Einsteigerteleskop für Kind (aber nicht nur)

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energizer

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Hallo miteinander,

ich bin erstmalig hier im Forum unterwegs. Für mein Anliegen möchte ich vorab schon einmal um Nachsicht bitten, da es sicher um die x-tausendste Kaufberatung geht. Ich habe auch schon rumgelesen und die Suche bemüht und mir ist schon klar, daß man für Gutes tiefer in die Tasche greifen muß, aber trotzdem…

Also, unser Jüngster (9 Jahre) wünscht sich zu Weihnachten ein Teleskop (weil er sich „sehr für das Weltall interessiert“). Ein solches Anliegen kann der Weihnachtsmann ja eigentlich nur befürworten, weil pädagogisch ungemein wertvoll. Allerdings soll es auch kein Vermögen kosten (auf keinen Fall weit jenseits der 100 Euro, möglichst eher darunter). Es sollte aber auch kein Spielzeug sein, das was es tut, in annehmbarer Qualität machen, und auch vielleicht nicht nur ein paar Tage Anreiz zur Beschäftigung bieten. Und im Prinzip soll schon auch der Rest der Familie etwas davon haben.

Nach allem, was ich bisher lesen konnte, scheint mir ein Dobson-Teleskop für den Anfang am praktischsten zu sein. Die sind ziemlich lichtstark und relativ leicht zu bedienen, haben dazu eine nicht so filigrane Montierung (gerade bei Kindern wohl positiv). Dazu habe ich 2 Angebote gefunden.

http://www.astroshop.de/orion-dobson-teleskop-n-100-400-skyscanner-dob/p,23287
http://www.astroshop.de/celestron-dobson-teleskop-n-76-300-firstscope-dob-set/p,18004

Wäre das erste davon, vielleicht noch ergänzt mit einem 6er Okular und einem Mondfilter, nicht als Einstieg in Ordnung? Und was braucht man denn an Zubehör, um hier an die als maximal sinnvolle Vergrößerung (ist hier mit 200x angegeben) ranzukommen? Kann man mit so etwas den Saturn z.B. schön mit Ring sehen? Eigentlich tendiere ich am ehesten in diese Richtung.
Was mich allerdings etwas abschreckt: Was macht man, wenn man damit mal ins Feld gehen will? Braucht man immer einen Tisch, oder kann man so etwas auch auf ein Fotostativ schrauben (beim Orion steht etwas von Dreibeinmontierung).

Alternativen anderer Bauart im unteren Preissegment, die ich mir ausgeguckt habe, wären

http://www.astroshop.de/omegon-teleskop-n-76-700-az-1/p,13760
http://www.astroshop.de/omegon-teleskop-ac-70-700-az-2/p,20643 (ist in Sachen Zubehör wohl ganz gut bestückt)

Oder, wenn Ihr meint, daß man auf jeden Fall die Finger weglassen sollte – wie wäre es mit dem Celestron 114/900? Das ist momentan ganz günstig zu kriegen. Unterscheidet sich das wesentlich vom teureren Omegon 114/900?

oder http://www.astroshop.de/omegon-teleskop-n-114-900-eq-1/p,11266
bzw. http://www.astroshop.de/celestron-teleskop-n-114-900-powerseeker-114-eq/p,7935

Da ich in dieser Hinsicht nicht nur rat-, sondern weitestgehend auch (noch) ahnungslos bin, würde ich mich über jeden hilfreichen Kommentar sehr freuen.

Vielen Dank
Ulf
 
Hallo Ulf,

aus Zeitmangel gerade mal nur eines kurz vorweg: Es ist nicht möglich, mit einem Budget von unter 100 Euro der Klasse der Spielzeug-Teleskope zu entkommen. Auch ein Gebrauchtkauf dürfte daran scheitern.

