dir besser als jeder gut gemeinte Rat in einem Forum weiterhelfen können. Garantiert gibt es da auch den einen oder anderen Bastler der Dir helfen kann ein Teleskop für Deine Zwecke optimal herzurichten wenn nötig. Manchmal wirken Kleinigkeiten wie griffigere Justierschrauben oder Klemmungen an der Montierung Wunder. Oder: da kann Dir einer helfen einen kleinen Newton gelegentlich zu justieren wodurch das auch eine Alternative wird. Halte und mal auf dem Laufenden!


Viele Grüße Felix


 
Nochmal kurz:

Das Abnehmen klappt mittlerweile Einhändig recht gut - Ränderschraube lösen, Daumen und Zeigefinger halten das Teleskop zwische nPlatte und Teleskop fest, Mittel- oder Ringfinger drückt den Sicherungsstift und man kann das Teleskop abziehen.

Allerdings nur für sehr kleine/leichte Teleskope geeignet. Also eben Maks mit 3,5 bis 4" oder die ganz kleinen 4,5" Newtons oder kurzbauende Refraktoren bis 70 oder vielleicht 80mm. (Ausprobiert hab ichs wie gesagt nur mit meinem Mak, der Rest ist geschätzt).

cs
Jürgen
 
Hallo Nachtwanderer,

Sven hat eine Montierung gezeigt mit der sowas machbar ist und Jürgen (Nass) hat zwei Teleskope benannt, die ohne Goto, aber schon mit Antrieb auch noch im zusammengebautem Zustand transportabel sind.
Da man doch bei einem Tischtativ eine zweite Hand, zum gegenhalten bei der Feinbewegung braucht, fällt das durch den Antrieb schonmal weg.
Mit einer Tischklemme ließe sich dann aber auch diese Montierung, dann noch an jeden Tisch oder Brett leicht standfest monierten.

Mit so einer Art Klemme hier, die es in verschiedenen Ausführungen und Größen gibt, unten an der Grundplatte des Kleine Dobson montiert,
http://www.amazon.de/Cullmann-42053-Multiklemme-CC50-CB2-7/dp/B0045HM2LY
http://www.amazon.de/Manfrotto-035-Super-Clamp/dp/B002YUIKMO/ref=pd_cp_ph_3
kann man dann auch Geländer und Pfosten zur Montage benutzen.
Wenn ruhig sitzend so mit befestigtem Teleskop beobachtet wird, geht das auch von einem Stabil gebautem Hochsitz.
Mit meiner Russen - Tonne und Manfrotto Klemme, bei Natur + Astrobeobachtungen war das jedenfalls in einem Bayernurlaub machbar.


Gruß Günter
 
Hallo Nachtwanderer,

jou, voll die richtige Richtung. Nimm Dir Zeit, lass Dir Teleskope zeigen, auch verschiedene Systeme, schau durch. Du wirst so selbst erkennen, was Dich anspricht, was machbar ist, wo man eventuell Veränderungen für die Bedienbarkeit braucht und machen kann.
Sollte es in Richtung eines größtmöglichen Newton/Dobsons (ich denke, 130/650 bis 150/900) mit einem soliden Unterbau gehen, helfe ich sehr gerne, auch mit Hilfe zur Selbsthilfe.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

mir ist immer noch icht wirklich klar ob unser Nachwanderer mir einem Stativ einarmig klarkommen kann (ausprobieren !)
. Wenn ja, liegen viele Optionen offen. Dann geht das Ganze in die "normale Einsteigerberatung"...

Wenn ein fix und fertig-Ansatz ein Muss ist geht es eben um die Tischstative oder eine Hinstell- und Guck-Alternative. Wenn denn die Justage einarmig machbar ist (ausprobieren !)

Wovon hier noch gar nichr die Rede war: das Astroscan,
http://www.scientificsonline.com/astroscan-plus-telescope.html

Da Nachwanderer vonm Hochsitzen spricht, will er wohl ausserhalb beobachten... da wäre das Astroscan vom Design her (keine Justage, wird zumidest versprochen...) eine Alternative die im Rucksack mitzunehmen wäre.

Viele Grüße

Der Joachim
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben