Einstellung Drehmoment Rutschkupplung

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Applejack

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Hallo Zusammen,

da ich gerade am Bauen einer Deutschen Montierung mit Schrittmotorenansteuerung bin brauche ich natürlich auch eine Rutschkupplung.

Allerdings hab ich kein Gefühl dafür, welchen Drehmomentenbereich ich dabei wählen soll. Um eine spielfreie Kraftübertragung zu ermöglichen, habe ich eine einstellbare Rutschkupplung mit Klemmnaben ins Auge gefasst. Diese gäbe es in folgenden Drehmomentenbereichen:

2,7-5 Nm
5-10 Nm
8-15 Nm


Welche Rutschkupplungen verwendet Ihr bzw. wie habt Ihr diese eingestellt?

Bitte um Rückmeldung(en)

Beste Grüße und schöne Ostern
Jenny

 
Hallo Jenny,

konkret kann ich Dir keine Antwort geben.

Aber um mal eine Vorstellung zu haben: am Fahrrad wird, außer Pedale, Trettlager und Zahnkranz, nichts mit mehr als 5 Nm festgezogen.

Als es darum ging, ob ich mir einen Drehmoment-SchraubenDREHER oder Drehmoment-SchraubenSCHLÜSSEL kaufen soll, habe ich folgendes gemacht:

Kreuzschlitzschraube mit geliehenem Schlüssel 2 Nm fest angezogen und versucht, die Schraube mit einem Schraubendreher zu öffnen. ICH kann es nicht, ich schaffe maximal 1 ,5 Nm mit einem Schraubendreher.

Gruß Uwe
 
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Hallo Jenny,

ich habe so etwas noch nicht gebaut.
Trozdem frage ich mich, warum eine Rutschkupplung?
Kann man das Drehmoment nicht durch die Auslegung des Schrittmotors festlegen.

Hier in diesem Beitrag zeige ich auch das Getriebe meiner LX850 von Meade. Eine Rutschkupplung
kann ich da nicht finden. Auch wird so eine auch nicht in der Bedienungsanleitung erwähnt.

Natürlich muss man sich fragen, welches maximale Verstellmoment an der RA- und DEC-Achse
möchte ich zulassen. Und dann über die Übersetzung des Getriebes das max. Moment des Motors berechnen.

Hier kann man dann durch Strom- und/oder Spannungsbegrenzung die Momentengrenzkennlinie festlegen.
Mal fix ge-google-d habe ich hier etwas gefunden

Aber sicherlich findet man im Internet auch noch mehr.

Gruß
Horst



 
Horst,

"Warum eine Rutschkupplung?"

.... Um im Falle einer Kollision mit Stativ oder Säule Schäden zu vermeiden (Prio 1)
.... Um den Tubus auszubalancieren (Prio 2)
.... Um das Teleskop auch mal schnell manuell schwenken zu können (Prio 3)

Thema LX850....hat keine Rutschkupplung (Clutches)? Du zeigst sie doch jedes mal, wenn Du Bilder vom Achsenkreuz präsentierst. Man zieht die Schrauben (3 pro Achse) zwar fest. Aber man knallt sie nicht an. Bißchen mechanisches Feingefühl hilft. Bei einem manuellen Schwenk muß ggf. das Pointing nochmal korrigiert werden (1-Star Alignment). Kollisionen werden aber glimpflich ausgehen, wenn man die Schraubden nicht all zu fest dreht.

CS

Gerrit
 
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Hallo Jenny,

Rutschkupplungen gibts in verschiedenen Konstruktionen / Ausführungen.
Mir fehlt es gerade an Vorstellungskraft, wie Du deine Umsetzen willst.
Hast Du ein Bild oder eine Zeichnung?

Grüße,
Gerrit
 
Eine Rutschkupplung über Klemmschrauben zu realisieren birgt das Risiko, dass sich im Laufe der Zeit eine Nut in die Achsen "fräst". Eine konstruktiv richtig ausgelegte Rutschkupplung geht über Flächen. Siehe zB Losmandy G11. Da werden mit der Klemmschraube Teflonscheiben mit dosierbarem Anpressdruck auf das Achsgehäuse gepresst und erlauben eine absolut feinfühlige Verstellung des Teleskops ohne irgendwelche Klemmschrauben bedienen zu müssen.
viele Grüße Franz
 
Weiß jemand, welche anderen Montierungen mit Rutschkupplungen ausgestattet sind ? Ich kenne außer Losmandy nur die ALT-Montierungen.
 
Weiß jemand, welche anderen Montierungen mit Rutschkupplungen ausgestattet sind ? Ich kenne außer Losmandy nur die ALT-Montierungen.
 
So aus dem Stehgreif fällt mir noch die alte
Vixen ATLUX ein, also die Version mit den Schrittmotoren.

 
Zitat von astrofan17:
Eine Rutschkupplung über Klemmschrauben zu realisieren birgt das Risiko, dass sich im Laufe der Zeit eine Nut in die Achsen "fräst". Eine konstruktiv richtig ausgelegte Rutschkupplung geht über Flächen. Siehe zB Losmandy G11. Da werden mit der Klemmschraube Teflonscheiben mit dosierbarem Anpressdruck auf das Achsgehäuse gepresst und erlauben eine absolut feinfühlige Verstellung des Teleskops ohne irgendwelche Klemmschrauben bedienen zu müssen.
viele Grüße Franz

Hallo Franz,

wenn man davon ausgeht, daß unter den Montierungsbauern nichtfachmännische Gewalten ihr Unwesen treiben, könnte man nur noch darüber diskutieren, wie man mit Schrauben "fräst".
Auch könnte man differenzieren, wo denn bei einer Losmandy eine "Klemmschraube" ist?

Also ich sehe nur Gewindehülsen. Ist Dir der Unterschied klar?

Link zur Grafik: http://www.losmandy.com/hi-rez-images/CKS.jpg

Link zur Grafik: http://www.wilmslowastro.com/tips/images_g11/g11_washers_revised.jpg

Selbst bei radialer Klemmung gäbe es Maßnahmen, eben das Verkratzen des unterliegenden Materials zu verhindern. Stichworte: Ringschwalben, Radialnut, Messing oder Bronzeringe, Druckbolzen mit entsprechendem Material auf der Druckfläche.

Ob ausgerechnet Meade das jetzt so umgesetzt hat, bezweifel ich persé.

CS,
Gerrit
 
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danke erstmal, für all eure Beiträge.

Um das zu noch zu erwähnen, die Montierung wurde nicht von mir entworfen, sondern einem Projektpartner, welcher leider nicht der beste Konstrukteur ist.. auf einige Dinge bin ich erst beim Erstellen der Zeichnungen bzw. beim Fertigen gestoßen, welche nicht ganz passen. Bin also bei vielen Teilen auf bessere Lösungen gekommen, welche allerdings nicht mehr realisiert werden konnten..

Naja nun gut, deshalb haben wir eigentlich eine 'normale' im Maschinenbau verwendete Rutschkupplung, wie hier auf dieser Seite zu sehen ist vorgesehen. (Nicht schlagen :D , ich weiß die ist sehr groß, sehr schwer und man könnte das viel einfacher umsetzen.. allerdings hat mein werter Kollege die Montierung darauf ausgelegt)

Wie auf der Seite zu sehen ist, gibt es solche Rutschkupplungen nur in bestimmen Drehmomentenbereichen und ich kann mir zwar Berechnen, wie groß das Moment sein muss um das ganze System zu bewegen, aber eben nicht, wieviel ich darüber hinaus gehen muss, damit mir das ganze Teil bei bzw. Wind nicht gleich durchgeht, allerdings bei einer Kollision schon.

Darum dachte ich mir, hier hat vielleicht wer konkretere Vorstellungen bzw. Werte.

Beste Grüße
Jenny
 
Hallo Jenny,

kannst Du mal ein Bild vom der Stundenachse zeigen und angeben wieviel Platz da am Wellenende ist!
Denn nur so lässt sich erkennen ob der Vorschlag von Gerrit, der einer der besten Lösungen ist, verwendbar oder noch nachrüstbar ist!

Auch für andere Lösungen ist das wichtig!
zum Beispiel > Spannhülsen mit Konusflansch > oder > Klemmring <

Egal ob Scheiben - Kupplung, Klemmring mit Tellerfeder oder über Spannhülse mit Konusflansch, lassen die sich von leichtes Durchdrehen bis Bombenfest einstellen!

Bei Meiner musste ich wegen der Scheibengröße eine PVC Scheibe, ausgeschnitten aus einen Farbeimerdeckel dazwischenlegen, weil die Reibkraft Guss auf Stahlringe schon zu stark war!

Wieviel Kg kann der Wind dein Teleskop voll beladen zur Seite drücken ? > 1,5 - 2 Kg durch anstoßen mehr, wären dann sicher ausreichend als Richtwert!



Gruß Günter
 
Hallo Jenny, Hallo Günther,

es gibt noch eine weitere Lösung, die mit 3 Schrauben auskommt.
Und zwar direkt oberhalb des Schneckenrades. Gerne fertige ich dazu mal eine Zeichnung an. Diese Lösung ist in der Sideres und anderen Montierungen umgesetzt. Sie erforderd aber je nach Raum schon ein gewisses Fingerspitzengefühl beim Anziehen der Kupplung.

Und zwar sitzt oberhalb vom schneckenrad eine Scheibe mit 3 Schrauben (M8, M6). Durch leichtes Anziehen der Schrauben läßt zieht sich die Scheibe auf die seitliche Fläche des Schneckenrades und klemmt diese Radial. Zwischen Scheibe und Schnecke kann man noch eine PVC-Scheibe einlegen.

Da finde ich Günthers Idee wieder richtig gut. Günstiger kommt man nicht drann :)
Farbeimerdeckel gibts einzeln im Baumarkt. Eine professionelle Lösung wären Anlaufscheiben aus Sinter-Material. Kostet aber je nach Durchmesser.

Manchmal braucht man nur eine geschickte Konstruktion. Eine Achse für die Schnecke mußt Du eh drehen lassen. Da kann man ja die entsprechenden Geometrien ja schon mit einbeziehen. Kostet zwar Bearbeitungszeit. Spart aber auch Geld.

Kleiner Tipp für die Teleskopseitige Achslagerung: Kreuzrollenlager sind ggü. Kegelrollenlagern platzsparend und sehr effektiv. Deshalb werden sie z.B. auch in Achslagerungen für Industrieroboter eingesetzt. In einem Umfeld, in dem es auf Präzision und Belastung ankommt.

Grüße,
Gerrit
 
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Hallo Gerrit,

kenn ich diese Lösung, ist ja auch bei meiner Wachter Montierung Astronom II realisiert, hier aber mit durchbohrter Stundenachse, damit mit einem großem Sterngriff über eine Gewindestange, die Bremseneinstellung von hinten leichter möglich ist, als über 3 einzelne Schrauben.
Hier wird dann einfach die Trägerplatte mit den 3 Druckstempeln gesamt nach unten auf das Nabenlose Schneckenrad gezogen!
Astonom II / oder Kosmos Orion 3 hier in grün

Ist aber recht kompliziert zum Selbermachen, und kann selbst bei 10mm bei langen Hebeln nur geringe Bremskraft übertragen, ich musste schon 2 mal die Gewindestangen wegen Verschleiß wechseln, deshalb hab ich es nicht erwähnt!

Die oben erwähnte Radialklemmung aus geschlitzter Nabe oder Konus und Druckplatte mit => 30 mm, ist da viel leichter und kräftiger und mit der PVC - Scheibe und Sterngriff an der Schraube auch sehr feinfühlig einstellbar!

Daher wäre jetzt aber ein Bild der Asche von Jennys geplanter Staundenachse und Achsgehäuse wichtig um zu schauen was da am Besten geht!



Gruß Günter
 
Hallo MontyPython, das war ein Missverständnis. Ich meinte die einfachen Klemmschrauben, wie sie an vielen Montierungen zu finden sind. Die kann man natürlich nur leicht anziehen und damit einen Rutschkupplungseffekt erzielen. Aber diese Schrauben wirken punktförmig auf die Achsen.

Was Du gezeigt hast ist die "Ideallösung" von Losmandy, wo der Drcuk auf größere Flächen verteilt wird. Das funktioniert einwandfrei und über lange Zeit und man kann die Reibung sehr feinfühlig einstellen.
 
Hallo zusammen,

um nochmal auf den Anfang des Threads zurückzukommen. Das minimale Drehmoment, das von der Rutschkupplung/Klemmung aufgefangen werden muß ist ja entweder das, was die Schrittmotoren aufbringen oder was durch eine "Standard"-Unachtsamkeit (kurzes Anlehnen ans Teleskop) entsteht.

Und da hängt es ganz wesentlich von den Eckdaten des Gesamtaufbaus ab.

Aufbau mit großer Rotationsträgheit (viel Masse an langem Hebelarm) und starke Schrittmotoren -> mehr Drehmoment gegen "Durchdrehen" des Antriebs

langes Teleskop -> Viel Hebelarm -> mehr Drehmoment gegen Anlehnen

Wind ist vermutlich nicht der dimensionierende Lastfall.

Aus dem Buch heraus werden das sicher nicht weniger als 10Nm, eher mehr.

Gruß, Stephan

 
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