Das ist keine Absage, sondern nur der Hinweis, dass man nun schauen muss, welches System man am ehesten befürworten kann. Mir scheint übrigens der klassische 114/900 (und kein 114/1000!) noch am geeignetsten. Ein Zubehörpaket wie beim 76/700 überzeugt mich ganz und gar nicht. Es dürfte noch am ehesten machbar sein, einen 114/900 mal über den späteren Zukauf von z.B. Plössl Okularen aus dem Gebrauchtmarkt für unter 30 Euro erheblich aufzuwerten, während Beilagen eher Masse denn Klasse sind.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ulf,
die ersten beiden kann ich nicht empfehlen.
Das Öffnungsverhältnis (Brennweite / Öffnung) ist bei beiden sehr kurz und es sind garantiert nur Kugelspiegel verbaut in diesen Spielzeugen.
Mi den mitgelieferten Okularen macht das keinen Spaß (verzerrte Sterne) und Maximalvergrößerung kannst Du damit eh vergessen.
Geh bei einem Durchschnittsnewton mal von max. 1,5x Öffnung aus.

Die hohen Vergrößerungen nützen Dir auch nur am Mond etwas, sonst wird das Bild zu dunkel bei so wenig Öffnung.

Die Ringe des Saturn kann man schon ab ca. 20-facher Vergrößerung sehen. Da er aber momentan etwa zusammen mit der Sonne in der Morgendämmerung aufgeht, dauert es noch eine Weile, bis er wieder sichtbar ist in der Nacht.

Wenn es ein Dobson sein soll, würde ich mal nach welchen mit 130-150mm Öffnung suchen, die haben i.d.R. f/6 oder länger und sind damit Okularunkritisch.
Kommt auch ein Gebrauchtkauf in Frage? Sonst reicht das Budget nicht.

Ein 114/900 ist ansich ein schönes Einsteigergerät, ich hab auch damit begonnen - auf einer EQ-1 ist das aber def. falsch montiert, das wackelt nur bei dem langen Hebel des Tubus. Sowas gehört mindestenes auf eine EQ-3.

Ganz andere Idee:
Schau Dir das mal an: http://forum.astronomie.de/phpapps/.../topics/584680/Einfacher_Dobson_fur_Newton_11
Du kaufst nur den 114/900er Tubus mit 3 Okularen (32, 15, 7), dazu eine drehbare Sternkarte und eine Rotlichtlampe und bastelst dann mit Deinem Sohn zusammen die Rockerbox (oder schon vorher).
Das gibt einen guten Einstieg und das Tisch-Problem ist aus der Welt. Noch einen Angelhocker dabei und los gehts...
 
Hi
schau mal in deiner Nähe ob es dort eine Sternwarte oder einen Verein gibt. Gerade vor Weihnachten werden dort häufig Informationsveranstaltungen bzgl. Fernrohrkauf zu Weihnachten angeboten.

Alternativ zu den genannten Kommentaren wäre vielleicht ein lichtstärkeres Fernglas ein guter Einstieg.

Gruß
Christian
 
Hallo und vielen Dank schon einmal für die schnellen Reaktionen.
Die Variante mit dem gebrauchten 114/900 und der selbstgebastelten Montierung gefällt mir wirklich gut. Die Montierung schien auch mir das Hauptproblem zu sein (besonders eben auch für Kinder), und daß Problem hätte man dann ganz elegant umgangen. Und man kann das tatsächlich gemeinsam basteln, noch ein Plus. Jetzt müßte man nur sehen, wo man einen Tubus herkriegt. Bei Ebay ist im Moment nichts (mehr), hier habe ich jetzt auch nichts in den Angeboten gefunden. Aber etwas Zeit ist ja noch bis Weihnachten. Wenn jemand irgendwas weiß...?
 
Das mit dem zusammen Basteln ist wirklich Klasse - "Papa hat mit mir ein Teleskop gebaut"!

Schalt doch mal ne Anzeige unter "Suche"...

Die Edelvariante wäre ein Vixen 114/900, die gehen öfter mal zu guten Kursen.
Bei Gebrauchtkauf kommen natürlich auch 130 oder gar 150mm Öffnung in Reichweite...
 
Hi Ulf,

den Tipp eines Besuchs einer Sternwarte kann man immer unterstützen. Du kannst noch so viel im Kämmerlein studieren – Probieren und Anfassen sind immer direkter.

Ich ahne deine Antwort, dass „das für den Weihnachtsmann kein befriedigendes Herangehen“ sei – stimmt: aber vielleicht kann der Schlitten im Gegenzug gleich ein etwas größeres Geschenk für (Zitat) „aber nicht nur“ bringen? Mit Nicht Nur ist selbstredend dein Ehrgeiz und Forscherdrang gemeint – so geht es vielen :-D

Deshalb und weil du den Dobson schon selbst angesprochen hast, empfiehlt der Weihnachtself in mir einen aus dieser Liga: 150/1200

Für den Sechzöller mit Parabolspiegel und dem Öffnungsverhältnis f/8 spricht seine Gutmütigkeit in Fragen der Okularwahl und Justage sowie eine nicht zu kurze Brennweite. Gerade beim Beobachten mit Kindern habe ich über Jahre die Erfahrung gemacht, dass vor allem Mond und Planeten spannend sind. Danach vll. noch Sternhaufen … viel weniger Deepsky (Zitat meines Juniors: der winzige Fleck da?!)

Die konstruktiven Vorteile des Dobsons hast du dir schon angelesen – es spart sich grundsätzlich viel Geld bei der minimalen Montierung, die besser in der Optik steckt. Die intuitive Bedienung kommt Kindern sowieso sehr entgegen.

Meine 50 Sternchen, herzlich, Olaf
 
Hi Ulf,

so ein Dobson bietet die größte Öffnung für das wenigste Geld, insofern bei knappem Budget immer richtig. Grundsätzlich nur der Hinweis, dass Teleskope eben auch anders montiert werden können. Das Objekt -z.B. der Mond - bewegt sich durch die Erddrehung bedingt aus dem Sichtfeld heraus und zwar bogenförmig und das Teleskop muss permanent in zwei Richtungen" nachgeführt" werden. Der Dobson verlangt eine Nachführung "aus dem Handgelenk". Auch bei den sogenannten azimuthalen Montierungen, z.B. die Az-Teile von Celestron, muss in beiden Achsen nachgeführt werden, aber hier nicht "freihändig" wie beim Dobson, sondern mit 2 Drehknöpfen. Bei den parallaktischen Montierungen wie die EQ1, 2, 3.. usw. nimmt dir die Montierung das Nachführen von einer der Achsen ab; du brauchst nur noch an einer Schraube drehen und das Objekt bleibt immer zentriert.

Mit anderen Worten: Ein 9-jähriger wird einen Dobson schon bedienen können, aber wenn du dann auch mal gucken willst, kann es hoher Vergrößerung passieren, dass Jupiter schon aus dem Gesichtsfeld gelaufen ist und du nur schwarze Nacht siehst... und erst wieder ein Übersichtsokular einstecken musst, um das Objekt wieder zu finden. Bei der Parallaktik drehst du am Knopf und Jupiter ist wieder da... Leider sind diese Montierungen aufwändig herzustellen und entsprechend teuer. Daher darf man nicht zu kleine Versionen nehmen, sondern sollte erst ab der EQ-3 und Verwandte schauen, wie hier auch schon gesagt wurde. Sonst wackelt das Ganze und vibriert bei der kleinsten Berührung.

Wenn man wüßte, ob dein Sohn oder du wirklich dabei bleiben, könnte man gleich etwas mehr investieren und hätte dann etwas Ordentliches. Ich hatte mir damals erstmal ein gebrauchtes Lidlskope auf einer EQ-3 für 50,- Euro zugelegt und den Rest zu 100,- Euro in gebrauchte Plössl-Okulare investiert. Mit so einem 70/700mm Refraktor - also ein Linsenteleskop - hatte ich einen prima Einstieg, lernte viel über den Himmel und die richtige Aufstellung und Bedienung der Parallaktik und nehme das Teil heute als Sonnenteleskop. Also, wenn man noch nicht weiß, ob man dran bleibt, wäre so ein Gebrauchtkauf auch zu überlegen...


Viel Spaß hier noch


Logi

 
Hi!

Zitat von wurzelwaerk:
Ein 114/900 ist ansich ein schönes Einsteigergerät, ich hab auch damit begonnen - auf einer EQ-1 ist das aber def. falsch montiert, das wackelt nur bei dem langen Hebel des Tubus. Sowas gehört mindestenes auf eine EQ-3.
Eine Astro-3 geht auch, nur bei Höchstvergrößerung wird das Scharfstellen etwas schwierig.

Grüße

fquadrat
 
Zitat von loginov:
Bei der Parallaktik drehst du am Knopf und Jupiter ist wieder da...

... vorausgesetzt man hat die Montierung vorher richtig nivelliert und nach Norden ausgerichtet, sonst geht das gekurbel mit 2 Knöpfen los, die man in der Dunkelheit suchen darf und jedesmal auch wissen muss, in welche Richtung man dreht.

Selbst motorisch nachgeführt, habe ich mit Anfängern die Erfahrung gemacht, dass die meisten von einer parallaktischen Montierung zwar sehr angetan sind, weil sie "cool und nach richtiger Technik aussieht", jedoch bereits beim Einnorden und beim späteren Drücken des richtigen Knopfes bzw. beim Einstellen per Kurbel total überfordert sind. Viel Frustpotential, besonders für Kinder, die auch schon mal gegen das Stativ stoßen und die Einnordung ruinieren.

Da rate ich eher zu einfacher Technik: KSON Dobson

... dann bleibt auch noch etwas Geld für eine Rotlichtlampe und einen Stern-Atlas.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Die unschlagbaren Vorteile des von Logi vorgeschlagenen 70/700er Refraktors auf EQ-3 sind einerseits das aufrechte und korrekte Bild und die damit einhergehende einfache Bedienung mittels einer Welle an der EQ-Montierung.

Bei allen gut gemeinten Tips sollte man schon beachten, daß es für den Laien eventuell eben doch nicht so einfach ist ein spiegelverkehrt und auf dem Kopf stehendes Objekt über zwei Achsen der bogenförmigen Bahn am Himmel nachzuführen. Da ist die grobe Einnordung doch ein Klacks!
 
Hallo,

also das mit dem Nachschubsen am Dobson finde ich gerade für den Anfänger gut, so wie ich es einer bin! Ich hatte letzte Woche viel Spaß am Jupiter und habe diesen sogar mit meiner EOS festgehalten. Ein übersichtsokular zum Finden habe ich nicht benutzt, ein gut justierter Sucher reichte völlig aus.

Auch wenn ich mich jetzt oute, die parallaktische Montierung mit Ausrichtung hat auch mich zu Anfang sehr irritiert. Und bis der Mond aus dem Sichtfeld meines Dobsons gewandert ist, kann man schon viele Krater beobachtet haben.

Daher kann ich zum Einstieg wärmstens den Dobson empfehlen. Dein Sohn kann gleich intuitiv damit loslegen. Auch die mitgeliefen Okulare meines Dobsons (Skywatcher 8") reichen für den blutigen Anfang wirklich völlig aus. Die Okulare 25 und 10 mm geben wesentlich mehr her als man zunächst erwartet. Weitere gibt es später gebraucht zu kaufen, falls gewünscht.

Und wenn du wirklich auch selber damit beobachten möchtest, dann gib dir einen Ruck und leg etwas auf dein gesetztes Budget drauf. Ich würde meinem Sohn das 6" Dobson schenken, wenn er doch schon schubsen könnte ;-)

Mag sein, dass sich auch meine Ansprüche künftig ändern. Soweit ist es aber noch nicht.

Noch etwas: Es gibt nichts Schlimmeres als eine wackelige Montierung. Habe als Kind selber ein einfaches Kaufhausteleskop geschenkt bekommen und kann nur davor warnen.

Grüße vom Anfänger,
Marc
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ulf,

willkommen im Forum.

Viele Astronomievereine haben auch eine Jugendgruppe und es gibt Schulsternwarten. Wahrscheinlich auch in deiner Nähe. Such doch einfach im Internet den nächsten Astronomieverein bzw. die nächste (Schul)Sternwarte raus und frag nach. Dann könntest du mit deinem Sohn mal zu einer Gruppenstunde fahren. Da kann man sich dann sicher mal Teleskope live anschauen und vor allem Erfahrungen austauschen.

Hinfahren, ansehen, anfassen, durchschauen und direkt vor Ort diskutieren erachte ich generell als sinnvoll, aber insbesondere, wenn das Teleskop für ein Kid sein soll.

Viele Grüße & CS
Stefan
 
Zitat von anotherone:
Die unschlagbaren Vorteile des von Logi vorgeschlagenen 70/700er Refraktors auf EQ-3 sind einerseits das aufrechte und korrekte Bild...

Das gilt aber NUR, wenn ein sog. Amici-Prisma verwendet wird. Es hat 45 Grad-Einblick und zeigt ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild. Damit wird das Teleskop quasi zum Mega-Fernglas. Das Prisma ist für terrestrische Beobachtungen, primär mit Spektiven, konzipiert.

Die üblichen 90-Grad-Zenitspiegel bzw. -prismen zeigen ein aufrechtes, ABER seitenverkehrtes Bild. Diese werden üblicherweise an Teleskopen mit rückwärtigem Einblick verwendet, um die Einblickposition angenehmer zu machen.

Amici-Prismen reduzieren meiner Erfahrung nach die Bildhelligkeit deutlich sichtbar und taugen meines Erachtens nach aus diesem Grund nur zur Mondbeobachtung.

Der Warnung vor einer zu schwachen Montierung kann ich mich nur ausdrücklich anschließen. An der Montierung zu sparen ist so ziemlich der größte Spaßkiller und Fehler, den man beim Teleskopkauf machen kann. Übrigens gibt es auch bei Dobson-Rockerboxen erhebliche Unterschiede in der Stabilität.

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen!
Zitat von watkin:
Zitat von loginov:
Bei der Parallaktik drehst du am Knopf und Jupiter ist wieder da...

... vorausgesetzt man hat die Montierung vorher richtig nivelliert und nach Norden ausgerichtet, sonst geht das gekurbel mit 2 Knöpfen los, die man in der Dunkelheit suchen darf und jedesmal auch wissen muss, in welche Richtung man dreht.

So schlimm ist es jetzt auch nicht. Ich dachte auch immer, dass ich nie eine parallaktische Montierung haben möchte, weil das Einnorden ach so schwierig ist, wie hier oft zu lesen ist. Wegen eines günstigen Angebotes hab ich mir doch eine gekauft und kann mal meine Einnordweise erklären: Breitengrad einstellen (bekomm ich bei Wikipedia, kan ich schon daheim machen), Stativ ohne Wasserwaage nach Augenmaß aufstellen und grob nach Norden richten. Oder kurz gesagt: ich schmeiß das Ding einfach auf die Wiese. Nach ein paar Minütchen muss ich etwas nachbessern und auch nach einem längeren Schwätzchen finde ich mein Objekt am Rande des Gesichtsfeldes wieder, wenn ich nachführe. Freilich beobachte ich nur visuell und ob einen dieses geringe Nachbessernmüssen liegt? Das muss jeder für sich entscheiden. Ein Totschlagargument ist das Einnorden nicht, die Frage ist nur, ob man lieber schubst oder kurbelt, aber das erfährst du nur durch Ausprobieren.

Das mit dem Amiciprisma kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Zudem ist meines sicherlich nicht hochwertig, man verliert deutlich an Helligkeit. Am Mond geht es aber ganz gut, falls einem das "Umdenken" schwer fällt oder man keine seitenverkehrte Karte hat, um sich zu orientieren.

Viele Grüße
Markus
 
Guten Morgen zusammen,

zum Unterschied, bzw. zu den Vor- und Nachteilen zwischen Dobson und parallaktischer Montierung wurde das Wesentliche wohl schon aufgezählt. Da des öfteren jetzt auch der 8-Zöller erwähnt wurde, möchte ich zu Bedenken geben, dass das Teleskop für ein 9jähriges Kind bestimmt ist. Die Ausmaße und das Gewicht eines 8" sind schon nicht ohne (Tubuslänge 1,15 m, Gewicht des Tubus 9,5 kg, Gewicht der Rocker Box 11,2 kg bei meinem 8"/f6). Diese Angaben nur mal zur Info für den Threadstarter, denn wenn man die Teleskope nur von Bildern aus dem Netz kennt, kann man sich da bzgl. Größe und Gewicht ganz schnell täuschen.

Viele Grüße und cs
Peter
 
Hallo Peter,

das stimmt schon, aber Ulf hat ja auch durchblicken lassen, dass er auch mit von der Partie ist. Wenn es nur für einen 9Jährigen ist, würde ich ernsthaft das oben verlinkte Kson Dobson in Erwägung ziehen (mein 7Jähriger kommt relativ gut mit dem Firstscope klar, freilich hauptsächlich Mond). Ohne jetzt Werbung machen zu wollen, aber unten auf dieser Seite www.zudensternen.de sieht man ein Kind mit 8"-Dobson.

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Markus,

stimme Dir zu, würde in dem Fall auch zu nem kleinen Dob oder alternativ zu einem gebrauchten Lidl greifen. Hatte auch gerade überlegt die Kleine mit dem 8"-Dob zu verlinken ;)

Viele Grüße,
Peter
 
Hallo nochmal,

der oben verlinkte KSON-Dobson mit 80mm Öffnung hat mit Sicherheit auch einen Kugelspiegel, oder hat jemand das Gerät schon einmal getestet?

@ Martin: Solche Bilder mit Maßstab (Kind, Gartenstuhl, PKW etc.) sind immer Gold wert. Ich kann noch die folgende Seite beisteuern:

http://taunus-astronomie.de/art_scopes.html

CS und VG Christian
 
Hallo!

Ich würde auch einen kleinen Dobson empfehlen. Meiner Meinung nach sollte man sich vor Augen führen, welche Objekte zum beobachten in Frage kommen. Im Winter werdet ihr sicher nicht das Ausdauervermögen besitzen und Nachts Stunden auf dem Feld verbringen. Damit fallen die Deep sky Objekte schonmal raus. MAl ganz abgesehn davon, dass geneaues Beobachten eines diffusen Objektes selbst für manchen Erwachsenen alles andere als ein Genuß ist. Ein neunjähriger ohne Beobachtungserfahrung wird warscheinlich Deepskyobjekte nicht einmal wahrnehmen, bzw keine wirkliche Beziehung dazu aufbauen können.
Somit bleibt noch der Mond und PLaneten. Den Mond kann man mit relativ wenig Öffnung sehr schön beobachten. Auch bei Jupiter gibts da schon einiges zu sehn. Die Monde und die 2 Bänder kann man selbst bei mäßigen Seeing und moderator Vergrößerung erkennen. Bei sehr hohen Vergrößerungen braucht man wieder etwas motorisches Geschick wie bei der deutschen- als auch bei der Dobson Montierung, oder eine automatische Nachführung wo es dann wieder schnell teuer wird.
Fazit: Das Teleskop muss moderate Vergrößerungen gut zulassen und braucht nicht viel Öffnung.
Das lässt sich mit kleinem Budget gut realisieren. Vielleicht sollte man sogar mehr Geld in die Okulare investieren um hier besonders viel Kontrast Schärfe und Beobachtungskomfort zu erzielen.

Was die Montierung angeht würde ich zu der Dobson Montierung tendieren. Da ein Kind vor allem beobachten möchte. Das Dobson lässt sich leicht bedienen, ist praktisch selbsterklärend und das Kind kann seine Energie auf den Himmel konzentrieren, was wohl schon anstrengend genug sein dürfte. Ein weiterer Vorteil ist, dass sollte es zu einer echten Passion entwickeln, man nicht erneut viel Geld für eine deutsche Montierung ausgeben muss, obwohl man schon eine gekauft hat, diese aber eventuell nicht den Ansprüchen genügt. Man nimmt das Telesop aus der Rockerbox und schnallt es einfach auf die neue Montierung die nun den gewünschten Parameter erfüllt.


Mein Vorschläge wären ein gebrauchtes Lidlteleskop und dazu noch ein oder 2 Okulare für die Beobachtung. (Wäre dann allerdings schon mit parallaktischer Montierung)
Oder so ein Kson Dobson.

Gruß Deadlock
 
Wahnsinn, wie viele Informationen. Herzlichen Dank allen.
Also, das 8`Dobson vom Bild mit der Kleinen ist eindeutig zu groß. Da hat man wirklich andere Vorstellungen, wenn man sich nur die Seiten der Shops ansieht.
Im Prinzip ist das Teil wirklich auch in erster Linie für den Filius gedacht. Ob sich da was entwickelt, wird man sehen. Ich erinnere mich nur, daß ich in der 10. in Astro mal eine Hausarbeit hatte, die Sternenbeobachtung über einen längeren Zeitraum beinhaltete. Das hat damals Spaß gemacht, sogar ohne optische Hilfsmittel. Insofern meinte ich nur, daß wir sicher auch ganz gerne mal mit durchgucken würden.
Eine drehbare Sternkarte habe ich kürzlich schon einmal gekauft.
Wenn man also in Sachen Mond und Planeten, bei dem einen oder anderen Doppelstern sowie Plejaden u.ä. mit so einem kleinen Teil was erreicht, wäre das ja schon ein schöner Einstieg.
Verstehe ich das aber richtig, daß das hier verlinkte 80/500 KSON Dobson (plus vielleicht noch ein bis zwei kulare -eone Zwischen größe und vielleicht ein 30' für die Übersicht) besser ist als das 100/400 Skyscanner, was ja eigentlich lichtstärker ist?
Welches Modell ist denn das gebrauchte Lidlteleskop, von dem hier desöfteren die Rede war? Hatte das eine EQ3?

Viele Grüße
Ulf
 
Hi Ulf,

ein 100/400 ist lichtstärker, als ein 80/500. Das Verhältniss von Öffnung zur Brennweite ist jedoch auch 1:4 statt wie KSON 1:6,2.
Bei 1:4 werden optische Mängel schneller und gravierender sichtbar. Der KSON wird mit den gleichen Okularen eine bessere Abbildung liefern.

Das Lidl-Teleskop ist ein 70/700 Refraktor auf einer Astro3 Montierung. Meines Wissens gibt es ein ähnliches Teleskop noch unter der Bezeichnung "Bresser Jupiter", aber deutlich teuerer.
 
Hi noch einmal,

das kleine Dobson kommt ja bei den Erfahrungsberichten wirklich gut weg (http://www.teleskop-spezialisten.de/shop/index.php?cPath=13). Auch die Okulare scheinen von vernünftiger Qualität zu sein.

Es gibt ja da auch noch einen etwas größeren Bruder, das 102/640, was zwar überall momentan ausverkauft ist, aber sonst wohl um die 99 Euro kostet. Würden diese rund 30 Euro mehr denn noch eine merkliche Verbesserung bringen?
 
Hi Ulf,

das Lidlskope wurde unter der Bezeichnung "Skylux 70/700" angeboten. Bei Ebay sind jedenfalls immer welche zu haben oder hier im Verkaufsforum. Ich hatte damals darauf geachtet, dass ich ein original verpacktes, so gut wie neues Exemplar bekomme. Die sind wegen des Verbreitungsgrades des Teleskops oft zu finden. Auch andere Hersteller von f10-Refraktoren mit 70/700mm sind bei ebay incl. Montierung zu finden, man muss aber auf eine EQ3, EQ3-2 oder NEQ3 achten, keine kleineren Montierungen nehmen. Man investiert hier wirklich kleines Geld, hat eine tolle Technik und sieht auch schon was.

Es muss aber klar sein: das ist etwas für den Anfang.

CS

Logi
 
Hallo Ulf,

nur mal so am Rande, in der Bucht wird gerade ein Lidl versteigert, läuft noch knapp 3 Stunden. Guckst Du hier

Viele Grüße
Peter
 
Danke für den Tip, war aber den ganzen Nachmittag unterwegs. Jetzt ist's leider zu spät. Hätte das auch die richtige Montierung gehabt?
 
Hallo,
warum soll sich denn der Ulf und sein Sohn plötzlich auf 70mm beschränken, wo wir doch vorher bei 114-150mm Öffnung waren - das will mir irgendwie nicht in den Sinn.
 
Hallo Ralf!

Müssen tut hier ja keiner, aber wie ich schon ausführte, machen meiner Meinung nach 6" kaum Sinn, zumal man nicht einmal weiß wohin das ganze führen soll. In ein Budget von 100 Euro passen keine 114 bis 150 mm wenn diese vernünftig montiert werden soll.
Was nützt dir Öffnung die du nicht nutzen kannst, weil das Gewackel dir den Spaß verdirbt
 
Da geb ich Dir recht, deswegen war ja günstige gebrauchte Öffnung auf selbst zu bauender Rockerbox im Gespräch und eigentlich von Ulf auch angenommen.
 
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